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Sweet Harmony

Kurzbeschreibung
OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bela Nikki
14.02.2017
14.02.2017
1
1.867
 
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14.02.2017 1.867
 
Basierend auf der Serie "Der Lehrer" von RTL und spielt am Ende, bzw. nach der vierten Folge der vierten Staffel "Hab ich 'nen bösen Zwilling". Eine Aussprache zwischen Bela und Nikki ist dringend nötig, doch die wird nicht gezeigt.
Die Person gehören alle RTL und entstammen deren Feder. Ebenso die Handlungsorte.
Die Reviews könnt ihr allerdings mir hinterlassen.

Wie es also hätte sein können...

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Stefan Vollmer lächelte.
„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“, murmelte er an sich selbst gewandt, als er den Leuten dabei zusah, wie sie den Raum verließen.
Die Eltern beruhigt und die Schüler hatten eh schon wieder ganz andere Themen.
Er sah viel lachende und erleichterte, aber auch zufriedene Gesichter.
Alle glücklich!, dachte er sich zufrieden.
Zumindest fast alle.
Die Pflegschaftsvorsitzende, Frau Baumann, stand mit einigen weiteren Anzugträgern neben der breiten Eingangstür und unterhielt sich.
Glücklich war nicht unbedingt das erste Adjektiv, dass ihm zu ihrem Gesichtsausdruck einfiel.
Nikki hatte sie mit ihrer Aktion bloßgestellt.
Stefan grinste und sah zu den beiden Schülern hinüber, die immer noch total versunken in ihrer eigenen Welt waren und sich küssten.
Nikki hatte ihre Arme um Belas Nacken gelegt und dieser widerum hielt die Blondine an der Taille fest.
Also der die beiden so ansah, empfand Stefan nichts als reine Freude und Erleichterung für seinen Schüler.
Er selber hatte am eigenen Leib erfahren, was es hieß „HIV-Positiv“ zu sein, auch wenn es nur für zwei Tage gewesen war.
Auf den Fluren waren ihm alle aus dem Weg gegangen und nachdem er sich einen Muffin vom Tablett genommen hatte, wollten die anderen Lehrkräfte keinen mehr.
Es hatte länger gedauert, aber als Alina ihn darauf angesprochen hatte, war es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen.
Ja, ist doch klar.“, hatte sie gesagt. „Weil sie jetzt HIV-Positiv sind.“
Alinas Worte hatten gesessen und sie hatten nicht nur bei ihm eingeschlagen.
Belas Reaktion war ihm nicht entgangen.
Er war noch in seiner Taschen am Kramen, als Alinas Worte ihn innehalten ließen.
Innerhalb von Sekunden hatten zwei Sätze alles Selbstwertgefühl in dem Jungen wieder zerstört.
Was ihm Stefan mühsam hatte einreden müssen in Sekundenschnelle fort.
Als Bela dann der Pflegschaftsvorsitzenden ins Wort gefallen war und die Wahrheit ans Licht gebracht hatte, war Stefan sich einen Moment lang nicht sicher, ob er vor Stolz platzen oder sich vor Verzweiflung die Haare raufen wollte.
Letzten Endes war alles gut gegangen, aber es hätte auch so ganz anders ausgehen können.
Stefan wusste das und Bela wusste das sogar noch besser.
Während er nur zwei Tage an HIV „erkrankt“ war, kannte Bela gar keine Welt ohne den Virus.
Er kannte die Einsamkeit, die diese Krankheit mit sich brachte, aber als Stefan Bela und Nikki so beobachtete, wusste er, dass sich das nun ändern würde.
Die beiden küssten sich zwar nicht mehr, waren aber immer noch komplett auf einander konzentriert.
„Ich hab’s ja gesagt!“, ertönte da eine Stimme neben Stefan. „Die zwei geben ein tolles Paar ab.“
Ohne, dass er es bemerkt hatte, war Hanna neben ihm getreten.
Überrascht sah Stefan sie an.
„Tatsächlich?“, rutschte es ihm heraus.
Das Lächeln auf Hannas Gesicht erlosch in Windeseile.
„Was soll das denn heißen?“, fragte die Brünette entrüstet.
Forschend sah Hanna ihren Lehrer an.
„Nun, du, ich bin nur ein bisschen überrascht.“, gab Stefan zu. „Warst du nicht vorgestern noch total happy über dein Date mit Bela?“
Seufzend verlagerte sie ihr Gewicht auf den anderen Fuß.
„Ja, aber dieses Date hat mir auch gezeigt, dass wir nichts gemeinsam haben. Noch nicht einmal dieselben Filme mögen wir.“, gab sie nachdenklich zu. „Aber Nikki und Bela sind wie ein Herz und eine Seele.“
Träumerisch beobachtete sie das Paar auf der Bühne.
Stefan grinste nur.
Noch vor einem halben Jahre hätte Hanna ihrer Nebenbuhlerin wahrscheinlich ein Messer in den Rücken gestochen.
Jetzt stand sie lächelnd neben ihrer besten Freundin und unterstützte diese, wo sie nur konnte.
„Hey, Stefan, kommst du?“,  riss Karls laute Stimme ihn aus seinen Gedanken.
Er stand mit Barbara und Karin zusammen, alle drei bereits zum Aufräumen und dann Feierabend machen.
„Klar, Karl, komme schon.“, gab er zurück, nickte Hanna nochmal zu und schnappte sich dann das technische Equipment.

