Aki no Uta ~ Autumn Song

KurzgeschichteRomanze / P16
Kikuchi Touma OC (Own Character)
09.02.2017
14.07.2018
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09.02.2017 1.383
 
Nachdem ich den Manga gelesen hatte, musste ich einfach eine Geschichte zu Touma schreiben, weil er mir einfach leid tat. Ich hoffe sie gefällt euch :)
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„Hey Touma, ist es wirklich okay für dich, wenn wir diesen Song spielen?“, fragte Kisyun seinen Bandkollegen und sah ihn skeptisch an, als dieser zu lächeln begann. „Ja, ist schon gut.“
Er sah wirklich niedergeschlagen aus und der Grund dafür gefiel Kisyun gar nicht. „Warum warst du eigentlich mit einem Mädchen zusammen, das immer noch in einen anderen Kerl verliebt war?“ Er seufzte. „Bevor man sich dermaßen die Finger verbrennt, wäre es doch besser gewesen, du hättest sie einfach im Stillen angehimmelt, oder?“
„Du hast wirklich nichts begriffen, Shun“, antwortete Touma kopfschüttelnd und starrte vor sich hin. „Einfach nur bis über beide Ohren in jemanden verliebt zu sein, das kann doch jeder. Und ich wollte nicht zu so jemand werden. Absolut nicht.“
Er hielt kurz inne, bevor er seufzend fortfuhr: „Ich wusste von Anfang an, dass ich schlechte Karten habe. Und dieser Moment war wahrscheinlich meine einzige Chance zwischen die beiden zu kommen. Auch wenn ich sie etwas unter Druck gesetzt habe, ich habe alles auf eine Karte gesetzt. Deswegen bereue ich nicht, was ich getan habe.“
Als er sein Gesicht seinen Freunden zuwandte, sah man darauf ein ehrliches Lächeln und das schien auch Kisyun zu besänftigen. Als sie plötzlich eine Stimme aus dem Unteren des Treppenhauses hörten, verstummten beide.
„Wie bitte? Ich soll bei euch singen?“, fragte eine dunkle Mädchenstimme, welche leicht verwirrt klang. „Abgesprungen? Eure Sängerin ist echt abgesprungen?“ Eine kurze Pause. „Ja klar, singe ich bei euch. Welcher Song?“
Ein Mädchen mit braunen, knapp schulterlangen Haaren erschien im Blickfeld der Jungen und Touma konnte nicht anders, als ihr direkt ins Gesicht zu starren. Ihre Haare fielen ihr in leichten Locken um das Gesicht und ihre Augen, welche Touma anblickten, waren so hell, dass sie beinahe weiß wirkten.
Das Mädchen blinzelte und wirkte für einen Moment verwirrt, bevor sie sich fing und ins Telefon sagte: „Oh äh sorry, welcher Song?“
Trotzdem warf sie Touma ein kleines Lächeln zu, bevor sie an ihm vorbei ging und eine kurze Entschuldigung murmelte. Dann verschwand sie durch die Tür oberhalb der Treppe.
Zuerst herrschte Schweigen unter den drei Jungs, bis schließlich Kishyun das Wort ergriff. „Oh man, war sie schön.“
Touma konnte ihm nur zustimmen, denn ihre Augen hatten sich in seinen Kopf gebrannt und tauchten immer wieder vor seinem inneren Auge auf. Sie waren so hell und blickten klar und offen, aber gleichzeitig war etwas Verletzliches und Unscheinbares in ihnen. Da merkte Touma plötzlich, dass Futaba für einen kurzen Augenblick aus seinen Gedanken verschwunden war und stattdessen dieses fremde Mädchen seinen Geist ausfüllte. Sie hatte ihn abgelenkt und er hatte das erste Mal, seit Futaba sich von ihm getrennt hatte, an etwas anderes gedacht. Er wollte sie um jeden Preis wiedersehen.
Haruhiko stand plötzlich auf und ging zur Tür. „Ich muss los. Wir sehen uns gleich.“
Dann war er verschwunden und Kisyun sah Touma fragend an. „Was war denn das?“ Aber Touma konnte auch nur die Schultern zucken, woraufhin Kisyun seufzte. „Lass uns reingehen, gleich fangen die ersten Bands an.“

