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Detroit: Become Human - Faith

von Blythe
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK200 Markus RK800-51-59 Connor
07.02.2017
13.03.2019
24
35.572
48
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Dieses Kapitel
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07.02.2017 1.088
 
Montag 07:15 Uhr, Detroit - River Street Wohnpark

Fabienne Belaqua steckte die letzte Haarnadel fest und nickte zufrieden, als ihre dichten Haare in einer passablen Hochsteckfrisur hielten. Da es ein Montagmorgen war, würde es wieder ein stressiger und langer Tag werden. Immerhin verging die Zeit dank ihrer neuen Tätigkeit aber mehr als rasant und sie hatte endlich einen Job, der sie auch wirklich interessierte.
Bis vor einigen Wochen hatte sie sich noch mit trockener Materie von Energiesystemen beschäftigt und hier versucht die Lebenszeit der neuesten Androidengeneration auf über 100 Jahre zu verlängern. Und nun hatte man sie erst Kürzlich abgeworben und lies sie bei CyperLife mit einigen der renommiertesten Erfindern ihrer Zeit arbeiten.

In den letzten Monaten hatte es immer wieder beunruhigende Vorfälle gegeben, in denen Androiden unter ungeklärten Umständen verschwanden, ein auffälliges Verhalten zeigen oder sich ohne Erklärung einfach abschalteten. Und in jüngster Zeit häuften sich diese Vorfälle massiv. Diese Auffälligkeiten mussten nun genauestens beobachtet und registriert werden – und meist endete so ein Fall mit der Terminierung des Subjekts. Was sie immer sehr bedauerte.
Sie war in Detroit geboren worden und lebte daher schon von Geburt an mit Androiden - sie war den Umgang mit ihnen daher gewohnt. In vielen anderen Städten dagegen  war das völlig undenkbar. Nachdem ihr Vater sie allein großgezogen hatte, war die Hilfe eines, oder sogar zwei Droiden ein Segen gewesen – wurden einem kochen und putzen abgenommen, half das schon enorm, um das Familienleben zu verbessern. Zudem war es doch sehr angenehm, bereits ein fertiges Frühstück auf dem Tisch stehen zu haben und sich nicht um den Haushalt kümmern zu müssen. In der heutigen Zeit wurden fast alle Tätigkeiten von Maschinen übernommen und mittlerweile hatte man Androiden für jede Tätigkeit entwickelt. Von schweren Arbeiten, gefährlichen Beschäftigungen bis hin zu hoch komplexen Operationen wurde heute alles an die maschinellen Helfer abgegeben. Manchmal war ihr unklar, wie die Menschheit früher überhaupt eigenständig überlebt hatte.
Sie strich das grüne Shirt glatt, zog sich die schwarzen Stiefel über ihre dunkle Jeans und griff nach ihrer Handtasche. Damit warf sie die Tür zu ihrer kleinen Wohnung im Obergeschoss zu und hetzte nach unten.

Die junge Frau durchquerte Minuten später das Wohnzimmer und warf ihrem Vater ein kurzes „Guten Morgen“ zu, während sie sich eine Scheibe Toast vom Tisch angelte und zur Tür eilte. „Ich bin heute Abend erst spät zurück, warte nicht auf mich Dad! Bye, Claire“, warf sie ihrem Hausandroiden im Vorbeigehen zu und schnappte sich eine Jacke vom Kleiderhaken. Es war wie jeden Morgen: stressig und anstrengend, da sie einfach immer zu spät aufstand. Zudem bedauerte sie sehr, ihren Vater nur kurz Morgens oder Abends zu sehen – ihre Beziehung war sehr eng, da sie ohne Mutter aufgewachsen war. Aber jeder von ihnen Beiden ging einem stressigen und zeitraubenden Job nach – ihr Vater arbeitete mittlerweile als Professor an der örtlichen Universität und bildete zudem einige Androiden der Polizeieinheiten weiter aus. Als ehemaliger Comissioner war er heute sehr gefragt. Sie trat in die Garage und hob die Hand; ihr schwarzer Audi entriegelte sich sofort und sie koordinierte noch kurz die letzten Termine mit dem Smartphone, bevor sie in den langen Tag starten würde.

