ERAGON 6 - Der Oberste der Drachenreiter

von riha
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Arya Eragon Murtagh
06.02.2017
12.10.2019
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Ein neuer Morgen
"Arya wirst du allein zurechtkommen, ich kann auch hier bei Dir  im Morgenland bleiben" ,sagte Eragon nach dem Aufwachen zu seiner Frau. "Ich werde die Verantwortung für die Wettkämpfe an Murtagh oder Bloêdhgarm übertragen."
"Eragon, das haben wir doch schon alles besprochen, Mara bleibt hier und hilft mir bei den Kindern. Du bist der Oberste des Ordens der Drachenreiter, Du hast die Wettkämpfe ins Lebens gerufen, alle erwarten das Du kommst."
"Aber..." ,fing Eragon noch einmal an, aber seine Frau gab ihm einen Kuss. In diesem Moment ging die Zimmertür auf und Beram und Selina betraten leise das Zimmer. Sie liefen auf ihren Vater zu, der vor ihnen in die Hocke ging und sie in seine Arme schloss. Er drückte sie fest an sich und sagte ihnen im Geist: "Bitte hört auf eure Mutter. Ich komme so schnell ich kann zurück."
Laut sagte er nur: "Bis bald ihr Beiden." Er stand wieder auf, ging noch einmal an die Wiegen, in denen Oramis und Rhânön noch immer friedlich schliefen und sagte zu ihnen leise: "Bis bald ihr beiden Kleinen." Dann ging er mit Arya im Arm und den großen Zwillingen die Treppe hinunter. Eragon und Arya machten schnell ein Frühstück für sich und die Kinder, das sie schweigend aßen: Eragon, weil er sich nur ungern von seiner Familie trennt, Arya, weil sie nicht wusste was sie sagen sollte und die Kinder, weil ihre Eltern so schweigsam waren.
Anschließend schnappte sich Eragon seinen Rucksack und ging gemeinsam mit Arya und den Zwillingen nach draußen. Dort warteten schon alle jungen Drachenreiter auf ihren Drachen, sowie Murtagh auf Dorn. Eragon gab Arya noch einen Kuss, dann ging er auf Saphira zu und stieg in den neuen Sattel, den er vor zwei Tagen fertiggestellt hatte. Er schaute in die Runde, alle Satteltaschen und Rucksäcke waren prall gefüllt mit Lebensmitteln und alles was sie für einen 4-6 wöchigen Aufenthalt bei den Urgals brauchten. Bloêdhgarm war mit den meisten Elfen des Morgenlandes schon vor 14 Tagen aufgebrochen. Sie waren durch den Tunnel gegangen. Auch diese Gruppe hatte Lebensmittel für sich und für den Aufenthalt bei den Urgals mitgenommen.
Eragon wusste sein Bruder Orik, der König der Zwerge war mit seinen jungen Leuten und einigen Getreuen auch vor 14 Tagen aufgebrochen, die Gruppe um Bloêdhgarm und die Zwerge wollte sich am Ausgang des Bärenzahntales treffen, um die Reise zu den Urgals, die am Buckel lebten, gemeinsam zu bewältigen. Die Elfen aus Du Weldenvarden waren vor gut zwei Wochen von Ellesméra aufgebrochen. Sie wollten über Osilon Richtung Isenstar-See gehen und dann weiter zum Buckel. Nasuada, die Königin des Imperiums war mit vielen jungen Menschen vor 8 Tagen von Ilirea aufgebrochen. Dort hatten sich alle aus Surda und den südlichen Städten und Ortschaften getroffen. Auf dem Weg nach Norden würden sich ihnen noch weitere junge Menschen anschließen.
Vor 6 Tagen war Roran mit den jungen Leuten aus seiner Grafschaft aufgebrochen, ihnen würden sich auf dem Weg nach Süden weitere junge Menschen aus den Orten Yazuac und Daret anschließen. Eragon rechnete damit, das die Zahl der jungen Menschen, Elfen, Zwerge und Urgals bei diesen Wettkämpfen noch wesendlich höher war als vor vier Jahren, als die Wettkämpfe zum ersten Mal stattgefunden hatten. Damals waren es etwa 350 Teilnehmer gewesen. Da alle Teilnehmer ihre Verpflegung selbst mitbrachten, war die Ernährung so vieler kein Problem.
