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Misteln 2+2

von Slummmy
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
12.02.2017
12.02.2017
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6.598
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Dieses Kapitel
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12.02.2017 6.598
 
So, allerliebste Brotkruemel, jetzt bekommst du endlich deine Geschichte. Du hast ja wirklich lange warten müssen.
Die Vorgaben fand ich übrigens ganz toll, sodass es mir gar nichts ausgemacht hat das Ersatzwichteln zu übernehmen. :-D
Hoffe es gefällt dir ...

Vorgaben:
einen xxl mistelzweig unter dem dann hermine, ron, harry und draco stehen sollen!
pairings sind mir unter diesen 4  vollkommen egal, da eh einmal slash dabei ist, ist mir alles recht (solange am schluss alle irgendwie mit einem partner zusammenkommen)
natürlich p18 (slash)
natürlich happy end
natürlich während harrys schulzeit in hogwarts
und ein wort muss vorkommen: Snape!



"Und ihr seid euch sicher, dass wir dort hingehen sollen?"
fragt Ron noch einmal an Harry und Hermine gerichtet. Die drei gehen gerade schnellen Schrittes durch verschiedenste Gänge, die er in seinen ganzen sechs Jahren hier noch nie gesehen hat. In Hermines Hand befindet sich ein Stück Pergament in der in schlampiger Schrift Anweisungen stehen, an die sich die drei halten sollten. Aber das will Ron doch gar nicht und eigentlich ist sich auch Harry nicht so ganz sicher, ob es denn so eine gute Idee ist, dieses Abenteuer anzunehmen. Und der Grund ist eigentlich ganz plausibel: Immerhin kommt das Stück Pergament von Fred und George. Da schwingt dieser kleine Unglaube in all diese Worte auf dem Pergament natürlich ein bisschen mit.

"Da wir, wertester Bruder, Weihnachten dieses Jahr vergessen haben (du musst verstehen unser Geschäft funktioniert besser als unsere Artikel selbst), haben wir nachträglich ein Geschenk für dich. Nach diesen netten Worten, wirst du eine kleine Wegweisung finden, die die Gänge von Hogwarts beschreibt. Folge ihr und freue dich schon jetzt auf deine Überraschung. Deine großen Brüder haben sich wirklich Mühe gegeben und wir würden uns freuen, wenn du uns danach sagst, wie du es gefunden hast. Frohe verspätete Weihnachten,
Deine Brüder Fred und George"

Eine Eule ist heute Morgen gekommen und hat Ron diesen Brief gegeben. Seine Augenbrauen haben sich mit jedem Satz mehr und mehr zusammengezogen, denn er wusste wirklich nicht was er davon denken soll. Als er fertig war alles zu lesen, hat er den Brief weiter an Harry und Hermine gereicht und auch sie haben ihn mit zusammengesteckten Köpfen durchgelesen.
"Aber es ist doch schon Februar"
sagte Hermine dann verwirrt, als sie aufsah und ihr Blick auf Ron fiel. Der zuckte nur mit den Schultern, leicht verwundert, dass das das Einzige ist, was sie zu schockieren schien. Ron kennt seine Brüder und eigentlich waren ihre Geschenke nie wirklich ... naja, das was er sich gewünscht hätte. Weihnachten, obgleich das Fest der Liebe und der Familie, hält die beiden nicht ab, nein, ermutigt sie sogar noch mehr dazu ihm Streiche zu spielen.
"Das ist sicherlich nur ein bescheuerter Streich von ihnen. Ich werde da sicher nicht hingehen"
"Wir werden es nicht wissen, wenn wir nicht hingehen"
hat dann Harry zu dem Gespräch beigetragen. Sie waren in diesem Moment alle ein bisschen neugierig, wenn auch dieses negative Gefühl etwas mitschwang. Und als die beiden dann auch noch gesagt haben, dass sie Ron begleiten würden, hat er zugesagt.
So und jetzt gehen sie eben hier nach dieser Anleitung. Rechts, nach ein paar Schritten dann links, geradeaus. Die Liste ist wirklich wahnsinnig lang und Ron wundert es, dass Hogwarts so groß ist. Er dachte sich das Schloss sehe nur von außen so riesig aus und nach all diesen Abenteuern und Erlebnissen in diesem Gebäude kenne er schon alles. Anscheinend hat er sich geirrt, denn da wo sie gerade sind scheint es als wäre hier nie jemand gewesen. Nur eine einzige Fußspur ist in dem Zentimeter Staub am Boden sichtbar. Der Gang ist dunkel und auch der Geruch hier ist anders als im Rest des Schlosses. Die beiden wissen doch wie schreckhaft Ron ist. Wieso müssen sie ihn gerade hier her bringen?
Hermine geht immer noch voraus und ist diejenige die das Pergament liest. Doch auch für das wird es schon zu dunkel und sie nimmt ihren Zauberstab, um etwas Licht zu erzeugen.
"Wie lange dauert das denn noch?"
meint Harry unbeeindruckt. Er ist fürchterlich gespannt und freut sich vielleicht sogar schon ein bisschen darauf, was die beiden vorbereitet haben. Ron ist wahrhaftig ein ängstlicher Mensch und Harry liebt es zu sehen, wenn er schreckhaft zur Seite springt oder sich gar an ihn klammert. Genau so wie gerade jetzt. Plötzlich spürt Harry Finger, die sich um seinen Unterarm schlingen und sich an ihm festhalten. Harry sieht leicht lächelnd zur Seite und sieht seinen besten Freund, der einfach nur geradeaus sieht, sein Blick fixiert und damit beschäftigt, jeden Zentimeter abzuscannen. Ron ist konzentriert und deswegen schreckt er auch auf, als Harry etwas zu ihm sagt.
