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Detroit: Become Human - Faith

von Blythe
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK200 Markus RK800-51-59 Connor
07.02.2017
13.03.2019
24
35.572
50
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.09.2018 1.674
 
//  8. November, später Abend - Wohnung Obergeschoss

Erst einige Stunden nach diesen aufreibenden Nachrichten, fand Connor den Weg zurück nach Hause, als Fabienne bereits in ihrem Bett lang und sich mit einem Buch beschäftigte. Ein altes Buch, noch aus Papier und sichtbar abgegriffen. Sie hatte es schon seit ihrer Geburt, als Bücher noch keine Seltenheit gewesen waren. Heute waren die meisten alten Werke aber tatsächlich eine Rarität - wer benötigte auch noch Papier, wenn heute alles digital verfügbar war.

Das leise Klopfen an ihrer Tür kannte sie bereits, bevor sich Connor selbst in ihre Wohnung lies und leise in ihr Schlafzimmer trat. Sie hatten dieses Spiel schon öfter gespielt und er wusste, dass er einfach hereinkommen konnte, sobald er zurück war.
Sie setzte sich etwas auf, als sie seine lädierte Erscheinung sah - die schwarze Krawatte fehlte, das weiße Hemd war blau vor Thirium und die oberen Knöpfe waren offen. Zwar wirkte er völlig ruhig und gefasst, sie sah jedoch sofort dass etwas vorgefallen war. Erschrocken war sie sofort auf den Beinen, strich mit einer Handbewegung über die Lichtleiste auf ihrem Nachttisch um für mehr Licht zu sorgen und sog scharf die Luft ein.

“Connor! Was ist passiert? Geht es dir gut?” Er blickte auf sie hinab und griff mit beiden Händen nach ihrer Hüfte, als sie schlitternd vor ihm zum stehen kam. “Es geht mir gut, Fabienne. Ein kleiner Zwischenfall im Sendestudio des Stratford Tower - ein Abweichler hat mich angegriffen.” Sie griff hektisch nach seiner schwarzen Anzugjacke und zog sie zur Seite, forschend nach einer Wunde oder einer Verletzung suchend. Er lächelte knapp. “Du wirst keine Beschädigung finden, Fabienne. Ein Reparaturteam war vor Ort und hat sich sofort darum gekümmert. Ich konnte deine Bitte vorsichtig zu sein, leider nicht ganz erfüllen. Der Abweichler war aggressiver, als ich eingeschätzt hatte.”
Sie schüttelte den Kopf und zog ihn zu sich hinunter, um ihn lange und warm zu küssen. Er spürte wie das Adrenalin und der kurze Schreck durch ihren Körper fuhr, da sie leicht zitterte und ihre Werte in eine bedenkliche Skala schnellten. Connor zog sie fest an sich und legte sein Kinn auf ihren Scheitel. “Es ist alles in Ordnung. Bitte beruhige dich, dein Herzschlag ist zu schnell. Wie wäre es, wenn wir uns hinlegen?” Fabienne drückte sich etwas von ihm ab, stierte missmutig zu ihm hoch und bohrte dann mit einem Finger in Richtung der Thirium-Pumpe in seiner Mitte. “Wie wäre es, wenn du etwas blaues Blut zu dir nimmst? Oder mir sagst, was genau passiert ist?”

