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Detroit: Become Human - Faith

von Blythe
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK200 Markus RK800-51-59 Connor
07.02.2017
13.03.2019
24
35.572
48
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Dieses Kapitel
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12.08.2018 1.899
 
// Freitag, 14:30 Uhr – Schlafzimmer von Fabienne, Obergeschoss

Da heute Freitag war und sie somit einen kurzen Arbeitstag hatte, war Fabienne Zuhause in ihr Chaos von Kleiderschrank gestürzt und hatte wieder einmal ausgemistet. Es war faszinierend, wie viel sich doch über all die Jahre dort ansammelte. Fast, als hätte sie noch nie irgendetwas weggeworfen. Als die Haustür geöffnet wurde und das Alarmsystem still blieb, hielt sie einen Moment inne – eigentlich war es noch zu früh, dass bereits jemand nach Hause kam.

Sie ging fragend nach unten, lehnte sich weiter in den dunklen Hausgang und entdeckte Connor, der langsam auf sie zukam. Sein Gang wirkte unsauber, er trug keine Krawatte und seine schwarze Anzugjacke war verdreckt und nass. „Connor? Alles in Ordnung mit dir?“ Als er näher kam schlug sie sich eine Hand vor den Mund und lies das Kleid fallen, das sie gerade noch hatte aufhängen wollen und bisher in den Händen gehalten hatte. „Um Himmels Willen, was ist denn mit dir passiert?“ Der Stoff seines Anzuges glänzte blau und der gesamte Arm war bereits von der flüssigen Substanz getränkt. „Ich hatte kleinere Schwierigkeiten bei einer Geiselnahme. Es ist nichts Ernstes, lediglich eine Komponente ist beschädigt. Hast du Reparaturwerkzeug im Haus?“
Fabienne nickte hektisch und stürzte zurück nach oben in ihre Wohnung, eine Schublade im Schlafzimmer aufreißend und darin wühlend. Connor folgte ihr nach oben, nahm dabei ihren schnellen Herzschlag wahr und setzte sich völlig ungefragt auf die Bettkante des weißen Himmelbetts. „Beruhige dich, Fabienne. Ich verblute nicht und ich fühle keinen Schmerz. Meine Systeme sind lediglich etwas langsamer als üblich.“ Sie zog das Reparaturset aus der hintersten Ecke einer Schublade und reichte es ihm mit zitternden Händen – sie hatte es noch nie gebraucht und daher in die letzte Ecke geschoben. „Du kannst mir viel erzählen, aber ich habe dich noch nie so unkoordiniert erlebt. Sollte ich nicht lieber bei CyberLife anrufen? Ein Team anfordern?“

Er schüttelte ablehnend den Kopf und streifte die dunkle Anzugjacke ab. „Nein, das würde ich gerne vermeiden. Ich kann das selbst erledigen.“ Damit knöpfte er das weiße Hemd auf und er bemerkte deutlich, wie unruhig sie wurde. Ein musternder Blick aus braunen Augen wurde ihr zugeworfen. „Soll ich gehen?“ Im ersten Moment wirkte sie verdattert, bevor sie seine Frage verstand.
„Nein! Nein. Ich war nur einen Moment….abgelenkt.“ Seine Sensoren bemerkten erst jetzt die weiten Pupillen und den hohen Hormonspiegel, bevor er weitere Informationen verknüpfte. Ohne sichtbare Scheu zog er auch das weiße Hemd aus und warf es achtlos neben sich.
„Mein Körper wirkt ansprechend auf dich. Sag mir warum.“ Connor war bewusst, dass er sich auf schwierigem Terrain bewegte, jedoch wollte er sie zwingend von der Beschädigung ablenken. Sie musste nicht erfahren, dass es ein größeres Problem war, als er ihr bisher mitgeteilt hatte. Und wie es aussah, funktionierte seine Taktik auch.
Ihre Wangen glühten, als sie einen Schritt zurück wich und sich zögernd an ihren Schreibtisch setzte.

„Ich…was soll ich jetzt sagen? Du siehst gut aus. Verdammt Connor, das ist der Traum jedes Modemagazins: Haut wie Porzellan, breite Schultern und harte Bauchmuskeln. Keine Frau würde dazu nein sagen – wenn sie noch alle Tassen im Schrank hat, zumindest.“ Seine Lippen zuckten und er war sich des faszinierten Blickes bewusst, den sie ihm zuwarf. Er arbeitete effizient und schnell an der Verletzung seines Oberarms, die künstliche Schicht unter der Haut regenerierte sich bereits. Auch das blaue Blut war gestoppt, was ihn wieder klarer agieren ließ. Es war tatsächlich eine größere Menge verloren gegangen, als er bisher berechnet hatte. Er antwortete ihr, obwohl sie keine Frag gestellt hatte.

