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Detroit: Become Human - Faith

von Blythe
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK200 Markus RK800-51-59 Connor
07.02.2017
13.03.2019
24
35.572
50
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
08.08.2018 1.029
 
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Fabienne starrte ihn an, eine Mischung aus Verletztheit, Sorge und Scheu huschte über ihre Gesichtszüge. „Ich.... bin ich das Problem? Bin ich dafür zu anfällig? Oder bist du so gut entwickelt, dass es mich gleich so täuscht?“

Er neigte leicht den Kopf und analysierte das blasse Gesicht, die dunklen Ringe unter ihren Augen und ihre zitternden Hände. „Ich würde in so einem Fall durchaus bestätigen, dass CyberLife mit mir einen vielversprechenden Prototyp entwickelt hat. Wenn ich so eine Wirkung auf dich habe, scheint mein Verhalten nahezu perfekt zu sein.“ Obwohl es eine ernst gemeinte Aussage war, lachte sie auf und schlug sich verlegen eine Hand vor den Mund.
„Tut mir Leid, Connor – das ist eine Illusion, die ich dir nehmen muss. Du bist äußerlich perfekt, glaub mir. Aber dein Verhalten.... ist oft das, eines neugierigen Jungen. Weißt du wie oft du einfache Floskeln benutzt, die nur eine Maschine benutzen würde? Wie oft du nach Dingen fragst, die kein Mensch je ansprechen würde? Oder wie oft du jemanden anstarrst, der sich dann deutlich unwohl fühlt - das alles benötigt wohl noch etwas Feinschliff.“ Er nickte verstehend und speicherte ihre Worte für eine spätere Analyse ab. „Ich verstehe. Lass mich dir versichern, dass ich dir nichts vorspielen werde. Es hätte keinen Nutzen für mich.“ Ihr Lächeln war sichtbar aufgesetzt und er sah das Zittern ihrer Lippen. „Das hilft mir jetzt nicht direkt weiter, Connor. Aber... belassen wir es einfach dabei.“

Obwohl sie dieses Gespräch als etwas Endgültiges angesehen hatte, drehten sich ihre Gedanken weiter. Und auch Connor schien sich näher mit ihr zu befassen, wenn er gerade keine Aufgabe zugeteilt bekommen hatte. Oft ertappte sie ihn dabei, wie er sie mit einem suchenden Blick anstarrte und sie deutlich höflicher behandelte, als es bereits vorher schon der Fall gewesen war. Er schien zu versuchen, ihre empfindlichen Gefühle so gut wie möglich zu umgehen und sie nicht noch weiter zu verletzen. Ob es teil seines Programms war oder eine weitere Facette seines eigenen Wesens, war ihr nicht klar. Aber es besänftigte ihre wirren Gedanken zumindest etwas.

// einige Tage später, Wohnzimmer unteres Stockwerk

Fabienne saß nun schon eine ganze Weile neben ihm  auf der großen Couch und stöberte durch das Angebot diverser Online Shops auf der Suche nach einer neuen Armbanduhr. Ihr altes Model – eine Papercut, strapazierfähig und modern – war ihr erst Kürzlich verloren gegangen. Wie so oft.
Ihre Haltung war entspannt, ruhig und er wusste, dass sie sich bei ihm durchaus wohl fühlte. Daher hatte er die Augen geschlossen und einige Berichte abgeliefert, diverse Daten gesichtet und seine üblichen Diagnosen durchgeführt.
Als er sich wieder auf seine Umgebung konzentrierte, bemerkte er zuerst die silberne Münze in seiner Hand und dann Fabienne´s starrenden Blick. Er hatte unterbewusst begonnen mit der Münze zu spielen und wusste nicht, wie lange sie ihn nun schon beobachtete. „Kann ich dir helfen, Fabienne?“ Seine Stimme war freundlich und ruhig, was auf sie meist eine positive Wirkung hatte. Heute war jedoch etwas anders. Sie nickte scheu. „Ja.Tatsächlich hätte ich eine Bitte.... wenn ich dich um etwas bitten darf?“

