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Diese Welt. Ohne dich ist sie nichts wert

von XxSigixX
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / Gen
18.02.2017
18.02.2017
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18.02.2017 896
 
Mein Beitrag zum Projekt „Ohne dich“. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und auch beim selber interpretieren der Story.

Projekt: http://forum.fanfiktion.de/t/7948/4

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Diese Welt. Ohne dich ist sie einfach nichts mehr wert.

Es ist so als würde es jeden gottverdammten Tag nur geben, um mir zu zeigen wie sehr ich dich brauche und wie sinnlos mein jetziges Leben ist. Ganz ohne dich. Die Minuten vergehen so langsam wie Tage und die Tage sind Jahre. Es fühlt sich so an als sei ich schon Jahre lang nicht mehr bei dir gewesen. In deinen beschützerischen Armen, die mich halten und wärmen. Dabei bist du erst zwei Wochen weg.

Damals waren wir so glücklich gewesen. Du und ich zusammen. Ein Paar, was von nicht jedem verstanden oder akzeptiert wurde. Ich weiß noch genau wie wir uns kennengelernt hatten. Auf dem Weg zu meinem Bus war es gewesen. Der Tag, an welchem sich mein Leben ändern sollte.

Winter. Es lag Schnee und die Bürgersteige waren teils zugeeist. Wie wurde es von den Medien genannt? „Plötzlicher Wintereinbruch“? Wie jedes Jahr. Ich war schon spät dran und lief deshalb ein wenig schneller, um meinen Bus noch zu bekommen. Jedoch fuhr dieser gerade an mir vorbei. Für mich hieß dies, dass ich noch schneller zu der Haltestelle laufen musste. Die letzten 100 Meter. Plötzlich verlor ich den Halt und drohte nach vorne zu fallen. Das nächste, was ich spürte, war nicht das Eis auf dem Steinboden, sondern deine Brust, die mich aufgefangen hatte und stützte. Deine ersten Worte habe ich auch noch im Kopf: „Nicht so eilig. Ich denke, dass Sie noch Ihren Bus bekommen ohne dem Boden Bescheid zu sagen“ Ich sah nach oben und blickte in deine grasgrünen Augen. Nachdem ich mich aufgestellt hatte, bekam ich keinen richtigen Satz mehr heraus. Es war so peinlich gewesen. Stattdessen rannte ich weiter zum Bus, welcher netterweise noch stehengeblieben war und fuhr zu meiner Arbeitsstelle.

So lernten wir beide uns kennen und verabredeten uns wenig später auch. Du schienst der richtige zu sein. Du scheinst es immer noch für mich.

Nur durch meine Neugier, meine Nerverei kam es zur Trennung. Fast 3 Jahre haben wir glücklich zusammen gelebt, uns zusammen angeschrien und am Ende zusammen in den Armen geliegen und uns voller Schuld entschuldigt. Doch nun ist es anders. Du bist fort. Für immer.

Ab diesem Zeitpunkt war mein Leben kein Leben mehr. Es war ein einziger Fehlgriff. Tag für Tag denke ich nur an dich und weine, weil ich es hätte verhindern können. Es vergeht kein Tag an dem ich mir nicht wünschte, dass ich nicht so gehandelt hätte.

Du kamst wie gewohnt nach Hause. 8 Stunden Arbeit hinter dir und den Chef im Nacken. Irgendwas mit einem Geschäftskunden. Ich weiß es nicht mehr. Über die Arbeit redeten wir nicht. So haben wir es versprochen und auch gehalten. Einfach den Kopf frei bekommen und keinen wertvollen Gedanken mehr für was anderes verschwenden als für den jeweils anderen. Die Laune von dir schien an diesem Tag noch mieser zu sein wie es sonst der Fall war. Ich traute mich schon gar nicht nachzufragen. Wäre ich doch so klug gewesen und hätte diesem Gefühl vertraut.

Du kamst zu mir in die Küche, wo ich gerade anfing das Abendessen zu machen. So wie es jeden Tag war. Der übliche Tagesablauf. Auf dem Stuhl am Tisch nahmst du Platz. Hätte ich dich nicht schon gesehen, wärst du mir nicht aufgefallen so leise warst du gewesen. Ich spürte die bedrückende und angespannte Stimmung. Man konnte sie fast greifen. Die Stille war erdrückend. So erdrückend wie schon lange nicht mehr. Es war anders in deiner Nähe zu sein. Weniger wärmend. Weniger beschützend.

„Schatz? Was ist los? Alles gut bei dir?“, fragte ich dich vorsichtig, blieb jedoch von dir abgewandt. „Es… es ist nichts. Lass das Thema einfach ruhen und kümmer dich um was anderes“, sagtest du zu mir. Doch dies reichte mir nicht. „Du kannst über alles reden. Ich höre dir zu und helfe dir auch! Also sag schon, was ist los?“, fragte ich nochmals und drehte mich nun langsam zu dir um. „Also rück raus mit der Sprache“, drängte ich weiter. Hätte ich nur meine vorlaute Klappe gehalten.

Ohne weitere Umschweife erhobst du dich vom Stuhl und stelltest dich nahe an mich. In diesem Moment hatte ich, das erste Mal in den ganzen Jahren, wirklich Angst vor dir. Es schien als wärst du nicht mehr du selbst. Als würdest du jeden Moment die Hand gegen mich erheben. Jetzt verstand auch ich, dass ich zu weit gegangen war. Ich machte mich auf alles gefasst. Auf Schreie, auf Tränen, sogar auf Schläge. Doch du sagtest nichts. Standest einfach vor mir. Förmlich am kochen und gleichzeitig sehr unsicher. „Hör jetzt auch zu fragen. Sofort“, hörte ich leise auf deinem Mund.

Mein Atem war zittrig geworden und die Tränen standen mir in den Augen. „W-warum? Was ist denn los, dass du es mir nicht sagen willst?“Du drehtest dich um. Stillschweigend. Langsamen Schrittes gingst du Richtung Türe und verließt diese mit den Worten: „Ich mach Schluss. Leb wohl“

Es war als hätte mich der Schlag getroffen. Du warst einfach fort. Fort aus meinem Leben.

Es war so als würde es jeden gottverdammten Tag nur geben, um mir zu zeigen wie sehr ich dich brauche und wie sinnlos mein jetziges Leben ist. Ganz ohne dich.
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