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Tomatensaft und chillen

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Maxim Drüner Nico Seyfrid
07.02.2017
05.03.2017
3
3.964
2
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Dieses Kapitel
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07.02.2017 1.583
 
Um meine Konzertdepression zu heilen, weil ich KIZ dieses Jahr wohl nicht mehr live erleben darf und um den sehnlichen Wunsch des Herrn S. zu erfüllen, hab ich diese Story geschrieben.

Alles hier ist frei erfunden und mögliche Parallelen zu wahren Ereignissen reiner Zufall. ;)
Viel Spaß beim lesen!
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Schwer atmend kam Nico vor seiner Haustür zum stehen und suchte in seinen Jackentaschen nach seinem Haustürschlüssel. Gerade eben an der Eingangstür unten hatte er das Scheißteil doch noch in der Hand gehabt und jetzt war er wie vom Erdboden verschluckt. Warum er unbedingt die Wohnung im 4. Stock in einem Haus ohne Fahrstuhl nehmen musste, war ihm in Momenten wie diesen Schleierhaft. Klar, die Aussicht vom Balkon aus war der Hammer, gerade wenn die Sonne über den Dächern Berlins auf- oder unterging, aber das ständige hochschleppen von Einkäufen und vor allem Getränken ging ihm mächtig auf den Sack. Aber er musste unbedingt Einkaufen, damit er sich später wenn Maxim vorbei kommen würde nicht wieder anhören durfte, dass er mal wieder nichts da hatte und er nicht ewig von Bestelldiensten leben konnte. Nico hatte sogar diesen widerlichen Tomatensaft besorgt, den der Jüngere so gerne trank wenn er bekifft war. Mit einem triumphierenden Geräusch fand Nico den Schlüssel in seiner Jackentasche und schloss die Tür zu seiner Wohnung auf.

In der Küche angekommen, räumte er erst mal seine Einkäufe weg und stellte das Bier kalt. Lange würde es nicht mehr dauern, bis Maxim auf der Matte stand. Eigentlich war ja geplant mit der kompletten Band an ein paar neuen Songideen zu Pfeilen, aber da Sil-Yan mal wieder als DJ durchs Land reiste und Tarek nur mit einem trockenen „Nö, keine Lust“ im Bandchat bei WhatsApp abgesagt hatte, hatten Nico und Maxim abgemacht sich trotzdem Abends um 20 Uhr bei ihm zu treffen. Nico beschloss die Zeit bis der Größere da sein würde sinnvoll zu nutzen und machte sich daran Kippen und Joints für den Abend zu drehen. Bevor er damit anfing, ging Nico zu seiner Anlage und machte einen von ihm selbst zusammengestellten Mix an. Er mochte es einfach nicht wenn es zu ruhig um ihn herum war. Nico war gerade dabei sein letztes Paper zu füllen, als es an der Tür klingelte.

Er schaute auf die Uhr. 19:55 Uhr, das konnte nur Maxim sein, der mal wieder überpünktlich war. Mit einem leisen Stöhnen erhob er sich von der Couch und betätigte den Türöffner. Die Tür öffnete er ein Stück damit Maxim einfach reinkommen konnte und ging wieder in seine Küche, um schon mal 2 Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Dabei bemerkte er nicht, wie sich Maxim leise an ihn anschlich und ihn von hinten in eine feste Umarmung an seine Brust zog. Nico erschrak so sehr, dass er das Bier fast fallen ließ. „Alter, du kannst mich doch nicht so erschrecken“, maulte er Maxim an, während er sich versuchte von ihm loszulösen.  Der Angesprochene lachte nur und machte sich daran, seine Schuhe auszuziehen und seinen Rucksack achtlos in den Flur zu schmeißen. „Dann lass das nächste Mal deine Tür nicht offen stehen, sodass jeder Verrückte einfach in deine Wohnung kann“, erwiderte Maxim schulterzuckend. Dann widmete er sich seiner Winterjacke, die er genauso achtlos auf seinen Rucksack schmiss. „Ich hab auch ne Garderobe, die du gerne benutzen kannst“, kommentierte Nico das Verhalten seines besten Freundes kopfschüttelnd während er sich wieder auf den Weg zum Sofa machte und sich setzte.  