„Das ist die Absicht meiner Schöpfer gewesen, soweit mir bekannt ist. Ihr Menschen reagiert auf Schönheit und Ästhetik sehr gut. Du ebenfalls. Dein Puls ist deutlich erhöht und deine Pupillen sind geweitet.“ Fabienne legte den Kopf leicht schief und musterte ihn, ihre Wangen waren immer noch rötlich gefärbt. „Das stimmt nicht. Ich reagiere nur auf dich so. Vergiss nicht, dass ich letzte Woche in einem Stripclub war. Dort habe ich mich nicht so… benommen gefühlt.“ Die Erwähnung dieses kleinen Ausflugs mit ihren Freundinnen, ließ eine Reaktion über seine Züge huschen, bevor er diese wieder kaschierte. Dann legte er das Werkzeug beiseite und musterte sie aufmerksam. Es würde wohl Zeit für einen weiteren Test werden. „Steh bitte auf und komm her, Fabienne.“

Mit einem kurzen Zögern erhob sie sich und kam zu ihm, vor ihm in die Hocke gehend um ihn besser ansehen zu können. Er hielt ihr eine Hand entgegen und sie griff sofort danach. Ihre zarten Finger legte er auf seine Brust, keine weitere Regung zulassend. Ihre grünen Augen waren groß, als sie still verharrte und zu ihm aufblickte. „Meine Haut ist warm, um menschlichen Körperwärme zu imitieren. In meiner Brust schlägt kein Herzschlag, da ich kein Herz habe – dort befindet sich lediglich ein gekühlter Hochleistungsprozessor. Werde ich verletzt, tritt blaue Kühlflüssigkeit aus. Wie du siehst, kann sich mein Körper auch sehr schnell selbst regenerieren. Sag mir also, was genau lässt dein Herz so schnell schlagen? Wieso möchtest du intime Interaktionen mit mir teilen?“
Das grün ihrer Augen war ihm selten so klar vorgekommen, genauso wie er den hellen Rand um ihre Pupillen noch nie so deutlich bemerkt hatte. Er konnte den schnellen Puls an ihrer Halsschlagader sehen, der mittlerweile über 90 Schläge bewältigte. Sie schluckte kurz.

„Ich glaube für eine gewisse Anziehungskraft gibt es keine Erklärung... aber...Du fühlst meine Berührung, oder?“ Er nickte wortlos. Sie strich über seine Brust nach oben, streifte seine Schulter und griff leicht in seinen Nacken. „Das spürst du auch? Fühlt es sich gut an?“ Ihre Stimme war fast zu einem Flüstern geworden und er neigte sich etwas näher zu ihr.
„Ja. Es fühlt sich….angenehm an. Vertraut. Gewohnt.“ Die zarten Finger streichelten durch das kurze Haar in seinem Nacken. Sie lächelte leicht, er konnte jedoch auch eine Spur Unsicherheit dahinter entdecken. „Wie hat es sich angefühlt, als ich dich geküsst habe, Connor?“ Diese Frage hatte er lange erwartet und ihm war die Antwort von Anfang an klar gewesen.
„Ich fühle nicht. Es war eine…ungewohnte Interaktion. Mir fehlt ein Vergleich dazu.“ Als sie den Druck in seinem Nacken erhöhte neigte er sich folgsam zu ihr. „Wie wäre es mit etwas mehr davon, Connor? Sag mir bitte, dass du das willst.“ Ihre Stimme brach mitten im Satz und ihre Nervosität gewann deutlich die Überhand. Ihre Lippen lauerten vor seinen und er wusste, dass sie den letzten Schritt nicht wagen würde. Sie würde nie etwas tun, dass er nicht wollte. Daher handelte er für sie.

Das überraschte Keuchen wurde von seinen Lippen erstickt, als er in ihr langes Haar griff und sie näher zu sich zog. Sie war warm und weich und ihre Lippen waren feucht unter den Seinen. Er hatte ein Standardprogramm zur intimen Interaktion mit Menschen installiert, das er in den letzten Wochen selbstständig weiter ausgebaut hatte. Gewisse Abläufe und Verhaltensmuster waren ihm geläufig. Er küsste sie, wie ein Mann sie küssen würde: warm, bestimmend und hungrig.
Als er kurz von ihr abließ um sie anzusehen, arbeiteten seine Prozessoren bereits auf Höchstleistung. Ihre Lippen waren gerötet, ihre Wangen glühten und sie blickte ihn deutlich benommen an. Er entschied, dass ihm dieser Anblick zusagte. Ohne ein weiteres Wort zog er sie direkt auf seinen Schoß, nur um mit einer Hand erneut in ihre roten Locken zu greifen. Er zwang sie in einen harten Kuss, der sie aufstöhnen ließ. Sie versuchte nach Luft zu schnappen und wimmerte auf, als seine Zunge in ihren Mund glitt. Gott, er war so gut darin.