Er lächelte freundlich und entwaffnend. “Natürlich. Meine Reserven sind aufgefüllt, dafür hat das Reparaturteam gesorgt. Gib mir einen Moment.” Er lies sie los und schüttelte das schwarze Jackett von den Schultern, bevor er die Knöpfe des weißen Hemds mit einer flüssigen Bewegung öffnete. Beides wurde akkurat sauber über die Lehne ihres Schreibtischstuhls gehängt und er stellte auch seine dunklen Schuhe daneben. Ihren faszinierten Blick quittierte er mit einem leichten Lächeln. “Bitte, geh wieder in dein Bett. Ich möchte nicht, dass du frierst. Meine Kerntemperatur stellt eine geeignete Wärmequelle dar, um dich aufzuwärmen.” Damit drängte eine warme Berührung auf ihrem Rücken sie in Richtung Bett und sie tat das, was sie bereits zu einem gewissen Teil gewohnt war. Er wurde zu ihrem wärmenden Akku in Lebensgröße.
Connor lag immer rechts, den Kopf bequem auf ihre vielen Kissen gelegt und sie schmiegte sich an ihn, die pure Wärme annehmend, die von ihm ausging. Sie hatte schnell gelernt, dass er diese Temperaturen bis ins Detail im Griff hatte und so im Winter eine Wärmequelle sein und im Sommer eine angenehme Kühlung schaffen konnte. Er zog die weiche Daunendecke fester um sie und Fabienne seufzte zufrieden auf. Die syntetische Haut war weich und angenehm und der starke Arm um ihre Hüfte, hielt sie sicher an ihn geschmiegt. Seine andere Hand strich einige Strähnen ihres wirren Haars zur Seite. Seine Stimme war leise und tief als er die Ereignisse zusammen fasste.
“Ich habe drei Androiden verhört, die dort den technischen Bereich überwachen. Einer von ihnen war der Abweichler, der die Verdächtigen eingelassen hat. Er konnte mich mit einem überraschenden Angriff überwältigen und sich auf den Weg zum Aufzug machen. Da er sich gegen die menschlichen Ermittler vor Ort gewehrt hat, musste ich ihn ausschalten. Sehr bedauerlich, ich hätte ihn gerne näher befragt. Es war zudem sehr interessant, wie akkurat genau dieses gesamte Vorhaben geplant war.” Das Licht im Raum verringerte sich nach einem kurzen flackern seiner LED von selbst und seine warme Stimme war das, was sie nach einigen Minuten ins Land der Träume schickte, obwohl sie ihm gerne weiter hatte zuhören wollen.


// Mittwoch Vormittag, Forschungslabor von CyberLife, Detroit Innenstadt

Dr. Lenning fand sie an einem sonnigen Montag Vormittag in ihrem Büro, in eine Reihe neuer Fallakten vertieft. Über ihrem Schreibtisch schwebte die digitale Konstellation diverser Berechnungen und die großen Fenster ließen das helle Sonnenlicht in den Raum fallen. Fabienne blickte auf und lächelte ihm breit zu, als er kurz klopfte und mit weiten Schritten in den Raum trat. Sie stockte angesichts seiner herabgezogenen Mundwinkel. Der Weihnachtsmann schien heute keine Geschenke für sie zu haben.
„Dr. Lenning? Ist etwas passiert?“ Der ältere Mann mit dem weißen Vollbart nickte knapp und strich sich durch das wirre Haar, als er vor ihr stehen blieb. „Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Sie versetzt werden. Aufgrund der aktuellen Ereignisse werden Sie mit sofortiger Wirkung direkt zum DPD versetzt und dort die jeweiligen Ermittlerteams in beratender Funktion unterstützen. Ihre Kollegen Farwell, Sinns und Detmer werden Ihnen ebenfalls folgen.“ Die Worte brauchten eine geschlagene Minute um sich in ihrem Gehirn zu einem sinnvollen Satz zusammen zu setzen und sie spürte sofort das aufgeregte Kribbeln in ihrem Magen.

„Ich…. bin überrascht. Kommt die Anweisung von CyberLife? Ich habe gar keine Ausbildung für Außeneinsätze und die Arbeit an Tatorten“, fügte sie verwirrt hinzu. Dr. Lenning lächelte nachsichtig. „Ich fürchte die Order kommt direkt vom Aufsichtsrat. Mir wurde versichert, dass man Ihnen jeglichen Schutz zur Verfügung stellen wird und Sie entsprechend einweisen wird. Ihre Arbeit wird abwechselnd von den dortigen Detectives und dem RK800 Model begleitet. Sie können zusammenpacken und sofort los.“ Er sah das freudige Glitzern in ihren Augen und die jugendliche Energie eines Menschen, der sich wirklich über diese Entwicklung freute. Nachsichtig lächelte er und drückte sie einen Moment an sich. „Es war mir eine Freude mit Ihnen zu arbeiten, Fabienne. Bitte achten Sie dort draußen auf sich und teilen Sie Connor mit, dass ich im Bezug auf Ihre Sicherheit keine Fehler dulde.“ Breit lächelnd nickte sie und suchte hektisch ihre Sachen zusammen.