Er legte den Kopf fragend schief. „Ich tue, was immer du möchtest.“
Sie seufzte müde und er sah wieder die Gedankenspirale, die sich wohl unentwegt in ihrem Kopf drehte und sie so beschäftigte. „Nein... ich möchte, dass du mir das erlaubst, Connor. Ich will dir nichts aufzwingen.“ Eine leichte Warnung erschien in seinem Sichtfeld und er registrierte, dass sie gerade ihre Rollen vertauschte. Sie versuchte ihm eine gewisse Entscheidungsfreiheit zu geben, die er nicht haben sollte. „Du kannst mich zu nichts zwingen, Fabienne. Ich habe keinen freien Willen – es sei denn, ein Befehl kommt mit meiner zugeteilten Aufgabe in Korrelation, dann setze ich Prioritäten. Anderenfalls tue ich, was du von mir verlangst.“ Sie verzog die Lippen enttäuscht und schwieg nun eisern, weshalb er ihr einen kalkulierten Vorschlag unterbreitete.
„Sollte ich deine... Bitte als informativ nützlich erachten, würde ich selbstverständlich eine solche Chance nutzen, um mein Programm auszubauen. Um was handelt es sich, Fabienne?“ Sie lächelte dankbar und setzte sich näher zu ihm, den Laptop achtlos auf der Couch stehen lassend.
„Ich würde dich gerne küssen, Connor.“ Dieser Satz klang für seine Sensoren einstudiert und aufgesetzt, weshalb die Vermutung nahe lag, dass sie sich die Worte lange überlegt hatte. Was sein nun entstandenes Problem aber nicht wirklich einfacher machte.
Er nickte sofort. „Ich stimme zu.“ Verdattert starrte sie ihn an und zog eine Augenbraue nach oben. „Einfach so? Ist es.... eine nützliche Erfahrung?“ Er nickte erneut und verlagerte seinen Körper so, dass er sich ihr zuwandte. „Selbstverständlich. Was soll ich tun?“ Sie lachte auf und legte beide Hände auf seine Schultern, sich so an ihm abstützend, bevor sie sich näher zu ihm neigte. „Gar nichts. Lass mich nur wissen, wie es ist....“, sie verstummte und ihre warmen Lippen drückten sachte gegen seine. Der Kuss dauerte nur wenige Sekunden und er lud so viele Daten hoch, wie er nur registrieren konnte. Die Struktur ihrer Haut, die schnelle Atmung, den stotternden Herzschlag, die weichen Lippen auf seinen Reizsensoren, das rot der Wangen, der süße Geruch nach leichtem Parfum.... seine Analyse wäre weiter gegangen, hätte sie sich nicht bereits von ihm gelöst.

Stumm sah er sie an, beobachtete wie sie sich über die Lippen leckte und ihre Hand sich auf eine Seite seines Halses legte. Ein warmer Daumen strich dort über seine kühle Haut, bevor sie sich erneut zu ihm herüber beugte und ihn wieder küsste. Fester diesmal, drängender und auch hungriger. Er reagierte nicht, da sie ihm keinen Befehl dazu gegeben hatte – sein System machte sich jedoch sofort auf die Suche nach weiteren Informationen im offenen Internet. Nur Sekunden später wusste er wie er reagieren müsste, würde sie es ihm befehlen.
Ihre grünen Augen wirkten misstrauisch, als sie sich von ihm löste und fragend zu ihm aufsah. „Ist es dir... unangenehm?“ Er schüttelte den Kopf. „Keineswegs. Es ist sehr aufschlussreich.“ Da er eine Welle von Verletzlichkeit und Zurückweisung auf ihrem Gesicht sah, arrangierte er sein Programm für sie um und gab ihr eine Hilfestellung. „Du hast mir gesagt, dass ich nichts tun soll. Ich folge deiner Anweisung, Fabienne.“ Verständnis blitzte in ihren Augen auf und sie lächelte leicht. „Dann... küss mich, Connor?“
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