"Hast du Angst?"
Er wollte sich nicht über ihn lustig machen, aber anscheinend hat es so auf seinen Freund gewirkt, denn so schnell wie seine Hand ihn umklammert hat, so schnell ist sie auch wieder weg. Das wollte er damit nicht erreicht.
"Nein, habe ich nicht"
gibt Ron, extra mutig, von sich. Harry kennt ihn lange genug, um zu wissen, dass er lügt. Harry wollte ihm noch etwas sagen, doch da unterbricht ihn auch schon Hermine.
"Wir sind da. In diesem Raum muss es sein."
Die drei bleiben vor einer großen Tür stehen, die unfassbar schwer aussieht. Auch die Fußspuren von zuvor enden hier. Hermine wartet keine Sekunde, die, die Ron sicherlich noch gebraucht hätte, und öffnet einfach die Tür, die sich schrecklich quietschend öffnet. Sie alle treten langsam ein, der Raum ist leicht erhellt und als sie alle im Raum sind, der genauso breit ist wie die Tür, schließt sich diese auch genauso kreischend wieder.
"Hallo?"
sagt da plötzlich eine Stimme und der kleine Lichtkegel kommt ihnen näher. Nun kann Ron nicht anders und er klammert sich wieder an Harry, doch als das andere Licht immer näher kommt, löst er sich von Harry, denn er erkennt die Gestalt sofort, als sie nur noch einen Meter von ihnen entfernt ist. Aber er ist dadurch nicht froher, als zuvor, als er es noch nicht gewusst hat. Malfoy ist wirklich die letzte Person, die er in einem kleinen Kämmerlein sehen möchte. Und was will er hier eigentlich? Das ist doch kein Ort an dem man sich normalerweise befindet, oder?
"Was wollt ihr denn hier?"
fragt er entsetzt. Es scheint, als hätten sie ihn bei etwas ertappt.
"Das geht dich gar nichts an."
keift Ron. Doch als Draco seinen Zauberstab und damit sein Licht etwas bewegt, sieht er auch das Pergament in Hermines Hand und er reißt es ihr aus der Hand.
"Hey, was soll das?! Gib das sofort zurück"
Harry versucht es ihm wieder zu entreißen, doch dann nimmt Draco ebenfalls ein Blatt Pergament aus seiner Hosentasche und schmeißt es Harry in die Hände.
"Ich habe auch so etwas bekommen. War doch klar, dass deine unfähigen Brüder dahinter stecken!"
Ron sagt gar nichts dagegen, obwohl er sonst seine Familie immer vor Dracos bösen Worten zu beschützen versucht, aber gerade ist er nur schockiert und ihm schleicht sich ein Gedanke in den Kopf, denn er dann auch laut ausspricht.
"Das heißt, du bist mein Geschenk?"
"Sei nicht bescheuert, Ron. Die beiden haben euch reingelegt."
sagt Harry, leicht boshaft auf Rons Worte reagierend.
"Pff. Und was haben sie sich gedacht? Ich bleibe hier sicherlich keine Sekunde länger"
Und damit drängt sich Draco an ihnen vorbei, will zu Tür. Er sucht sie etwas und als er die Klinke endlich gefunden hat, versucht er sie auch zu öffnen, aber er schafft es nicht. Sich erinnernd daran, wie schwer die Türe ist, stemmt er sich mit seinem ganzen leichten Gewicht dagegen, doch er kann sie keinen Zentimeter bewegen.
"Zu schwach, um eine Tür aufzumachen?"
gibt Ron lachend von sich. Und auch Hermine entfährt ein leichtes Kichern.
"Stemme du dich doch mal dagegen. Du müsstest die Tür ja aus den Angeln reißen"
Und sofort verstummt Ron, sagt aber nichts dagegen, sondern geht wirklich zur Tür, um zu probieren sie aufzumachen, immerhin will er auch so schnell wie möglich hier weg. Die Anwesenheit eines Malfoys kann er nie lange ertragen. Und wenn das schon der Streich von Fred und George war, dann war das sicherlich der Schlechteste den sie je gemacht haben.
Die Tür öffnet sich nicht. Nicht mit der Hilfe von Ron und auch nicht mithilfe von Hermine und Harry, die sich schließlich auch dagegen schmeißen. Selbst ein angewandter Alohomora hat keine Wirkung.
"Das darf doch nicht wahr sein"
"Wir kommen hier nicht raus"
sagt Hermine, die Einzige, die in dieser Situation ein bisschen ruhig bleibt.
"Erleuchtet eure Zauberstäbe, dann können wir mehr sehen. Wenn das hier wirklich ein Streich von deinen Brüdern ist, Ron, dann wird hier schon irgendwas sein, das uns auch wieder rausholt"
Ron und Harry holen ihre Zauberstäbe und flüstern leicht Lumos. Mit vier leuchtenden Stäben ist der kleine Raum schon um einiges besser erleuchtet, als zuvor. Die Strukturen der einzelnen Gesichter sind sogar sichtbar. Während Draco einfach an der Tür stehen bleibt, sehen sich Harry, Ron und Hermine im Raum um.
"Wieso lassen wir die Tür nicht einfach explodieren?"
meint dann Ron, begeistert von seiner eigenen Idee. Doch er erntet nur einen bösen Blick von Hermine, der ihn wünschen lässt, dass das ganze Licht wieder erlischt, damit er das nicht sehen muss.
"Erstens, weil wir zu nahe dran sind. Die fliegenden Stücke könnten uns verletzen. Und Zweitens: Das ist Schuleigentum, Ron!"
