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Spirit Chaos

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Aomine Daiki Himuro Tatsuya Kise Ryōta Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi Takao Kazunari
11.02.2017
10.04.2020
28
39.233
14
Alle Kapitel
48 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
28.03.2017 1.850
 
So, hat ein wenig länger gedauert, aber ich hing irgendwie in der Hälfte des Kapitels fest und kam nicht weiter. Jetzt hab ichs endlich geschafft :)
Viel Spaß beim Lesen!

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Kapitel 8

„Du bist wirklich ein Tsundere, Shin-chan.“

Takao grinste, während er dem Größeren durch die grünen Haare strich. Dass dieser sich nicht beschwerte lag jedoch nicht etwa daran, dass sich ihre Beziehung in der einen Woche irgendwie signifikant gebessert hatte oder so – ganz im Gegenteil war der Priester fast noch genervter von dem Schwarzhaarigen, schließlich folgte der ihm inzwischen fast überallhin und konnte einfach nicht die Klappe halten.

Nein, Midorima ließ keine Widerworte verlauten, da er schlicht und ergreifend schlief. Er hatte es nicht einmal mehr geschafft, diese alberne Nachtmütze aufzusetzen, die er sonst immer trug, sondern war gewissermaßen direkt aus den Schuhen auf den Futon gekippt – beziehungsweise von Takao dahin verfrachtet worden.

Nachdem er durch die Heilung Miyajis bereits ausgelaugt gewesen war, hatte ihm der anschließende Gang zu seinem Zimmer den Rest gegeben. Der Tengu hatte ihn mehr getragen als dass der Größere selbst gelaufen war und der Schwarzhaarige meinte sogar ein leise gemurmeltes „Danke…“ vernommen zu haben. Da konnte er sich allerdings auch irren. Es war zumindest ziemlich unwahrscheinlich, dass ein so stolzer Tsundere wie Midorima Shintaro mal von seinem Thron kletterte, um sich bei einem Normalsterblichen zu bedanken – wobei Takao als Yokai auch nicht so direkt in die Kategorie „Normalsterblicher“ gehörte.

Eigentlich hatte er den Grünhaarigen ins Bett bringen und anschließend wieder verschwinden wollen, aber etwas hatte ihn zurückgehalten. Was genau es war, vermochte er nicht zu sagen, aber es hatte dafür gesorgt, dass er sich statt das Zimmer schnellstmöglich wieder zu verlassen einen kleinen Hocker neben Midorimas Futon gestellt hatte und diesen nun beim Schlafen beobachtete, während er gleichzeitig mit seinem Falkenauge unweigerlich die Umgebung nach möglichen Angreifern absuchte. Wann auch immer er beschlossen hatte über den Schlaf des Priesters zu wachen. Mal abgesehen davon, dass es bestimmt nicht sonderlich wahrscheinlich war, dass sich ein Angreifer ausgerechnet in Midorimas Schlafzimmer verirrte – und Takao war sich auch ziemlich sicher, dass so leicht niemand an Akashi vorbeikam.

Aber jetzt, wo er mal wirklich die Gelegenheit hatte, Shin-chan ausgiebig zu betrachten, konnte er diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen!

Das Gesicht des Grünhaarigen wirkte erstaunlich sanft im Schlaf und vor allem ohne die eckige Brille, die seine Mine wesentlich strenger machte. Takao hatte sie dem Priester vorhin vorsichtig abgenommen, damit sie nicht aus Versehen kaputtging. Eigentlich hatte Shin-chan sehr sanfte Züge, wie der Tengu feststellte. Er ließ seinen Blick über die vollen Lippen und langen Wimpern schweifen, die jetzt, wo das Haar des Anderen mal nicht akkurat über seine Stirn fiel, besonders hervorstachen.

„Du bist ja eine richtige Schönheit, Shin-chan.“, murmelte er dem Schlafenden zu.

Ein Lächeln legte sich über die Züge des Schwarzhaarigen, jedoch kein fröhliches oder überhebliches Grinsen, wie er es oft sehen ließ, sondern ein ehrliches Lächeln voller Sanftmut und Zuneigung. Er hatte sich in seinem eigenen Spiel schachmatt gesetzt.

Eigentlich hatte er sehen wollen, wie weit er gehen konnte, bis Midorima wirklich ausrastete, hatte das Spiel mit dem Risiko genießen wollen, aber irgendwo auf dem Weg, irgendwann in der vergangenen Woche hatte er anscheinend sein Ziel aus den Augen verloren. Er hatte so viele interessante Seiten an dem Grünhaarigen entdeckt, dass sich sein Bild von diesem komplett geändert hatte. Vorher hatte er in dem Priester einfach nur einen hochmütigen Miesepeter gesehen, der sich leicht ärgern ließ.

