Malfoy & Partner Investigations - Die Katakomben von Paris

von Telda
GeschichteKrimi, Mystery / P16
16.02.2017
02.03.2017
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Dieses Kapitel
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Hallo liebe Freunde,

diesmal eher etwas Mystisches, obwohl es auch kriminalistische Bestandteile hat. Ich freue mich schon auf Eure Reaktionen^^

Disclaimer: Mein Kontostand beweist es immer wieder, ich muss die Figuren dieser Geschichte (bis auf meine eigenen Erfindungen^^) gekämmt und gewaschen am Ende dieser Geschichte mit Bedauern zurückgeben...
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An einem strahlend schönen, kalten Wintermorgen klopfte es an das Fenster des Wohnzimmers im großen Haus auf Fair Isle. Hermione und Severus hatten ihr gemütliches Frühstück beendet und tranken gerade ihren zweiten Becher Kaffee. Severus wandte unwillig den Kopf zum Fenster, doch als er sah, wer oder was dort geklopft hatte, stand er stirnrunzelnd auf, öffnete das Fenster und ließ einen großen Falken ins Zimmer.
Der schöne Vogel landete elegant auf der Sessellehne und stieß einen auffordernden Schrei aus.

Severus band die Nachricht vom Fuß des Vogels los, während Hermione aus der Küche einen Teller mit Fleischstückchen holte. Sie hatte den Vogel erkannt. Er gehörte Lucius Malfoy und der lange Flug hatte das Tier sicher erschöpft.

Severus hatte inzwischen das Pergament entrollt und gelesen. Wortlos reichte er es anschließend an Hermione weiter, die es nahm und las.

Mein lieber Freund,

ich benötige Deine Hilfe und bitte Dich herzukommen, sobald es Dir irgend möglich ist. Übermittle bitte meine ernstgemeinte Entschuldigung wegen dieses Überfalls an Miss Granger.

