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Spirit Chaos

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Aomine Daiki Himuro Tatsuya Kise Ryōta Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi Takao Kazunari
11.02.2017
10.04.2020
28
39.233
14
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48 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
30.07.2017 1.302
 
Und wie versprochen Kapitel 17 :)

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Kapitel 17

„Ich weiß nicht wie er auf die dumme, dumme Idee gekommen ist! Ich hab ihm doch gesagt, dass er sich noch schonen müsse! Und wieso hast du ihn eigentlich nicht davon abgehalten?!“
Eigentlich wollte Aomine erwidern, dass er doch auch nichts dafür konnte, dass Kise sich so leichtfertig in den Kampf gestürzt hatte, aber insgeheim wusste er, dass Midorima recht hatte – und dass seine harschen Worte weniger dafür gedacht waren ihm seine Schuld vor Augen zu führen als vielmehr einen Ausdruck der tiefsten Besorgnis darstellten.
Immerhin hatte der grünhaarige Priester sie irgendwie im tiefsten Wald ausfindig gemacht, nur um Kise das Leben zu retten. Wäre er auch nur eine Minute später gekommen hätte er vermutlich nichts mehr ausrichten können.
Jetzt eilten sie beide gefolgt von Takao durch den Wald, um den bewusstlosen Kitsune möglichst schnell in den Schrein zurückzubringen. Schließlich konnte Midorima nur da auch das volle Potenzial seiner Kräfte ausnutzen. Es brauchte Ruhe und Konzentration zum Heilen und für beides war ein Wald nicht die beste Umgebung. Zwar hatte der Tengu sich angeboten Kise zu fliegen, aber einerseits weigerte Aomine sich ihn loszulassen und andererseits hatte der Heiler mit strenger Mine darauf hingewiesen, dass sie einen Patienten keinen unnötigen Erschütterungen aussetzen sollten.

~ ~ ~


Momoi war sprachlos. Sie hatte nicht gewusst, dass Kise an diesem Tag dem Tod nur so knapp von der Schippe gesprungen war!
„Wie haben Midorima und Takao die Beiden eigentlich gefunden?“
Inzwischen schien der rothaarige Krieger sich tatsächlich wieder für das Gespräch zu interessieren – logisch, jetzt, wo es nicht mehr um Gefühlskram und Erotik ging, konnte er endlich wieder mitreden!
Akashi setzte seinen nächsten Spielstein bevor er sich dem Größeren zuwandte.
„Kazunari hat sie gefunden. Er hat sie mit seinem Falkenauge gesucht.“
Die junge Priesterin nickte. Das ergab Sinn. Warum den ganzen Wald zu Fuß absuchen, wenn man auch einfach Magie nutzen konnte?

~ ~ ~


Höchst konzentriert widmete Midorima sich dem leblosen Körper vor sich. Das war wohl der schwierigste Fall, den er als Heiler je gesehen hatte. Er schloss seine Augen, blendete alles um sich herum aus: Aomine, der sich immer noch weigerte von Kises Seite zu weichen, Takao, der sich mit besorgtem Gesichtsausdruck neben den Grünhaarigen gestellt hatte, die leisen Geräusche, die aus einem anderen Raum zu ihnen drangen…
Zuerst begann er damit die großen Wunden zu verschließen. Der Kitsune hatte bereits viel zu viel Blut verloren und Knochen konnte man auch später noch richten! Hautschichten zu verbinden war nicht anstrengend, aber dafür umso komplizierter. Wenn er auch nur einen Moment unachtsam war, einen winzigen Fehler machte, konnte das fatale Auswirkungen haben. Er durfte nicht die falschen Zellen zum Wachstum anregen, musste genau unterscheiden welche Zellen welche waren.
Als der Priester eine halbe Stunde später endlich jede Blutung gestillt hatte atmete er schwer. Schweiß rann über seine Stirn als sei er soeben einen Marathon gelaufen und seine Hände begannen langsam zu zittern. Verärgert über sich selbst schüttelte er den Kopf. Das war noch lange nicht genug! Auch wenn der Kitsune nicht mehr blutete so konnte die frische Haut doch jederzeit wieder aufreißen, wenn er nicht auch die Knochen richtete! Oder schlimmer noch: Es kam zu inneren Blutungen! Oder was wenn die Harnblase oder der Magen verletzt wurde? Der Körper produzierte genügend Stoffe, die zwar im Grunde nützlich, bei inneren Verletzungen jedoch tödliches Gift für ihn waren! Er hatte keine Wahl! Er musste Kise komplett heilen, um ihn außer Gefahr zu wissen!