Als erstes hatte er herausgefunden, dass Shin-chan erstaunlich sanftmütig und hilfsbereit sein konnte – auch wenn der dies meisterlich unter der Maske der Arroganz verbarg. Und auch das stimmte nicht ganz, denn Midorima war nicht direkt hochmütig. Er war ein stolzer Mensch, der seine Fähigkeiten genauestens kannte und sein Licht nicht unter den Scheffel stellte, jedoch wusste er auch genau um seine Schwächen und war durchaus zu Respekt anderen gegenüber in der Lage. Vor allem Akashi und den älteren Priestern gegenüber war er stets höflich und ein wenig zurückhaltender, selbst wenn er letzteren von den Fähigkeiten her weit überlegen war. Zudem hatte Takao selten jemanden getroffen, der so unermüdlich an sich arbeitete wie der Heiler.

Und erst vorhin hatte er entdeckt, dass der Größere auch eine sehr niedliche Seite hatte und nicht mit Komplimenten umgehen konnte. Immer noch amüsierte er sich über das Bild des erröteten, stotternden Midorima, der nicht wusste wie er mit Lob umgehen sollte. Die täglich wechselnden und teilweise wirklich lächerlichen Lucky Items komplettierten das Bild nur – es war immer wieder erheiternd diesen ernsten Menschen mit Dingen wie einer geblümten Gießkanne herumlaufen zu sehen.

Auf jeden Fall war es ihm nicht mehr möglich den Anderen wirklich nur noch um des Risikos willen zu ärgern, stattdessen war sein Ziel inzwischen mehr und mehr Facetten des Brillenträgers kennenzulernen und seine Reaktionen zu sehen. Irgendwann in dieser kurzen Zeit hatte er wohl auch begonnen sich um die Anerkennung des Priesters zu bemühen, er wollte nicht mehr nur der nervige Bekannte sein, den man ab und zu mal traf! Er wollte, dass der Grünhaarige ihn an seiner Seite nicht nur duldete, sondern akzeptierte und respektierte – und vielleicht sogar begann einen Freund in ihm zu sehen.

Jedoch hatte Takao damit definitiv noch ein ganzes Stück Arbeit vor sich! Es war keine leichte Aufgabe, sich mit jemandem wie Midorima anzufreunden, der behauptete keine Freunde zu brauchen und sein Möglichstes gab, niemanden an sich heranzulassen.

„Wie geht es ihm?“

Takao war nicht überrascht, den blauhaarigen Kitsune zu sehen. Schließlich hatte er diesen schon eine ganze Zeit mit seinem Falkenauge beobachtet. Schien als sei er gekommen, um nach Midorima zu sehen.

„Alles gut. Shin-chan schläft wie ein Murmeltier.“

Das stimmte nicht ganz. Vielmehr sah es aus als sei der Grünhaarige in Schockstarre verfallen: Er lag kerzengerade und hatte sich seitdem er eingeschlafen war nicht ein einziges Mal bewegt. Nur seine gleichmäßige Atmung verriet, dass er überhaupt noch lebte und hätte Takao dem jungen Priester nicht schon des Öfteren beim Schlafen zugeschaut hätte er sich sicherlich Sorgen gemacht. Allerdings war das Midorimas übliche Schlafposition und daher fragte der Tengu sich nur zum wer-weiß-wievielten Mal wie man so schlafen konnte und beließ es dabei.

Das war nur ein weiterer von Shin-chans unzähligen Ticks – genauso wie seine Dehnübungen vor dem Schlafengehen, seine Lucky Items und dass er nur mit Leuten arbeitete, deren Sternzeichen und Blutgruppe mit seiner eigenen harmonierten. Soweit er wusste gehörte dieser Kitsune, Kuroko, nicht dazu. Dass der Grünhaarige sich dennoch mit dem Blauhaarigen abgab war für Takao die Bestätigung, dass der Brillenträger diesen ganzen Sternzeichen-Kompatibilitäts-Quatsch eigentlich nur als Ausrede nutzte, um seinem Tsundere-Charakter zu entsprechen und einen Grund zu haben, weniger Menschen an sich heranlassen zu müssen. Zumal dem Tengu nicht entgangen war, dass der Priester nicht nur nach seinem eigenen Horoskop schaute, sondern dieses auch für Akashi, Kuroko, Miyaji, Ootsubo und Kimura immer sofort parat hatte. Offensichtlich waren ihm diese Leute doch nicht so egal wie er immer tat!

„Midorima-kun ist ein sehr fürsorglicher Mensch.“

Der Kitsune lächelte, blickte jedoch nicht Midorima, sondern Takao an. Mit einer kurzen Handbewegung, die einen leichten Schimmer von Magie zur Folge hatte, holte er sich einen Hocker heran und setzte sich neben den Tengu.