Drinnen angekommen erwartete sie eine große Halle mit einer geräumigen Bühne und reichlich Platz für die vielen Menschen, die sich schon versammelt hatten. Die beiden Jungen kämpften sich durch die Menge, um zum VIP Eingang zu kommen und blieben dort in der Nähe stehen, um sich die Acts anzusehen.
„Ganz schon voll“, rief Touma seinem Freund über den Lärm hinweg zu, welcher zustimmend nickte. Dann wechselte er jedoch das Thema. „Das Mädchen von vorhin. Du hast sie so angestarrt. War irgendwas?“
Touma schüttelte nur genervt den Kopf. Er hasste es, dass Kisyun immer alles bemerkte. „Ich muss auf’s Klo“, wich er aus und verschwandt durch die VIP Tür, weil er keine Lust auf weitere Fragen hatte.
Im VIP Bereich waren deutlich weniger Menschen und Touma atmete erleichtert auf. Solche Menschenaufläufe waren einfach nichts für ihn. Er sah sich suchend nach der Toilette um, da er überraschenderweise wirklich mal musste, fand jedoch statt der Toilette das Mädchen von vorhin. Sie stand in einer Gruppe von sechs Jungen und einem Mädchen und lachte ausgelassen.
„Das war ihre Ausrede? Ich fasse es nicht“, grinste sie einen Jungen mit dunklen Haaren an, welcher sich verlegen an den Kopf fasste. „Ich weiß. Ich glaube wir sollten sie rauswerfen. Hey, Hibiko willst du stattdessen singen?“ Er wandte sich an ein zierliches Mädchen mit dünnen, hellen Haaren, welche schüchtern die Hände hob. „Ich kann nicht singen, tut mir leid.“
Seufzend strich sich der Junge durch das Haar. „Verdammt, dann müssen wir wirklich suchen.“
Ein anderer Junge winkte jedoch ab. „Zum Glück singt Chiba heute für uns. Nicht wahr, Takeru?“
„Richtig“, rief der Dunkelhaarige und legte einen Arm um Akanes Schultern. „Dafür dankt dir die ganze Band!“
Akane lächelte nur und wand sich aus seiner Umarmung, als plötzlich ein weiteres Mädchen angelaufen kam.
„Akane-chan! Hier sind die Sachen, um die du mich gebeten hast!“, rief sie und überreichte ihr atemlos eine Tüte.
„Super, ich danke dir“, lächelte diese und warf einen Blick in die Tüte. „Ich such dann mal kurz die Toilette und zieh mich um.“
„Beeile dich, Akane, wir sind gleich dran“, sagte das Mädchen namens Hibiko und ihre Freundin nickte ihr zwinkernd zu. „Keine Sorge, ich werde da sein.“
Akane trug eine typische Schuluniform mit einem kurzen, dunkelblauen Rock, hohen Kniestrümpfen und einem weißen Hemd mit einer roten Schleife. Darüber trug sie einen schwarzen Blazer mit dem Schullogo darauf. Touma kannte das Logo nicht, also ging sie wahrscheinlich nicht auf eine Schule in der Umgebung. Ihre Haare waren etwas kürzer, als es anfangs erschien, denn sie reichten ihr nur bis knapp über das Kinn und gaben ihrem Gesicht durch die gewollte Unordentlichkeit einen gewissen Reiz.
Touma bemerkte vor Bewunderung gar nicht, dass sie direkt auf ihn zukam, aber als sie dann vor ihm stand, realisierte er, dass er ihr den Eingang zur Toilette versperrte, vor der er die ganze Zeit gestanden hatte.
„Äh, Verzeihung, ich müsste mal hier durch“, murmelte sie, hob dann jedoch den Blick und hielt inne. „Du bist doch der von vorhin“, rief sie erfreut und lächelte Touma freundlich zu, welcher sich nicht von der Stelle rührte. Sie fasste seine Verwirrung völlig falsch auf und fasste sich verlegen an den Kopf. „Ich versteh schon, ich war vorhin wahrscheinlich etwas unhöflich. Das tut mir wirklich leid“, sagt sie nervös und ließ einen unsicheren Lacher hören.
Erst da konnte Touma auf sie reagieren und hob sofort die Hände. „Nein, nein, das war wirklich nicht schlimm. Mach dir keinen Kopf.“
Akane lächelte erleichtert, aber als Touma fortfuhr änderte sich ihr Gesichtsausdruck.
„Ich musste dich nur gerade so ansehen, weil du so schön bist“, sagte er noch bevor er seine Worte wirklich verstand. Als sie jedoch in seinem Kopf widerhallten, starrte er sie entsetzt an, welchen Blick sie ebenso überrascht erwiderte. Ihr Kopf färbte sich hochrot und sie wich seinem Blick aus, während er sie nur sprachlos ansah. Hatte er das gerade wirklich gesagt?
Die beiden standen sich schweigend gegenüber und je länger die Stille anhielt, desto peinlicher wurde es, bis Touma irgendwann das Wort erhob.
„Es tut mir leid, was ich gesagt habe. Das war zu direkt, entschuldige“, murmelte er vorsichtig und verdeckte verlegen mit der Hand seine Augen. Er bereute es, das Klo gesucht zu haben. Er hätte einfach bei Kisyun bleiben und sich seinen Fragen stellen sollen; das wäre weniger peinlich geworden als diese Begegnung.  Er konnte ihr nicht mehr ins Gesicht sehen und wollte nach einer weiteren gemurmelten Entschuldigung gehen, aber als er sich wegdrehen wollte, vernahm er ihr leises Lachen.
„Du bist wirklich süß“, kicherte Akane und lächelte ihn an. „Wie heißt du?“
Touma  errötete bei ihren ehrlichen Worten und spürte gleichzeitig ein leichtes Ziehen in seinem Bauch. „Ich bin Touma Kikuchi“, murmelte er und vergrub verlegen die Hände in seinen Hosentaschen, doch als sie breit lächelte, musste er zurück lächeln.
„Mein Name ist Akane Chiba …“, setzte sie an, wurde jedoch von dem Mädchen unterbrochen, welche bei den Jungen stand. „Akane? Bist du soweit?“
Sie warf Touma einen erschrockenen Blick zu. „Ich muss los, wir sind gleich dran! Vielleicht sieht man sich nachher nochmal“, lächelte sie und noch bevor Touma etwas erwidern konnte, war sie verschwunden.
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