Between Heaven And Hell

GeschichteÜbernatürlich / P16 Slash
03.02.2017
15.05.2020
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10.02.2017 1.124
 
Da ich nicht weiss ob es besser ist mich ein zu liefern - oder ob ich einfach nur geträumt habe - liege ich nun im Bett und versuche zu schlafen.
Das Abendessen habe ich sausen lassen, sowie ich auch Jayden grosszügig ignoriert habe, welcher nochmal mit mir sprechen wollte.
Ich weiss über was.
Aber im Moment habe ich echt anderes im Kopf:
Woher kam diese Schlange? Wie konnte sie so einfach wieder verschwinden? Hatte es überhaupt eine Bedeutung?
Oder war es nur ein Hirngespinst?
Fragen über Fragen, welche mir schon seit einigen Stunden den Schlaf rauben.
Ich kann mich auf nichts anderes konzentrieren.
Genervt wälze ich mich im Bett hin und her, schlage dann die Decke zurück und setze mich auf.
Immer wieder sehe ich vor meinem geistigen Auge wie die Schlange sich vor mir erhebt und ihren zweifarbigen Körper zur Schau stellt.
Das Feuerrot und dieses warme Gelb waren nicht von dieser Welt; soviel ist klar.

Du hast echt einen an der Klatsche, Alter.

Hammer wenn sogar deine innere Stimme so etwas zu dir sagt.
Ich seufze tief, streiche mir mit einer Hand durch das Haar und schliesse die Augen.
Wieso müssen solche Dinge immer mir passieren?

Gerade als ich im Selbstmitleid versinken will, blitzt etwas kurz auf.
Ein helles Licht lässt mich aufschrecken, die Augen aufreissen und praktisch vom Bett herunter springen. Was zum Teufel war das?!
Mit klopfendem Herzen sehe ich mich im Zimmer um, doch es ist wieder stockdunkel.
Hm. Ich glaube, ich muss mich wirklich mal durch-checken lassen.
Kopfschüttelnd begebe ich mich an die Wand welche sich rechts neben dem Bett befindet und öffne das grosse Fenster, um die kühle Nachtbrise herein zu lassen. Frischer Sauerstoff tut doch immer gut, oder?
Tief atme ich ein und lasse die Luft dann langsam entweichen. Mir schwirrt der Kopf. Normalerweise lasse ich mich von etwas nicht so schnell aus der Fassung bringen; doch das war ein verrückter Tag. Innerlich fange ich die Minuten an zu zählen, bis dieser Tag vorbei ist und der neue anbricht.
Als würde mir jemand zustimmen, höre ich wie die Kirchenglocke - ja, an unserer Schule haben wir auch eine kleine Kirche gleich in der Nähe des Schulgebäudes - zwölf mal zu schlagen.
Mitternacht.
Endlich fängt der neue Tag an.

Erleichtert schliesse ich das Fenster, drehe mich um und mache Anstalten mich zum Bett zu begeben, als es wieder passiert:
Gleissendes Licht raubt mir die Sicht.
Ich lege mir eine Hand schützend vor die Augen und versuche die Quelle zu erkunden - der Spiegel.
Der Erfinder dieser Teile gehört verprügelt. Ich mag keine Spiegel.
Trotzdem gehört er zur Basisausstattung eines Zimmers.
In meinem Falle ist es ein etwas grösserer Wandspiegel, welcher direkt auf mein Bett gerichtet ist. Somit hängt er an der Wand genau dem Bett gegenüber. Das mag ich umso weniger.
Genervt nähere ich mich diesem mir so verhassten Gegenstand, baue mich vor ihm auf und versuche herauszufinden, was genau dieses Licht verursacht. Ist es eine Spiegelung? Oder hat dieses Ding einfach ein Rad ab?
Das Licht erlischt, es ist wieder dunkel. Endlich!
Ich blinzle mehrmals damit sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnen und fixiere mein Spiegelbild für einige Sekunden.
Wieder sehe ich einen ziemlich hübschen Jungen - und wieder bemerke ich diese verfluchten Augen.
Nein. Jetzt habe ich wirklich keine Lust mich über sie aufzuregen.
Genervt drehe ich meinem Spiegelbild den Rücken zu und lege mich wieder ins Bett. Ich wälze mich hin und her, bis schliesslich doch mein Gehirn entschliesst Feierabend zu machen - ich schaffe es einzuschlafen.
...Aber ehrlich gesagt hätte ich lieber weiter wach gelegen, als das zu träumen, was mich erwarten würde.

