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Ich werd’ dich nie vergessen

von RamonaXX
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Chris Taylor Elias Grodin
10.02.2017
14.02.2017
3
12.713
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12.02.2017 4.664
 
Die erneute Unterbrechung seiner aufkommenden Lust hatte Elias wiederholt aus dem Takt gebracht und langsam fragte er sich, ob er heute überhaupt noch zum Zug kommen würde. Klar, sie mussten es nicht unbedingt heute machen – aber ein bisschen Schade würde er es schon finden. Zumal es für ihn keinen Grund gab Chris’ Ängste zu teilen.

Es auf so richtig schwule Weise mit ihm zu machen, war Elias gar nicht in den Sinn gekommen! Für ihn lief das hier im ideal Fall auf einen gegenseitigen Handjob hinaus. Aber Chris in den Arsch ficken? Niemals. Das kam Elias dann doch bei all seiner Offenheit und Experimentierfreude befremdlich vor.

Chris war dankbar für die Pause und genoss die Ruhe, die einkehrte. Halbnackt an der Seite von Elias zu liegen, war etwas Vertrautes für ihn. Es war eine Situation mit der er umgehen konnte, weil er sie kannte. Und das Bekannte wiederum gab ihm Sicherheit und Selbstvertrauen zurück.  

Ohne, dass es irgendeine Einladung oder Aufforderung dazu gegeben hätte, suchte Chris Körperkontakt zu Elias. Er rückte ein Stück zu ihm auf, legte die Hand auf seine warme Brust und reckte den Kopf, um ihn sanft auf die Wange zu küssen.

Elias war zuerst überrascht, dass der Junge nach alldem noch auf ihn zukam, dann aber unfassbar erleichtert darüber. Scheinbar war Chris’ Lust noch nicht ganz verflogen. Er wandte ihm das Gesicht zu und ging mit einem zufriedenen Seufzen auf die Annäherung ein.

Lang und innig erwiderte Elias den Kuss, während er seine Hand auf die Hüfte von Chris legte und ihn näher zu sich heran zog. Ihre Geschwindigkeit war nun wirklich eine andere. Aber Elias merkte, dass da noch etwas war, das sich mit diesem Kuss veränderte. Seine Gefühle!

Dass so nah bei Chris zu sein nicht dasselbe war, wie mit einem Barmädchen zusammen zu sein, welches er dafür bezahlte – diese Lektion hatte Elias bereits bei ihrer zweiten Begegnung gelernt. Aber auch mit einer ungezwungenen Bekanntschaft, die es freiwillig und nicht gegen Geld mit ihm machte, war das hier nicht zu vergleichen. Und dass Chris genau wie er ein Mann war, hatte mit dem plötzlichen Sinneswandel, der Elias überfiel ebenso wenig zu tun. Was er in diesen Sekunden fühlte, ging viel tiefer. Dieses warme Gefühl, das da durch seinen Bauch und seinen gesamten Körper strömte, hatte einen ganz eigenen Namen.

Die Augen von Chris öffneten sich als er spürte wie Elias sich sachte aus dem Kuss zurückzog. Zwei große, grüne Augen starrten ihn voller Entgeisterung an und Chris konnte sich nicht entsinnen, dass sein Sergeant ihn jemals zuvor so angesehen hatte.  

Elias’ Gedanken schienen im Anblick von Chris’ braunen Augen Feuer zu fangen. Der Junge war in den letzten Wochen und Monaten so vieles für ihn gewesen: Kleiner Bruder, bester Freund, moralische Stütze, Rettungsanker, vertrauter Gefährte, intimer Partner… Und jetzt keimte da dieses sonderbare Gefühl zwischen ihnen. Mit einem tiefen Ausatmen legte Elias seinen Kopf auf die Brust von Chris. Scheiße, wo bin ich hier nur rein geraten? fragte er sich und schloss die Augen.

Bewegt stellte Chris fest, dass Elias seine Nähe suchte. Es macht ihn glücklich und er zögerte nicht den Arm um seinen Partner zu legen. Ganz locker und ohne die Munkeln anzuspannen hielt er Elias – einfach nur um ihm zu zeigen, dass er da war.

Der Blick von Chris glitt ihre beiden nackten Oberkörper hinab. Die Hosen, die sie trugen, standen noch immer einladend offen. Ein reizvoller Gedanken durchzuckte ihn, denn irgendwie wollte er ja doch. Seine Neugier auf das, was da wohl kommen mochte, war mindestens so groß wie sein Vertrauen in Elias. Also warum eigentlich nicht?