Sofort entschuldigt sich Ron für all seine unvorsichtig gewählten Worte. In all diesen Jahren, in denen er Hermine nun schon kennt, hat er gelernt, dass es das Beste ist sich einfach immer bei ihr zu entschuldigen. Egal wegen was und egal wer wirklich Schuld trägt.
"Du könntest uns helfen, Malfoy. Oder willst du hier ewig rumstehen. Ich glaube du willst genauso schnell weg von uns, wie wir von dir. Also hilf gefälligst"
Harry spricht mit ihm streng und genervt und schließlich haben die Worte auch eine Wirkung, denn auch Draco beginnt nach irgendwas zu suchen, obwohl er nicht weiß, nach weiß eigentlich.
Die vier sind schon zwanzig Minuten in dem Raum. Die Luft ist schon stickig und keiner von ihnen konnte ein Fenster entdecken. Zu diesem schrecklichen Geruch kommt nun diese Hitze hinzu. Ein Raum, kleiner als 2 Meter breit und doppelt so lang, mit vier Leuten darin braucht nicht lange, um warm zu werden.
Sie geben schließlich auf und setzen sich auf den Boden, alle außer Draco, dem auch in diesem Moment nie einfallen täte, sich auf einen dreckigen Boden zu setzen.
"Sie werden uns schon hier herausholen. Da bin ich mir sicher"
sagt Harry und er legt beruhigend eine Hand auf Rons Oberschenkel, denn dieser sieht wirklich beunruhigt aus.
"Das darf doch nicht wahr sein. Irgendwas muss es hier doch geben"
Hermine steht nach wenigen Sekunden Pause auch schon wieder auf und hält ihren Zauberstab nun in alle Richtungen. Sie sucht die Seitenwände ab, den Boden und schließlich, zum ersten Mal an diesem Abend, auch die Decke. Und als sie es sieht, atmet sie etwas erleichtert aus.
Alle Blicke liegen dann auf ihr.
"Was ist?"
"Ich glaube, ich weiß, wie wir hier rauskommen."
Ihr Blick schweift nach oben und alle drei anderen Augenpaare folgen ihm und sehen dann denn Mistelzweig. Nun springen auch Harry und Ron auf. Sie wirken nicht halb so begeistert wie Hermine.
"Sag mir nicht, dass wir das tun müssen"
"Sieht wohl danach aus. Aber dann können wir raus hier"
Hermine ist wirklich zu begeistert, denn wenn sie ehrlich sein soll, dann macht es ihr nichts aus. Es ist ein Kuss. Nicht mehr. Aber die drei jungen Männer im Raum scheinen das alle etwas anders zu sehen.
"Ich mach da sicherlich nicht mit"
meint schließlich Draco und verschränkt die Arme vor der Brust. Er küsst doch sicherlich nicht einen Gryffindor. Wenn das jemand erfahren würde. Es wäre sein Untergang.
"Und dass das deine Brüder damit erreichen wollten, ist wirklich krank"
Der Gedanke war Ron noch gar nicht gekommen. Wollten seine Brüder wirklich dass ... Draco und er sich küssen? Und in diesem Moment, es ist wirklich das erste und sicherlich auch das letzte Mal, muss er Draco doch recht geben. Das wäre wirklich krank. Er und ein Malfoy. Für kein Geld der Welt.
"Also willst einfach hier für immer bleiben, Malfoy? Du kannst dir sicher sein, wir essen dich als erstes."
sagt Harry provozierend.
Sie warten noch weitere zehn Minuten, in denen niemand mehr etwas sagt, nur Hermine murmelt Zauberspruch nach Zauberspruch. Einmal auf die Tür gerichtet, das andere Mal auf den Zweig. Aber auch die gehen ihr irgendwann aus und sie weiß nicht mehr weiter. Aber noch einmal das Thema Küssen anzusprechen, wagt sie gerade nicht. Hier sind sowieso schon alle schlecht drauf und einen Streit auszulösen auf so engen Raum ist sicherlich keine gute Idee.
"Okay. Tun wir es"
sagt dann plötzlich Draco und alle blicken leicht überrascht, und geschockt, zu ihm.
"Wenn du und Hermine so begeistert von der Idee seit, dann macht das und wir können endlich raus"
meint Ron, schon wahnsinnig genervt von dieser Situation. In den letzten Minuten hat er nicht mehr darüber nachgedacht, wie sie hinaus gehen, sondern wie er seine Brüder danach fertig machen kann. Denn das hier geht eindeutig zu weit.
"Wir stehen alle unter dem Bann, Ron. Es würde nichts bringen, wenn sich nur zwei von uns küssen"
Nun lacht Draco leicht.
"Das heißt du auch, Weasley. Und naja, bleibt ja nur noch Potter übrig"
Ron verneint sofort, verbal und mit Gestik. Und während sich Ron und Draco darüber streiten, wer denn wenn küsst und die beiden sich eindeutig auf Hermine eingeschränkt haben, sitzt Harry einfach auf dem Boden, verletzt von jedem Wort, das Ron gesagt hat. Wäre es denn so schlimm, ihn zu küssen? Müsste sich Harry jemanden aus diesem Raum, aus diesem Schloss und der ganzen Welt aussuchen, den er küssen soll, es wäre Ron. Es war immer er. Und deswegen tut es weh, hier von ihm als etwas Widerliches dargestellt werden.
"Hach komm schon, Weasley. Ich bin mir sicher es wäre nicht euer erster gemeinsamer Kuss"
Er lacht wieder nur und macht Ron wütend. Es wäre ihre erster Kuss. Natürlich. Immerhin sind Ron und Harry doch beste Freunde und Ron hat wirklich nie den Anschein erweckt das auch zu ändern. Nicht so wie Harry. Aber Ron ist naiv und denkt zu einfach, als wirklich zu erkennen, dass Harrys Berührungen absichtlich und geplant sind.
