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Between Heaven And Hell

GeschichteÜbernatürlich / P16 Slash
03.02.2017
15.05.2020
35
134.441
3
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10.03.2017 757
 
...Was hat dieser Typ nur vor?
"Alter, wenn du was von mir willst, dann sag es einfach."
Diese Worte kommen ziemlich spontan aus meinem Mund. Dennoch würde ich mir am liebsten eine klatschen.
Als würde so einer wie dieser Kapuzenheini etwas von mir wollen.
Zumindest nicht in diesem Sinne.
Irgendwie bin ich froh darüber.
Zum Glück werde ich aus diesen komischen Gedanken gerissen als ein leises Gelächter an meine Ohren dringt.
"Mal sehen. Also los jetzt - schliess deine Augen."
"Mit so einem Typen wie dir in meiner Nähe, schliesse ich maximal ein Auge."
"Na gut. Dann schliesse dein linkes Auge."
In seiner Stimme schwingt ein Hauch Enttäuschung mit, doch ich denke nicht weiter darüber nach. Zu sehr beschäftigt mich seine Aufforderung.
Was will er damit sagen?
Resigniert seufze ich und schliesse mein linkes Auge, während mein rechtes Auge offen in Xaphans Gesicht blickt.
"Und jetzt?"
"Was siehst du?"
"Was soll das heissen, 'was siehst du?'. Ich sehe dich."
"...Hm."
Seine Miene wird düster, die Stirn legt sich in Falten. Er scheint etwas nachdenklich zu sein.
Ich schaffe es nicht mehr meine leichte Anspannung zu unterdrücken - sie fängt an in meinen Adern zu fliessen, vermischt sich mit dem Adrenalin das ebenfalls ausgeschüttet wird und lässt jede einzelne meiner Körper - und Muskelzellen in Alarmbereitschaft geraten.
"Xaphan."
Auch wenn meine Stimme erstaunlich ruhig klingt, so bin ich es absolut nicht. Um trotzdem meine Anspannung etwas zu verbergen balle ich die Hände zu Fäusten und öffne mein linkes Auge wieder.
Xaphan erwidert ruhig meinen Blick, die Stirn noch immer in Falten gelegt.
"Schliesse mal dein rechtes Auge."
"Was zum Teufel soll das? Für so einen Quatsch habe ich keine Zeit!"
"Kyran, mach schon."
Ich weiss nicht was es ist - doch irgendetwas in seiner Stimme bewegt mich dazu abermals seiner Aufforderung zu folgen.
Ich hole tief Luft, als wüsste ich das etwas komisches passieren würde, und schliesse dann mein rechtes Auge.
"WAS ZUM-?!"
Erschrocken reisse ich mein rechtes Auge wieder auf und blinzle mehrmals. Was war das, verdammt?!
Also - wenn ich vorhin nicht schon verwirrt genug gewesen bin, dann bin ich es spätestens jetzt.
Anscheinend scheint mein Gegenüber nicht überrascht zu sein; im Gegenteil: er nickt leicht und streicht sich mit einer Hand über das Kinn.
"Ich wusste es."
"Was wusstest du?!"
"Das genau das passieren würde."
Der Schatten eines leichten Lächelns umspielt seine Lippen, doch er rückt mit keiner Erklärung heraus.

Ich wusste es. Irgendetwas stimmt mit mir nicht.

Wie hätte es auch anders sein können; immerhin war mein ganzes Leben bis jetzt nicht gerade das, was man 'normal' bezeichnen könnte.

Der Schrecken scheint langsam wieder zu vergehen, mein Kopf arbeitet wieder normal und mein Körper funktioniert kurz darauf ebenfalls wieder wie gewohnt.
Ich schaffe es dann endlich die wichtigste Frage, welche gerade meine ganzen Gedanken in Anspruch nimmt, zu stellen.
"Wieso?"
Der Kapuzenheini lässt sich alle Zeit der Welt um mir zu antworten. Ruhigen Schrittes nähert er sich mir, hält wenige Schritte vor mir an, beugt sich über mein Gesicht und streift meine rechte Wange mit einem Finger.
"Du hast das Höllenauge."
Seine Stimme ist tief, leicht gebieterisch. Das gefällt mir nicht.
Ein Schauer jagt über meinen Rücken, ich schlucke leer.
Etwas in mir scheint sich zu verändern.
Waren Xaphans Worte der Auslöser dafür?
Hitze steigt in mir auf.
Unerträgliche Hitze. Ich habe das Gefühl innerlich zu verbrennen.

"Kyran?"
Von irgendwo her dringt die Stimme dieses komischen Wesens an meine Ohren, doch ich kann nicht entziffern woher.
Dunkelheit breitet sich vor mir aus, reisst mich mit aller Kraft mit.

***

"...ran? Kyran, hörst du mich?"
Langsam öffne ich die Augen und blinzle in das blendende Licht.
Mein Kopf dröhnt wie schon lange nicht mehr, mein ganzer Körper schmerzt und meine Kehle ist staubtrocken.
"Er wacht endlich auf!"
"Hol ein Glas Wasser!"
Schritte entfernen sich hastig, etwas neben mir bewegt sich.
Mein Blick wird langsam klarer, die Stimmen nehme ich etwas besser wahr.
Schlagartig kehren Bilder von dem, was passiert ist, zurück und ich setze mich kerzengerade auf.
Automatisch verdeckt meine rechte Hand das rechte Auge.
Ich würde gerne daran glauben, dass das alles nur ein blöder Traum gewesen war.
Doch es war kein Traum.
Mein Kopf sagt es mir.
Mein Herz sagt es mir.
Alles in mir schreit das es stimmt.
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