// Montag 18:45 Uhr, Detroit - Wohnhaus der Familie Belaqua

Der Tag war wie erwartet... zermürbend gewesen, wenn man es freundlich ausdrücken wollte. Mitten in Detroit hatte man für das Forschungsprojekt von CyberLife eine Einrichtung geschaffen, die sich mit dem auffälligen Verhalten der Abweichler beschäftigte. Leiter und Gründer, Dr. Ben Lenning, war direkt hinter Kamski einer der genialsten Köpfe und daher war ihm die Leitung dieser Einrichtung zugefallen. Und durch einen glücklichen Zufall, hatte man auch Fabienne Belaqua hierher versetzt, aktuell als eine der jüngsten MitarbeiterInnen im Gebäude. Was nicht immer einfach war.
Ausgerechent heute hatte man zudem wieder drei nagelneue Modelle der Serie AX-600 terminieren müssen und sie war darüber mehr als entsetzt gewesen. Diesmal hatten sie es mit schweren Fällen von Gewalttätigkeit zu tun – keiner der drei Androiden war ungefährlich genug, um auch nur mit einem weiterhin zu arbeiten. An eine Analyse war nicht mehr zu denken gewesen, so schwer hatten sich die Modelle selbst beschädigt.
Dr. Lenning hatte im Moment 4 Androiden in seiner Einrichtung, die auffälliges Verhalten zeigten und mit denen die Arbeit überraschender Weise wirklich Spaß machte. Sie entwickelten sich tatsächlich weiter und begannen ein eigenes Denken zu entfalten, was zu aktuellem Stand völlig neu war. Es war natürlich abzuwarten, wie sich das Ganze in näherer Zukunft entwickeln würde.

Müde seufzend stieß Fabienne die Haustür auf und war überrascht, noch Licht im Wohnzimmer zu sehen. Ihr Vater ging normal früh zu Bett und daher überraschte es sie, so spät Abend noch Licht zu sehen. Claire kam ihr entgegen, das künstliche Lächeln war ihr schon so gut vertraut wie das eigene. Sie nahm ihr die Jacke ab und deutete auf das Wohnzimmer.
„Guten Abend, Fabienne. Dein Vater hat Besuch, bitte geh direkt weiter.“ Mit einer erhobenen Augenbraue trat sie ins Wohnzimmer und musterte den Mann, der ihrem Vater gegenüber saß. Sie sah ihn nur von hinten: dunkle kurze Haare, ein scharf geschnittener Anzug und eine steife Haltung. Sie wusste sofort, dass es ein Android war. „Hallo, Dad. Ich sehe wir haben Besuch?“ Der Android stand auf und sie entdeckte überrascht, dass er sie um fast 2 Köpfe überragte. Das Gesicht hatte eine gewisse Schärfe, zeigte nach menschlichen Verhältnissen viel Intellekt und Nachdruck. Eine kühle Hand wurde ihr entgegengestreckt.
„Mein Name ist Connor. Ich werde einige Wochen bei Ihnen bleiben und mich von Ihrem Vater „anlernen“ lassen, wie der Comissioner es nannte. Es freut mich, Sie kennen zu lernen, Miss Belaqua.“
Fabienne lächelte und schüttelte die dargebotene Hand. Sie spürte kühle, künstliche Haut und einen festen Händedruck - die Details seines Gesichts  waren faszinierend echt gearbeitet und gingen sogar bis zur kleinsten Pore. „Freut mich auch, Connor. Sind Sie der Jäger, von dem alle sprechen? Der die jagt, die aus der Reihe fallen?“
Ihr Vater schnalzte tadelnd mit der Zunge und stand auf. „Fabienne, du weißt doch, dass ein „Sie“ unnötig ist. Connor wird die nächsten Wochen von mir lernen und ich werde versuchen, ihn für Verhandlungen und Notsituationen vorzubereiten. Er ist ein hoch entwickelter Prototyp von CyberLife und hat Einiges verbaut, was ich noch nie gesehen habe. Wenn ich keine Zeit habe, ist er auf das Haus beschränkt – er wird im vorletzten Gästezimmer bleiben. Für die Dauer des Projekts ist er uns unterstellt, jeder Befehl von mir und auch von dir, wird also befolgt werden. Benimm dich also“, fügte er streng hinzu. Fabienne lächelte schief. „Natürlich, Dad. Willkommen in der Familie, Connor.“
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