"Was sagt ihr eigentlich dazu?"
Rons Blick geht von Hermine zu Harry und Letzterer steht schließlich auch auf und zuckt nur mit den Schultern. Wie könnte er Ron auch ins Gesicht sagen, dass er ihn sogar liebend gerne küssen würde?
"Ich nehme sicher nicht Potter"
kommt es von Draco, und es trifft ihn nicht so sehr wie die Worte von Ron. Harry hat immer schon vermutet, dass sich Ron für Hermine interessiert. Die beiden passen nicht zusammen, hoffentlich bemerkt Ron das auch noch. Sie wären nie so glücklich wie ... naja, er und Ron.
Hermines und Harrys Blick treffen sich und sie lächelt ihm schwach zu.
"Ich könnte mich doch einfach entscheiden"
kommt dann ein Vorschlag von ihr, immerhin haben die beiden Streitenden das noch nicht in Betracht gezogen. Sie nicken und sehen nervös zu ihr.
"Ich küsse Malfoy, okay? Tut mir leid, Ron. Aber ich will Harry sicherlich nicht antun, dass er Malfoy küssen muss."
Geschockt sieht Ron zu seiner besten Freundin. Das hat er nun wirklich nicht gedacht. Harry lächelt leicht in sich hinein. Auch, wenn die Wort von Ron immer noch in seinem Kopf existieren, so verschwinden sie gerade, um Platz zu machen für den Gedanken daran, dass er ihn küssen darf. Ein weiteres Mal treffen sich Hermine und Harrys Blicke und sie lächelt wieder nur zu ihm. Sie weiß es, kommt ihm da der Gedanke. Anders geht das hier doch gar nicht. Und sie hilft ihn.
Hermine legt ihre Hände auf den Rücken von Ron und schubst ihn so dann auch schon zu Harry. Und jetzt stehen sie sich gegenüber. Ron weicht dem Blick von Harry aus und seine Hand liegt nervös in seinem eignen Nacken. Er ist eindeutig überfordert mit dem was hier passiert.
"Es ist okay"
sagt Harry und nähert sich Ron etwas, legt seine beiden Hände nur ganz vorsichtig an die Hüfte von Ron und er spürt das Zusammenzucken und das leichte Zittern. Dass er gar so eine Wirkung auf ihn hat, gefällt ihm. Sein Blick haftet auf seinem besten Freund, doch er spürt die Blicke von Draco und Hermine auf sich. Und hört, dass Draco etwas sagen will, doch sofort verstummt, als Hermine ihm eine Hand über den Mund hält.
Ron weicht Harrys Blick nicht mehr aus und sie sehen sich tief in die Augen.
"Vielleicht sollten wir die Lichter ausmachen."
sagt da plötzlich Hermine mit leiser Stimme. Sie will den Moment, der hier gerade sicherlich zwischen Ron und Harry passiert, nicht zerstören. Immerhin weiß sie von Harrys Gefühlen zu seinem besten Freund. Hermine ist eine gute Beobachterin und wenn sie ehrlich sein soll, dann war das auch gar nicht so schwer zu erkennen.
Und alle tun was sie sagt und lassen die Zauberstäbe erlöschen. Das macht allerdings nichts besser, denkt Harry. Es ist romantischer und so viel intimer, wenn man nichts sieht und nur Nähe spüren kann. Aber es nimmt auch irgendwie seine Nervosität und auch seine Scheu. Harry zieht Ron an sich heran, bis sich ihre Unterleibe berühren und vor Schreck macht Ron ein leises Geräusch, dass Harry nur grinsen lässt.
Ron ist nervös, wahnsinnig nervös. Hermine sprach doch nur von einen Kuss, nicht von einem Knutschgelage. Ein leichter Kontakt ihrer Lippen würde doch reichen. Er versteht nicht warum so viel körperliche Nähe mitspielen muss. Aber er lässt Harry tun. Wenn er denkt, das ist notwendig, dann ist das okay. Ron vertraut Harry. Er hat nur Angst, dass das hier zu gut wird. Harry war für Ron immer schon attraktiv und bis zu einem gewissen Grad war es schwer ihm zu widerstehen. Harry hatte eine Aura, die Ron sofort einnahm.
Während sich Ron und Harry noch vor dem Kuss zieren, hat Draco Hermine einfach gepackt, seine Hände an ihr Gesicht gelegt. Seine Lippen treffen ihre schneller als Hermine gedacht hat. Und er küsst sie und wie er sie küsst. Natürlich wollte Draco nie eine Gryffindor küssen und sein Ruf wäre zerstört, wenn die anderen Slytherin davon mitbekommen, aber das Licht ist aus. Keiner kann sie sehen, keiner wird es wissen. Hermine ist keine Person die das herumposaunt, da ist sich selbst Draco sicher. Und am Ende wird es ihr genauso unangenehm und peinlich sein wie ihm.
Hermine ist überrascht von seiner Fähigkeit und seinem Talent, ihre Arme fahren ganz von selbst um seinen Körper und legen sich auf seinen unteren Rücken. Keiner wird darüber reden, es wird ein Geheimnis bleiben, warum also sollte sie es nicht genießen.  
Sie lässt sich in den Kuss fallen, lässt sich gefangen nehmen und gibt schließlich zurück. Er küsst sie intensiv, spielt mit ihrer Zunge, ihrer Unterlippen, in die er hineinbeißt. Der Kuss ist so wild, dass Hermine befürchtet, dass ihre Lippen morgen schmerzen werden. Aber in diesem Moment ist es genau das Richtige. In diesem Moment, macht es sie an.