Es ist dunkel um mich herum, trotzdem ist es warm. Eine unerträgliche Wärme umschliesst mich, treibt mir den Schweiss auf die Stirn. Nicht nur auf die Stirn; mein ganzer Körper schwitzt, wie noch nie zuvor.
Wenn das so weitergeht werde ich noch an Dehydration draufgehen.
Als wäre das Wort 'Dehydration' das Stichwort gewesen, weicht die Dunkelheit von mir ab und es wird hell. Wiedermal.
Doch es ist nicht das angenehme, warme Licht der Sonne, zum Beispiel.
Warm ist es definitiv. Doch weder angenehm, noch wohltuend. Es ist eher so, als würde man bei lebendigem Leibe verbrennen.
Als wäre ich in der Hölle gelandet.
Abermals scheint es so als hätte ich an das richtige Wort gedacht - dieses mal war es wohl 'Hölle' - und, aus irgendeinem unerfindlichen Grund, taucht nun eine meterhohe Feuerwand vor mir auf. Einige Flammen züngeln gierig nach mir, verbrennen meine Haut.
"Was zum Teufel soll das?!"
Schreie ich, ziehe mein Shirt aus und fange wie wild damit um mich zu schlagen. Früher mal hatte man mir erklärt, man könne Flammen ersticken. Und das versuche ich gerade zu tun.
Nur bringt das bei einem Höllenfeuer nichts. Das sollte ich veröffentlichen.
Aus einem Augenwinkel erhasche ich einen schnellen Blick auf eine flatternde Kreatur - was sollte das nun wieder?!
Ehe ich mich versehe werde ich an beiden Schultern hoch gerissen; scharfe, kleine Krallen vergraben sich tief in mein Fleisch, reissen mich aus diesem Höllenfeuer und bringen mich an einen kühlen, schattigen Ort.

Etwas unsanft lande ich auf den Füssen und halte Ausschau nach dieser Kreatur, welche mich gerade gerettet hat.
Diese scheint allerdings mit den Schatten verschmolzen zu sein; sie ist weit und breit nicht zu sehen.
"...Das ist alles nur ein Traum."
Flüstere ich mir selbst zu, als wolle ich mir damit Mut machen.
Ein flaues Gefühl macht sich in meinem Magen breit - nichts Gutes wird passieren.
Für einen kurzen Augenblick schliesse ich die Augen, atme tief durch.
Und da höre ich es:
Ein Zischen.
Flügel schlagen.
Dann, als wären sie schon die ganze Zeit da gewesen, schiessen zwei Kreaturen im Sturzflug auf mich zu.
Mit einem riesigen Satz schaffe ich es mich in Sicherheit zu begeben und starre diese zwei Wesen mit weit aufgerissenen Augen an.
Ungläubig schüttle ich den Kopf.
Zwei Fledermäuse flattern wild umher. Die eine ist schneeweiss mit rubinroten Augen. Die zweite ist pechschwarz mit bernsteinfarbenen Augen.
So weit, so gut.
Als sie sich aber wieder mir zu wenden und darauf los flattern, bemerke ich noch etwas: beide haben auf der kleinen Brust einen Stern.
Bei der schneeweissen Fledermaus ist er Himmelblau, bei der pechschwarzen Fledermaus Feuerrot.
"Meine Fresse, bei dir ist ja ganz schön was schief gelaufen, was?"
Frage ich die schneeweisse Fledermaus und runzle leicht die Stirn. Wer kombiniert schon Weiss, Rot und Blau?! So einer gehört verprügelt.
Scheint als wären beide Flugmonster meiner Meinung: die Weisse senkt resigniert den Kopf, die Schwarze nickt.
So schnell wie dieser Moment entstanden ist, so schnell ist er wieder verschwunden - und die Fledermäuse stürzen sich auf mich, ihre kleinen Münder so weit aufgerissen, dass ich die kleinen, spitzen Zähne erblicken kann.
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