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Detroit: Become Human - Faith

von Blythe
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK200 Markus RK800-51-59 Connor
07.02.2017
13.03.2019
24
35.572
48
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.08.2018 937
 
// 19:45 Uhr, Wohnhaus der Familie Belaqua

In den letzten Wochen hatte sie immer wieder versucht Connor Entscheidungen treffen zu lassen, die er allein bestimmen musste. Sei es die Auswahl ihrer Kleidung, verschiedene Einkäufe oder gar einfache Kinderspiele. Es gab so viele Möglichkeiten bei denen keine vorprogrammierten Regeln griffen, dass es ihr einen Heidenspaß machte, ihn aus der Reserve zu locken. Sie war sich nicht einmal sicher, ob er ihr das Ganze nicht langsam sogar übel nahm.

Sie versuchte wohl auch ihre eigenen Probleme damit irgendwie zu vertuschen. Fabienne fühlte sich müde und gerädert und mehr als nur ein Gedanke schwirrte ihr gerade durch den Kopf. Die letzten Wochen waren auch….schwierig gewesen. Es war schwer mit jemandem zusammen zu leben, den man liebte – und der zu allem Überfluss auch noch eine Maschine war. Connor stellte für sie den Mann dar, den sie immer gesucht hatte: intelligent, gutaussehend, aufmerksam und er hatte das gewisse Etwas, das einen fesseln konnte.
Obwohl er nur eine Maschine war, schien er einen gewissen Reiz auf sie auszuüben und er forderte sie jeden Tag auf´s neue heraus. Es war zum verrückt werden und es war ihr bisher nicht aufgefallen, wie schnell sie sich in diesem Teufelskreis verfangen hatte.
Wie bald jeden Tag schleppte sie sich nach Hause und freute sich auf ihr Bett, denn in ihren Träumen war möglich, was in der Realität undenkbar war. Eine KI konnte viel imitieren, jedoch war Connor viel zu gut programmiert, um so etwas zu tun. Selbst auf ihr Bitten hin, würde er das wohl nicht einmal versuchen. Es hatte für ihn einfach keinen Sinn, einen Menschen zu lieben.

Zu ihrer Überraschung war das Haus leer, als sie die Eingangstür hinter sich schloss. Die flackernde Nachricht am Kühlschrank verriet ihr, dass ihr Vater mit Claire einige Besorgungen erledigte. Das vorbereitete Abendessen ließ sie unbeachtet stehen und zog weiter ins Wohnzimmer, dort ein neues Schlachtfeld auf dem Esstisch vor sich findend.
Sie musterte den starren Hinterkopf einen Moment, bevor sie näher trat. „Hi, Connor. Habt ihr wieder einen neuen Fall aufgerollt?“ Er stand sofort auf und kam der akkuraten Höflichkeit nach, die man ihm mitgegeben hatte. „Guten Abend, Fabienne. Ja, das haben wir. Es scheint nur etwas außer Kontrolle gelaufen zu sein.“ Sie musterten zusammen das Chaos aus Bildern, Akten, Notizen und Datenpads, das sich über den großen Esstisch verteilt hatte. Ihr Kopfschütteln war resigniert. „Es wundert mich nicht, ihr seid beide so verdammt gut in eurem Beruf…“, abgelenkt suchte sie nach der Fernbedienung und bemerkte daher seinen musternden Blick nicht. Als sie sich auf die Couch gesetzt hatte, stellte er sich vor sie und legte den Kopf leicht schief. „Fabienne, darf ich dich etwas fragen?“ Abgelenkt bedeutete sie ihm weiterzureden, die neuesten Nachrichten im Auge behaltend.

Sie musste dann fragend zu ihm aufsehen und verdrehte die Augen. „Seit so nett und setz dich, das macht mich nervös.“ Er setzte sich folgsam neben sie auf die Couch und ihr Herzschlag beschleunigte sich minimal. Sie lächelte ihn an, denn auch er wusste wohl bereits, wie er auf sie wirkte. Die braunen Augen musterten sie aufmerksam und sie wusste, dass er die verschiedensten Daten über sie abrief und analysierte. „Darf ich dich fragen, was genau dich in den letzten Tagen so beschäftigt? Du wirkst abwesend und niedergeschlagen.“
Fabienne verzog den Mund. „Lass mich dir zuerst eine Gegenfrage stellen, Connor. Denkst du es ist möglich, dass mich eine künstliche Intelligenz so täuschen kann, dass ich glaube etwas Bestimmtes zu fühlen?“ Die hellbraunen Augen musterten sie weiterhin ohne eine Regung. „Bezieht sich deine Frage auf deine Zuneigung mir gegenüber?“
Verdattert starrte sie ihn an, eine deutliche Röte zog sich über ihre Wangen. „Ich…äh, ich….“, er unterbrach ihr Stottern ohne Mühe. „Ich bin besser ausgebildet als alle Androiden, die du bisher kennen gelernt hast, Fabienne. Es ist meine Aufgabe zu erkennen wann mein Gegenüber mir vertraut oder deutliches Misstrauen zeigt. Liebe und Hass sind in meiner Programmierung unmissverständlich dargestellt; ich kann die Anzeichen nicht übersehen. Es liegt in meiner Qualifikation Gefühle zu entdecken. Und bei Menschen ist das teils sehr einfach. Der schnelle Herzschlag, die Ausschüttung von Endorphinen und eine leichte Nervosität sind genug Indiz dafür.“ Ihre Fassungslosigkeit wandelte sich in deutliche Scheu um und sie wich erstmals etwas vor ihm zurück. Eine völlig neue Erfahrung, die er so nicht kannte. „Stört dich das…? Dass ich dich….mag?“, ihre Stimme war leise und verschreckt und er registrierte, dass hier ein wenig mehr Feingefühl von Nöten war, als er sonst an den Tag legte.

„Selbstverständlich nicht. Ich fühle nicht, daher kann es mich nicht stören. Ich habe dieses Thema nie angeschnitten, da viele Gefühle für Menschen oft als schmerzhaft angesehen werden, sollten sie nicht erwidert werden. Jedoch bin ich überzeugt dass du irgendwann erkennen wirst, dass ich nur eine Maschine bin. Mich zu lieben wird dich nicht ausfüllen.“
Eine Spur von Schock und Enttäuschung huschte über ihre Züge, bevor sie sich wieder unter Kontrolle brachte. Das Zittern ihrer Hände war so klar wie ihr schneller Herzschlag. „Könntest du….mir vorspielen, dass du mich liebst? Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen?“ Sein kühler Blick war völlig klar, als er ihren Gedankengang weiter verfolgte. „Diese Frage ist unnötig. Es gibt nichts, das ich erreichen möchte. Dazu bin ich nicht programmiert.“ Fabienne wirkte nervös, als sie den Kopf abweisend schüttelte. „Vergiss das mit dem Ziel. Könntest du mir vorspielen, dass du mich liebst?“ Diesmal entstand eine deutlich längere Pause und er ging über 126 Möglichkeiten durch, ihr zu antworten. Am Ende entschied er sich für die Einfachste davon. „Nein. Ich bin nicht dazu ausgelegt Emotionen derartig darzustellen. Meine Aufgabe besteht aus anderen Dingen.“
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