Erwartungen übertroffen

OneshotAllgemein / P18 Slash
14.02.2017
14.02.2017
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Mein Wichtelgeschenk für Mozambique.
Prompt war: Jemand beobachtet ein heißes Techtelmechtel zwischen Harry und Severus und stellt die beiden vor allen Leuten bloß, hat aber nicht mit Severus' darauf folgender Liebeserklärung an Harry gerechnet.

"Techtelmechtel" ist vermutlich eine Untertreibung und "vor allen Leuten" eine Übertreibung, aber dafür habe ich mich bemüht, Severus im "Slytherin-Style" zu schreiben
Mozambique, ich hoffe, ich habe deine Erwartungen hiermit wenigstens erfüllt (:


Nur "self-betaed" wie es manchmal so schön heißt.
Offiziell/rechtlich habe ich nichts mit dem HP-Universum zu tun.
Minor!AU, denn: Harry ist ganz normal in seinem siebten Jahr in Hogwarts, Dumbledore lebt und Voldemort gibt es nicht (mehr).





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Erwartungen übertroffen

Nur um das vorweg klarzustellen – Harry liebte Severus.
Und er wusste, dass der ihn auch liebte.
Und dass er nie etwas von ihm verlangen würde, das unmöglich war, oder das nicht ihnen beiden am Ende ein positives Ergebnis brachte.
Aber trotzdem verstand er nicht, warum er diesem Wahnsinn zugestimmt hatte.

Okay, eigentlich war eher das „Wann“ die Frage.
Schon allein die Tatsache, dass er sich nicht so recht daran erinnern konnte, deutete stark darauf hin, dass Severus ihm mal wieder seinen Orgasmus verweigert hat, bis er schließlich „Ja“ gesagt hatte, dass er ihn immer wieder bis kurz davor getrieben hatte, bis er so verzweifelt kommen wollte, dass er zu allem „Ja“ gesagt hätte.
Severus liebte es, Sex zu benutzen, um ihn zu Dingen zu überreden, bei denen er ansonsten zumindest zögern würde zuzustimmen – besonders wenn diese Dinge auch wieder mit Sex zu tun hatten.
(Und wenn Harry sich dann später nicht mehr daran erinnern konnte, nutzte dieser unwiderstehliche Bastard gerne Legilimentik, um ihm die entsprechende Szene wieder ins Gedächtnis zu rufen. Bis ins kleinste Detail.)

Am Anfang war Harry noch vorsichtig nervös-aufgeregt gewesen. Etwas ähnliches hatten sie schon einmal probiert, aber da war es ein normaler Plug gewesen, den er durch die Schule spazieren geführt hatte, gerade groß genug, um auch ohne magische Hilfe nicht heraus zu rutschen – und um zu verhindern, dass das Ergebnis ihrer morgendlichen Runde Sex nicht herauslief. (Severus war so ein besitzergreifender Bastard – und der Sex an jenem Abend war dementsprechend auch besonders wild ausgefallen).
Diesmal handelte es sich allerdings um einen Vibrator.
Der groß genug war, um bei jeder falschen (oder richtigen?) Bewegung seine Prostata zu reizen.
Und der vibrierte.
In verschiedenen Intensitäten.
Auf Severus' Kommando hin.
Und dem war es vollkommen egal, wo Harry gerade war, wenn er die Vibrationen hochregelte – unterwegs in den Gängen Hogwarts', im Geschichtsunterricht (wo sowieso die meisten schliefen oder Hausaufgaben machten – oder aber ihre Mitschüler besonders aufmerksam beobachteten) oder in Verwandlung (wo es McGonagalls scharfem Blick nicht entgehen würde, sollte er auch nur den Hauch einer Reaktion darauf zeigen).

Es war Folter.
Wenn Severus ihm doch wenigstens erlaubt hätte, sich zwischendurch selbst ein wenig Erleichterung zu verschaffen, aber nein!, das hatte dieser Bastard ihm auch mal wieder verweigert.
Schon in Verwandlung, der Stunde direkt vor der Mittagspause, hatte er über einen kleinen Besuch des Kerkers nachgedacht – aber dann fiel ihm ein, dass die Stunde nach der Pause Zaubertränke war. Und ihm fiel auf, dass Severus nicht zum Mittagessen in der Großen Halle erschienen war (auch wenn das keine Ausnahme war), und ihm kam der Gedanke, dass das geplant war – dass Severus sich mit Absicht diesen Tag ausgesucht hatte, dass er schon erwartet hatte, dass Harry es nicht länger als den Vormittag aushalten würde.
Eine Welle von Trotz kam in ihm auf. Er hätte kein Problem damit gehabt, schon früher in den Klassenraum (oder lieber Severus' Büro?) zu gehen mit der Hoffnung auf einen Quickie – bevor ihm klar wurde, dass Severus genau das geplant hatte. Er hatte auch seinen Stolz und er würde Severus zeigen, dass er besser war als der erwartete!