Er würde nicht aufhören, da er keine Luft zum Atmen benötigte - im Gegensatz zu ihr. Leicht drückte sie gegen seine breiten Schultern und er ließ ohne Protest zu, dass sie etwas zurück wich. Keuchend und mit großen Augen starrte sie ihn an. Wie immer wirkte er unnahbar und völlig unberührt, die braunen Augen musterten sie aufmerksam.
„Verdammt Connor, woher kannst du all das?“ Seine Hände waren wärmer als sonst, als er fest nach ihrer Hüfte griff und eine Hand sachte am Handgelenk umfasste, um sie weiter auf seine Haut zu drücken. „Ich habe die Menschen studiert, mir ist bewusst wie dieser Ablauf funktioniert. Ist alles in Ordnung, Fabienne?“ Sie lächelte leicht und hauchte einen weiteren Kuss auf seine Lippen. „Ja. Etwas....benommen. Du bist gut“, fügte sie mit einem gewissen Unterton hinzu, der deutlich ihre Missgunst ausdrückte. Er schien alles wirklich spielend zu erlernen.

Sich etwas drehend, schmiegte sie sich an ihn und war überrascht, als sich seine Arme fest um sie schlangen. Auch das hatte er sofort begriffen. Einen Moment lang war es still, bevor sie ihre Neugier nicht zügeln konnte. „Connor, darf ich dir eine Frage stellen?“ Er nickte knapp. „Selbstverständlich, Fabienne. Möchtest du wissen, ob es mir gefallen hat?“ Sie verdrehte die Augen und lächelte schief. „Sowas fragt man eigentlich nicht... aber ja: wie fandest du es?"
Connor setzte sich etwas aufrechter hin und verlagerte ihr Gewicht so für sie bequemer auf seinen Beinen. „Ich habe hierzu keine fundierten Erfahrungen, Fabienne. Es ist sehr.... lehrreich. Erstaunlich was so eine simple Berührung in deinem Körper auslöst. Möchtest du es wiederholen?“ Fragend blickte sie zu ihm auf und bemerkte die rote LED, die hektisch blinkte. Sie richtete sich etwas auf und strich vorsichtig darüber. „Bist du sicher, dass es dir gut geht?“ Er stockte einen Moment und schien dann zu realisieren, dass sich ein Großteil seiner Prozessorleistung im Moment mit dieser Interaktion beschäftigte. Er nickte zustimmend. „Natürlich. Ich verarbeite lediglich Daten.“

Sie konnte nicht widerstehen, er sah es sofort an ihrem Gesichtsausdruck. Hungrig neigte sie sich etwas zu ihm und er kam ihr auf halbem Weg entgegen. Der nächste Kuss war wieder brennend süß und sie seufzte zufrieden auf. Er ließ ihr erneut die Möglichkeit nach Luft zu schnappen und überprüfte ihren rasenden Herzschlag. Er lag noch in einem vertretbaren Rahmen.
„Das war perfekt, Connor. Ich glaube ich war nur von einem Kuss noch nie so benommen…“, sie verstummte und erneut breitete sich ein helles Rot über ihre Wangen aus. Er zog eine Augenbraue nach oben. „Deine Hormone spielen verrückt, es ist durchaus verständlich, dass du dich so fühlst.“ Sie atmete zitternd ein und legte ihre Stirn an seine. „Mir geht es bestens. Wirklich. Und wenn du nicht damit aufhörst, kann ich für nichts mehr garantieren...“, sie verstummte verlegen. Er nickte und strich ihr eine wilde Strähne hinter das Ohr.

"Das ist mir durchaus bewusst. Ich benötige jedoch….mehr Zeit. Einen längeren Zeitraum um diese Situation korrekt zu bewerten. Es ist sehr umfangreich, wie ich zugeben muss“ Vorsichtig stellte er sie auf dem Boden vor sich ab, ihr weiterhin Halt gebend und ihre zitternden Beine fest im Blick behaltend. Dann stand er ebenfalls auf und blickte auf sie hinab.
„Ich denke, ich bin für weitere Aktivitäten in diese Richtung im Moment nicht sehr nützlich. Zudem bin ich noch mit blauer Flüssigkeit bedeckt.“ Sie war sichtlich aufgewühlt und aufgekratzt, ihre Gefühle spielten verrückt. Ein leichtes Kopfschütteln und sie zog ihn zu sich hinunter, ihn warm und zärtlich küssend. „Ich würde dich nie zu etwas zwingen, Connor.“ Ohne Scheu schmiegte sie sich an ihn und er benötigte nur einen kurzen Moment um sich anzupassen. Eine Hand zog sie enger an sich, während die andere sich vorsichtig in ihren Haaren vergrub. Er küsste sie kurz auf den Scheitel, wie er es oft bei anderen Menschen gesehen hatte, die vertraute Intimität ausdrückten. „Dessen bin ich mir bewusst, Fabienne.“
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