Nachtschicht

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Dana Scully Fox Mulder
04.02.2017
04.02.2017
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04.02.2017 1.363
 
Ein bisschen lauter als nötig schlug Scully die Tür hinter sich zu als sie in das kleine Kellerbüro kam. Mulder schreckte von seiner Arbeit hoch und warf fast den Stapel Fotos vom Tisch die vor ihm lagen.
"Scully! Schön, dass Sie hier sind." er versuchte die offensichtlich sehr angespannte Stimmung mit einem gewinnenden Lächeln zu entschärfen.
"Sparen Sie sich ihre Nettigkeiten, es ist nicht so als hätte ich eine Wahl gehabt." erwiderte seine Partnerin knurrig.
"Was ist so wichtig, dass sie mich so unbedingt noch einmal herbestellen mussten?"

Mulder nahm sich einige Sekunden Zeit zu antworten. Er wusste, dass Scully sich auf das Wochenende gefreut hatte und auch, dass sie nicht gerne Überstunden machte wenn es nicht nötig war doch mit einer so heftigen Reaktion hatte er nicht gerechnet.
Ihm fiel auf, dass sie schicker gekleidet war als sonst. Kein Bürooutfit aber auch keine Freizeitkleidung wie man sie an freien Tagen erwartete. Ihre roten Haare hatte sie hochgesteckt und sie trug Makeup. Nicht viel aber doch so, dass es ihre Augen geschmackvoll betonte. Die Lippen waren dunkelrot.
Es war nicht das erste Mal, dass ihm auffiel wie schön seine Partnerin war.

"Hatten Sie ein Date Scully?" fragte er vorsichtig.
Sie sah ihn einige Sekunden mit stechendem Blick an.
"Hätte Sie das davon abgehalten mich anzurufen?"
Er grinste verlegen. "Ich denke nicht."

Sie seufzte.
"Zeigen Sie mir was Sie gefunden haben. Vielleicht kann ich das Date nachholen. Ich hatte mich auf...Gesellschaft gefreut."
Dies brachte ihr einen überraschten Blick ihres Gegenübers ein.
So offen redete Sie normalerweise nie über ihr Privatleben.
"Es ist also etwas Ernstes?" ganz konnte er den Anflug von Eifersucht nicht unterdrücken der in ihm aufkeimte.
Es war schwer den Gedanken zu ertragen, dass ein anderer Mann Scully näher kam.
"Eine ernsthafte Beziehung zu führen ist mit meinem Job wohl unmöglich, soviel habe ich inzwischen eingesehen." sagte sie bitter.
"Oh." er hatte verstanden worauf sie hinauswollte.
"Ich habe Ihnen also nicht nur das Date sondern auch die Nacht versaut. Das tut mir leid."
"Tut es Ihnen nicht." sie sah ihn einige Momente schweigend an dann schüttelte Sie den Kopf. "Es wäre wahrscheinlich sowieso ein Fehler gewesen."

Mulder atmete erleichtert auf.
"Ich spendiere Ihnen Frühstück wenn wir hier fertig sind." sagte er in der Hoffnung ihre Laune ein wenig zu heben. Es schien zu funktionieren. Sie lächelte.
"Dann lassen Sie uns loslegen Mulder."
Sie griff sich einige der Fotos und setze sich gedankenverloren auf die Ecke seines Schreibtisches.
Ihr Rock schob sich ein Stück nach oben über den Oberschenkel und Mulder musste sich sehr konzentrieren um seinen Fokus wieder auf die Arbeit zu lenken.

"Was denken Sie, was das für Flecken sind Scully?" fragte er und zeigte mit dem Finger auf eine Ecke des Fotos.
Fehler.
Scully runzelte die Stirn.
"Ich kann es nicht richtig erkennen...das Licht ist so schlecht."
Sie beugte sich in seine Richtung um das Bild näher an die Schreibtischlampe zu bringen.
Ihre Bluse war bis zum dritten Knopf geöffnet und von seiner Position aus konnte er ihr perfekt in den Ausschnitt gucken. Sie trug einen schwarzen, spitzenbesetzten BH. Er bemerkte ein Ziehen in der Lendengegend. Schnell wandte er den Blick ab und räusperte sich.
"Ich denke...also vielleicht...die Flecken...das ich also..."
"Mulder ist alles ok mit Ihnen?" fragte Sie besorgt und legte ihre Hand auf seine Schulter.

Kurz stockte ihm der Atem. Schon oft hatten sie spät in der Nacht in ihrem Kellerbüro gesessen und hatten Beweise gewälzt. Es war auch keine Seltenheit, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes eng zusammen arbeiteten. Er konnte nicht abstreiten, dass er seine Partnerin attraktiv fand. Nur ein Blinder konnte das übersehen. Doch heute Abend fiel es ihm schwerer als sonst seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Sein Puls ging schneller und er spürte wie Wärme in ihm aufstieg.
"Ich habe...in meinem Aktenschrank." etwas abrupt stand er auf und warf dabei fast seinen Schreibtischstuhl um.