Severus – Slytherin, der er war – musste auch damit gerechnet haben. Harry schaffte es noch durch seine Portion Lasagne, doch als er sich gerade etwas Nachtisch auftun wollte, regelte Severus die Vibrationen höher als in den ganzen vergangenen Stunden. Nur für ein paar Sekunden, aber dafür immer wieder.
Eine Erinnerung?
Eine Ermahnung?
Eine Einladung, beschloss Harry, der er freundlicherweise auch tatsächlich folgen würde. Aber nicht zu hastig, sonst würde Severus noch denken, dass sein Plan erfolgreich war.
Er stand langsam auf – und verhedderte sich dank einer weiteren Welle von Vibrationen in seinem Umhang und legte sich lang. (Wer war auch überhaupt auf die glorreiche Idee gekommen, die Schüler auf langen Bänken sitzen zu lassen, statt auf normalen Stühlen?!)
So würdevoll, wie es nur ging, richtete Harry sich wieder auf, das Getuschel und leise Gelächter um ihn herum ignorierend, entschuldigte sich bei Ron und Hermine für seinen abrupten Aufbruch und schritt – immer noch würdevoll natürlich – aus der Großen Halle.
(Okay gut, seine Entschuldigung war mehr eine hastig herausgenuschelte Ausrede – Ron hatte verstanden, dass er Waffeln essen wollte, und fragte später, ob er welche in der Küche bekommen hätte.)
(Und ja, sein Schreiten war genau genommen mehr eilig als würdevoll, aber… na gut, es war so eilig, dass es weniger Schreiten und eher Rennen war, aber zumindest in seinem Kopf durfte sich Harry doch sicherlich derart Illusionen hingeben, oder?)

Er war in Rekordzeit in den Kerkern angelangt, schmiss die Tür zum Klassenzimmer regelrecht auf und erstarrte beim Anblick des Professors.
Dieser scheinheilige Bastard saß seelenruhig hinter seinem leergeräumten Schreibtisch (auf dem sonst immer ein paar Tintenfässer standen, meist neben ganzen Stapeln von Pergamenten!) und sah ihn mit einem feinen Lächeln auf seinen Lippen an.
„Kann ich etwas für Sie tun, Mr. Potter?“
Oh, und da kam auch schon die spöttisch hochgezogene Augenbraue, begleitet von einer neuen Welle von Vibrationen, die Harry zum Keuchen brachte. Und seine Knie fühlten sich plötzlich auch so weich an, aber irgendwie schaffte er es doch, zwischen scheinbar endlosen Reihen von Arbeitsplätzen nach vorne, zu Severus zu gehen.
Nur nebenbei bekam er mit, wie seine Magie um seinen Körper flackerte und die Schuluniform mitsamt Unterwäsche Stück für Stück verschwinden ließ – die Vibrationen hörten einfach nicht auf.

Harry hatte fest vor, sich auf Severus' Schoß zu setzen – der Mann war mit seinem Stuhl schließlich sogar nach hinten gerückt, wie um Platz für ihn zu machen – aber bevor er sich richtig niederlassen konnte, fand er sich plötzlich auf dem Schreibtisch wieder, liegend, die Beine über Severus' Armen angewinkelt, die der neben seinem Oberkörper platziert hatte, um sich abzustützen, um sich über ihn zu beugen.
„Nun, Mr. Potter?“, fragte Severus und wenn Harry nicht seine geweiteten Pupillen sehen würde, wenn er es nur anhand seiner Stimme beurteilen müsste, wenn er es nicht an seinem Hintern spüren würde, dass die Situation auch den sonst so stoischen Tränkemeister nicht kalt gelassen hatte…
„Du könntest damit anfangen, mich Harry zu nennen“, schaffte er es (mit Mühe) hervorzubringen. Er war versucht, noch ein „Du Bastard“ anzufügen, aber das würde Severus nur zum Anlass nehmen, ihn noch weiter zu reizen, zu necken, ihm den Orgasmus vorzuenthalten, und die Zeit war so schon knapp genug.