Die andere Seite des Raumes befindet sich immer noch in derselben Position wie vor zwei Minuten. Harry hört die Geräusche von den anderen und das schnelle Atmen von Ron.
"Ist es wirklich okay, Ron? Ich will nicht, dass es dich stört."
Er bekommt keine wörtliche Antwort, doch Rons schlanke, lange Finger sind nun um sein Gesicht gelegt. Für Harry ist das das Signal, dass er benötigt hat. Es beruhigt nicht gerade sein Herz, aber es macht ihn glücklich. Noch einmal befeuchtet er seine trockenen Lippen und er spürt die immer stärker werdende Wärme, die von Ron ausgeht. Er kommt ihm näher. Harrys Atem wird schnell und er kann sich fast nicht mehr kontrollieren. Das hiert ist es. Er hat so lange darauf gewartet, so lange davon geträumt. Und dann ist er endlich da und Rons Mund findet in dieser Dunkelheit seinen. Harry will seinen Kopf leicht drehen, den Kuss vertiefen, doch Ron weicht ihm aus, zieht sich sofort aus dem Kuss. Es war keine ganze Sekunde und es war nur der Hauch einer Berührung. Harry war nicht enttäuscht, wie könnte er das sein, aber er wollte mehr. So wie er immer mehr von Ron möchte, als dieser ihm geben will.
"Das war kaum ein Kuss, Ron. Der Mistelzweig wir das nicht gelten lassen"
Ron glaubt ihm so leicht und Harry nutzt das in diesem Moment vielleicht ein bisschen aus und vielleicht ist es auch nicht ganz richtig, aber das muss es in diesem Moment auch nicht sein.
Lange muss er nicht auf einen weiteren Kontakt warten und schon ist dieser Mund wieder da. Und Harry dreht seinen Kopf, küsst Ron zurück, will ihn dazu animieren es zu vertiefen und ihm mehr zu geben. Harry will, dass Ron mit ihm spielt, dass er ihn anfasst, ihn richtig küsst. Sein Griff an Rons Hüfte ist stark und als er das bemerkt, lockert er ihn etwas.
Ron küsst ihn nicht zurück, stößt Harry aber euch nicht von sich. Er weiß einfach nicht, was er tun soll. Es ist, als hätte er aufgehört zu funktionieren. Er weiß nichts mehr und in dem Moment scheint er auch alles vergessen zu haben. Eigentlich möchte er es beenden ohne aufzuhören und es verwirrt ihn. Nicht, dass es ihm gefällt setzt ihn in Verwirrung, sondern dass Harry nicht aufhört. Es müssen Minuten vergangen sein, Minuten, in denen Ron nichts getan hat als einfach nur dazustehen und seine Lippen anzubieten. Doch Harry hört nicht auf. Sein Druck maximiert sich, bevor er wieder nur ganz leicht ist. Er versucht alles, um ihn anzuregen, auch etwas zu tun, um das hier noch besser zu machen, als es ist. Aber Ron kann nicht. Er kann einfach nicht. Seine Gedanken kreisen um so viel. Wieso hört er nicht auf? Wieso sind seine Fingerkuppen unter Rons Oberteil? Wieso?
Und dann ist da plötzlich dieses Licht und Rons Augen sind geöffnet, sodass er es sofort bemerkt. Er schubst Harry von sich und geschockt sieht Ron zur Tür.
"Snape!"
Hört er dann den Aufschrei von Harry und auch dieser steht mit aufgerissenen Augen da, entfernt sich noch einen Meter von Ron, als hätte Snape nicht schon gesehen, was hier vor sich geht.
"Man möge mir das hier erklären. Sie alle sollten eigentlich auf dem Weg zum Abendessen sein und ein Schulraum ist sicherlich keine Örtlichkeit, für solche Tätigkeiten. Erst recht nicht, wenn er sich in einem verbotenen Gang befindet"
Der Professor muss wohl ihren Fußspuren gefolgt sein. Er steht immer noch im Türrahmen, sein Zauberstab erleuchtet, heller als der der jungen Schüler. Er war gerade dabei zur Großen Halle zu gehen, da hat er diese Spuren im Staub gesehen und ist ihnen gefolgt, nur um das hier zu sehen. Und was macht Draco da bitte mit all diesen Gryffindors, die drei, die er doch besonders zu verachten scheint?
Draco sieht derweil überrascht zu seinem Lieblingslehrer. Verdammt, er wollte wirklich nicht, dass irgendjemand ihn so sieht. Was wird dieser wohl nur von ihm denken? Immer wenn er ihn jetzt sehen wird, wird er daran denken, dass er es weiß. Dass er weiß, dass er Hermine geküsst hat, während Ron und Harry nebenan standen und genau dasselbe taten. Er hätte sich nicht darauf einlassen sollen. Es war keine gute Idee, das war ihm doch eigentlich von Anfang an klar.
"Ich werde diesen Vorfall hier vergessen, wenn sie nun schleunigst von hier verschwinden. Dieser Gang ist für Schüler verboten. Sollten Sie sich nicht daran halten, dann werde ich Professor Dumbledore davon berichten müssen. Sie alle bekommen 20 Punkte Abzug. Und jetzt verschwinden sie von hier"
Und damit schleichen die vier, mit roten Köpfen, die gesenkt sind, an dem düsteren Professor vorbei. Auch, als sie dann alleine sind, der Lehrer ist nicht mehr in Sicht, wird die Stimmung nicht gerade besser. Und da scheint es für Harry eine gute Idee zu sein, zu versuchen, die Situation zu verbessern. Also nimmt er Rons Hand in seine. Es war keine sonderlich intime oder romantische Geste, aber genauso wenig war sie nur freundschaftlich. Als Ron zu ihm sieht, lächelt er ihn an.
