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Ungeklärtes

GeschichteAllgemein / P12
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Wilhelm Blödorn / Willi
18.02.2017
26.10.2020
12
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11.07.2019 1.085
 
Moin, doch schneller als gedacht geht es weiter…
Saphiera, das ist für dich. Extra noch mehr Sprotte und Fred. Du hast mich inspiriert weiter zu schreiben.
LG
XxNobody15xX
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Zufrieden mit der Ausbeute kommt der Pygmäe in den Wohnwagen zurück. Neben Tomaten, Gurke und Salat hat er auch Kartoffeln und Zwiebeln geerntet. Daraus lässt sich ein wunderbarer Salat ernten. Auch wenn es seinem Großvater besser geht, haben seine Eltern beschlossen, dass ein Teil der Beete weggemacht werden sollen. Auch als Fred gemeint hat, dass er sich um den Garten kümmern würde, kam nur die Argumentation seiner Eltern, dass er bald wegen dem Abi weg wär. Er müsse nämlich unbedingt studieren. Am besten Jura oder Medezin. Welcher 15 jährige denkt so weit in die Zukunft, was er studieren möchte? Wenn es nach dem Rothaarigen gehen würde, würde er nach der Realschule lieber ein Fachabitur in Agrarwirtschaft machen und irgendwas im Freien erlernen. Durch das Fachabitur könne er im Zweifelsfall auch noch studieren.
„Guck mal, was ich geerntet hab.“
Der Junge stellt den Korb mit den frischen Lebensmitteln auf die Arbeitsfläche.
„Oh! Sogar Zwiebeln. An diese hätte ich gar nicht gedacht. Was hältst du davon, wenn du den Salat machst und ich Bratkartoffeln und Rührei?“
Der Junge nickt nur und das Mädchen geht noch mal kurz raus um das Gas anzudrehen. Als sie wieder reinkommt, schnappt sie sich direkt zwei Pfannen, während der Urwaldzwerg das Gemüse  unter Wasser säubert.  Schweigend fängt er an zu Schnippeln, während Sprotte das Rührei mit etwas haltbarer Milch, Salz und Pfeffer anrührt und die Kartoffeln und Zwiebeln in die eine Pfanne packt. Während des Kochens herrscht eine angenehme Stimmung, die nur ab und an durch das Rauschen des Wasserhahns unterbrochen wird, wenn einer der beiden was abspült. Nach kurzer Zeit steht das Abendbrot der beiden auf dem Tisch und die beiden schreiben ihren Eltern eine SMS, dass sie heute wohl später heim kommen. Sprottes Mutter ist dies nicht so wichtig, da sie heute Abend Taxi fährt. Sybille besteht aber darauf, dass ihre Tochter spätestens um 22 Uhr zuhause ist, während Fred mit seinen Eltern nach einer längeren Diskussion auf 21 Uhr einigt.
„Wie geht es eigentlich deinem Großvater?“, möchte Sprotte von ihm wissen, während die beiden den Tisch decken.
„Deutlich besser. Aber meine Eltern sind momentan zum Kotzen. Sie wollen mehr als die Hälfte der Beete platt machen. Ich hab denen zwar gesagt, dass ich mich gern drum kümmern würde, aber die beiden verplanen gefühlt mein halbes Leben ohne auf meine Wünsche zu achten. Ich soll nach denen Jura oder Medizin studieren. Deswegen soll ich nach der Realschule auf das Gym gehen um dort am besten mit Bestnoten abschließen, damit mich auch ja jede Uni mit Kusshand nimmt.“
Sprotte setzt sich Fred gegenüber und gießt sich etwas Tee ein.
„Und was möchtet du machen?“
„Am liebsten würde ich mich um den Garten meines Großvaters kümmern. Gerne würd ich nach der Schule ein Fachabitur in Richtung Agrarwirtschaft. Danach am liebsten eine Ausbildung oder Studium im Bereich Gartenbau. Ich liebe es draußen zu arbeiten und mit den Pflanzen zu beobachten, was ich schaffe. Ich hab es schon mal geschafft eine Orchidee meiner Mutter zu bestäuben. Aussehen konnte ich die leider nicht. Die Samen benötigen nämlich einen besonderen Pilz damit diese keimen. Daher hab ich die Samenkapsel zuhause noch in einem Regal liegen. Dort kann ich aber so viel lernen, was mich interessiert.“
Sprotte grinst ihn nur an.