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Das erste, was er wieder bewusst von der Außenwelt wahrnahm, war eine weibliche Stimme: „Na, ihr Turteltauben, wollen wir uns nicht auch mal aus dem Staub machen?“
Unverkennbar Hanna.
Auch Nikki schien ihre Stimme erkannt zu haben, denn sie löste sich vorsichtig ein Stückchen von ihm.
Ihre Hände, die zuvor noch in seinem Nacken gelegen hatten, glitten über die Schultern herab, ihr Gesichtsausdruck schon fast schuldig.
„Hanna, ich…“, begann sie, doch Hanna ließ sie gar nicht zu Wort kommen und winkte ab.
„Alles gut.“, sagte sie lachend. „Ich hab doch gesagt, ihr passt gut zusammen. Belassen wir es einfach dabei und reden nie wieder über diesen peinlichen Vorfall gestern Abend.“
Damit drehte sich Hanna auf dem Absatz um und hielt schnellen Schrittes auf den Ausgang zu.
Fragend sah er zu Nikki, doch die schien auch keine bessere Antwort zu haben und zuckte nur mit den Schultern.
„Komm, lass uns auch gehen.“, sagte sie leise.
Sie ergriff seine Hand und zog ihn mit.
Etwas verdutzt ließ Bela sie gewähren.
Das alles war noch neu für ihn.
Seit klein auf war er es eher gewohnt, dass die anderen Kinder und auch die Erwachsenen ihn mieden.
Nach mehreren Kindergarten- und Schulwechseln hatte seine Eltern zwar entschieden, dass es besser war, die HIV-Erkrankung nicht mehr mitzuteilen, doch irgendwas war immer passiert.
Er hatte gelernt sich von allen fern zu halten… Und dann kam Nikki.
Bela konnte sich noch daran erinnern, wie er sie das erste Mal bewusst wahrgenommen hatte.
Ihre blonden Haare waren unter einer Mütze versteckt gewesen, die Drumsticks in der Hand und die Kopfhörer um den Hals, statt um die Ohren.
Angelockt worden war er von der Musik, die so sehr seinem Geschmack entsprach.
Die wenigsten kannten Feine Sahne Fischfilet oder Kraftclub.
Nikki aber scheinbar schon.
Im Probenraum traf er sie meistens nur flüchtig; erst viel später begann sie sich tatsächlich dort zu treffen.
Anfangs war es eine Faszination, dann wurde es schnell mehr.
Im Nachhinein konnte er auch nicht genau sagen, was passiert war.
Nur einer Sache war Bela sich sicher: Er war eines Morgens aufgewacht mit der Erkenntnis, dass er bis über beide Ohren in Nikki verliebt war.
Auch diese Gefühle waren neu für ihn.
Durch die häufigen Schulwechsel hatten Bela nur selten genug Zeit seine Mitschülerinnen kennen zu lernen, geschweige denn auf einem Level, dass eine Beziehung hervorbringen konnte.
Doch Nikki hat sich an seinen Mauern vorbei in sein Herz geschlichen.
Er vertröstete sich mit dem Gedanken, dass Nikki eh vergeben war.
Tom war zwar in seinen Augen ein totaler Idiot, der Nikki nicht verdient hatte, aber was konnte er ihr besseres bieten? – Genau, nichts.
Und dennoch war sie nun hier, an seiner Seite und zog ihn über den Pausenhof, um dann vor der Tür zum Probenraum stehen zu bleiben.
„Wir müssen reden.“, sagte Nikki ernst, als sie die Tür öffnete und in den Raum trat.
Bela folgte ihr lächelnd.
So viele gute Erinnerungen hingen an diesem Raum, jedenfalls für ihn, doch als er Nikkis Gesicht sah, wusste er, dass sie gerade nicht an die guten, alten Zeiten dachte.
Er trat näher an sie heran.
„Du hast meine Frage noch nicht beantwortet.“, murmelte sie leise und verschränkte die Arme vor der Brust.
Trotz der vagen Aussage wusste Bela sofort auf welche Frage hinaus wollte.
Und war verabredest du dich dann mit meiner besten Freundin?  - Das war das erste gewesen, dass sie ihm dann an den Kopf geworfen hatte.
Also entweder, du sagst jetzt mal irgendwas, das ich verstehen kann, oder…“
Doch Bela hatte Nikki nicht zu Ende reden lassen, sondern hatte sich aus dem Staub gemacht, ehe sie ihm sagen konnte, er solle gehen.
Und wo war er hineingerannt?
Mitten in Vollmers "HIV-Super-Informationstag", wo dieser sich erneut für ihn eingesetzt hatte.
Und erneut hatte das schlechte Gewissen an ihm genagt.
Weil er nicht aufgepasst hatte, musste der Vollmer den Kopf hinhalten.
„Bela?“, riss in Nikki plötzlich aus den Gedanken.
Er hatte gar nicht gemerkt, wie versunken er war.
„Ich wollte eigentlich dich fragen…“, gab er zu. „Aber dann stand ich vor dir und auf einmal, ach verdammt, Nikki, ich konnte es einfach nicht mehr.“
Aufgebracht fuhr er sich durch die Haare.
Als sie erneut sprach, hatte Nikkis Stimme einen verletzten Ton angenommen: „Aber warum? Warum kannst du dich mit meiner besten Freundin treffen und mit mir nicht?“
Sie anzusehen, brach ihm fast das Herz.
Da war er wieder, dieser Blick.
Sie schaute ihn aus ihren großen, grünen Augen an und Bela bekam sofort weiche Knie.
Wäre da nicht diese Traurigkeit in ihrem Blick gewesen.
Vorsichtig trat er einen Schritt näher an sie heran und nahm ihr Gesicht in seine Hände.
„Du bist mir so wichtig, Nikki.“, murmelte Bela leise. „Du bist talentiert, intelligent, leidenschaftlich, schön… Ich hab Angst, dir das zu ruinieren.“
Verwirrung, die laß er in ihrem Blick.
„Ich verstehe nicht.“, gab sie aufgebracht zurück. „Wie solltest du denn mein Leben…“
Diesmal war es Verständnis, dann kam Entschlossenheit und etwas, dass Bela nicht ganz definieren konnte.
Und wieder küsste sie ihn.
Genauso ungezügelt und entschlossen wie sie es auf der Bühne getan hatte.
Für Bela war es ein Traum, der endlich in Erfüllung ging.
Wortwörtlich!
„Es tut mir leid, Nikki.“, sagte er leise, mit der Stirn gegen ihre gelehnt. „Ich weiß, ich hab dir weh getan, aber ich… Ich wollte dir nie aus dem Weg gehen, aber dann hast du dich von Harbacher getrennt und wollte mich von dir fernhalten. Ich meine, ich mag dich schon so lange und hattest eh Harbacher und ihr wart so glücklich. Deshalb hab ich versucht einfach ein Freund zu sein und dann die Trennung und plötzlich warst du frei. Aber ich konnte doch nicht…“
Wieder ein Kuss.
„Du redest zu viel, ich habe schon verstanden.“, flüsterte Nikki leise. „Aber als Tom und ich uns getrennt haben, war es schon zu spät.“
Noch ein Kuss.
Unwillkürlich musste Bela lächeln.