"Kannst du das verdammt nochmal lassen?!"
schreit er plötzlich so laut, dass alle stehen bleiben und auf die beiden blicken. Ron schüttelt mit verärgertem Gesicht Harrys Hand von sich. Hermine stellt sich neben Harry und legt eine Hand auf seine Schulter.
"Wir gehen schon mal weiter. Ihr könnt ja nachkommen. Ich warte euch im Gemeinschaftsraum"
Harry nickt, Ron funkelt seinen eigentlich besten Freund immer noch böse an. Draco sieht die beiden leicht belustigt an und will schon wieder seinen Mund aufreißen, sicherlich nicht um etwas Nettes zu sagen, doch erneut landet Hermines Hand auf seinem Mund und lässt ihn verstummen. Sie schnappt sich seine Hand und zieht ihn schnell mit sich. Lange lässt Draco das allerdings nicht zu und auch er schüttelt diese Hand von sich. Hermine sieht zu ihm und die beiden bleiben stehen.
"Ich wollte dir nur sagen, dass du dir keine Sorgen machen musst, Malfoy. Glaub mir, ich will genauso wenig wie du, dass irgendjemand davon etwas weiß. Aber ..."
sie kommt ihm näher und blickt ihm tief in die Augen.
"Solltest du irgendjemand etwas von Ron und Harry erzählen oder auch nur eine dumme Bemerkung machen, werde ich es allen sagen"
Er kommt ihr entgegen, kommt ihr noch näher, sodass sich ihre Nasenspitzen schon beinahe berühren.
"Und du glaubst wirklich, dass sie dir glauben würden? Ich bin ein Slytherin und wenn ich ihnen sage, dass du dir das nur ausgedacht hast, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen, dann würden sie mir das auch glauben"
"Und das willst du riskieren?"
"Du spielst mit dem Feuer, Schlammblut und solltest wohl lieber dein Maul halten, bevor ich allen von den beiden erzähle"
Die beiden schauen sich tief in die Augen, der Blick verschwommen von einer Mischung aus Hass und Lust. Hermine hasst ihn, für alles was er gesagt und angedroht hat und doch fühlt sie sich von ihm angezogen. Nicht von seinem Charakter, das könnte nie passieren, sondern von seinem Aussehen, seiner Kusstechnik und möglicherweise auch von seiner vorgespielten Macht, der sie sich so gerne untergeben würde.
Ihre Augen flackern, sehen zwischen seinem Augenpaar und seinen Lippen immer hin und her. Die Konzentration auf nur eines der beiden, scheint ihr gerade ein bisschen schwer zu fallen und das fällt auch Draco auf. Er mag es. Hermine scheint ihm verfallen zu sein und von ihm in seinen Bann gezogen worden sein. Er könnte doch ... nur noch ein bisschen. Er würde sich von diesem Gedanken verabschieden, bei Merlin, er hat doch schon genug, um das er sich Sorgen machen muss, aber er kann nicht. Hermine ist eine schöne junge Frau, und das zuzugeben schmerzt noch nicht einmal einen Malfoy. Er muss doch danach nur seinen Mund halten und das was passiert ist und passieren kann bleibt ein Geheimnis zwischen den beiden. Er könnte sie doch einfach gegen die harte Wand drücken und sie küssen, sie mitnehmen zu sich, hoffend, dass sie niemand bemerkt. Es wäre dieser gewisse Nervenkitzeln und dieses eigentlich-nicht-sollen. Und das ist es am Ende auch, was ihn dazu bringt, das zu tun, was er sich vorgestellt hat.
Hermines Rücken wird gegen die kalten Mauersteine gedrückt und sie sieht in die Augen von Draco, bevor sie sich verschließen und sie von ihm geküsst wird. Er hält sich nicht zurück und Hermine wird geküsst, wie sie gerne geküsst wird. Sein Körper gepresst an ihren, seine Zunge sich windet wie eine Schlange in ihrem Mund. Ihre Hände an seinem Nacken krallen sich beinahe schon an ihn. Wenige Sekunden später hört der Kuss auf und sie sehen sich wieder an, immer noch sind sich ihre Gesichter sehr nahe.
"Du könntest zu mir kommen, wenn wir schnell sind, werden dich die anderen nicht sehen"
Hermine schüttelt den Kopf. Sie kann nicht.
"Ich habe Ron und Harry versprochen im Gemeinschaftsraum zu sein."
Sie schubst Draco leicht von sich und seine Kiefer schieben sich immer wieder übereinander und er sieht wütend aus. Hermine Blick wandert nach unten und ihre Hand legt sich an seinen Gürtel, vier Finger darunter, der Daumen am Leder und sie spielt leicht damit.
"Aber ich bin mir sicher, du musst daran erinnert werden, nichts zu verraten."
"Pff ... ich bin mir sicher, du musst dafür zahlen, dass ich nichts über die zwei verrate"
Seine Augen blitzen und in ihrem Kopf spielt sich ein Film ab, während sie langsam von ihm weggeht.
"Das werde ich"
meint sie nur noch und dann verschwindet sie und sie lässt Draco alleine in diesem Gang. Und als er dann alleine ist, bringt er ein kleines Lächeln hervor, von dem er nicht wollte, dass sie es sieht. Es war nicht, dass er sie glücklich machte, aber der Gedanke daran, was als nächstes passieren kann und auch sicherlich passieren wird, bringt ihm Bilder und die setzen ihm dieses Lächeln auf.
