Überraschungen

GeschichteAllgemein / P12
Harvey Specter Michael "Mike" Ross
08.02.2017
08.02.2017
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Harvey ließ sich auf sein Sofa sinken, ein Glas Scotch in der Hand, und lehnte seinen Kopf an die Lehne hinter sich. Es war ein langer Tag gewesen vor Gericht, doch letzten Endes hatte es sich gelohnt und er gewonnen. Wie üblich.

Er hörte die Tür seines Schlafzimmers aufgehen und drehte lächelnd den Kopf.
„Ich gehe jetzt duschen. Sicher, dass du mich nicht begleiten möchtest?“, sagte eine Stimme.
„Verlockend,“ schmunzelte er. „Aber nein, ich trinke das hier noch aus und bestelle dann etwas zu essen.“
Die Tür schloss sich wieder und Harvey nippte erneut an seinem Glas, bevor er nach seinem Telefon griff um das Abendessen zu bestellen.

In diesem Moment jedoch klingelte es an der Tür und er legte das Telefon wieder weg und ging zur Tür um diese zu öffnen.
Noch bevor er diese vollständig aufgemacht hatte, stürmte schon eine Person in die Wohnung. Harvey seufzte leicht. „Hallo Scottie, natürlich kannst du reinkommen.“, murmelte er mehr zu sich selbst als zu ihr und folgte ihr in sein Wohnzimmer.
„Ich fordere einen Gefallen ein.“, sagte Scottie, lehnte sich gegen das Sofa, auf dem er eben noch gesessen hatte und reichte ihm eine Akte.
Harvey überflog die sich darin befindenden Dokumente, schüttelte den Kopf und schloss die Akte.
„Scottie, du kannst das unmöglich gewinnen.“, sagte er und reichte ihr die Akte zurück. „Tanner macht vor nichts Halt, wird jede Schwachstelle deines Klienten ausnutzen, und so wie das aussieht, sind das nicht wenige.“
„Ich kann gewinnen, solange Tanner nicht die Gegenseite vertritt.“, beharrte Scottie. „Hast du gesehen wer der Richter ist?“
Harvey nickte. „Und ich nehme an, ich soll ihn davon überzeugen, dass Tanner nicht vor Gericht gehen kann, damit er die Gegenseite nicht mehr vertritt?“ Die dunkelhaarige Frau ihm gegenüber sah ihn bestätigend an.
„Bitte Harvey. Du schuldest mir noch einen Gefallen. Wegen..“, begann sie.  „Ich weiß.“, unterbrach er sie. „In Ordnung, ich gehe mit James Mittag essen und schaue was ich machen kann.“
Scottie lächelte. „Danke Harvey. Darf ich?“, sagte sie und deutete auf den Scotch.

„Ich habe nicht viel Zeit Scottie.“, entgegnete er zögerlich und in diesem Moment hörte er die Dusche im Badezimmer angehen.
„Oho Specter, wir haben noch nicht einmal zehn Uhr am Abend und du hast bereits deine Eroberung für heute gemacht? Ist das nicht ein wenig früh?“, grinste sie und wandte sich neugierig zu der Wand um, hinter der das Geräusch des laufenden Wassers weiter anhielt.
„Scottie.“, zischte Harvey warnend. „Wie gesagt, ich habe keine Zeit..“
Weiter kam er nicht denn sie drehte sich stirnrunzelnd wieder zu ihm um und trat einen Schritt auf ihn zu.
„Moment mal.“, überlegte sie. „Ich habe vor einer halben Stunde erst in deinem Büro angerufen, und dort hat man mir gesagt, dass ich dich um ein paar Minuten verpasst habe, also kannst du noch gar keine Frau aufgegriffen haben, das Zeitfenster reicht selbst für den großen Harvey Specter nicht.“

Leicht genervt strich Harvey sich mit der Hand über das Gesicht.  „Was willst du von mir Scottie?“
Sie grinste erneut und deutete auf die Wand. „Du triffst dich mit jemandem.“
Augenrollend wandte Harvey sich ab, griff nach seinem Glas und leerte es in einem Zug.

