Vampire Desire (Eldarya/Nevra FF)

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Ezarel Miiko Nevra OC (Own Character) Orakel Valkyon
18.02.2017
19.06.2017
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Es ist stockfinster und schweinekalt.
Ich glaube, so jämmerlich habe ich mich in meinem ganzen Leben noch nie gefühlt.

'Nimuel du hast ohne Zweifel den sozialen sowie emotionalen Tiefpunkt in deinem Leben erreicht...'

Zitternd schlinge ich die Arme um meinen Oberkörper und vergrabe mein Gesicht in meiner nassen Armbeuge. Es schüttet aus Eimern und zwar ununterbrochen. Leise beginne ich ein Lied aus meiner Kindheit zu singen, welches meine Mutter mir immer vorgesungen hat, um mich von der nassen Kälte abzulenken. Außerdem hilft mir das singen die anderen Geräusche um mich herum auszublenden. In einer engen Gasse am Ende der Stadt gibt es nämlich nicht sonderlich viel zu tun für mich, als zu lauschen. Und momentan hasse ich es, ein solch ausgeprägtes Gehör zu haben. Ich kann bis zum Markt hören und jetzt gerade habe ich deshalb unsägliche Kopfschmerzen. Mit zitternder Stimme singe ich weiter, unterdrücke den bellenden Husten in meiner Kehle und hoffe, ich verkümmere nicht noch alleine und geächtet in der mickrigen Gasse hier.

Dennoch sind die Geräusche da. Die lauten, aufgeregten Stimmen der Menschen, die vom plötzlichen Regen überrascht wurden und nun nach Hause eilen, die vielen Schritte, das Weinen eines Babys, Herzschläge, die Räder von Holzkarren - alle sind sie da.

"Verflucht sei mein Gehör", jammere ich vor mich hin und niese kurz. Ich bin nun nass bis auf die Knochen und meine Kleidung klebt widerlich an meiner Haut.

Ein Leben als Verstoßende ist echt kein Zuckerschlecken!

Bald schon gebe ich meinen jämmerlichen Gesang auf und hole tief Luft, wobei ich sofort wieder heftig husten muss. Meine Kehle schmerzt schon davon und ich stöhne leise. Ich gebe auf.Ich werde einfach in dieser Gasse hier krepieren.

Wieso habe ich alles riskiert und nichts gewonnen, nur um dieses Pack zu retten?!

'Weil du dumm bis,Nimuel...'

Ich huste wieder einmal bellend und sitze dann mit geschlossenen Augen da.

Auf einmal höre ich wieder Schritte. Aber sie sind nicht hektisch, eher gemütlich. Als würde die Person das miese Wetter genießen. Es klingt, als würde die Person sehr stolz und erheitert laufen. Ebenfalls werden sie immer lauter, doch dem schenke ich nicht weiter Beachtung. Ich drifte langsam in den Schlaf ab und merke, wie die Geräusche nahdisnah verstummen. Ein letztes Mal öffne ich halbwegs meine Augen und vernehme nun auch ein gleichmäßiges Atmen in meiner Nähe. Der Regen ist so stark, das alles verschwommen ist. Es ist sehr dunkel, doch am Gasseneingang kann ich eine Silhouette ausmachen. Sie ist groß, mehr kann ich jedoch nicht erkennen.

Aber es ist mir auch egal. Mit einem letzten Seufzen schließe ich meine Augen.

Nobody's POV:

Die Straße ist leer.Michts und niemand traut sich,in dieses Mistwetter hinaus zu gehen - nur er.

Der junge Mann läuft erheitert weiter die Pflastersteinstrasse entlang. Er hat Regen immer gemocht. Generell, mag er ziemlich jedes Wetter. Und von der Nässe würde er sich niemals abhalten lassen.

Auch wenn es bedeutet, dass seine lockere Kleidung wie ein Sack an ihm klebt und schlaff herunterhängt.

Was tut man nicht alles,wenn man Hunger hat?Man ruiniert sogar seine Kleidung...

Er ist auf dem Weg zum Wald, als er mit einem Mal einen widerlichen Gestank aufnimmt. Er ist so beißend und grässlich, dass man ihn nicht ignorieren kann. Der Schwarzhaarige rümpft angewidert seine Nase und überlegt einen Moment, einfach weiterzugehen.

Aber er tut es nicht.

Er kennt diesen Gestank.Er hat ihn erst paar mal gerochen,aber er würde niemals vergessen,ws es bedeutet:Krankheit

Grummelnd dreht sich der Schönling einmal um seine eigene Achse und schnuppert bedächtig. Dann dreht er sich nach links und betritt eine schmale Seitenstrasse.
Dem Gestank folgend findet er sich bald in einer kleinen, schmutzigen Gasse wieder. Vor ihm, an der Wand der Mauer kann er trotz des starken Regens die Teenagerin ausmachen. Sie ist vielleicht neunzehn Jahre alt, nicht mehr, und atmet schnell und flach.

Der Geruch ist hier so stark, dass es ihm fast den Magen umdreht. Außerdem riecht es nicht nur nach Krankheit, sondern kann er auch den dumpfen, fauligen Geruch von Tod, der schwer in der Luft hängt, ausmachen.
Was auch immer die Fremde hat, ohne Hilfe wird sie es nicht mehr überstehen.

