Malfoy & Partner Investigations - Men in Black

von Telda
GeschichteHumor, Krimi / P16
07.02.2017
16.02.2017
6
12035
16
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Dieses Kapitel
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Guten Morgen^^

der nächste Fall für das Dreamteam Malfoy/Snape. Für die Einstiegsidee ist Missi verantwortlich, nicht ich. Bin ich sowieso nie...^^ Ich hoffe, Ihr seid alle wieder dabei, wenn das Sarkastenduo sich an die Arbeit macht...^^
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Fröstelnd schlug sich Kingsley Shacklebolt den Kragen seines Muggel-Mantels hoch. Er mochte den November nicht, er mochte den ganzen Winter nicht. Feucht und kalt war es in London um diese Jahreszeit. Es war spät in der Nacht und King war müde. Das Treffen hatte wieder länger gedauert als eigentlich geplant. Es gab einfach zu viel zu tun.

Seit dem Ende des Krieges und der Erkenntnis, dass die Probleme der einen Seite vor der anderen Seite nicht haltmachten, war jeder Behörde im Ministerium für Zauberei, die in der Muggelwelt ein Äquivalent besaß, mindestens ein Verbindungspartner in der Muggelwelt zugeteilt worden, mit dem die jeweilige Behörde zusammenarbeitete. Sein Verbindungsmann arbeitete beim Yard und Kingsley kam gerade von so einem Treffen mit ihm. Garry Longfellow war ein Typ, mit dem es sich gut arbeiten ließ und Kingsleys Auroren hatten ihm schon öfter geholfen, wenn er bei einem schwierigen Fall nicht weiterkam, weil möglicherweise Magie im Spiel war. Umgekehrt hatte auch der Yard schon gute Hilfe geleistet.

Kingsley eilte die Straße zu der Gasse hinunter, in der der geheime Eingang zum Ministerium lag. Nebel waberte durch die Straßen und die Straßenlaternen waren nur milchige Lichtpunkte in der trüben Dunkelheit um ihn herum. Plötzlich rempelte ihn jemand so heftig an, dass er strauchelte und beinahe fiel. Der Unbekannte blieb stehen und begann sich wortreich zu entschuldigen. Kingsley bemerkte noch, dass der Andere ihn für so einen banalen Vorfall viel zu intensiv beobachtete, dann wurde es dunkel um ihn. Den Wagen, der am Straßenrand hielt und die drei Männer, die heraussprangen und ihn in das Auto zerrten, bemerkte er nicht mehr.
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Severus Snape und Hermione Granger saßen bei einem gemütlichen Samstagmorgen-Frühstück. In letzter Zeit hatte es wenig Gelegenheit dazu gegeben. Neue Forschungsaufträge, ein Kongress in Montreal, zu dem beide als Vortragende eingeladen waren und der intensiv vorbereitet werden musste, mehrere Artikel für 'Zaubertränke heute'...es hatte einfach kaum ein paar ruhige Stunden gegeben. Um so mehr genossen sie es jetzt, endlich einmal ausspannen zu können.

Sie hatten länger als sonst geschlafen und das langsame, gemeinsame Aufwachen ziemlich ausgedehnt. Severus konnte es manchmal noch immer nicht fassen, dass diese kluge, wunderschöne Hexe zu ihm gehören wollte, jeden Abend in seinen Armen einschlief und am Morgen - immer noch in seinen Armen - erwachte. Sein Leben hatte sie auf den Kopf gestellt, aber er trauerte seiner grabesstillen Einsamkeit der letzten Jahre keine Sekunde nach, im Gegenteil.

Er genoss es, wenn sie während der Arbeit im Labor vor sich hinsummte, wenn sie plötzlich aufsprang, weil ihr eine Idee gekommen war. Er liebte es, wenn sie sich nachts unter seinen Zärtlichkeiten vor Leidenschaft wimmernd wand oder – doch das würde er nicht einmal unter einem Cruciatus zugeben – ihn mit ihren Berührungen zum Wimmern brachte.

Bei diesem Gedanken reagierte sein Körper schon wieder und er konzentrierte sich hastig auf seinen Kaffeebecher, aus dem ihm ein verführerischer Duft entgegen strömte und trank einen Schluck.