Ein sehr ähnliches Lächeln taucht auch auf Hermines Gesicht auf, sobald sie ihm den Rücken zugewandt hat. Der Gedanke alleine daran, wie er sie nimmt, genau so wild und hart, wie er sie geküsst hat, lässt sie verrückt werden. So verrückt, dass sie sich vornimmt, das nächste Mal ja nicht zu lange hinaus zu zögern.
Sie vergisst komplett auf Ron und Harry, doch die stehen sich immer noch gegenüber. Ron immer noch wütend und wenn Harry ehrlich sein soll, dann versteht er ihn gerade nicht und auch die ganze Situation ist einfach nur komisch und so schwer für ihn zu erklären. Der Kuss war zwar sehr einseitig gewesen und dennoch hat Ron ihn nicht beendet. Wäre es so schrecklich, warum hat er Harry nicht einfach von ihm gestoßen? Das Lippenspiel hat Minuten gedauert. Minuten, in denen Ron einfach nur dagestanden ist, nichts tuend.
"Ich ... es tut mir leid, Ron. Ich dachte nicht, dass es dich stört, wenn ich deine Hand halte"
sagt er dann während er auf den Boden blickt. Harry kann es einfach nicht mehr aushalten diesen wütenden Blick von seinem besten Freund ausgesetzt zu sein. Und er sollte sich wirklich bei ihm entschuldigen, denn wie es scheint, und ohne, dass Harry eigentlich genau weiß was, weiß er, dass er heute vieles falsch gemacht hat. Er hat Ron wütend gemacht und irgendwie vielleicht auch verletzt.
Aber warum stört ihn ein einfaches Händehalten? Es wäre sicherlich nicht das erste Mal und es gab andere Momente, die noch tiefer gingen. Ist nicht eigentlich auch eine Umarmung mehr als ein schlichtes Hände berühren? Man kann das doch als etwas Freundschaftliches sehen.
"Das ist es nicht, was mich stört"
Rons Stimme ist immer noch wütend, genauso wie seine Mimik.
"Was sonst?"
"Stell dich nicht so dumm. ... Diese ganze Sache, mit dem Kuss ... wir hätten das wirklich nicht tun sollen."
Harry ist seine zweite Wahl. Das kleinere Übel als Malfoy. Mehr nicht. Er ist nicht besser wie Hermine, obwohl er das für ihn doch so gerne sein würde.
"Du tust so, als wäre es wahnsinnig schlecht gewesen"
"Hat es dir gefallen?"
fragt er ihn unglaubwürdig und auch ein Hauch Ironie schweift mit dieser Frage mit. Jetzt kommt der Moment, in dem Harry nachdenken muss über die Wahrheit oder eine Lüge. Eine weitere Lüge, die er seinem besten Freund auftischen muss, nur weil er nicht ehrlich darüber sein kann, was er wirklich fühlt. Und es wird so weiter gehen. Lüge aufbauend auf eine andere, bis es nicht mehr zu durchschauen ist. Es ist so, als würde er sich dafür schämen sich in irgendeinem Moment in seinen Freund verliebt zu haben. Aber das tut er nicht. Eigentlich will er es nicht mehr geheim halten. Harry ist ein mutiger Mensch und normalerweise auch eine wahrheitsliebender Mensch. Immer erwartet er, dass Ron ehrlich zu ihm ist, denn darauf basiert doch ihr Vertrauen und diese Nähe, die sie verbindet. Und was soll schon passieren, wenn Ron es wirklich erfährt? Er ist ein Hitzkopf und vermutlich müsste Harry ein paar Tage auf seinen besten Freund verzichten, bis er wieder zu ihm zurückkommt, aber dann ... sie könnten einen Weg finden, wie das zu beenden ist. Und diese Unsicherheit und dieses Unwissen wäre endlich weg. Wenn Harry wissen würde, dass er keine Chance hat, dann könnte er sich damit abfinden und irgendwann einfach aufgeben und sich schließlich auch wieder entlieben. So eine Kleinigkeit könnte die beiden doch nicht zerstören. Und vielleicht ist jetzt dieser Moment da und Harry muss jetzt einfach mutig sein.
"Ja, das hat es"
Er sagt es ganz trocken, als wäre wirklich nichts dabei. Und eigentlich ist es das doch auch nicht, oder? Wenn nur Ron es genauso sehen und fühlen könnte wie er. Harry ist sich sicher, dass er ihn glücklich machen könnte - wenn er ihn denn lassen würde.
Ron sieht geschockt zu seinem besten Freund und kann einfach nicht fassen, was er da gerade gehört hat.
"Ich dachte ... du und meine Schwester"
Waren die beiden nicht zusammen? Ron war sich immer sicher, das da etwas zwischen den beiden war, auch, wenn er sie nie gefragt hat. Harry kichert nur etwas, schüttelt anschließend den Kopf.
"Da war nie was. Wir verstehen uns nur gut"
Wie könnte Harry auch nur je etwas mit Ginny anfangen, wenn er doch in ihren Bruder verliebt ist? Da kann sie noch so ein nettes Mädchen sein, wie sie auch ist, Harry könnte nie das für sie empfinden, wie das, was er für Ron empfindet. Nicht einmal annähernd.
"Was ... was soll das hier, Harry?"
Er spricht nicht mehr so wütend, sondern klingt viel eher verzweifelt und überfordert und vielleicht auch so, als würde er hier alles nicht wirklich verstehen.
"Du solltest solche Sachen wirklich nicht sagen. Nicht einmal als Scherz"
fügt er dann hinzu.