// DPD Detroit, Innenstadt - kurze Zeit später

Nur eine Stunde später legte sie ihren Ausweis am Empfang des DPD vor und wurde von einem SL200 Modell mit einer Erkennungsmarke und einer Chipkarte des DPD ausgestattet und zu Lt. Anderson geschickt. Ihre Kollegen aus dem Labor hatte man auf andere Dienststellen verteilt und sie war doch eine Spur enttäuscht, alleine hier gelandet zu sein.
Im weitläufigen Büro herrschte ein hoher Lärmpegel und ein dichtes Gedränge. Jeder Schreibtisch war besetzt und viele Menschen huschten hin und her. Sie sah die starre Haltung von Connor sofort, genauso wie sie im gleichen Moment die schlampige Haltung von Hank entdeckte. Beide blickten auf, als sie zu ihnen trat und ihre Tasche auf Hank´s Tisch legte. „Hallo ihr, ich bin eure neue….“, sie stockte einen Moment und warf einen Blick auf die kleine Identifikationskarte, die man ihr gegeben hatte. „…unterstützende Spezialistin.“ Hank spuckte den Schluck Kaffee wieder aus den er gerade genommen hatte und sie trat angewidert zurück. “Verdammt, was zum Teufel bitte soll das?!”
Connor neigte sich etwas vor und seine Haltung wirkte angespannt. Sie sah seine LED einige Mal gelb flackern, bevor er knapp nickte. „Ich habe die Order gerade geprüft. Willkommen beim DPD, Miss Belaqua.“ Sie lächelte ihm schief zu und sah genau die Anspannung in seinem geraden Kiefer. „Danke, Connor. Ich soll dir von Dr. Lenning ausrichten, dass dir im Bezug auf meine Sicherheit absolut kein Fehler zu unterlaufen hat.“ Ihr Tonfall war todernst und er wirkte einen Moment tatsächlich überrascht.

„Ich versichere dir, dass das nicht in meiner Absicht lag, Fabienne. Deine Sicherheit bei einem Außeneinsatz steht für mich an erster Stelle. “ Sie lächelte entwaffnend und schüttelte beruhigend den Kopf. „Das war ein Scherz, Connor. Ich bin mir bewusst, dass du auf mich aufpassen wirst. Kann ich mich… irgendwo hinsetzen?“ Hank hatte sich mittlerweile von seinem Schock erholt und musterte sie einen Moment mit klarem Blick.
„Brauchst du eine Waffe?“, seine Stimme hatte ein gewisses Grollen und Fabienne schluckte. „Uh, keine Ahnung. Ich kann damit nicht umgehen.“ Er nickte und stand auf. „Der Tisch hinter mir ist gerade frei und daher gehört er jetzt dir. Stell deine Sachen dort hin, wir gehen zusammen zur Waffenkammer – du bekommst eine Waffe, eine Schutzweste und passende Ausweise. Ich bringe dir später bei, wie man alles benutzt. Wer kam überhaupt auf diese glänzende Idee, Kleine?“ Sie warf ihre Tasche auf den freien Stuhl und folgte Hank mit einem kurzen Blick zurück auf Connor. Ihr Prototyp der RK800 Reihe saß starr auf seinem Stuhl und sah ihr mit einem regungslosen Blick nach. Fabienne konzentrierte sich wieder auf Hank.
„Ich glaube die Anweisung kam von CyberLife. In Anbetracht der aktuellen Lage… werden alle Kräfte zusammen gezogen. Ich vermute sie wollen versuchen, noch einen Ausweg aus dieser Kriese zu finden.“ Hank gewährte ihnen mit seiner ID-Karte Zugang zu den unteren Gewölben und führte sie den langen Gang entlang, in dem sich sonst niemand aufhielt. „Du denkst, dass diese Sache nicht mehr aufzuhalten ist?“
Fabienne schüttelte den Kopf. „Selbst wenn – wie lange dauert es, bis es von Vorne anfängt? Ich bin kein Fan von frei herumirrenden Androiden und dem daraus entstehenden Chaos. Aber manche Dinge kann man wohl nicht aufhalten.“ Hank musterte sie aufmerksam. „Du musst es ja wissen, Kleine. Da wo du herkommst, sieht die Sache bestimmt ganz anders aus. Oder hat das eher etwas mit unserem hyperintelligenten Sonnenschein da oben zu tun?” Fabienne warf ihm einen missmuten Blick zu, ihre Wangen röteten sich sichtbar. Hank lachte nur und schüttelte den Kopf.
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