Der Mann geht langsam auf sie zu, kniet sich neben ihr nieder und mustert sie einen Moment lang, unschlüssig darüber, was er nun tun soll.
Miiko wird es nicht gefallen, wenn er ein kränkliches Mädchen ins Herzen der Garde von Eel bringt...

Dann muss seine Mahlzeit wohl oder übel warten...

xxx

Der junge Mann stösst mit seiner Schulter die Eingangstür auf und betritt den riesigen Saal. Das Regenwasser tropft von seinen schwarzen Haaren und der Kleidung. "Ezarel?", ruft er laut mit seiner melodischen Stimme und bewegt sich wieder vorwärts, zum Labor der Alchemie.

Mit zügigen Schritten ist er im Labor und legt das Mädchen auf einen dastehenden Holztisch.
Anschließend verlässt er das Zimmer wieder und ist froh, dem Gestank etwas zu entkommen.
"Ezarel!", ruft er abermals durch den grossen Saal, jedoch energischer und lauter. Es dauert einige Minuten, doch dann tritt eine Person durch eine der Pforten in die Halle. Es ist ebenfalls ein Mann, mit blauen Haaren und spitzen Ohren. Hinter ihm läuft eine junge Frau, mit langem, schwarzen Haar, das an den Enden blau wird, die Fuchsohren sowie Fuchsschwanz hat und die einen Stab in der Hand hält, an dem eine Art Käfig befestigt ist in dem ein blaues Feuer lodert.

"Was ist denn los, Nevra?", fragt der Blauhaarige - ganz offensichtlich Ezarel.
"Meine Güte, und wie siehst du denn aus?!", fügt die junge Frau hinzu, als sie den triefend nassen Mann entdeckt.

"Da ist ein Mädchen", erklärt Nevra und fährt sich durch die nassen Haare, "Sie ist krank und ich weiss, dass sie ohne deine Hilfe sterben wird."

Mehr braucht er nicht zu sagen, denn Ezarels Blick wird ernst. "Wo ist sie?", fragt er den jungen Mann.
"Ich habe sie ins Alchemielabor gebracht", erklärt Nevra ihm und Ezarel eilt davon.

"Ich hatte nicht vor, sie zu entdecken. Aber der Gestank nach Krankheit war so stark, dass man ihn einfach riechen musste", erklärt er ihr, "Sie lag in einer Gasse. Ihr Name ist mir unbekannt, sie war bewusstlos."

Die Frau fixiert ihn weiterhin mit ihren Blicken. "Du bringst eine Fremde ins Herz der Garden?", hakt sie nach und ihr Unmut ist deutlich hörbar.

"Miiko, ich konnte sie nicht ignorieren. Kein Lebewesen überlasse ich dem Tod, wenn ich es nicht noch retten kann", sagt er energisch.
"Finde raus, zu wem sie gehört", meint Miiko ungerührt, "Und sobald sie gesund ist, bring sie dahin zurück!"

Nevra neigt respektvoll den Kopf und die Frau verschwindet die Treppen hinauf in einen anderen Raum. Miiko mag es zwar missfallen, dass eine Fremde hier ist, doch auch sie würde niemals jemanden sterben lassen.

Nevra unterdessen macht sich auf ins Alchemielabor, wo Ezarel dem fremden Mädchen gerade einen Trank einflösst. "Und?", fragt er den Alchemisten.
Der Angesprochene sieht auf und lächelt. "Ich geb ihr noch ein paar Mixturen und dann ist sie bald wieder auf den Beinen!", erklärt er ihm erfreut.

Nevra tritt zu dem Mädchen hin und mustert es. Sie ist sehr blass, hat ein paar Sommersprossen und vom Regen nasses, schwarzes Haar. Sie ist größer als der Durchschnitt und trägt zerlumpte Kleidung. Außerdem ist sie recht mager, was darauf schließen lässt, dass sie seit einiger Zeit in der Gasse ausgeharrt ist.

"Stütz mal ihren Kopf, Nev'", verlangt Ezarel da von ihm. Der Schwarzhaarige schaut ärgerlich auf. Ezarel weiß, dass er nicht so genannt werden will, doch der Alchemist quittiert den bösen Blick bloß mit einem frechen Grinsen. Seufzend tut er, was Ezarel von ihm verlangt und streicht der jungen Frau die nassen Haare aus dem Gesicht.

Dabei wird jedoch etwas an ihrem Hals sichtbar.
Ein dunkelblaues Tattoo schmückt die rechte Seite ihrer Kehle. Es ist ein kustvoller, detailierter Drache, der zu sehen ist.

Entsetzt starrt Nevra das Mal weiter an.

"Was habe ich bloß aufgegabelt", flüstert er geschockt.
"Wieso? Was ist los?", fragt Ezarel und kommt mit dem kleinen Fläschchen in der Hand um den Tisch herum, um zu sehen, was Nevra sieht.

Kaum erblickt er das Tattoo, rutscht ihm das Fläschchen aus der Hand, welches auf dem Boden in tausend Teile zerscherbelt, und er stolpert einen Schritt zurück.

"Nevra!", japst er entsetzt, und wendet seinen Blick nicht vom Hals des Mädchens, "Was hast du getan?!"
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