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Detroit: Become Human - Faith

von Blythe
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK200 Markus RK800-51-59 Connor
07.02.2017
13.03.2019
24
35.572
48
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
09.08.2018 1.134
 
Vielen Dank für das viele Feedback :)
Ich muss offen sagen, dass es mir etwas zu langsam vorwärts geht, denn natürlich ist das Pairing Connor/Fabienne geplant und steh lang fest. Daher beeile ich mich etwas und bringe das Ganze einmal voran ;)
Liebe Grüße!

//
"Dann.....küss mich, Connor?"
Obwohl ihr Satz als Frage nachklang, nahm er es als Anweisung und neigte sich zu ihr, um sie zu küssen. Er würde ihren Kuss nun als warm, scheu und vorsichtig bezeichnen. Nur ein leichtes Drängen seiner Lippen, dass die hungrige Gier beantwortete, mit der sie ihn küsste.

Als er den Kuss vertiefte, krallte sich ihre Hand in den Stoff seines Anzugs. Sie schnappte hektisch nach Luft, als sie sich von ihm löste und auch die warme Hand von seinem Hals zog. „Du schmeckst gut“, rutschte ihr heraus und er lächelte. „Danke. Es war eine sehr interessante Erfahrung. Sind Menschen immer so aufgewühlt, wenn sie sich küssen?“ Fabienne grinste schief. „Nicht immer. Nur wenn es ihnen viel bedeutet oder sie das die ersten Male mit jemandem machen.... wie fandest du es?“ Connor dachte einige Momente darüber nach und versuchte, sie nicht zu sehr zu kränken.
„Interessant. Der Sinn dahinter erschließt sich mir noch nicht ganz. Es ist eine... vielschichtige Aktion.“ Ihre grünen Augen musterten ihn, als würde sie nach einem Fehler in seinem Programm suchen. „Aber es war dir nicht unangenehm oder? Hat es dich gestört? Fandest du es zu aufdringlich?“
Er spürte den Impuls ein Seufzen zu imitieren und hielt sich davon ab. „Ich fühle nicht. Nichts stört mich oder ist mir unangenehm, Fabienne. Wenn du möchtest, tue ich es noch einmal.“ Sie wirkte verunsichert und ihre Gedanken schlugen die Richtung ein, die er bereits vorausberechnet hatte. Diese Gedankenspirale schien etwas zu sein, auf dass sie sich fixiert hatte.
„Ich will nichts tun, was du nicht möchtest. Oder nicht selbst willst,“ fügte sie hektisch hinzu, als er ihr antworten wollte. „Es.... es würde mich quälen, wenn ich dir das hier aufzwinge, Connor. Besonders weil du dich nicht frei entscheiden kannst, will ich das nicht für dich tun und dir wirklich jeden Funken an freiem Willen nehmen. Entschuldige bitte meine... Schwäche, Connor. Es... kommt nicht wieder vor.“ Damit stand sie auf und ging, den Laptop vergessen neben ihm stehen lassend. Sein brauner Blick folgte ihr, während seine Systeme zu Höchstleistungen hochfuhren. Er musste eine Unmenge an Daten verarbeiten.

// 3 Tage später, Wohnaus der Familie Belaqua, Obergeschoss

Dieses Erlebnis mit Connor hatte sie tatsächlich über viele Nächte lang verfolgt. Denn hier begann eine der Moralfragen, die Kamski damals selbst ins Spiel gebracht hatte – ab wann spielte man sich als Mensch selbst etwas vor? Ab welchem Zeitpunkt war es pure Illusion, was man sich von einer Maschine erhoffte? Und ab wann „zwang“ man eine künstliche Intelligenz dazu, etwas zu tun was sie nicht wollte – wobei das doch eigentlich gar nicht möglich sein sollte?

Der Gedanke Connor zu etwas zu zwingen, was vielleicht nur sie allein wollte, war ihr unangenehm und fast unerträglich geworden. Maschine oder nicht – er hatte es nicht verdient, in starre Formen gezwungen zu werden und tun zu müssen, was sie so unbedingt wollte. Diese ihm innewohnende Neugier und sein ganz eigener Charakter durften nicht verloren gehen. Kamski mochte sich in die Gesellschaft von Androiden geflüchtet haben und dort sein Leben mit genau all dem leben, was er wollte. Sie würde das aber nicht tun. Sie würde ihre Bedürfnisse niemandem aufzwingen.
Ihr Entschluss hatte über viele Tage gehalten und sich immer mehr gefestigt – egal was sie fühlte, egal was für eine Phase das war, sie würde nicht handeln. Auf keinen Fall wollte sie Connor etwas befehlen, was er nicht wollte oder eventuell gar nicht verstand. Daher war es wohl eine weitere Ironie ihres Lebens, als er ihr einfach so Steine in den Weg legte.