„Hab ich dich gerade bei etwas gestört?“, fragte Maxim grinsend mit Blick auf die fertig gedrehten Werke von Nico auf dem Couchtisch und ließ sich neben dem Kleineren auf der Couch nieder. „Ne, du kommst genau richtig. Sonst hätte ich ohne dich angefangen“, erwiderte Nico schief grinsend und nahm sich einen Joint vom Tisch. Bevor er ihn jedoch anzündete, öffnete er noch gekonnt die beiden Bierflaschen mit seinem Feuerzeug und hielt Maxim eins davon hin. Dieser nahm die Flasche dankend an, nahm einen Schluck und lehnte sich in die Couch zurück.

„Hab sogar an deinen Tomatensaft gedacht. Steht im Kühlschrank“, murmelte Nico um den Joint herum und schaute zu Maxim rüber. Dann zündete er den Joint an, nahm einen Zug und behielt den Rauch einige Momente in seiner Lunge bevor er ihn langsam wieder ausstieß. „Ich muss sagen, wenn der Service hier so bleibt, komm ich öfter mal vorbei“, antwortete der Franzose und hielt seine Hand hin, damit Nico ihm den Joint geben konnte. „Du bist doch eh schon fast jeden Tag hier, wenn wir nicht gerade auf Tour sind“, meinte der Ältere und nahm einen letzten Zug, ehe er den Joint an Maxim weiterreichte. Dieser nahm einen kräftigen Zug bevor er antwortete: „War das ne Beschwerde?“ „Nee, ne Feststellung“, meinte Nico und nahm einen Schluck von seinem Bier.

Ein Joint, jeweils 3 Bier und etliche Diskussionen später erhob sich Maxim vom Sofa. „Ich hol mir jetzt mal meinen Saft. Willst du noch ein Bier?“ Nachdem Nico Maxims Frager bejahte, ging dieser in die Küche. Während Nico auf Maxims Rückkehr wartete steckte er sich ne Kippe an und schaute kurz aufs Handy. Mit Überraschung stellte er fest, dass es inzwischen schon kurz vor 12 war. Er antwortete noch kurz auf einige WhatsApp Nachrichten. Beim Schließen der App sah er sein Hintergrundbild und musste unwillkürlich lächeln.

Es war eins von Maxim und ihm bei einem ihrer letzten Konzerte das ein Fan gemacht hatte. Sie standen beim letzten Song „We are Hurensohn“ Hand in Hand auf der Bühne. Während Maxim das Publikum dankbar anlächelte, schaute Nico den Größeren auf dem Bild mit einem fast schon bewundernden Blick an. Es war eins seiner liebsten Bilder von ihnen beiden. Als Maxim wieder mit seinem Saft und Nicos Bier ins Wohnzimmer kam, riss er Nico aus seinen Gedanken. Der Kleinere warf sein Handy unachtsam auf den Tisch und Maxim reichte Nico sein Bier, während er seinen Saft  für sich öffnete. Nico beobachte Maxim skeptisch dabei wie er genießerisch den ersten Schluck der roten Flüssigkeit trank.

„Wie du das Zeug runterschlucken kannst, ist mir immer noch ein Rätsel“, kommentierte Nico die Geschehnisse und nippte kopfschüttelnd an seinem Bier. „Oh, ich krieg noch ganz andere Sachen runtergeschluckt“, erwiderte Maxim und fuhr sich betont lasziv über seine Unterlippe, nachdem er Nico zugezwinkerte hatte. Nico guckte ihn nur unbeeindruckt an. „Das klappt vielleicht bei deinen Fans, aber nicht bei mir mein Lieber, da musst du schon etwas mehr auffahren.“ Er nahm einen Zug von seiner Zigarette.