Nach ein paar Minuten harmonischem Schweigens und Haltens erkundigte sich Chris leise: „Elias?“

„Hmh.“, murmelte dieser zurück, ohne die Lider zu heben.

Chris fasste sich ein Herz und begann zu sprechen: „Du hast noch von einem anderen Weg gesprochen es zu machen.“ – Sein Atem kam ins Stocken und er brauchte einen Moment bevor er seinen Wunsch äußern konnte – „Können wir es nochmal versuchen?“

Das waren Worte, auf die Elias nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Hellhörig hob er den Kopf von Chris’ warmer Brust und sah in sein Gesicht. Die Angst des Jungen schien verfolgen zu sein und offensichtlich war es ihm mit seiner Frage ernst. Um Elias’ Mund legte sich ein erfreutes Grinsen. „Klar.“, gab er zurück und hakte zur Sicherheit noch einmal nach, „Fühlst Du dich denn jetzt bereit dazu?“

Chris erwiderte das Grinsen. „Ich denke schon.“, antwortete er zuversichtlich.


Ohne weitere Umschweife zu machen, übernahm Elias wieder das Ruder. Er rutschte etwas hin und her, bis er eine gemütliche Position neben Chris gefunden hatte und versuchte sich in Erinnerung zu rufen, wo sie vor ihrer Pause stehengeblieben waren.

Einladend streckte Elias seinen Arm über die Strohmatte und forderte Chris auf den Kopf darauf abzulegen. Er wollte Nähe zwischen sich und ihm schaffen, denn die entspannte Atmosphäre, die ihr Vorhaben unterstützte, schien endlich da zu sein. Mit nicht zu verkennender Vorfreude begann Elias sich von Neuem der Erregung von Chris’ Körper zu widmen und schickte seine freie Hand gezielt auf Wanderschaft.

Der Arm in seinem Nacken vermittelte Chris Sicherheit und Schutz. Er lag auf dem Rücken und konnte fühlen, wie die Hand von Elias anregend über seine Brust, seinen Bauch und seine Rippen streichelte. Es erzeugte eine wohltuende Wärme auf seiner Haut und nach einer Weile auch ein lustvolles Kribbeln in seinem Glied. Dem guten Gefühl nachspürend sanken Chris’ Augenlider nach unten.

Aus Elias’ Blickwinkel bedurfte es nicht viel, um zu erkennen, dass Chris sich unter den vielen Berührungen außerordentlich wohlfühlte. Es überraschte den Sergeant ein bisschen, wie leicht sie in ihr Spiel zurückfanden. Doch es ging gut; lief flüssig und geschmeidig.

Irgendwann wurde Elias mutiger und sprang mit seiner Hand vom Bauch zu Chris’ Oberschenkel. Schleichend ließ er seine Finger an der Innenseite über den grünen Stoff gleiten. Die verlockende Aussicht auf die offenstehende Hose jagte ihm ein Prickeln in den Schoss und rief gleichzeitig das Bedürfnis hervor endlich vollkommen nackt zu sein.

Chris schnappe nach Luft und seine Lider schnellten erschrocken nach oben als er den leichten Händedruck an seinen Hoden spürte. Hastig atmend hob er den Kopf und blickte zwischen seine Beine. Auch diesmal hatte er es nicht geschafft das Flattern seines Herzens unter Kontrolle zu bringen.

Elias zog rücksichtsvoll seine Hand zurück und legte sie auf Chris’ Bauch. Ohne ein Wort zu sagen, ließ er sie dort, spürte die kurzen, gehetzten Atemzüge unter seiner Handfläche und schaute den nervösen Jungen mit einem beruhigenden Schmunzeln an.

Der Hinterkopf von Chris sank zurück auf Elias’ Arm. Verdammt, dachte er, während sein Blick zur bunten Stoffdecke glitt und er sich keuchend über sich selbst ärgerte, Ich krieg’ das nie hin mich zu entspannen!

Geduldig wartete Elias, dass die Atmung seines Partners ihren ausgeglichenen Rhythmus wiederfand. So schnell würde er nicht aufgeben. Sie waren weit gekommen, da würden sie das letzte Stück auch noch gemeinsam gehen. Mit einem leicht amüsierten Schmunzeln beugte er sich kurzentschlossen über Chris und erstickte dessen bohrenden Selbstzweifel mit einem intensiven Kuss.