Es war bereits spät am Abend und sie ärgerte sich in der Hochglanzküche ihrer kleinen Wohnung mit einem alten Topf, Milch und dem Kakaopulver aus ihrer Jugend. Stand man so wenig am Herd wie sie – oder bekam von Clarie alles serviert – verlernte man, wie selbst die einfachsten Dinge funktionierten. Skeptisch blickte sie in den Topf mit der hellbraunen Flüssigkeit und bemerkte daher nur am Rand, dass Connor zu ihr in den Raum trat.
Abgelenkt murmelte sie ihm etwas zu und daher war es wohl nicht verwunderlich, dass sie mit seinen nächsten Worten nie gerechnet hätte. „Ich habe mich gefragt, Fabienne, ob du bestimmte intime oder sexuelle Interaktionen von mir erwartest.“
Fassungslos wanderte ihr Blick zu ihm und einen Moment lang musterte sie ihn, wie er dort entspannt an Ort und Stelle verharrte, die Hände locker hinter dem Rücken verschränkt. Einige Sekunden lang hallten seine Worte nach, bevor sie den Kochlöffel einfach in den Topf fallen ließ.
„Wie bitte?“ Er musste ihre Fassungslosigkeit erkannt haben, da er den Kopf leicht schief legte. „Ich habe bemerkt, wie du mich ansiehst. Meist verharrt dein Blick einige Sekunden lang auf meinen Lippen. Du suchst oft Kontakt, berührst meine Schulter oder meine Hand. Ich habe daher angenommen, dass du gewisse antwortende Aktionen von mir erwartest.“ Hätte er ihr gesagt, dass die Welt morgen untergeht, hätte er sie wohl nicht mehr überraschen können.
„Entschuldigung? Ich....kann dir nicht folgen. Nun ja, doch. Aber.... nein, das erwarte ich bestimmt nicht von dir. Wie kommst du denn bitte darauf?“ Er trat etwas näher und blickte auf sie hinab. „Ich habe meine Datenbanken ausgebaut und entdeckt, dass Menschen auf intime Gesten und vertraute Berührungen sehr positiv reagieren. Da du eine gewisse Zuneigung für mich empfindest, könnte es förderlich für unseren gemeinsamen Umgang sein.“ Fabienne schnaubte und spürte eine gewisse Panik – auf was für Ideen kam er denn manchmal bitte?

„Connor...ich möchte dich nicht zu etwas bringen, was du gar nicht möchtest. Ich reagiere positiv genug auf dich! Du musst mir nicht.... irgendetwas vorspielen. Wozu auch? Dir nützt es nichts und mich macht es nur unglücklich....“, sie verstummte zögernd und sein Gesichtsausdruck wurde nachdenklich. „Mir ist durchaus bewusst, dass du eine sehr eigenwillige Sichtweise auf künstliche Intelligenz besitzt, Fabienne. Und bitte erinnere dich, dass du mich zu nichts zwingen kannst. Außerdem... würde ich gerne mehr über diese intimen Gesten verstehen, wenn du mir eine gewisse Neugier nachsehen kannst.“ Fabienne wurde abgelenkt und fluchte derb, als die Milch in dem kleinen Topf zischend überkochte und sich spritzend auf die heiße Herdplatte verteilte. Connor trat sofort vor und zog den Topf zur Seite, er war deutlich schneller als sie. Sie hatte ja gewusst, dass es keine gute Idee gewesen war die Milch in einem Kopf zum kochen zu bringen - es war einfach altmodischer Kram.
Connor stellte den dampfenden Topf in die Spüle und warf ihr einen Blick von oben herab zu. "Das hier wirkt sehr gefährlich, Fabienne. Vielleicht solltest du besser auf Fertigprodukte zurück greifen." Sie verdrehte die Augen hilflos.
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