Als nächstes wandte er sich dem Brustkorb des Blonden zu, richtete die Rippen und verband die gebrochenen Stellen wieder miteinander. Knochenbrüche bildeten eine ganz andere Herausforderung als andere Verletzungen, denn jene waren zwar kompliziert und nicht jeder war in der Lage eine vollendete Heilung bei Haut durchzuführen, aber dafür war der Energieaufwand vergleichsweise gering. Genau umgekehrt war es bei Knochen. Die Zellen hoben sich deutlich von den anderen ab, jedoch brauchte ein Skelett normalerweise Wochen, wenn nicht gar Monate, um wieder zu heilen. Diesen Prozess auf wenige Stunden oder sogar Minuten schrumpfen zu lassen verlangte immense Kraft.
Aber Midorima war bereit diese aufzuwenden. Er war Heiler, verdammt, und er würde einen Patienten retten, koste es was es wolle!

„Shin-chan, hör auf! Du bist völlig fertig!“
Takaos Stimme riss ihn aus der Konzentration und erst jetzt merkte er, dass er seine Hände nicht mehr spürte und er schwankte ein wenig, bevor er entschlossen die Zähne zusammenbiss und seine Hände erneut nach Kise ausstreckte.
„Nur noch ein bisschen! Er schwebt immer noch in Gefahr!“

Ein lautes Klatschen hallte durch den Raum und der Schlag ließ den Grünhaarigen das Gleichgewicht verlieren. Überrascht blinzelte er, damit sich seine Sicht wieder klärte und sah sofort den Schwarzhaarigen vor sich, der ihn am Kragen wieder nach oben riss, die rechte Hand erneut zum Schlag erhoben. Seine Augen schienen vor Wut Funken zu sprühen und dieses ungewohnte Bild erstickte Midorimas Widerspruch im Keim.
„Es hilft keinem, wenn du hier auch stirbst, Midorima!“
Takaos Stimme zitterte vor Zorn und schon die Tatsache, dass er den Priester zum ersten Mal überhaupt bei seinem Nachnamen genannt hatte, bewies, dass es ihm sehr ernst war. Dieser wusste nicht wie er reagieren sollte. Also starrte er nur weiter zu dem Tengu empor.

Takao drehte sich um als sich eine Hand auf seine Schulter legte.
„Ich übernehme hier. Bring Shintaro in sein Zimmer!“
Keiner im Raum wagte es Akashi zu widersprechen. Auch wenn seine Stimme fast schon liebenswürdig geklungen hatte so war doch unmissverständlich klar, dass er soeben einen Befehl ausgesprochen hatte und keine Missachtung seiner Anweisung duldete. Seine Augen leuchteten und Takao war vorher nie wirklich aufgefallen, dass sie unterschiedliche Farben hatten: eins rot, eins gelb.

„Akashi…? Bist du das…?“
Noch nie hatte Takao Midorima so unsicher erlebt. Der Größere starrte zitternd zu dem anderen Priester empor und der Tengu meinte Angst aber auch ein wenig Trauer in den grünen Augen zu sehen. Akashi lächelte. Durch die heterochromen Augen wirkte es nicht ansatzweise sanft sondern ganz im Gegenteil fast wahnsinnig und der Brillenträger zuckte zusammen als er ihm eine Hand an die Wange legte, dabei tief in seine Augen sah.
„Ich bin Akashi Seijuro. Warum fragst du, Shintaro?“
Doch jener schüttelte nur in einer fast panischen Art und Weise den Kopf und Takao beschloss, dass es an der Zeit war ihn hier rauszuholen. Kurzerhand hievte er sich den Größeren über die Schulter und stellte erneut fest wie erstaunlich leicht er trotz seiner Größe war. Er würde sicherlich keine Probleme haben den Heiler in sein Zimmer zu tragen.
Den gruseligen rothaarigen Priester ignorierend schlängelte er sich um die Betten und machte sich auf den Weg. Er konnte unmöglich riskieren, dass Midorima sich noch weiter verausgabte. Der Brillenträger hatte schon jetzt mehr Ähnlichkeit mit einem Eiszapfen als mit einem Menschen. Er hatte von ein paar Fällen gehört, in denen Heiler beim Ausführen ihres Berufes erfroren waren und wenn er sich Midorimas Hände anschaute, die schon vor einer Weile begonnen hatten langsam blau zu werden, dann war auch der Grünhaarige nicht mehr sehr weit entfernt davon.
„Verdammt nochmal, Shin-chan, warum musst du nur immer so stur sein?“, fluchte er leise vor sich hin während er den Größeren auf den Futon wuchtete und ihn so gut wie möglich zudeckte.
Einen Moment stand er zögernd da, dann kletterte er kurzerhand mit unter die Decke und zog den Priester in eine Umarmung, bevor er ihm die Brille abnahm.
„Damit musst du jetzt leben. Ich kann ja nicht riskieren, dass du mir doch noch erfrierst!“
Eigentlich hatte Takao erwartet, dass der Andere sich wehren würde, aber stattdessen kuschelte er sich noch ein bisschen näher an den Tengu. Dieser sah überrascht auf als er etwas Feuchtes an seiner Wange spürte. Weinte Midorima etwa…?
„Es tut mir leid…“, murmelte der Größere mit schwacher Stimme.
„Shin-chan? Was…?“
Aber der Grünhaarige war bereits eingeschlafen.
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