Währenddessen beobachtete Maxim den Älteren mit einem kalkulierenden Blick.  „Hier probier doch mal“, meinte Maxim plötzlich und hielt Nico seinen Saft hin. „Nee, lass mal. Ich wollte heute nicht kotzen, danke“ entgegnete Nico ihm, während er seine Zigarette im Aschenbecher ausdrückte. „Komm schon, gib ihm doch ne Chance.“ Während ihrer Diskussion war Maxim Nico immer näher gekommen, hatte sich regelrecht über ihn gebeugt und versuchte ihm den Tomatensaft in den Mund zu schütten. Dieser wehrte sich jedoch und Maxim glitt die Packung aus der Hand.

Der Inhalt landete teils auf Nicos Shirt und teils mitten auf den Sitzkissen des Sofas. „Upps. Das musst du jetzt wohl ausziehen“, kicherte Maxim und schaute Nico belustigt an. Dieser wiederum machte sich mehr Sorgen um sein Sofa als um sein WassBass Shirt. Davon hatte er noch einige im Schrank. „Mach dir lieber mal Gedanken wo wir jetzt sitzen sollen, da du das ganze Sofa vollgesaut hast.“ Nach diesen Worten schaute der Jüngere erst Nico mit einem nachdenklichen Blick an und guckte sich danach im Raum um. „Hmm, dein Boden sieht doch gemütlich aus.“

Nico seufzte:  „Nix da. Komm wir gehen in mein Bett.“ Daraufhin schlug sich Maxim die rechte Hand aufs Herz und guckte Nico mit einem gespielt schockierten Blick an. „Herr Seyfrid, normalerweise muss man mir mindestens ein Essen ausgeben, bevor ich mit jemanden ins Bett steige.“ „Ich hab dir deinen Tomatensaft besorgt und habe Ott für dich, zählt das nicht?“, erwiderte Nico und guckte den Größeren mit seinem besten Hundeblick an. Dann änderte sich sein Blick und er sah ihn herausfordernd an. „Und du wolltest doch, dass ich mein Shirt auszieh. Dafür muss ich eh ins Schlafzimmer, damit ich mir ein Neues holen kann. Warum nicht gleich da bleiben?“, zuckte Nico mit den Schultern und machte sich auf den Weg ins Schlafzimmer. „Ey, ich hab nix davon gesagt, dass du dich wieder anziehen sollst“, rief Maxim ihm hinterher, während er sich ein Feuerzeug und einem Joint schnappte und dem Kleineren schnell folgte.

Dieser hatte gerade sein Shirt auf den Haufen mit Schmutzwäsche geworfen, als Maxim den Raum betrat. „Ich zieh mein Shirt auch aus. Deal?“, schlug Maxim vor, legte Feuerzeug und Joint auf den Nachttisch und hatte seine Hände schon am Saum seines T-Shirts. Ihm gefiel was er sah und er würde so ziemlich alles tun, um diesen Anblick länger genießen zu können. Nico tat währenddessen so, als ob er lange und angestrengt über das Angebot nachdenken musste. Für ihn war klar, dass er das Angebot annehmen würde. Spätestens wenn sie schlafen gehen würden, hätte er sich eh seinem Shirt entledigt und so konnte er Maxims gut gebauten Oberkörper noch etwas länger betrachten. Es war ein ungeschriebenes Gesetz, das Maxim nach gemeinsamen Abenden bei ihm übernachtete. Irgendwann wenn sie zu besoffen oder fett waren, waren sie bisher immer zusammen in seinem Bett gelandet – wenn auch nur zum schlafen.  Neben ein paar besoffenen Küssen und ein bisschen rummachen, war zwischen ihnen bisher noch nie viel mehr passiert. Jedoch kam Nico nicht umhin zu bemerken, dass sie heute besonders viel am flirten waren.
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