„Das klingt nach dir. Kannst ja auch gern hier vorbei kommen und mir im Garten helfen. Müsstest nur vorher Bescheid sagen. Die anderen Hühner sind wahrscheinlich nicht begeistert, wenn während einem Treffen ein Pygmäe auftaucht.“
Breit grinsend stellt sich das Mädchen vor, wie die fünf Hühner draußen am Tisch sitzen und Fred an dem Beet werkelt. Wilma würde mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit „Schneller Urwaldzwerg!“, rufen und die Hühner würden lachen, während Fred die Augen verdrehen würde.
„Gern ich bin dabei. Wie ich meine Eltern kenne, haben wir am Ende nur noch den Kirsch- und den Apfelbaum. Die findet meine Mutter nämlich toll. Aber Kohl und Kartoffel? Wieso sollte man die anbauen. Kaufen geht viel schneller und kostet nicht so viel Zeit.“
„Das mag wohl sein.“, stimmt Sprotte zu.
„Aber nichts schmeckt so gut, wie eigens angebautes Gemüse. Und ich seh dich auch eher im Gartenbau oder mit einem Förster im Wald als mit einem Stethoskop im Kittel oder als Richter. Das bist nicht du. Ich möchte entweder was Soziales machen oder was mit Tieren. Mein Traum wäre echt ein Gnadenhof für Tiere. Solche Tiere wie die Hühner. Die wollte man ja auch nur schlachten, da sie weniger Eier legen. Wie ist es denn mit den Milchkühen? Was passiert mit denen, wenn die weniger Milch geben? Oder mit den alten Reitpferden von einem Reiterhof. Bei Mona blieben die alten Pferde einfach auf der Weide. Aber was ist woanders? Ansonsten würde ich auch gern Tierarzthelferin sein. Kranken Tieren zu helfen macht Spaß.“
„Das passt zu dir.“
Schweigend sitzen die beiden sich gegenüber, eh Sprotte aufsteht und das Geschirr in die Spüle stellt. Dann kommt das Mädchen zurück und lässt sich auf die Bank neben Fred fallen. Überraschend steif sitzt das sonst so freche Mädchen neben ihn. Aber auch Fred ist verdammt unsicher und das obwohl er schon Freundinnen hatte. Vorsichtig hebt er die Hand und fängt an Muster auf dem Handrücken von Sprotte zu malen. Anders als üblich scheint sie nicht von ihm abzurücken, sondern rückt noch ein bisschen näher ran.
„Wie war die letzten Tage bei Mona?“, will der Pygmäe wissen.
„Es war traumhaft. Die Sonnenuntergänge, Bess, die Zeit mit den Hühnern und natürlich die Pferde. Wilma hätte beinahe vor Dankbarkeit geheult, als sie merkte, dass ihre Mutter sie nicht abholt. Denn sie hat kaum gelernt und wenn war es nicht das richtige. Vokabeln hätten ihr sonst den Spaß verdorben.“
Die Hand, die Fred gerade mit unsichtbaren Mustern verziert, lässt Sprotte dort liegen und die andere streicht ihre Haare aus dem Gesicht.
„Und danke schön.“
Verwirrt blickt der Pygmäe das wilde Huhn an.
„Wofür danke? Wenn du die Hühner meinst…. Das war keine große Sache.“
Die Rothaarige schüttelt den Kopf, fasst mit der Hand, die nicht verziert wird in ihre linke Hosentasche und holt den Brief hervor. Prompt wird der 15 jährige rot und zupft verlegen an dem Ohrring. Dann zuckt er kurz mit den Schultern und beugt sich vor um Sprotte zu küssen, was diese erwidert.
„Willst du nun mit mir zusammen sein?“, fragt der Pygmäenboss gegen die Lippen des Oberhuhns, woraufhin diese nur nickt.
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