Als er dem Mund des anderen wieder das Atmen erlaubte, bat Elias mit eindringlicher Stimme: „Mach die Augen wieder zu.“

Chris reagierte verdutzt: „Was?“

„Ja“, bestätigte Elias mit einem auffordernden Nicken, „Mach einfach deine Augen wieder zu.“ Während des Küssens war ihm eine Idee gekommen.

Mit einer „Schlimmer-kann-es-eh-nicht-werden“-Haltung schloss Chris, ungläubig über die Wirkung, seine Augen.

Er hörte die Stimme von Elias in sein Ohr raunen: „Und jetzt… tief durch den Bauch atmen.“

Chris holte tief Luft und spürte wie die Hand auf seiner Bauchdecke mitging.

„Genau.“, lobte Elias und animierte Chris zum Weitermachen, „Immer schön gegen meine Hand atmen.“

Seine Gedanken waren beim Küssen zurück zu dem Mädchen von damals gewandert. Er hatte sich daran erinnern können, dass sie ebenfalls große Probleme damit gehabt hatte sich zu entspannen, und auch wie sie diese Hürde gemeinsam gemeistert hatten.

Auf ihrem Bauch angefangen, war Elias mit seiner Hand immer tiefer und tiefer gerutscht und schließlich in ihr Höschen getaucht. Sie erst mal nur zu streicheln und mit ihrer Perle zu spielen, anstatt ihr gleich mit seinem Riemen zu kommen, hatte das Mädchen beruhigt und ihr die Angst genommen. Außerdem hatte es Elias mächtig scharf gemacht. Vielleicht würde das bei Chris ja auch funktionieren?

Die Aufmerksamkeit darauf gerichtet mit gleichmäßig tiefen Atemzügen den Kontakt zu Elias’ Handfläche nicht zu verlieren, fand Chris tatsächlich in einen Zustand der Entspannung. Nichts zu sehen, erleichterte ihm dabei komischer Weise das Loslassen. Dennoch wehrte sich sein Verstand zunächst dagegen die Kontrolle vollends abzugeben. Gib dir einen Ruck, Mann, sagte er in Gedanken zu sich selbst, Lass es zu.

Die Finger von Elias hatten mittlerweile den empfindlichen Bauchnabel erreicht und schoben sich erwartungsfroh tiefer. Er streifte die feinen Zähnchen vom Reißverschluss und krabbelte unter den grünen Stoff der Hose. Ein amüsiertes Lächeln erschien auf seinem Gesicht als er auf weichen Bauwollstoff traf – Chris hatte eine Unterhose an!

Viele der Neuen trugen noch Unterhosen, wenn sich in ’Nam ankamen. Doch wenn sie erst mal kapiert hatten, dass ihre Arbeit im Busch zuweilen daraus bestand durch hüft- und brusthohes Wasser zu waten, wurde ihnen schnell klar, wie überflüssig dieses Kleidungsstück war. Ein dauerhaft feuchtes Klima zwischen den Beinen war ohnehin ungesund. Wer wollte schon Dschungelfäule am Sack bekommen?

Elias fuhr mit seinen Fingern verspielt an dem Gummizug entlang, bis er eine sanfte Erhebung spürte. An Chris’ Becken tauchte seine Hand unter das elastische Material und glitt langsam die Leiste hinab. Weicher, verwundbarer Haut folgten schon bald die ersten Schamhaare, die sich struppig und zugleich geschmeidig gegen seine forschen Fingerkuppen sträubten.

Den Blick auf Chris’ Gesicht geheftet, schob er seine Hand weiter. In der Hose war es warm; sehr warm sogar! Elias spürte wie Chris in seinem Arm lag und atmete. Die Nähe zu ihm tat gut, wollte er doch, dass der Junge genau mitbekam, was er da tat. Feinfühlig tastete Elias sich vorwärts.

Als Chris das erste Streicheln an seinem Schaft wahrnahm, zog er scharf die Luft ein und besann sich sogleich auf ein ruhiges Ausatmen. Stöhnend kippte sein Kopf zur Seite und er spürte beruhigend Elias’ Arm in seinem Nacken. Obwohl es nur eine kurze Berührung gewesen war, war Chris hin und weg von dem Gefühl.

