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Das Versprechen

von ReScripta
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P12 / Gen
Bohne Böser Bill Klapperschlangen Jake OC (Own Character) Rango
06.02.2017
08.08.2020
34
68.168
 
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06.02.2017 2.257
 
Hi, hier beginnt wieder eine neue Rango FF, die ich in meinem Archiv aufgestöbert habe. :) Zuerst hatte ich nur zwei Kapitel davon geschrieben, die eigentlich ursprünglich nur ein offened Ende bleiben sollten. Doch dann kam doch die Idee die Geschichte fortzusetzen.
Viel Spaß beim Lesen! Und bitte Kommentieren nicht vergessen. ;)
Lg ReScripta



1. Geld oder Leben!



Sie küsste ihn auf die Lippen. So küsste sie ihn immer. Er liebte es ihre Lippen auf seinen zu spüren. Dann löste sie ihren Mund und sah ihm tief in die Augen. Rango errötete, als Bohne ihm wieder diesen liebevollen Blick zuwarf.
„Sehen wir uns morgen wieder?“, fragte sie leise und lächelte.
Rango lächelte ebenfalls. „Natürlich. Übrigens, danke für das Essen. Es war sehr gut.“
Bohne kicherte leise. „Hab ich einen verwöhnten Stadtjungen verwöhnen können?“
Sie umfasste sein Gesicht. Rango wusste, dass sie ihn wieder küssen wollte. Diesmal wollte er ihr aber zuvor kommen. Er lehnte sich nach vorne und küsste sie wieder. Fast mehrere Sekunden, oder länger. Sie wussten es nicht. Endlich unterbrachen sie ihren engen Kontakt.
Rango räusperte sich und trat einen Schritt zurück. „Tja, also, es ist wohl das Beste ich gehe jetzt.“
„Und du willst wirklich nicht bleiben?“, fragte Bohne hoffnungsvoll.
Rango blickte nach vorne. Hinter Bohne stand ihr Farmhaus. Es war zwar eine riesige Blechdose, die zu einem Haus umgebaut worden war, aber es war gemütlich. Unmöglich hätte er ihre Einladung zu einem Abendessen bei ihr abschlagen können. Obwohl er immer beteuerte, dass er in der Stadt seine Stellung als Sheriff walten lassen musste. Aber warum nicht mal kurz einen Abend opfern? Jetzt stand er mit ihr vor dem Haus und sie wollte, dass er blieb.
Rango wurde es warm ums Herz, doch dann schüttelte er wehmütig den Kopf.
„Nein, tut mir leid. Ich hab für heute Nacht niemanden, der im Sheriff-Büro Wache hält.“
Bohne nickte. „Okay. Aber ein andern Mal?“
Rango lächelte. „Genau. Bestimmt ein anderes Mal. Ich kann ja mal in meinen Kalender schauen.“
Mit diesen Worten band er seinen Roadrunner los, den er vor dem Haus angebunden hatte und stieg auf.
„Ich hoffe nur, dass dein Kalender nicht zu voll ist“, sagte Bohne heiter.
„Keine Sorge. Für dich, halte ich mir stets was frei.“
Er zog an den Zügeln und der Roadrunner schritt in die Wüste, wo in weiter Entfernung die Stadt lag.
Sie winkten sich zum Abschied zu.
„Bis morgen“, rief Bohne ihm nach.
„Bis morgen!“, rief er ihr zu und gab seinem Huhn die Sporen. Sogleich ritt der Roadrunner im wilden Galopp geradeaus.

Als sie den halben Weg hinter sich hatten, zügelte Rango das Tempo und ließ den Roadrunner im Schritt weitergehen. Das Chamäleon zog seinen Hemdkragen etwas höher. Es war kühl, aber der Himmel war sternenklar.
Er warf den Kopf in den Nacken und betrachtete die Sterne. Sie waren wunderschön in dieser Nacht. Der Mond stand sichelförmig am Himmel und störte mit seinem schwachen Licht kaum die Sternenpracht. Rango lauschte dem Zirpen der Grillen.
Es war ein schöner Abend gewesen. Noch nie war er so verwöhnt worden. Zumindest nicht von einem netten Mädchen. Er seufzte. Es hatte ihm etwas Leid getan, Bohne so kurz nach dem Abendessen wieder zu verlassen. Er wäre sehr gerne noch geblieben. Aber er musste zurück in die Stadt.
