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Between Heaven And Hell

GeschichteÜbernatürlich / P16 Slash
03.02.2017
15.05.2020
35
134.441
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25.02.2017 1.168
 
Wie versteinert lasse ich es über mich ergehen.
Meine Kräfte schwinden, Müdigkeit macht sich in mir breit. Was hat diese komische Kreatur mit mir vor?!
Zweifarbige Augen fixieren rubinrote Augen.
"Wer bist du?"
"Wer bist du, Mensch?"
"...Alter. Ich habe echt kein Bock auf so 'nen Quatsch!"
Genervt hole ich aus und will ihm einen meiner berühmten Kinnhaken verpassen, doch er weicht geschickt aus und springt elegant von mir auf.
"Spielen können wir später, Mensch."
Während ich mich auf rapple - und peinlich genau darauf achte, dass das Badetuch um meine Hüften nicht herunterrutscht - werfe ich diesem... Ding einen vernichtenden Blick zu. Wer wollte denn spielen, verdammt?!

"Was willst du?"
Frage ich nachdem ich mich vor ihm aufgebaut habe, die Arme vor der Brust verschränkt.
Normalerweise kommt niemand in mein Zimmer. Ich mag das nicht.
Doch das ist ja wohl kaum eine 'normale' Situation, was?
Als hätte er meine Worte gar nicht gehört streckt sich dieses Ding ausgiebig, erblickt mein Fenster und, kaum ist er davor, reisst er es auf um dann den Kopf wie ein wilder hin und her zu bewegen.
"Das kann doch gar nicht sein. Sie muss hier sein. Verdammt!"
Das und anderes, nicht besonders jugendfreies, kommt als Gemurmel aus seinem Mund während er weiterhin mein Fenster in Beschlag nimmt.
Langsam aber sicher reisst mir der Geduldsfaden.
Ich versuche Ruhe zu bewahren - auch wenn ich wirklich, wirklich genervt bin -, nähere mich diesem Wesen und lege ihm entschlossen eine Hand auf die Schulter.
"Was suchst du?"
Frage ich ruhig, schaffe es aber nicht den schneidenden Unterton in meiner Stimme zu verbergen.
Der Kapuzenheini hält mitten in einer erneuten Kopfbewegung inne, dreht sich zu mir um und erwidert meinen Blick.
"Ich suche Zaebos. Hast du sie gesehen?"
"...Was für ein Teil?"
Komischer Name. Komischer Kauz. Passt also.
Als hätte ihm meine Antwort nicht gefallen verdreht er die Augen und fängt an mit den Händen in der Luft herum zu fuchteln.
"Zaebos! Sie ist ungefähr so lang, zweifarbig und ist vor einigen Tagen ausgebüxt!"
Als er dann anstatt mit den Händen herum zu fuchteln mir die ungefähre Länge dieser Zaebos erklärt, fängt mein Gehirn an zu arbeiten.
...Könnte es sein?
"Ist dieses Teil eine Schlange?"
Frage ich wie ein Vollhorst und hätte mir am liebsten selber eine verpasst. Das kann nicht sein. Ich habe das doch nur geträumt. Oder?
Doch als dieser Kapuzenheini meine Frage hört, fängt er an wie wild zu nicken und packt mich an beiden Schultern.
"Ja! Ja, sie ist eine Schlange! Wo hast du sie gesehen?!"
"Lass mich los!"
Leicht genervt reisse ich mich von ihm los, wende ihm den Rücken zu und schlendere rüber zum Kleiderschrank. Ohne Boxershorts rede ich garantiert nicht mit einem Fremden.
So.

Kaum habe ich wenigstens ein Kleidungsstück an, drehe ich mich wieder zu diesem Kapuzenheini um - anscheinend hat er mich in aller Ruhe beobachtet. Super. - und deute mit dem rechten Daumen nach draussen, auf die grosse Wiese hinter dem Studentenwohnheim.
"Dort. Aber so schnell wie sie auftauchte, so schnell verschwand sie wieder."
"Das ist typisch! Naja, immerhin habe ich jetzt eine Spur. Danke, Mensch!"
Das Ding macht Anstalten aus dem Fenster zu springen, doch ich kann ihn noch in letzter Sekunde mit einigen Fragen aufhalten.
"Wie heisst du eigentlich? Warum bist du ausgerechnet bei mir aufgetaucht? Und was genau bist du?"
Der Typ wirft mir ein undefinierbares Grinsen zu, seine Augen blitzen belustigt auf.
"Ich heisse Xaphan. Was ich bin - das weisst du schon längst. So wie du auch weisst, warum ich bei dir aufgetaucht bin."
Mit diesen Worten verabschiedet er sich und springt lässig aus dem Fenster.
Er hat mich dermassen mit seinen Antworten überrumpelt, dass ich wie bestellt und nicht abgeholt da stehe und in die Leere starre.
Was ist denn bloss los, zum Teufel? Ich habe das Gefühl in einem Albtraum gefangen zu sein!
Kopfschüttelnd lege ich mir eine Hand auf die Stirn und atme tief durch.