Es erinnerte ihn daran wie er als junger Teenager in seinem Zimmer heimlich unter der Bettdecke masturbiert und zum ersten Mal einen Orgasmus erlebt hatte. Das hier war nicht minder intensiv – Eigentlich sogar intensiver, denn die Hand, die ihn reizte gehörte diesmal nicht zu seinem Körper! Mit Wonne stellte Chris fest, dass seine feuchte Erinnerung es ihm leichter machte, sich zu entspannen und Elias zu genießen.

Zu sehen, zu hören und zu fühlen wie Chris unter seinen Fingern in einen Zustand sexueller Erregung fiel, hatte die beabsichtigte Wirkung auf Elias – es ließ ihn hart werden. Wenngleich sie von jeder Art von Höhepunkt noch weit entfernt waren, wirkte allein der Anblick des erregten Jungen in seinem Arm unvorstellbar luststeigernd auf ihn. Elias konnte nicht anders. Er musste erst sich selbst helfen, ehe er Chris weiter verwöhnen konnte.

Vorsichtig zog er seine Hand aus dem glutwarmen Nest zurück und griff in seinen eigenen Schritt. Mit einer routinierten Bewegung hatte Elias sein steifer werdendes Glied von der engen Hose befreit und sich Luft und Platz verschafft. Jetzt konnte es weitergehen.

Bei mir bist Du sicher, dachte Elias und lehnte sich mit seinem Oberkörper bei Chris an, während er seine Hand beim wiederholten Eintauchen tiefer in dessen Hose steckte. Er wollte seinen Freund nicht nur in einen Orgasmus treiben, er wollte auch möglichst nah bei ihm sein, um Chris das Gefühl zu vermitteln, dass er nicht allein war und um ihn in seiner Welle aus Emotionen auffangen zu können, falls das nötig sein würde.

Behutsam umfasste er das überempfindliche Körperteil und holte es mit einer sanften Bewegung unter dem Gummizug der Unterhose hervor. Es war das erste Mal, dass Elias daran dachte, dass es auch für Chris von Vorteil war seinen ersten Sex mit einem anderen Mann zu haben. So war zumindest sichergestellt, dass ihm keine Frau wehtat.

Elias hatte da vor zwei Jahren mal eine unliebsame Erfahrung gemacht. In einem der verruchteren Bordelle von Saigon war er an eine fast schon nymphomanische Furie geraten, die nicht gerade zimperlich mit seinem Riemen rumgesprungen war. Es war nur ein einziges Mal gewesen, aber das hatte ihm voll und ganz gereicht!

Wie geil er Frauen auch fand und wie gut sie im Bett auch immer sein mochten – wie es sich für einen Mann anfühlte, wenn eine Hand, ein Ellenbogen, ein Knie – oder was auch immer – unsanft gegen einen voll aufgerichteten Schwanz stieß, würden diese Geschöpfe von der anderen Seite niemals begreifen!

Geduldig und mit viel Feingefühl begann Elias Chris einen runterzuholen. Seine Hand vollführte schöne, lange und gleichmäßige Züge. Immer auf und ab. Und nicht zu schnell am Anfang. So wie er es bei sich selbst auch am liebsten hatte. Zufrieden nahm Elias wahr, wie das beste Stück seines Partners rasch an Größe und Festigkeit gewann.

Chris war inzwischen vollkommen von der Rolle und hatte Schwierigkeiten sich in seiner aufschaukelnden Ekstase wiederzuerkennen. Sein Kopf lag auf der Seite. Die Augen geschlossen, hatte er den Mund leicht geöffnet und das stetige Keuchen, dass aus seiner Kehle dran, hallte in seinen Ohren nach.

Er wusste genau was Elias da machte. Er konnte es schließlich fühlen! Doch irgendetwas hielt ihn standhaft davon ab ihm dabei zusehen zu wollen. Chris fühlte sich wohler damit, die Lider geschlossen zu halten und sich einfach in seiner Erregung gehen zu lassen. Würde dieses verrückte Spiel wirklich so weit gehen, bis er kam?

Neugierig hielt Elias inne und betrachtete eingehend sein Werk. Es hatte nicht lange gedauert bis sich das Glied von Chris’ in seiner Hand aufgerichtet hatte. Irgendwie war es sonderbar einen anderen Stängel als den eigenen zu reiben, doch Elias fand Gefallen daran und stellte sich plötzlich Fragen, die er sich noch nie zuvor gestellt hatte. Wie wohl Schwanz schmeckte? Vielleicht so gut wie Chris’ Haut duftete? Aber das konnte er auch ein andermal herausfinden. Jetzt stand etwas anderes im Mittelpunkt.