Er stutzte. Das Zirpen der Grillen war mit einem Mal verstummt. Warum hatten sie ihr Abendkonzert beendet? Wegen ihm?
Er zuckte zusammen. Aus dem Augenwinkel meinte er eine Bewegung gesehen zu haben.
Er warf einen Blick nach rechts. Um ihn herum standen vereinzelt verdorrte Sträucher, und ein paar Kakteen, aber ansonsten…
Da! Wieder eine leichte Bewegung. Diesmal auf der linken Seite.
Rango beschlich ein merkwürdiges Gefühl und er wusste nicht, ob er stehen bleiben oder schneller reiten sollte.
Er erschrak. Hastig hielt er seinen Roadrunner an. Im Gestrüpp hatte es ganz dicht in seiner Nähe geraschelt.
Schnell griff Rango nach seinem Revolver und richtete ihn auf die Stelle, wo er das Geräusch gehört hatte. Sein Magen krampfte sich zusammen. War es nur ein harmloses Tier? Wenn ja, warum schlich es hier herum?
„Wer ist da?“, fragte er mit fester Stimme.
Doch keiner antwortete. Angestrengt stierte er in die Dunkelheit. Eine Stille war eingetreten. Eine Stille, die Rango gar nicht behagte. Er hielt den Atem an und lauschte auf ein verdächtiges Geräusch.
Plötzlich hörte er knirschenden Sand neben sich. Er drehte sich um. Er schrie erschrocken auf, als ihn eine dunkle Gestalt ansprang und vom Roadrunner herunterriss.
Rango versuchte sofort wieder aufzustehen, aber dann wurde er erneut von hinten gepackt und mit dem Bauch auf den Boden gedrückt.
„Geld oder Leben!“, raunte ihm eine fremde Stimme zu.
Rango war vor Schreck wie gelähmt, als die fremde Person ihm einen Revolver zwischen die Rippen drückte. Noch nie war er von einem Straßenräuber überfallen worden. Warum gerade heute?
„Geld oder Leben!“, forderte der Fremde mit drohender Stimme.
„I-ich… ich hab nichts bei mir", stotterte Rango.
Er sah seinen Revolver wenige Meter vor sich auf dem Boden liegen. Der Fremde hatte ihn zum Glück noch nicht entdeckt.
„Du hast kein Geld?!“, knurrte der Bandit. „Unsinn! Jeder hat etwas in den Taschen.“
„Dann suchen Sie doch selbst!“, konterte Rango verbissen.
Der Fremde zögerte nicht lange und wühlte zuerst in Rangos Hosentaschen. Anschließend zerrte ihn der Bandit auf den Rücken und durchsuchte seine Hemdtaschen.
Im schwachen Mondlicht erkannte Rango eine fuchsähnliche Gestalt in schludrigen Klamotten. Der Straßenräuber war so sehr mit dem Taschendurchsuchen beschäftigt, dass er nicht mehr auf Rango achtete. Etwas beruhigter nahm Rango all seinen Mut zusammen und trat mit den Füßen mit voller Wucht in den Bauch des Fuchses. Der Fuchs jaulte auf und taumelte nach hinten.
Rango nutzte seine Chance und hechtete nach vorne, hob seinen Revolver vom Boden auf und richtete ihn auf den Fuchs. Dieser war völlig verdattert, als er den Revolver in Rangos Hand sah.
„Ich verhafte Sie wegen Raubüberfall!“, sagte Rango streng.
Der Fuchs stand auf. „Für wen hältst du dich eigentlich?“
„Ich bin der Sheriff von diesem Bezirk", antwortete Rango. „Und Sie sind hiermit verhaftet.“
„So, so. Du hältst dich wohl für besonders schlau, was?“, fragte der Fuchs und kicherte heiser.
Rangos Augen verengten sich. „Wenn Sie nicht sofort Ihre Bemerkungen für sich behalten, landen Sie wegen Beamtenbeleidigung länger hinter Gitter.“
Wieder kicherte der Fuchs. „Dann fang mich doch.“
So schnell konnte Rango gar nicht reagieren, da machte der Fuchs einen Satz zur Seite und war in den dichten, verdorrten Sträuchern verschwunden.
„Halt! Stehen bleiben!“ schrie Rango und feuerte einen Schuss ab, der aber natürlich wegen der Dunkelheit sein Ziel verfehlte. Das Chamäleon versuchte hinterher zu rennen, aber der Räuber war schon verschwunden.