Scully sah ihn irritiert an. „Mulder ist alles in Ordnung mit Ihnen? Was haben Sie denn?".

Er stütze sich mit einer Hand am Aktenschrank ab um sein Gleichgewicht wiederzufinden und versuchte tief durchzuatmen

„Nein, es ist nur … ich glaub ich bin zu schnell aufgestanden... geht schon wieder"

Er schüttelte den Kopf - als ob das jemals helfen würde die Gedanken zu ordnen.

"Also was halten sie nun von den Fotos? Sie müssen mir doch zustimmen, dass da etwas nicht stimmt?"

Ihr Blick blieb besorgt auf ihm liegen, wie er dort leicht zittrig und verwirrt stand, doch wusste sie, dass es zwecklos war sich weitere Gedanken zu machen. Wenn er ihr nicht sagen wollte, was los war, war absolut nichts aus ihm herauszubekommen. Sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder den Fotos zu.

„Hm...", murmelte sie, während sie die Bilder nacheinander durchblätterte. Im Bemühen um Konzentration biss sie sich leicht auf die Unterlippe.

Eigentlich war ihr gar nicht danach sich mit einer X-Akte zu beschäftigen. Nach Monaten hatte sie sich auf Anraten einer Freundin auf ein Blind-Date eingelassen, war endlich mal wieder beim Friseur gewesen und hatte sich schick gemacht. Sie fühlte sich erstaunlich wohl, auch wenn ihr das Outfit das ihre Freundin zusammengestellt hatte eigentlich zu aufreizend war. Und nun saß sie in einem dunklen Kellerbüro und grübelte über Bildern eines Mordopfers. Das letzte was sie sich für diesen Abend vorgestellt hatte.

Unauffällig blinzelte sie zu Mulder hinüber. Wie er dort stand, die Ärmel des lockersitzenden Hemdes hochgekrempelt so, dass der Ansatz seines Bizeps zu sehen war, konnte sie nicht umhin zu registrieren wie attraktiv er war. Vielleicht lag es daran, dass sie zu Hause bereits zwei Gläser Wein getrunken hatte, aber in diesem Moment fühlte sie sich völlig irrational zu ihm hingezogen.

Immer wieder blickte sie verstohlen zu ihrem Partner. Je länger sie sich seinen Körper betrachtete desto mehr gefiel ihr was sie sah.
Sie spürte wie sich ihre Wangen röteten und das hatte nichts mit Scham zu tun.
Nun war sie es die nervös wurde.

Da plötzlich kam ihr ein Gedanke. Ging es ihm vielleicht ähnlich? Verhielt er sich deswegen so ungewöhnlich?

Dieses Mal sah sie offen zu ihm herüber und er fing ihren Blick auf. Lange sahen sie sich in die Augen, versuchten zu lesen was der andere dachte.

"Mulder." Sie stand auf und ging ein paar Schritte auf ihn zu.
"Scully." seine Stimme war tiefer als gewohnt. "Sie sollten das unbedingt sein lassen."
Ein wenig irritiert blieb sie stehen. "Wovon sprechen Sie?"
"Sie beißen sich auf die Unterlippe. Ständig!" er ging weiter auf sie zu und hob ihr Kinn mit dem Zeigefinger an. "Das macht mich ganz verrückt!"
"Tatsächlich?" fragte sie und versuchte ein grinsen zu unterdrücken. "Es ist eine unbewusste Handlung, ich kann das nicht so einfach kontrollieren."
"Dann muss ich einen anderen Ansatz probieren." Sagte er und ohne weitere Vorwarnung überwand er die letzten Zentimeter die sie trennen und berührte vorsichtig ihr Lippen mit den seinen.
Er wollte dieses Gefühl genießen, in sich aufnehmen und nie vergessen. Ihre Lippen waren weicher als er es sich je erträumt hatte.

Sie war es die den Kuss schließlich vertiefte. Mit ihrer Zunge massierte sie seine Unterlippe bis er ihr Einlass gewährte.
Er zog sie fester in seine Arme während sie sich auf die Zehenspitzen stellte um ihm noch näher zu kommen.

Sie schmiegte sich an ihn und ließ sich in den Moment fallen. Eine Kunst, die sie eigentlich nicht beherrschte. Doch zum ersten Mal seit langem hatte sie das Gefühl es wäre in Ordnung die Kontrolle für einen Moment abzugeben. An ihn. Langsam ließ sie ihre Zunge seinen Mund erkunden und neckte die seine spielerisch. Sie legte ihre Hand in seinen Nacken, zog seinen Kopf leicht zu sich herunter und sog die Empfindungen die auf sie einschossen in sich auf. Sein Geruch, sein Geschmack, die sanfte und zugleich fordernde Art wie seine Zunge die ihre umspielte.
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