Reiss dich zusammen.

Meine innere Stimme hat recht.
Ausserdem werde ich dem Ganzen noch auf den Grund gehen - immerhin habe ich das Gefühl in etwas ziemlich Grosses geraten zu sein.
Ohne zu wissen wie ich das geschafft habe.

Während dem Unterricht achte ich überhaupt nicht auf die Lehrer. Sollte nicht besonders auffallen, da ich normalerweise schlafe.
Als ich dann in Mathe aufgerufen werde um eine Aufgabe zu lösen, tue ich so als ob ich Kopfschmerzen hätte und entschuldige mich um nach draussen auf die Toilette gehen zu dürfen.
Kaum bin ich draussen im Flur checke ich beide Richtungen ab; keiner in Sicht. Gut.

Ohne weiter darüber nachzudenken verlasse ich das Schulgebäude, sprinte durch den kleinen Park - welcher alle Gebäude miteinander verbindet - und finde mich kurz darauf auf der grossen Wiese hinter dem Studentenwohnheim wieder.
Warum ich genau hier her gekommen bin? Keine Ahnung.
Irgendetwas sagt mir das ich hier bleiben soll.
Tief durch atmend lehne ich mich mit dem Rücken an einen Baum, schliesse die Augen für einen Augenblick und massiere mir die Stirn mit Zeige - und Mittelfinger der rechten Hand.
Ja, die Begegnung mit der Schlange, Zaebos heisst sie anscheinend, hat mich durcheinander gebracht.
Das Treffen auf diesen... Xaphan? So hiess er, glaube ich. Jedenfalls auch dieses Treffen hat nicht gerade zu meiner geistigen Gesundheit beigetragen.
Ganz zu schweigen über den Traum mit dem Höllenfeuer und den beiden Fledermäusen.

Seine letzte Aussage. Warum sollte ich wissen was er ist und warum er bei mir aufgetaucht ist?!

Gedankenverloren seufze ich, streiche mir mit einer Hand durch die Haare und versuche das beklemmende Gefühl, das sich gerade in meiner Magengrube breit macht, zu ignorieren.
Diese ganze Situation gefällt mir nicht. Ganz und gar nicht.

"Hast du mich vermisst?"
Zwar habe ich diese Stimme erst wenige male gehört, doch sie scheint sich schon in meiner Erinnerung eingebrannt zu haben.
Meine Augen bleiben an den zwei Rubinen haften, welche den Blick erwidern. Irgendetwas lässt sie belustigt funkeln.
"Ich wollte nur sehen ob du und dein komisches Teil verschwunden seid."
"Zaebos ist kein Teil!"
"...Was auch immer."
Der Kapuzenheini atmet tief durch, so als wolle er die Beherrschung nicht verlieren, und setzt zu einer Predigt an.
"Zaebos ist ein Hö-"
"Ich will es gar nicht wissen. Nimm dieses Ding mit und verschwinde. Du hast schon genug Verwirrung gestiftet."
Meine Stimme ist ziemlich kalt und schneidend.
Vielleicht war es etwas übertrieben.
Meine Worte scheinen etwas in ihm ausgelöst zu haben - er starrt mich nur mit offenem Mund an, schliesst diesen kurz darauf wieder und runzelt die Stirn.

"...Lauf nicht vor der Wahrheit davon, Kyran."
Ein Flüstern, ähnlich wie eine sanfte Brise, und er ist verschwunden. Puff. Einfach so.
Überrumpelt starre ich in die Leere, mein Gehirn versucht langsam seine Worte zu verarbeiten.
Was für eine Wahrheit?

Und woher kennt er meinen Namen?
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