Rango biss sich auf die Unterlippe. „Verdammt!“
Wütend stampfte er mit dem Fuß auf.
„Ich bin vielleicht ein toller Sheriff“, grummelte er verärgert und schnaubte verächtlich. Wegen seiner Leichtsinnigkeit lief der Räuber jetzt weiter frei in der Gegend herum.
Noch immer ganz aufgebracht kickte er einen Stein weg.
Na schön, dachte er. Kann man eben nichts machen.
Nachdem er sich etwas beruhigt hatte, steckte er seinen Revolver wieder in den Holster und ging zu seinem Roadrunner rüber.
Doch als er gerade aufsteigen wollte, packte ihn jemand von hinten und warf ihn zu Boden.
Rango hatte keine Zeit mehr aufzustehen, denn sogleich wurde er wieder mit dem Bauch auf den Boden gedrückt.
„Dachtest du wirklich, ich würde einfach so wie ein Feigling davon laufen?“, rief der Fuchs höhnisch.
Rango keuchte, als der Fuchs sein ganzes Gewicht auf seinen Körper verlagerte. Vergeblich versuchte er wieder hochzukommen.
„Lassen Sie mich los!“, schrie Rango ihn an. Panik stieg in ihm hoch. Der Bandit hatte bestimmt keine guten Absichten, nur weil er zurückgekommen war.
„Halts Maul!“, fuhr der Räuber ihn an. „Eigentlich hatte ich vorgehabt, einen ganz normalen Raub durchzuziehen. Aber du hast mich beleidigt. Das war nicht sehr klug von dir. Leute, die mich ärgern, mag ich nicht.“
Rango keuchte, als der Fuchs seine langen Krallen in seine Schultern grub. Er wandte sich wie verrückt in seinem Griff, aber der Fuchs hielt ihn fest, wie ein Schraubstock.
„Lassen Sie mich los!“, schrie Rango.
„Ach, jetzt auf einmal hast du Angst?“, höhnte der Räuber gehässig. „Von mir aus kannst du heute noch mehr Angst haben. Eine Todesangst.“
Rango erschrak. Doch noch eher er weiter protestieren konnte, hatte der Bandit eine Schnur aus seiner Tasche herausgeholt und band ihm damit die Hände auf dem Rücken zusammen.
„He! Was soll das?!“, rief Rango erbost, aber gleichzeitig auch ängstlich. „Lassen Sie mich endlich los!“
Er jammerte auf, als der Fuchs seine gebundenen Handgelenke packte und ihn an den Armen zog. Rango glaubte jeden Moment einen Hexenschuss zu kriegen. Er spürte, wie der Fuchs ihn am Nacken packte. Kurz darauf schmeckte er Stoff in seinem Mund, das sofort hinter seinem Kopf zusammengeknotet wurde. Vergeblich versuchte Rango den Knebel wieder auszuspucken. Dann lockerte der Fuchs seinen Griff und ließ von Rango ab.
Rango flüchtete sich kriechend ein paar Meter von ihm weg. Doch sofort stürzte sich der Fuchs erneut auf ihn und drückte ihn wieder mit dem Bauch auf den Boden.
Rango stieß dumpfe Schreie aus und versuchte mit aller Gewalt wieder freizukommen.
„Du hattest kein Geld“, höhnte der Räuber. „Fein, dann nehme ich mir stattdessen dein Leben.“
Er griff in seine Manteltasche und holte ein Messer raus. Als Rango das Messer sah, stieg in ihm die blanke Panik hoch. Wie ein Verrückter versuchte er sich zu befreien. Er hörte, wie der Räuber lachte.
Rango schrie auf. Ein unerträglich gleißender Schmerz zog sich durch seine rechte Seite. Er spürte hartes Metall.
Der Fuchs ließ ihn los. Aber der Schmerz ließ nicht nach. Rango war total verängstigt und zitterte am ganzen Körper vor Panik. Er versuchte zu schreien, aber sein Körper war vor Schreck wie gelähmt und sein Kopf war total leer. Fassungslos sah er an sich runter. Der Fuchs hatte ihm ein Messer in die rechte Rückenseite gerammt und es dort drinnen stecken lassen.
Der Fuchs stemmte zufrieden die Hände in die Hüfte und blickte schadenfroh auf sein verletztes Opfer. „Na, gefällt dir das?“, fragte er höhnisch.