Zielstrebig setzte Elias seine Massage fort und holte Anlauf für den Höhepunkt. Er hatte die Absicht Chris ein schönes Erlebnis zu schenken, dass ihm angenehm in Erinnerung bleiben würde. Dazu rutschte Elias ein klein wenig zu Seite und wanderte mit seinem Blick nach oben.

Der Kopf von Chris lag weiterhin auf seinem ausgestreckten Arm und bei genauerem Hinsehen konnte Elias feine Schweißperlen auf der Stirn erkennen. Es war ein zu verlockendes Bild. Jede Bewegung, die er mit der Hand ausführte, spiegelte sich in Chris’ Mimik wieder.

Wurde sein Griff straffer, wurden auch die Gesichtszüge des Jungen verbissener. Ließ er etwas locker, entspannten sich die verkniffenen Gesichtsmuskeln für einen Moment.

Elias beugte sich über Chris und neigte seinen Kopf bis sich ihre Wangen berührten. Der warme, stoßweise Atem, der sein Ohr streifte, trieb seine Hand beinah zwanghaft vorwärts. Er hatte das Gefühl Chris so nah wie nur irgend möglich zu sein!

Das starke Reiben an seinem steifen Glied ging weiter und wurde mehr und mehr fordernd. Chris glaubte jede Sekunde den Verstand zu verlieren. Die Kontrolle, so schien es, hatte er längst verloren – oder doch abgegeben? Zweifel brachen über ihn herein. War er wirklich bereit dafür?

Unerwartet spürte Elias eine Art inneren Widerstand. Da war etwas, dass Chris im Kopf festhalten ließ. Er schien nicht bereit zu sein endgültig loszulassen und sich ihm anzuvertrauen. Daran würde auch heftigeres Reiben an Chris’ hartem Schwanz nichts ändern.

Sicher, irgendwann würde sein Körper aus der lustvollen Erregung raus wollen und zum Orgasmus kommen. Aber es würde ein erzwungener Samenerguss werden. Elias wusste, dass war nicht dasselbe, wie wenn der Kopf frei war und freiwillig mitging.

Selbst vor Erregung keuchend, flüsterte er in Chris’ Ohr: „Hab Vertrauen – trau dich!“ Elias wollte ihn sanft ermutigen, ohne ihn zu drängen. Und falls es wirklich Mut war, der Chris fehlte, dann hatte er ihn jetzt gefunden.

Sekunden später fühlte Elias den nahenden Höhepunkt. Er wollte es zuerst nicht glauben, aber der warme Saft, der über seine Finger rann, bestätigte es: Chris kam tatsächlich in seiner Hand!

Nach Halt in seinem intimsten Moment suchend, presste Chris sein Gesicht an die Wange von Elias. Dabei hielt er mehrmals unbeabsichtigt die Luft an, nur um sie gleich darauf wieder auszustoßen. Was Chris in diesen Sekunden fühlte, war mit nichts zu vergleichen, dass er kannte – es war einfach das eindringlichste und intensivste Gefühl von sich selbst, dass er je in seinem Leben gehabt hatte.

Elias, der ebenfalls nach Luft rang, hatte ein glückliches, gelöstes Lächeln auf den Lippen. Das war ein echter Orgasmus, so wie er sein sollte – angstfrei und ohne Blockade im Kopf. Mit Bedacht löste er seine Hand nach dem letzten Stoß von Chris’ pulsierendem Glied und wischte sie vorsichtig am Bauch ab. Vom Glück noch ganz berauscht, lies Elias sich neben Chris auf den Rücken sinken. Nun war er an der Reihe…


Es dauerte etwa zehn Atemzüge bis Chris das Gefühl hatte, wieder Herr über seinen Körper zu sein und noch mal so lange bis sein Verstand verarbeitet hatte, was hier gerade passiert war.

Die Augen weiterhin geschlossen, nahm er die Umgebung mit seinen anderen Sinnen wahr. Elias’ Arm ruhte noch immer in seinem Nacken und neben sich vernahm er ein seltsames Rascheln. Es hörte sich an wie knitteriger Stoff, der über Haut geschoben wurde. Neugierig darauf den Ursprung des Geräusches ausfindig zu machen, hob Chris die Lider.

Rote und blaue Tücher tauchten in seinem Blickfeld auf und nach kurzer Orientierung, schwenkte sein Blick zur Seite. Elias schien mit einer Hand beharrlich an seiner Hose zu fummeln. Chris stützte sich auf seine Ellenbogen, um besser sehen zu können.