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„Na, wie geht es euch Turteltauben heute?“, ertönte die Stimme von Hanna.
Es war kurz vor der ersten Stunde an einem neuen Schultag.
Bela und Nikki stand im Flur zusammen, Hand in Hand und sehr nah beieinander.
Beide drehten sich um, als sie Hannas Stimme hörten.
Diese kam lächelnd auf das Pärchen zu.
Kurz sahen sich Nikki und Bela überrascht an, dann sagte Nikki: „Gut, aber, Hanna, wir wollten nochmal fragen…“
Doch Hanna winkte ab.
„Alles ist gut, Nikki.“, sagte sie lächelnd. „Ihr beide seid wahnsinnig süß zusammen und seht richtig glücklich aus. Wie ich schon sagte, ihr passt gut zusammen. Außerdem war unser Date eine Katastrophe. Das hätte nie funktioniert.“
Nun lachte auch Bela.
Was das Date betraf, konnte er ihr nur recht geben.
Es war schrecklich peinlich gewesen, doch das hatte er zu dem Zeitpunkt als das kleinere Übel empfunden.
Was den Rest anging, konnte er nur hoffen.
Hoffen, dass Hanna recht hatte und Nikki und er tatsächlich so gut zusammen passten.
Aber er würde es wohl herausfinden und da er Nikki nun einmal in Arm hatte, würde er sie auch so schnell nicht mehr hergeben.
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