Plötzlich wurde heftig an die Tür gehämmert. Alarmiert sahen sich beide einen Moment lang an, denn das war auf dieser friedlichen Insel derart ungewöhnlich, dass etwas geschehen sein musste. Hermione sprang auf und lief zur Tür.

Als sie sie schwungvoll aufriss, stolperte ihr ein vollkommen aufgelöst aussehender Harry Potter entgegen und stieß hervor:

„Kingsley ist seit zwei Tagen verschwunden!“

Hermione zog den Freund ins Haus und schloss die Tür. Dann schob sie Harry in die Küche und nötigte ihn auf einen Stuhl.

Severus verdrehte die Augen, als er den Jungen-der-ihm-noch-immmer-auf-die-Nerven-ging sah. „Wieder mal ein typischer, dramatischer Potter-Auftritt“, knurrte er. „Ist es Ihnen auch nur eine Sekunde lang in den Sinn gekommen, dass Sie stören könnten?“

Hermione hatte dem Freund inzwischen einen Becher Tee in die Hand gedrückt, denn Harry mochte keinen Kaffee. Nun setzte sie sich wieder.

„Erzähle, was ist los?“

Harry zwang sich zur Ruhe. „Kingsley ist seit zwei Tagen verschwunden. Er hatte wieder mal eine Besprechung mit seinem Kontaktmann beim Yard. Worum es dabei ging, weiß ich nicht. Jedenfalls hatte King für den nächsten Tag, also gestern, eine Sitzung aller Einsatzgruppenführer angesetzt. Aber er kam nicht. Zu Hause ist er auch nicht angekommen, erklärte uns seine Elfe. Sein Kontaktmann hat uns gesagt, wann King aufgebrochen ist und wir haben seinen möglichen Rückweg zu rekonstruieren versucht. Es gab keine magischen Spuren, aber wir haben kurz vor der Gasse zum Ministerium einen Fetzen von seinem Mantel gefunden. Dass es seiner ist, hat uns auch der Yard bestätigt.“

„Bis zu dem Fetzen seines Mantels hätte ich angenommen, dass er einfach mal Erholung von Ihrem Gesicht gebraucht hat, Potter, was ich sehr gut verstehen kann. Aber dieser Fetzen ändert die Sache...“ Severus versank in Nachdenken.

„Ich werde Sie nach London begleiten, Potter. Ich muss mir das selbst ansehen“, sagte er schließlich, stand auf und verschwand die Treppe hinunter in sein Labor.

Kopfschüttelnd sah Harry ihm nach. „Er ist noch immer genauso unfreundlich wie früher, oder?“

Hermione grinste. „Oh, er war freundlich. Hätte ihn diese Meldung weniger beunruhigt, hätte er Dir wegen dieser Störung den Kopf abgerissen und Deine Gebeine im Meer versenkt.“

Darüber musste auch Harry trotz seiner Besorgnis grinsen. „Und das glaube ich Dir sogar. Ihr seid schon ein seltsames Paar, aber irgendwie scheint es zu passen. Du klingst schon wie er.“

Zwei Stunden später setzte sich Severus auf die Spur, doch er fand genauso wenig wie die Auroren zuvor. Keine magischen Spuren, bis auf den Fetzen eines aus Muggelstoff gefertigten Mantels keine Spuren eines Kampfes. Der Stoff war ziemlich widerstandsfähig und nachdem Potter ihm die Stelle gezeigt hatte, an der die Auroren den Fetzen gefunden hatten, sah er auch, wie es zu diesem Indiz gekommen war.

Am Straßenrand stand eine altmodische Laterne auf einem Mast aus Gusseisen. Die Wartungsklappe dieser Laterne wurde offensichtlich irgendwann mal mit einem Brecheisen aufgestemmt und dabei war das Metall der Klappe gerissen und hatte eine scharfe Kante, die weit genug hervorstand, dass sich ein Stück Stoff daran festhaken und herausgerissen werden konnte. Mehr konnte Severus auch nicht herausfinden und apparierte unzufrieden wieder nach Fair Isle. Zuvor hatte er Potter angewiesen, ihm einen Termin bei dem Kontaktmann im Yard zu machen.

Einen Tag später wurde Kingsley in einer verkommenen Nebenstraße in London gefunden, vollgepumpt mit Drogen.