Mit zunehmender Ungeduld mühte Elias sich damit ab aus seiner Hose zu kommen. Er hatte endgültig genug davon; wollte raus aus dieser beklemmenden Enge, sich frei fühlen und seinen Körper in vollen Zügen genießen.

Dass er seinen zweiten Arm nun wieder frei bewegen konnte, vereinfachte die Sache erheblich. Wenngleich ein unangenehmes Kribbeln durch seine Hand zog, da der schwere Kopf von Chris doch etwas zu lange auf seinem Unterarm gelegen hatte. Elias’ starker Drang nach Befriedigung überspielte dieses Taubheitsgefühl jedoch. Er wollte jetzt nur noch das Eine!

Mit einer Mischung aus Faszination und Benommenheit starrte Chris auf den Sergeant, der sich im Liegen seine Hose auszog. Es war keineswegs das erste Mal, dass er Elias komplett nackt sah. Sie hatten schon öfters im Basiscamp in der behelfsmäßigen Dusche, die nur aus ein paar nachlässig zusammengenagelten Brettern bestand – die mehr offenbarten als verbargen – neben einander gestand.

Auch konnte Chris sich erinnern, dass Elias mal mit ein paar anderen Verrückten sich die Kleider vom Leib gerissen hatte und splitternackt aus ihrer Unterkunft getürmt war, um nach wochenlanger Trockenheit im unverhofften Wolkenbruch ein ersehntes Bad zu nehmen. Doch diesmal war irgendetwas anders an dem Anblick seines nackten Sergeants.

Der halb aufgerichtete Penis von Elias schien eine magnetähnliche Wirkung auf Chris zu haben. Und nicht nur sein Glied, sein ganzer Körper – die sonnengebräunte Haut im Gesicht und an den Armen; der drahtige Brustkorb, von verblassenden Narben alter Verletzungen gekennzeichnet; der empfindliche Bauch; die weich anmutende Schambehaarung; der kreideweiße Hautton, unterhalb der Hüfte, der für gewöhnlich von Kleidung verdeckt wurde und die erkennbar behaarten Beine – all das zog Chris an.

Ihm war nicht klar aus welchem verborgenen Winkel seines Ichs dieser Wunsch kam, aber er wollte Elias in derselben Situation erleben, wollte ihm das gleiche Erlebnis schenken, es mit ihm teilen.

„Du auch.“, war alles was Chris hervorbrachte als er sich über Elias beugte und anfing ihn zu masturbieren.

Elias hätte gerne etwas geantwortet, aber das Gefühl, das in diesem Moment durch seinen Schoss zuckte, sorgte dafür, dass die eingeatmete Luft seine Lungen in einem flachen Stöhnen, statt in einem verständlichen Satz verließ.

Ursprünglich hatte er selbst Hand anlegen wollen, doch der lustvolle und beherzte Griff von Chris, hatte dieses Vorhaben überflüssig gemacht. Jetzt blieb Elias nur die Option das Ganze zu genießen.

Ihre Begegnung glich diesmal wahrhaft einer Achterbahnfahrt. Immer wieder waren sie unterbrochen worden; erst von Chris’ Geständnis, dass er noch Jungfrau war und dann von seiner Angst, Elias könnte irgendetwas Schmerzvolles von ihm verlangen. Und immer wieder hatten sie zusammengefunden; waren vertrauensvoll auf die Bedenken und Wünsche des anderen eingegangen und hatten nicht aufgeben wollen einen Höhepunkt zu erreichen.

Seine eigenen Bedürfnisse hatte Elias dabei zurückgestellt, um ganz für Chris da sein zu können. Er hatte sich bereits damit abgefunden heute keinen Ausgleich dafür zu bekommen, doch jetzt tat Chris ihm diesen unglaublichen Gefallen. Was für eine Entlohnung!