Eragon rief laut in die Runde: "Guliä waíse medh onr!" Daraufhin erhoben sich Saphira mit einem mächtigen Satz in die Luft. Nach ihr erhob sich Dorn und alle anderen Drachen. Arya stand mit den Kindern vor ihrem Baumhaus, bis sie das Donnern der vielen Drachenschwingen nicht mehr hören konnten. Ein Donner Drachen, so hatte es Angela mal genannt, es stimmte. Arya ging ins Haus und die Zwillinge zu ihrem Unterricht bei Jeod. Als sie vor den Wiegen stand schauten sie ein braunes und ein grünes Augenpaar an. "Ja, ihr Beiden, eurer Vater ist grade weggeflogen, nun sind wir eine Zeit allein" ,sie nahm Oramis aus der Wiege und setzte sich in den bequemen Stuhl, den Eragon für die angefertigt hatte. Sie war dankbar, das sie soviel Milch hatte, das sie die Zwillinge noch immer stillen konnte. Sie waren jetzt fast acht Monate alt und Arya überlegte, ob sie allmählich anfangen sollte die Beiden auch an Brei und an Gemüsesäfte zu gewöhnen.
Obwohl es im Morgenland schon recht warm gewesen war, über dem Beor-Gebirge musste Eragon einen Zauber anwenden um sich trotz der dicken Kleidung vor der Kälte zu schützen. Als sie den Bärenzahnsee sahen, setzte Saphira zur Landung an, alle anderen Drachen folgten ihr. Die Drachen konnten Wasser aufnehmen, die Drachenreiter wollten ihre dicke Kleidung ablegen, denn über der Hadarac-Wüste und über dem Imperium war es dafür zu warm. Schon nach kurzer Zeit flogen sie weiter. Als sie das Ende des Tales erreicht hatten, schlug ihnen die heiße Luft der Wüste entgegen.
Als Saphira einen Sandsturm kommen sah, machte sie Eragon darauf aufmerksam. Saphira schloss ihr erstes Augenlid, damit ihre Augen vor dem Sand geschützt waren. Eragon wirkte einen Zauber um sich vor dem Sand zu schützen. Erst als sie fast den Ramr erreicht hatten, ließ der Sandsturm nach. Sie hatten vereinbart am Ufer des Flusses ihr Nachtlager aufzuschlagen, dafür setzte Saphira zur Landung an, als sie vor sich den Fluss sahen. Schnell war ein kleines Feuer angezündet und ein einfaches Mahl zubereitet, gesprochen wurde kaum, denn alle waren erschöpft von dem langen Flug. Nach dem Essen kroch jeder in seinen Schlafsack, denn sie wollten schon im Morgengrauen weiterfliegen. Eragon hatte angeordnet, das am nächsten Tag alle ihre Ausgehuniformen anziehen sollten, die sie bei der Aufnehme in den Orden bekommen hatten.
Es war noch dunkel, als sie ein kaltes Frühstück einnahmen und ihre Sachen verstauten. Mit den ersten Sonnenstrahlen die über den Horizont krochen waren alle Drachen schon wieder in der Luft. Der Ort Bullridge lag noch in völliger Dunkelheit, als sie ihn überflogen.
Weit rechts von ihm konnte Eragon die Wasserfläche des Isenstar-Sees wahrnehmen. Vor ihnen lag langgestreckt der Buckel, als sie endlich den Fläm-See vor sich sahen, waren sie am Ziel. Die Sonne stand hoch am Himmel als die 22 Drachen zur Landung ansetzten. Durch den Lärm, den die Drachen machten, sahen viele der Anwesenden zum Himmel und beobachteten wie die Drachen ankamen. Als alle Drachen gelandet waren, hatten sich eine Menge Teilnehmer am Rand der Zeltstadt versammelt, um die Drachenreiter zu begrüßen.
Eragon stieg von Saphira und als er sich umdrehte sah er das Nar Garzhvog und Bloêdhgarm auf ihn zukamen. Sie begrüßten sich herzlich, auch wenn Eragon wusste, das er nach der Begrüßung mit den Urgal ein paar blaue Flecken haben würde.