Lucius Malfoy

„Das klingt sehr ernst“, stellte Hermione fest. Sie hatte sich inzwischen an die Art des blonden Slytherins gewöhnt und wusste, dass es wirklich ernst war, wenn nichts mehr von seinem üblichen Spott zu erkennen war.

~~~~~

Als Severus zwei Stunden später im Manor eintraf, begrüßte ihn sein Freund mit sehr ernster Miene. Nachdem sie sich vor dem Kaminfeuer im Salon niedergelassen hatten, eröffnete der Malfoy das Gespräch.

„Mein Freund, bevor ich auf den Grund meiner Bitte komme, muss ich Dir etwas aus meiner Familiengeschichte erzählen, von dem ich bis vor zwei Tagen glaubte, es wäre eine Legende. Ich bitte Dich also um Geduld.“

Severus neigte zum Zeichen seines Einverständnisses den Kopf und beide tranken einen Schluck Brandy, bevor Lucius zu sprechen begann.

„Du weißt, dass meine Familie ursprünglich aus Frankreich stammt. Meine Großmutter erzählte mir immer wieder eine Geschichte, die ich für ein interessantes Märchen hielt, als ich klein war und seither fast vergessen hatte. Der Name Jacques de Molay ist Dir bekannt?“

„Du meinst den letzten Großmeister des Templerordens, der am 18. März 1314 verbrannt wurde? Du willst mir jetzt aber nicht erzählen, dass er ein Vorfahre von Dir ist!“

„Genau diesen meine ich und nein, er ist kein Vorfahre von mir. Dieser Jacques de Molay hatte eine jüngere Schwester, die nach dessen Tod seine Erbin wurde. Ohne männliche Nachkommen starb dieser Zweig der Familie de Molay aus. Die Schwester, Marie, war zu dieser Zeit bereits mit Antoine de Malfoix verheiratet. Jacques de Molay hatte es vor seiner Gefangennahme geschafft, etliche der geheimen Aufzeichnungen des Templerordens zu seinem Schwager und seiner Schwester zu schaffen. Seither muss jeder Erstgeborene in meiner Familie diese Aufzeichnungen an seinem dreißigsten Geburtstag studieren. Auch ich hatte diese Aufgabe und glaube mir, ich hätte erstens darauf lieber verzichtet und zweitens nie gedacht, dass diese Aufzeichnungen ausgerechnet während meiner Lebenszeit höchst wichtig werden würden.“

Lucius nahm einen weiteren Schluck Brandy und dachte offensichtlich darüber nach, wie er nun fortfahren sollte.

„Hast Du die Nachrichten aus Frankreich, genauer gesagt aus Paris, in den letzten Tagen verfolgt?“ fragte er dann.

Severus schüttelte den Kopf. „Sollte ich?“

„Wahrscheinlich nicht, wenn Du kein besonderes Interesse daran hast. Wusstest Du, dass der Boden, auf dem Paris steht, durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse und sich dort unten Höhlen und Gänge mit über dreihundert Kilometer Gesamtlänge befinden? Und noch immer sind bei weitem nicht alle Gänge erforscht und kartiert. Jedenfalls nicht von den Behörden. Die Höhlen und Gänge entstanden, weil dort der Sandstein abgebaut wurde, aus dem Paris errichtet ist, und auch Gips und Ton. Das ist auch der Grund, warum in den meisten Arrondissements von Paris keine Hochhäuser gebaut worden sind. Der Boden würde sie nicht tragen. Im heutigen Arrondissement Temple ließen sich die Templer im 13. Jahrhundert nach dem Fall von Akkon nieder und bauten dort eine Burg. Und nun kommen wir langsam zum Grund meiner Bitte. Schon beim Bau der Burg passierten offenbar seltsame Dinge. Menschen verschwanden, gerade errichtete Mauern stürzten ein, solche Sachen eben. Dabei waren die Templer hervorragende Baumeister.“

Lucius goss ihnen beiden einen neuen Brandy ein und fuhr dann fort.

„Die Templer waren durchaus nicht alle lediglich gläubige Muggel. Die magisch Begabten unter ihnen wollten der Sache auf den Grund gehen, weil sie ahnten, dass dort unten etwas Magisches, etwas Böses vorging und stiegen in die Katakomben hinunter. Das Gebiet gehörte damals noch nicht zu Paris, aber die Gänge zogen sich bereits bis ins Umland. Kurz gesagt, sie trafen in einer der großen Höhlen auf einen machtvollen Dämon. Nach einem harten und verlustreichen Kampf gelang es den Überlebenden, diesen Dämon in der Höhle einzuschließen. Sie versiegelten die Höhle und verbargen die sieben Siegel in verschiedenen ihrer Burgen in ganz Europa. Damit glaubten sie alles getan zu haben, um den Dämon für immer unschädlich zu machen. In den letzten Tagen gibt es aber Anzeichen dafür, dass dies ein fataler Irrtum gewesen sein könnte. Hast Du schon einmal von den Cataphiles gehört?“

Severus schüttelte den Kopf. Langsam begann ihn das Ganze zu interessieren.

„Die Cataphiles sind Amateure, die entweder auf eigene Faust die Höhlen und Gänge erforschen oder sie illegal für Konzerte oder das nutzen, was sie als „Schwarze Messen“ bezeichnen.“ Lucius verzog spöttisch den Mund und Severus schnaubte abfällig.

„Die Pariser Polizei hat inzwischen seit Jahrzehnten eine eigens zum Zweck der Strafverfolgung solcher Aktivitäten gegründete Abteilung. Es gibt nur etwa zwei Kilometer dieses Untergrundes, die öffentlich zugänglich sind. Das kümmert jedoch die Cataphiles nicht. Und anscheinend haben es einige von ihnen geschafft, die Siegel zu schwächen, vielleicht sogar das eine oder andere zu brechen. Es sind bereits wieder ein paar Leute verschwunden und in den Gängen dort unten haben sich breite Erdspalten aufgetan, in denen Lava glüht. Die Touristenführungen sind eingestellt worden und die Banque de France evakuiert den nationalen Goldschatz, der dort unten ebenfalls gelagert wird. Aber noch versucht man das alles unter der Decke zu halten.“

„Das hört sich allerdings ernst an. Und wie kommst Du da ins Spiel?“

Lucius lächelte seltsam. „Ich bin im Besitz der Informationen, wo sich das erste Siegel befindet. Laut den Aufzeichnungen erfährt man immer erst bei dem jeweiligen Siegel, wie es anzuwenden und wo das nächste zu finden ist. Bist Du dabei? Ich warne Dich jedoch, ich habe keine Ahnung, wie lange das dauern und wohin uns dieser Spaß führen wird.“

Severus seufzte theatralisch erleichtert auf. „Ich dachte schon, ich muss den Job als geheimer Retter der Welt wieder mal allein ausführen. Aber wenn Du denkst, ich überlasse diesen Spaß Dir allein, dann hast Du Dich geirrt. Was sagt Cissa dazu?“

„Sie ist ebenso begeistert wie es vermutlich Miss Granger sein wird, wenn Du ihr mitteilst, dass Du auf unbestimmte Zeit verschwindest und durch Europa gondelst.“ Lucius zuckte mit den Schultern.

Zwei Tage später waren die beiden Männer bereits auf dem Weg nach Paris. Severus hatte nicht nur Hermione Bescheid gegeben, sondern auch Kingsley Shacklebolt, da unter den verschwundenen Touristen auch ein Pärchen aus England gewesen war.

Kingsley hatte es übernommen, seinem Kollegen in Paris die Ankunft der beiden Männer anzukündigen und auch den Grund für ihr Kommen...