Elias hatte zunächst befürchtet, es könnte nur ein verdammt realer, feuchter Traum sein, aber das hier war echt! Chris gab ihm tatsächlich einen Handjob. Und es fühlte sich sagenhaft gut an! In seiner steigenden Lust vollkommen aufgehend, schmolz Elias’ Stimme zu einem genüsslichen Seufzen zusammen. „Oh, Chris…“, flehte er voller Hingebung und schaute durch halbgeschlossene Lider zu ihm auf, „Mach weiter.“

Chris dachte nicht darüber nach, was genau er da tat – er tat es einfach, angetrieben durch Elias’ Stöhnen und dessen heftige körperliche Reaktion. Seine eigene Tarnanzughose mehr aus- als angezogen, hatte er sich neben ihn gekniet und bearbeitete unnachgiebig das harte Glied von Elias. Mit den gleichen, sich steigernden Bewegungen, wie er sie selbst eben erfahren hatte, rieb Chris am Schaft auf und ab und fieberte dem finalen Moment entgegen.

Das Stöhnen von Elias wurde lauter, eindringlicher, intensiver. Fast wahnsinnig vor Lust verdrehte er mit einem Lächeln die Augen und seine Lider flackerten ein paar Mal, bevor sie sich schlossen. Das ist zu geil, um wahr zu sein, dachte Elias noch, bevor sein Denken komplett aussetzte und ein sich Schalter in seinem Kopf umgelegte.

Plötzlich hob er seine Hände, packte das Handgelenk von Chris und befreite sich aus dessen Griff. Nur eine halbe Sekunde später hatte er den Jungen rücklings zu Boden gezwängt und hielt ihn mit seinem Eigengewicht unten, während er ihm einen stürmischen Kuss auf die Lippen presste. So lange hatte Elias auf diesen Augenblick gewartet – da würde er ein, zwei Minuten mehr auch noch durchhalten. Genuss war schließlich Etwas, das man dehnen konnte.

Noch nie hatte Chris sich zur gleichen Zeit so wehrlos und wohl gefühlt. Die große Zunge von Elias leckte durch seinen Mund und mit der Hand zerrte der Sergeant ungeduldig an seiner restlichen Kleidung. Als Chris begriff, was Elias vorhatte, half er bereitwillig mit. Er hakte seine Daumen in den Bund von Hose und Unterhose, hob den Po vom Boden und schob beides nach unten.

Elias unterbrach ihr Zungenspiel kurz und hatte ein lüsternes Glitzern in den Augen als er von Chris abließ, um ihm beim Ausziehen zur Hand zu gehen. Nur einen winzigen Augenblick erlaubte er es sich innenzuhalten und den nackten, fast unversehrten Körper von Chris zu bewundern. Dann stürzte er sich erneut auf den Jungen und vereinnahmte ihn mit allem, was er zu bieten hatte.

Ein heißer Schauer jagte Chris Wirbelsäule vom Steiß bis zum Nacken hinauf als Elias sich mit seinem nackten Körper auf ihn legte. Nie zuvor war er unbekleidet so eng mit einem anderen Menschen zusammengekommen – noch dazu mit solch fesselnder Erotik!

Da war nicht nur Elias’ Zunge, die sein Blut in Wallung brachte, auch das Gewicht und die starke Körperwärme heizten Chris mächtig ein. Doch was ihn wirklich zurück in einen Rausch versetzte, waren die Berührungen von Elias’ erregtem Glied an den Innenseiten seiner Schenkel und an seinem eigenen Penis.

Die Handflächen seitlich von Chris platziert, hatte Elias sich tief über ihn gebeugt. Unablässig küsste er den Jungen, wobei er schnaubend durch die Nase atmete und nur etwa jeder zweite Kuss wirklich die Lippen traf. Die anderen verunfallten auf Chris’ Wangen oder seinem Kinn. Elias’ ganze Körperbeherrschung war darauf fixiert sein Becken vor und zurück zu bewegen. Irgendwo da unter steckte sein Schwanz, und auch der von Chris. Und alles was Elias wollte, war sich so lange daran zu reiben bis er kam.

Chris war fest davon überzeugt jede Minute eine zweite Erektion zu bekommen. Er konnte nicht das Geringste sehen, aber er konnte fühlen! Und was er fühlte, – neben den Küssen von Elias – beflügelte seine Fantasie mächtig. Wild entschlossen ihn bis zum Ende zu reizen, zwängte Chris seine Hand zwischen ihre verschwitzten Körper, tastete nach Elias’ steifem Penis und fingen an die Vorhaut zu reiben.

Von der starken Stimulation angeturnt, ließ Elias das Küssen sein. Er brauchte den Mund jetzt zum Atmen. Er drückte seine Stirn gegen die Schulter von Chris und stellte sich mit seinem keuchend Atemzügen auf den Rhythmus von Chris’ Hand ein. Es war fast so ähnlich wie richtiger Sex. Nur dass sein bestes Stück eben in einer Hand und nicht in einem Mädchen steckte.