„In etwa sieben Minuten werden die ersten Schüler vor der Tür stehen“, bemerkte Severus da auch schon und trat zwei Schritte zurück. Ein paar Handgriffe und der Vibrator stand gereinigt neben Harrys Kopf. Ein paar weitere Handgriffe und Severus' Robe lag auf seinem Stuhl und er hatte offenbart, dass er keine Unterwäsche unter seiner Hose trug.
„Und du musst dich ja auch noch wieder anziehen… ich gebe dir fünf Minuten. Wenn du bis dahin keinen Orgasmus erreicht hast, kommt der Vibrator zurück an seinen Platz und du musst bis heute Abend warten.“
Severus trat wieder näher an Harry heran, platzierte dessen Beine über seine Schultern und versenkte sich langsam (viel zu langsam!) in ihm.
Er ließ Harry keine Gelegenheit, sich über das Tempo zu beschweren, indem er ihn in einen Kuss verwickelte, der ihm den Atem raubte, und ohne Pause damit begann, seine Prostate mit gemächlichen Stößen zu attackieren (wirklich sanft waren sie trotz aller Gemächlichkeit nämlich nicht). Zunächst stützte sich Severus noch mit beiden Händen auf dem Tisch ab, doch dann schickte er seine rechte auf Wanderschaft über Harrys Oberkörper und als sie schließlich an seiner Brust angekommen war, küsste er sich seinen Hals entlang hinab (und hinterließ dabei eindeutige Spuren auf seiner Haut), um beide Nippel gleichermaßen zu verwöhnen (oder zu malträtieren?).
Nach der stundenlangen Stimulation durch den Vibrator dauerte es damit nicht lange – definitiv keine fünf Minuten – bis Harry (Merlin sei Dank) endlich kam und Severus dabei gleich mit sich riss.

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Eine Weile blieben sie noch so liegen, ehe Severus sich schließlich aufrichtete und sie (und den Tisch) mit einem wortlosen Zauber reinigte. Harrys Kleidung fand sich glücklicherweise auf seinem üblichen Arbeitsplatz wieder und während er sich anzog, brachte Severus seinen Schreibtisch in seine übliche Verfassung – holte sein geliebtes Fass mit roter Tinte hervor, die deutlich kleineren Tintenfässer für blau und schwarz, seine Schreibfedern und nicht zuletzt all die Hausaufgaben, die er noch korrigieren musste und die, die er schon hinreichend rot gefärbt hatte.
Hmm… wobei, einige könnten noch ein wenig mehr Farbe vertragen… außerdem würde es ihn beschäftigt aussehen lassen für die Schüler, die nach und nach vor dem Klassenzimmer eintrudelten.
Obwohl genug von ihnen sich vermutlich nicht einmal wundern würden, wenn er sie Tee trinkend begrüßte. Urgh, es war doch immer wieder erstaunlich, wie es jedes Jahr ein paar Idioten gab, die es irgendwie in seinen UTZ-Kurs geschafft hatten!
Zum Glück musste er Harry nicht zu dieser Gruppe zählen, dessen Braukünste waren in diesem Jahr ganz passabel und inzwischen war Severus auch außerhalb seiner Rolle als einer seiner Professoren vertraut genug mit dem jungen Gryffindor, um vorurteilsfrei sagen zu können, dass er einen annehmbaren, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Charakter hatte.
(Für letztere Einschätzung bedenke man bloß, dass Harry ihm zum Abschied gerade einen Kuss auf die Stirn gegeben hat. Ein Kuss! Auf die Stirn! Andererseits hätte er wohl schon mit solchen gryffindortypischen Sentimentalitäten rechnen müssen, als er sich auf ihn eingelassen hatte.)
Urgh, und nun war es auch schon Zeit, die Schüler hereinzulassen und den Unterricht zu beginnen.