"Aber es ist die Wahrheit. Der Kuss hat mir gefallen ... Du gefällst mir"
Er nähert sich dem Rothaarigen und sieht zu, wie nervös er dabei wird. Dieses Schauspiel gibt ihm diese Hoffnung, dass da vielleicht wirklich etwas zwischen ihnen passieren kann.
"Du solltest so etwas nicht sagen. Ich will das nicht wissen"
Harrys Blick wird ernst und er ist Ron nun sehr nah. So nah, dass es für diesen unbehaglich wird und er auf den Boden sieht.
"Aber ich will, dass du es weißt, Ron. Es ist egal, wenn du nicht dasselbe ... fühlst wie ich, aber ich sollte ehrlich zu dir sein. Und ... irgendwann würdest du es sowieso hinausfinden"
"Was?"
Er weiß es doch. Ron weiß doch ganz genau, was Harry da gerade andeutet, aber er will es hören, damit er es auch glauben kann. Das alles wirkt surreal und nicht ganz echt. Scherzt Harry nur mit ihm, macht er sich über ihn lustig.
"Ich mag dich. ... Sehr sogar. .. Und ich mochte diesen Kuss. Auch, wenn es schön gewesen wäre, wenn es dir genau so ging."
Er lächelt leicht und sieht dann zu Ron.
"Kannst du was dazu sagen?"
Wieder ein Lächeln auf Harrys Gesicht. Ron sieht ihn einfach nur mit aufgerissen Augen an, als wäre das was er gesagt hat unglaubwürdig. Und doch ist es wahr. So viel wahrer wie alles andere, was er ihm in dem letzten halben Jahr alles gesagt hat.
"Du musst es mir nur sagen, wenn du mich nicht willst ... Ich verspreche dir, dass sich zwischen uns nichts verändern wird und wir weiterhin beste Freunde sein werden. ... Nur .... kannst du bitte was dazu sagen"
"Ich ... ich weiß nicht."
Kommt dann schließlich aus Rons Mund. Was soll er auch Großartiges sagen? Ja, er mag Harry. Er ist sein bester Freund. Und ja, vielleicht war der Kuss verlockend gewesen. Aber ... ist das nicht zu wenig? Er fühlt sich gut in seiner Gegenwart, er begehrt ihn und vielleicht stellt er ihn sich auch gerne nachts vor. Er genießt die Träume, in denen Harry vorkommt, am meisten und er will nur das Beste für ihn. Am liebsten würde er ihn beschützen vor all dem was passiert und noch passieren wird. Er würde Harry gerne berühren, ihm gut tun. Aber reicht das? Reicht das, um aus einer Freundschaft mehr zu machen. Das zu riskieren, wäre wie eine Wette mit einem hohen Verlust. Aber der Gewinn ... es wäre der Jackpot.
Eine Beziehung mit Harry. Wie würde er sich das vorstellen? Harry als sein fester Freund, der ihm zu Valentinstag Rosen schenkt und mit dem er Tag und Nacht verbringt. Ein fester Freund, der ihn begehrt und nach dem es ihm verzerrt.
"Ich weiß es ist zu viel, Ron und das alles überfordert dich womöglich. Es ... es tut mir leid. Ich wollte dich damit nicht belasten ... nur. Es wäre schön zu wissen, ob ich ... naja, aufgeben soll"
Mit was denn aufgeben?, fragt sich Ron. Es war doch nie so als hätte Harry um ihn gebuhlt, oder? Aber da waren diese Momente, in denen Harry ihm Komplimente gemacht hat. Solche, wo er ihn einfach nur angestarrt und angelächelt hat und solche, in denen er ihm so nah war, dass es beinahe unausstehlich war.
"Es ist nur ... ich weiß nicht, Harry. Ich weiß es wirklich nicht"
Und dann zieht Harry Ron einfach an sich und er küsst ihn. Sachte liegen seine Lippen auf die des anderen und er wartet ab. Solange, bis Ron anfängt zu geben und ihn beginnt zurückzuküssen. Er wartet nicht lange, nicht dieses Mal, wo die Gedanken zwar verschwommen, dafür aber bei der Sache sind.
Harrys Kribbeln zeigt ihm, dass es das ist was er braucht. Dass Ron genau das ist was er will und was er haben muss. Und in diesem Moment bezweifelt er wirklich, dass, auch, wenn Ron ihn zurückweisen würde, er jemals damit aufhören würde, um ihn zu kämpfen. Er will ihn für sich gewinnen, das ist außer Frage.
Harrys Hände legen sich an Rons Gesicht und er streicht mit seinen Daumen in einer beruhigenden Art über seine Wangen. Als er dann Rons Hände an seiner Hüfte spürt, beginnt er den Kuss zu vertiefen. Der Druck wieder wechselhafter und das Lippenspiel wird immer schlampiger. Kurz löst sich Harry von Ron.
"Hilft dir das?"
Ron schüttelt den Kopf
"Nein"
und versiegelt nun von sich aus Harry Lippen mit seinen. Es hilft ganz und gar nicht, sondern macht ihn nur noch mehr verrückt. Er weiß immer noch nicht, was er davon halten soll, ob er es gut findet oder sich gerade nur aufgeliefert fühlt. Zuviel passiert in Rons Herz und Kopf, über das er sich eigentlich gar keine Sorgen machen will. Und als ihn Harry leicht in die Unterlippe beißt und beginnt seine Zunge in den Kuss zu bringen, da ist es Ron nur noch egal. Das hier gerade ist gut und es bringt ihn dazu, sich gut zu fühlen.
Und alles was noch passieren soll, wird passieren.


Ich hoffe es hat dir gefallen und war das lange Warten wert.
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