Die Bewegungen von Chris wurden schneller und im gleichen Maß steigerte auch Elias das Tempo, mit dem er sein Becken bewegte, um den erregenden Druck noch weiter zu erhöhen. Hemmungslos schaukelten sich die beiden Männer hoch, blendeten ihre Umwelt restlos aus und ließen alles hinter sich.  

Elias fühlte ein leichtes Stechen im unteren Bereich seiner Lenden und wusste, dass es nur noch eine Frage von Sekunden war. Ein letztes Mal warf er sich seinem Partner entgegen und presste sein Becken gegen das von Chris. Dann kam er – heiß und erlösend.

Chris konnte spüren wie Elias von einem sehnlichen Stöhnen begleitet in wenigen, kurzen Abständen ejakulierte. Es war ein berauschendes Gefühl und Chris war überwältigt von der tiefen Intimität, mit der Elias sich selbst auf- und ihm hingab. Er legte alles offen, seine ganze Verletzlichkeit, seine ganzen Sehnsüchte, seine ganze Menschlichkeit.

Der Höhepunkt von Elias ging vorüber und mit einem schweren Ausatmen ließ er sich auf Chris sinken. Erschöpft, aber unsagbar tief befriedigt blieb er liegen.

Kurzweilige flammte Panik in dem jungen Soldaten auf. Es war dasselbe Gefühl, das er vor ein paar Wochen empfunden hatte als Elias in seinem Arm in Tränen ausgebrochen war. Doch dankenswerterweise löste sich dieser unbegründete Schreck rasch in Wohlgefallen auf.

Nach Luft ringend lag Chris unter Elias und lauschte von einem himmlischen Hochgefühl getragen ihrem synchronen Keuchen. Er verspürte den Wunsch die Arme um ihn zu schlingen und zog vorsichtig seine Hand zwischen ihren bebenden Körpern hervor. Sie war feucht vom vielen Schweiß und klebte ein wenig von Elias’ Sperma. Chris legte sie dennoch auf den warmen Rücken seines Partners.

Während sich sein Atem mühsam beruhigte, spürte Elias der Hitzewelle in seinem Körper nach. Er war mit voller Leidenschaft gekommen und der Grad, der Befriedigung war definitiv ein anderer. Was Elias fühlte, war der feine Unterschied, ob er sich mit einem Joint in seine Hängematte legte und sich gepflegt einen runterholte oder ob ein zweiter Mensch, ein zweiter Körper, eine zweite Seele daran beteiligt war.

Überhaupt hatte er in den letzten Wochen viel seltener das Bedürfnis nach Selbstbefriedigung verspürt. Der enge Kontakt mit Chris nahm eine Menge Stress von Elias Schultern, den er sich sonst regelmäßig von der Seele gerubbelt hatte. Seinen Kummer dadurch loszuwerden, dass er ihn mit diesem besonderen Jungen teilte, war für ihn weitaus angenehmer und effektiver.

Endlich hatte Elias sich wieder soweit gefangen, dass er mit Chris Blickkontakt aufnehmen und kommunizieren konnte. Er öffnete die Augen, drückte sich hoch und als er in Chris’ emotionsüberflutetes Gesicht sah, küsste er ihn vollkommen unbedarft aus der Glückseligkeit des Momentes heraus.

Nie hatte Chris so viel Dankbarkeit in einem Kuss gespürt. Es war mehr als er in Worten jemals hätte ausdrücken können.

Zeitgleich schlugen die zwei ihre Augen wieder auf und verweilten sekundenlang mit ihren Blicken in den Augen des anderen. Liebevoll lächelte Elias als er bei Chris die gleiche Erfüllung entdeckte, wie er selbst sie empfand.

Ein Blinzeln unterbrach ihren Blickkontakt und Elias nutzte die Gelegenheit sich von seinem Partner herunter zu wälzen.

Von Chris war ein erleichtertes Schnaufen zu hören. Er wusste genau was er jetzt wollte.

Als könne Elias diesen Gedanken lesen, hauchte er sanft: „Komm her.“ Und kaum dass Chris sich bei ihm anschmiegte, legte er schützend den Arm um ihn.


A.N.
An dieser Stelle gibt es eine kleine Atempause. ;-)
Selbstverständlich schließt sich noch ein sanftes „Auslaufen“ an.
Das kommt dann im dritten und letzten Kapitel!
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