Mit einem Wink seines Zauberstabs ließ Severus die Aufsätze zu ihrem jeweiligen Verfasser zurückfliegen.
Harry kaute mal wieder auf seiner Unterlippe – er wusste, wie sehr sein Partner sich mit der Hausaufgabe bemüht hatte, und nach der üblichen Tirade über die Inkompetenz der anwesenden Schüler machte er sich vermutlich viel zu viel Sorgen über seine Note. Unnötigerweise, aber das durfte er ihm ja nicht sagen. Und am Ende würde es ihm noch zu Kopf steigen.
Dann landete Harrys Pergament in seinen Händen, er entrollte es – und musste sich anscheinend wirklich zusammenreißen, um nicht laut zu jubeln oder aufzuspringen, als er das E am Ende sah.
Leider konnte Zacharias Smith, der am Arbeitsplatz rechts von ihm saß, es auch sehen und sich einen gehässigen Kommentar nicht verkneifen.
„Ein E für Potter? Das muss ein Witz sein, Professor!“
Severus sah den Hufflepuff nur mit einer hochgezogenen Augenbraue an und sagte: „Ich versichere Ihnen, Mr. Smith, dass jeder Schüler die Note bekommen hat, die seine Arbeit verdient.“
Jemand mit auch nur einem Funken Selbsterhaltungstrieb hätte an dieser Stelle aufgehört und den Mund gehalten.
Zacharias Smith gehörte nicht zu diesen Personen, er hatte scheinbar kein Gefühl dafür, wann es besser war, zu schweigen. Aber das wusste er ja schon von Smith' Zeit als Quidditchkommentator im vergangenen Jahr und von Harrys Erzählungen über die DA im Jahr zuvor.
„Und wie soll Potters Arbeit ein E verdient haben? Es weiß doch jeder, was für ein Loser er in Zaubertränke ist – oder war Potter deswegen vor der Stunde schon hier? Hat er sich seine Note erfickt, hat sein Hintern ihre 'Erwartungen übertroffen'?“
(Woher wusste Smith…? Oh. Die Tür. Ihm war erst aufgefallen, dass Harry sie hinter sich nicht geschlossen hatten, als der junge Gryffindor ihm schon nackt vor ihm lag.)

Severus erhob sich elegant von seinem Platz hinter dem Lehrerpult und schritt auf Smith zu wie eine Raubkatze auf ihre Beute.
„Mr. Smith, wenn Sie so besorgt sind über die Note ihres Mitschülers, sollten Sie sich an Professor Dumbledore wenden – der hat sie nämlich erteilt. Und wo ich gerade bei ihm bin – 50 Punkte Abzug für die Verleumdung des Schulleiters. Weitere… sagen wir 30 Punkte Abzug für die Verleumdung von Mr. Potter und 10 Punkte für ihre unangemessene Sprache – wir haben nicht 'gefickt' sondern Liebe gemacht, nicht dass es sie oder irgendjemand anderen etwas angeht, was Mr. Potter und ich außerhalb der Unterrichtszeit tun. Nicht zuletzt, für die Verleumdung meiner Person, drei Abende Nachsitzen, Mr. Smith – ja, heute und die nächsten zwei Tage, und nein, es interessiert mich nicht, dass übermorgen Valentinstag ist und sie ihr… Date mit Ms. Brown absagen müssen. Melden Sie sich um acht bei Mr. Filch – nein, natürlich nicht bei mir, Sie werden doch sicher verstehen, dass ich wenig geneigt bin, für jemanden wie Sie Zeit mit meinem Ehemann zu opfern.“
Die anderen Schüler hatten die Konfrontation mit angehaltenem Atem beobachtet, doch als er dann 'Ehemann' sagte – und mit einer streichelnden Bewegung über Harrys Haare den Zauber löste, der die Knutschflecken und Bissmale an dessen Hals und den Ring an seiner Hand versteckte – fingen sie alle an zu tuscheln und zu diskutieren und Vermutungen anzustellen, wann und wie es zu dieser Entwicklung gekommen war.
Harry hingegen sah ihn zunächst ungläubig an (natürlich hatten sie ursprünglich abgemacht, ihre Beziehung vorerst geheim zu halten, wenigstens bis zu Harrys Abschluss – aber hatte er wirklich gedacht, dass Severus diese Bemerkungen ungestraft hinnehmen würde?), ehe sich ein strahlendes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete. Ein Lächeln, das ihm eine wunderbare Belohnung versprach. (Die er sich ansonsten sowieso eingefordert hätte – er war schließlich ein Slytherin.)

Severus sah der Aufregung ein paar Momente lang unbeeindruckt zu, ehe er die Klasse anherrschte: „Und warum hat noch keiner von Ihnen mit dem Brauen begonnen!? Das Rezept steht schon seit fünf Minuten an der Tafel!“
Er wusste, dass Harry es liebte, wenn er sich so als „Kerkerfledermaus“ zeigte.
Und außerdem musste er sich wieder hinsetzen, um zu verstecken, dass Smith' Kommentare ihm Ideen in den Kopf gesetzt hatten, die… nicht uninteressant waren.





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Und jetzt, wo ich das fertig habe, schaffe ich es in den nächsten Tagen vermutlich (hoffentlich) auch, den Entwurf für Kapitel 3 meiner Kingsman-FF zu einem echten Kapitel auszuarbeiten. Ich find's schonmal toll ^^
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