Der Kull berichtete ihm gleich, das der gesamte Herndall, die Urgal-Mütter, die über ihre Stämme herrschten, sich in einem eigenen Zelt mitten in der Zeltstadt niedergelassen hatte. Bei diesem Ereignis wollten sie dabei sein. Eragon musste innerlich schmunzeln, über die Begeisterung der alten Frauen, die sonst immer nur in ihren Hütten im Dorf zusammenkamen.
Alle Teilnehmer staunten, als die Drachenreiter mit Eragon und Murtagh an ihrer Spitze durch das Zeltlager gingen, alle trugen ihre Uniformen und sahen sehr stattlich darin aus, ganz gleich ob sie Elfen, Menschen, Zwerge oder Urgals waren. Auch Eragon und Murtagh trugen ihre Uniformen, dazu hatten sie ihre Capes umgelegt, die sie als Lehrer des Ordens auswiesen.
Vor dem Zelt in dem der Herndall sich aufhielt verließ Eragon seine Drachenreiter, er begab sich mit Nar-Garzhvog in das Zelt, während die anderen Drachenreiter mit Bloêdhgarm weitere Zelte aufbauten in denen sie während der Wettkämpfe wohnen würden.
Die Anwesenden aus dem Morgenland begrüßten die Neuankömmlinge und halfen ihnen ihre Sachen und vor allem die Nahrungsmittel zu verstauen.
Eragon musste sich an den Rauch im Zelt des Herndall erst gewöhnen, seine Augen tränten wie immer, wenn er mit dem Herndall zusammentraf. Der große Urgal an seiner Seite übersetzte die Begrüßung von Eragon und von der Sprecherin des Herndall.
Nach dem man sich erfolgreiche Wettkämpfe gewünscht hatte, brachte Nar-Garzhvog den Drachenreiter zu einem großen Zelt in dem sich, wie er wusste, alle Könige und Anführer der einzelnen Völker aufhielten. Die Wachen vor dem Zelt sahen sie durchdringend an, ließen sie aber passieren.
Als sie das Zelt betraten, drehten sich alle zu ihnen um. Königin Nasuada stand neben Murtagh, neben ihnen standen Evandar und Islanzadi, Aryas Eltern, das Elfenkönigspaar. Orik, der König der Zwerge stand zwischen Jörmundur, dem General von Nasuada und Roran, dem Grafen des Palancar-Tales und Eragons Cousin.
Roran kam sofort auf Eragon zu und umarmte ihn mit einem Lachen: "Wird auch allmählich Zeit, das du dich endlich sehen lässt. Wir dachten schon du könntest dich gar nicht von deiner Frau und den Kindern losreißen" ,er lachte immer noch und schlug Eragon freundschaftlich auf den Rücken.
"Ich musste Arya schließlich mit vier Kindern allein lassen" ,meinte Eragon daraufhin und ging auf seine Schwiegereltern zu. Evander und Islanzadi nahmen ihn auch in die Arme: "Wie geht es deinen Lieben?" ,wollte die Elfenkönigin von ihm wissen. "Es geht allen gut, alle sind gesund. Mara hilft Arya bei den Kindern" ,berichtete er seiner Schwiegermutter. Nun kam Nasuada auf ihn zu und sie nahmen sich in die Arme, dann wandte er sich an Orik: "Was macht das Volk der Zwerge ohne seinen König?"
"Jetzt müssen sie sich untereinander streiten" ,lachend knuffte Orik seinen Bruder in die Seite. "Ich soll dich von allen herzlich grüßen" ,fügte er schmunzelnd hinzu. Jörmundur, der inzwischen ergraute General, nickte Eragon kurz zu, dann meinte Nar-Garzhvog: "Jetzt sind alle versammelt, lasst uns ein Mahl einnehmen und dabei können wir alles besprechen.

Sie setzten sich an die Tafel und schon wurden die Speisen und Getränke aufgetragen. Sie berichteten, was sich in der letzten Zeit bei ihren Völkern ereignet hatte. Roran und Orik erzählten auch von ihren Kindern und Eragon von seinen.