Dieser hob eine Augenbraue. Er war sich nicht ganz sicher, was der Andere von ihm wollte. Schließlich hatten sie sich nie wirklich unterhalten. Generell waren sie sich selten über den Weg gelaufen, was unter anderem daran lag, dass Takao sich immer in Midorimas Nähe aufhielt und der andere Menschen nach Möglichkeit mied – was natürlich Geister nicht ausschloss. Viel wusste er jedenfalls nicht über den Blauhaarigen. Bis auf die paar Sachen, über die sich der grünhaarige Priester ab und zu leise beschwerte.

Offenbar konnte der Kitsune für jeden außer Takao einfach aus dem Nichts auftauchen und auch wieder verschwinden, indem er seine Aura verbarg. Gegen ein allessehendes Auge war diese Fähigkeit natürlich relativ nutzlos, aber sonst verschaffte es ihm einige Vorteile. Dennoch schien er diese Kraft noch nicht ganz unter Kontrolle zu haben, denn selbst wenn er wollte konnte er diesen Effekt nicht „abschalten“. Nun gut, er war auch noch recht jung und wie Takao gehört hatte, war Unsichtbarkeit auch keine besonders einfach zu beherrschende Fähigkeit. Vermutlich war das der Grund, warum Akashi den Kitsune unter seine Fittiche genommen hatte – wobei sich der Tengu nicht sicher war, ob da nicht eventuell auch noch mehr im Spiel war. Jedoch traute er sich nicht Akashi auszuspionieren, um es herauszufinden.

„Ich denke, ihr würdet ein gutes Team abgeben.“

Kurokos völlig zusammenhangslose Aussage riss Takao aus seinen Gedanken.

„Was meinst du damit?“

„Was ich gesagt habe: Ihr würdet ein gutes Team abgeben, du und Midorima-kun.“

Der Blauhaarige sah immer noch auf den anderen Geist und diesem wurde schlagartig klar, was Midorima gemeint hatte, als er Kuroko als „unergründlich“ beschrieben hatte. Es war schwierig, wenn nicht gar unmöglich, die emotionslose Mine des Anderen zu deuten und der Schwarzhaarige war sich nicht ganz sicher, ob das, was er da gerade erzählt bekam, nun von Relevanz war oder ob der Kitsune es nur so dahergesagt hatte. Mit einem Schulterzucken beschloss er, dass es egal war.

„Midorima-kun ist zwar sehr fürsorglich, aber weil er nicht ehrlich mit sich ist, wirkt er schnell sehr abweisend. Vielleicht kannst du ihm helfen ein wenig offener zu werden?“

Takao musste kichern. Das war ja wohl eine der absurdesten Bitten, die er je gehört hatte!

„Ich soll ihm helfen? Glaubst du ernsthaft, dass er das zulässt? Er kann mich nichtmal leiden!“

Kuroko hob seine Mundwinkel zu einem leichten Lächeln, stand auf und ging zur Tür ohne die Frage zu beantworten. Im Türrahmen drehte er sich noch einmal zu dem Tengu um.

„Du bedeutest ihm mehr als du denkst, Takao-kun.“

Der Schwarzhaarige starrte ihm ungläubig hinterher. Er sollte Midorima etwas bedeuten? Dem Midorima Shintaro? Das war schwer zu glauben. Der Grünhaarige zumindest hatte bisher noch keinen Kommentar in dieser Richtung verlauten lassen und auch sein Umgang mit Takao ließ eher darauf schließen, dass er diesen zutiefst verabscheute. Dass er seine Wunden heilte war etwas völlig Anderes, schließlich war das sein Beruf.

Der Tengu schüttelte den Kopf, aber dennoch schlich sich ein kleines, hoffnungsfrohes Lächeln auf seine Lippen, als er sich wieder dem Brillenträger zuwandte, um weiter über dessen Schlaf zu wachen.

~ ~ ~


„Taiga!“

Kagami erstarrte in der Bewegung als er die scharfe Stimme hinter sich hörte. Er wusste, dass er verloren hatte, aber es gehörte nicht zu seinen Stärken sich eine Niederlage einzugestehen. Warum musste ihm Akashi denn auch in den Rücken fallen? Reichte es nicht wenn Kuroko das schon regelmäßig tat?

„Du solltest wissen, dass eine Flucht zwecklos ist. Also willst du dennoch versuchen wegzulaufen oder erträgst du es und bewahrst dir deinen Stolz, Taiga?“

Als der Krieger sich umdrehte sah er, dass der Kleinere ein sanftes Lächeln auf den Lippen hatte. Er ergab sich in sein Schicksal.

„Verräter…!“, murmelte er vor sich hin, bevor er sich wieder zu Momoi wandte.

„Du hast gewonnen, ich geh zu dem blöden Date – aber erwarte nicht, dass ich mich bemühen werde!“

Die Pinkhaarige lächelte zufrieden.

„Ich wusste, dass du zusagen würdest, Kagamin.“
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