„Och komm schon Specter. Nicht so schüchtern. Ist es jemand aus dem Büro?“
Ruckartig fuhr Harvey wieder zu ihr herum, und Scottie lachte laut.
„Ganz offensichtlich jemand aus dem Büro.. hmmm…“, sie tippte sich mit dem Finger an die Stirn, als würde sie überlegen.

„Es ist Donna oder? Ich wusste es die ganze Zeit, die Art und Weise, wie ihr euch anschaut, dass sie immer alles für dich tut, dass ihr euch immer so seltsam verhaltet..“ plapperte sie vor sich hin.
„Scottie..“, versuchte Harvey sie zu unterbrechen.
„.. und ich habe sie tatsächlich mal gefragt, ob sie dich liebt und sie sagte nein, aber trotzdem macht sie immer alles für dich und managt dein Leben und du springst sofort wenn sie ruft, und..“
„Scottie!“, unterbrach Harvey sie harsch und sie schaute ihn überrascht an. „Es ist nicht Donna.“
Sie lachte wieder und schüttelte den Kopf. „Harvey, du musst mich nicht für dumm verkaufen, das mit uns ist so lange vorbei, ich bin nicht so nachtragend. Also ist es vollkommen okay wenn du und Donna..“
„Es ist Mike.“, murmelte er und Scottie unterbrach ihr Geplapper verdutzt.
„Was ist Mike?“, fragte sie verwirrt.

Noch bevor Harvey antworten konnte, schwang die Tür zu seinem Schlafzimmer auf und beide fuhren herum, als Mike in einer von Harveys Trainingshosen herausgeschlendert kam und gerade dabei war, sich ein Shirt über den Kopf zu ziehen.
„Hast du etwas zu essen bestellt? Ich verhungere. Und reg dich nicht wieder auf, dass ich eine Hose von dir..“, er verstummte als er Harvey und Scottie vor der Couch stehen sah.
„Ähm..hi Scottie?“

Scottie drehte sich mit offenem Mund zu Harvey herum. „Ernsthaft?“
Harvey sah sie genervt an. „Natürlich ernsthaft, oder denkst du ich lasse jeden Mitarbeiter von mir einfach bei mir duschen, weil ich so ein gottverdammter Samariter bin?“
„Harvey.“, murmelte Mike leise, doch natürlich hörte dieser ihn trotzdem und schaute mit demselben genervten Blick zu ihm herüber, mit dem er gerade noch Scottie betrachtet hatte.
„Soll ich gehen?“
Harvey schloss kurz die Augen und fuhr sich durch die Haare. Als er die Augen wieder öffnete verbannte er die Genervtheit aus seinem Blick und lächelte den jüngeren Mann an.
„Sei nicht albern, komm her.“
Langsam setzt sich Mike in Bewegung und blieb schließlich etwas angespannt neben ihm stehen.

Scottie starrte die beiden immer noch ungläubig an, doch sie besann sich wieder ihrer Manieren und lächelte Mike kurz zu.
„Schön dich zu sehen Mike, ich bin nur kurz vorbei gekommen um Harvey um einen Gefallen zu bitten.“
„Hast du schon gegessen, wir wollten gerade etwas bestellen..?“, fragte Harvey sie.
„Wenn ich euch nicht störe, würde ich gerne etwas essen, ja.“, entgegnete sie.

Die drei Anwälte saßen nach dem Essen noch gemeinsam am Tisch, als Scottie aufstand.
„Ich möchte euch nicht weiter stören, vielen Dank nochmal, dass du dich darum kümmerst, Harvey.“
Dieser erhob sich ebenfalls. „Ich bringe dich zur Tür.“

Gemeinsam gingen sie den Flur entlang und Scottie drehte sich noch einmal zu Harvey um.
„Meine Reaktion von eben tut mir Leid. Ich war einfach überrascht. Aber ich freue mich für dich. Du siehst glücklicher aus, als ich dich je gesehen habe.“
Harvey lächelte leicht, nickte und schloss die Tür hinter seiner Bekannten.

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