Rango hatte sich inzwischen von dem ersten Schock erholt. Trotz der unendlichen Schmerzen, richtete er sich auf und wollte weglaufen, da seine Beine nicht gefesselt waren.
Doch der Bandit reagierte schnell und noch ehe es sich Rango versah, hatte er ihn auch schon wieder auf den Boden geworfen.
„Du willst abhauen?“, fragte der Räuber gehässig. „Du wirst schön hier bleiben.“
Rango war den Tränen nahe. Mit jeder Bewegung meinte er, das Messer nur noch mehr in die Wunde reinzudrücken.
„Ich sehe, ich werde dich wohl zwingen müssen hier zu bleiben“, grummelte der Bandit.
Er sah sich um und entdeckte einen alten Strauch, der mehr einem halben verdorrten Baum glich, und dessen vertrocknete Äste traurig herunter hingen.
Der Fuchs lachte auf und riss Rango ohne Erbarmen mit sich mit. Rango winselte, als der Räuber ihn zum Baum rüberschleifte. Dort angekommen zwang er Rango zum Stehen und packte ihn an den gefesselten Handgelenken. Dann band er sie an einen der herunterhängenden Äste fest. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass der Ast nicht abbrechen konnte, ließ er Rango los. Stöhnend krümmte sich das Chamäleon, konnte aber nicht mehr auf den Boden sinken, da ihn seine Hände am Ast oben festhielten. Er konnte höchstens in die Knie gehen.
„Na, gefällt dir wohl besser, was?“, sagte der Fuchs und kicherte gehässig. „Frühestens morgenfrüh wird man dich finden, aber bis dahin wirst du schon längst tot sein. Mach dir also keine zu großen Hoffnungen, dass dich hier jemand vor Morgengrauen finden wird.“
Er lachte. Dann drehte sich um und ließ Rango allein.
Rango in seiner Not jammerte und winselte. Doch der Räuber dachte nicht daran sich umzudrehen, und ging gelassen seines Weges.
Es wurde wieder ruhig. Die Grillen stimmten wieder ihr Abendkonzert an.
Rango wusste nicht was er machen sollte. Hilflos stand er da und atmete heftig. Er kniff die Augen zusammen, als der Schmerz, wo das Messer steckte, wieder von neuem ausholte.
Ihm wurde übel. Stöhnend krümmte er sich und hätte sich am liebsten hingelegt, aber die Fesseln hielten ihn erbarmungslos am Ast fest. Er sah sich um. Weit und breit war kein Haus oder eine Person zu sehen. Er war ganz allein. Er spürte einen Kloß im Hals. Er war völlig allein. Er schluchzte. Der Schmerz wurde immer schlimmer. Schließlich weinte er. Heiße Tränen liefen ihm über die Wangen.
Bitte, lass jemanden vorbeikommen, flehte er.
Er jammerte auf, als er starke Krämpfe spürte. Seine Knie begannen zu zittern. Er wollte nicht sterben! Er warf einen flehenden Blick zum Himmel, wo die Sterne immer noch leuchten, als wäre nichts gewesen. Erneut sah er sich um. Aber niemand war da.
Er bekam einen erneuten weinerlichen Anfall. Er weinte, wie noch nie zuvor in seinem Leben.
Mit einem Ruck richtete er seinen Oberkörper auf und schrie aus Leibeskräften durch den Knebel in die Dunkelheit. Seine hilflosen Schreie verloren sich in der Einsamkeit. Aber der Schall reichte nicht aus, um ein hörendes Ohr zu erreichen.
Noch ein paar Mal stieß das verletzte Chamäleon dumpfe Schreie aus. Dann sank er zusammen. Die Arme streckten sich nach hinten, sodass er knapp auf den Knien stand. Er weinte weiter. Stöhnend versuchte er wieder auf die Beine zu kommen, aber die Krämpfe ließen ihm keine Kraft mehr aufbringen. Wie eine leblose Puppe hing er da. Völlig hilflos.
Er erschrak, als er plötzlich kaltes Metall auf seinem Bauch spürte, das seinen Oberkörper wieder aufrichtete. Er winselte, als bei dieser Bewegung das Messer wieder in seiner Wunde bewegt wurde. Zittrig betrachtete Rango das Metall. Es war groß und… war eine Kanone.
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