Between Heaven And Hell

GeschichteÜbernatürlich / P16 Slash
03.02.2017
15.10.2019
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"Kyran, hörst du zu?"
"Was los?"
Gelangweilt werfe ich einen Blick auf meinen nervenden Mitschüler der neben mir sitzt und gähne.
Wiedermal ist Mathe angesagt; und das in der ersten Stunde.
An einem Montagmorgen.
Wollen die uns umbringen?!
Die himmelblauen Augen des Jungen werfen mir einen bösen Blick zu, während er drohend schnaubt. Jedes mal wenn er das macht fallen ihm einige Strähnen seiner längeren, dunkelbraunen Haare in das Gesicht.
Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, strecke mich ausgiebig und versuche mich dann wieder richtig hinzusetzen um der Stunde zu folgen.
Sinnlos.
Auch wenn sich unsere neue Lehrerin Mühe gibt - man merkt das sie noch keine Erfahrung mit den Schülern hat. Gerade mal zwei Monate hat sie die Ausbildung abgeschlossen und stammelt irgendwas von wegen Algebra an der Tafel.
Ihr kleiner, zarter Körper scheint unaufhörlich zu zittern die braunen Augen huschen zwischen den Schülern hin und her.
Da könnte man fast Mitleid empfinden.

"Du hast dir wiedermal keine Notizen gemacht, habe ich recht?"
"Alter, nerv nicht! Ich hab doch deine Notizen."
Ich werfe dem Braunhaarigen einen unschuldigen Blick zu, lege ihm einen Arm um die Schultern und ziehe ihn etwas an mich heran.
"Ausserdem siehst du heute verdammt heiss aus, Baby."
Ergänze ich flüsternd an seinem Ohr und beisse leicht in sein Ohrläppchen. Der gewünschte Effekt tritt ein: Der Junge wird knallrot, stösst mich weg und fängt an wirres Zeug zu labern. Ziel erreicht; ich habe ihn um den Finger gewickelt.
Die Stunde ist um, die meisten Studenten haben den Klassenraum bereits verlassen. Nur Jayden - das Opfer meiner 'Belästigung' - und ich sitzen noch an unseren Plätzen.
Oder besser gesagt; ich. Jayden ist aufgesprungen und hat wie ein wildes Huhn alle seine Schulbücher gepackt. 
Ohne mir ein Grinsen verkneifen zu können stehe ich ebenfalls auf, schnappe mir das Mathebuch vom Tisch und nähere mich der Tür um den Raum zu verlassen.
Als ich die Türklinke bereits mit einer Hand herunter drücken will, spüre ich einen leichten Druck auf der linken Schulter.
Ich werfe einen schnellen Blick über die Schulter und erkenne sofort: das war Jayden. Wer sonst.
Seine Wangen sind immer noch rot, der Blick fixiert irgendeinen Punkt auf dem Fussboden.
"...Lass los."
Meine Stimme ist ruhig aber bestimmt. Na los, ich will noch an die frische Luft bevor die nächste Stunde anfängt!
"Nein."
Mit hochgezogener Augenbraue fixiere ich den Jungen hinter mir mit einem berechnenden Blick, lasse die Türklinke los und drehe mich zu ihm um.
"Was willst du?"
"Ich... Wieso tust du das?"
Haucht er als Gegenfrage. Langsam richten sich seine blauen Augen auf mein Gesicht. Was ist das bloss für ein Blick? Ich kann ihn nicht entziffern.
"Wieso tu ich was?"
Frage ich, langsam wirklich genervt. Mann, kann er nicht einfach zum Punkt kommen?
Einen Moment herrscht Schweigen, so als wolle Jayden sorgfältig die nächsten Worte aussuchen. Dann platzt es aus ihm heraus:
"Das von vorhin. Wieso tust du das immer wieder? Ist es für dich bloss ein Zeitvertreib? Denkst du ich sei eine gefühllose Puppe? Hast du niemanden sonst zum spielen?"
...Aha. Auf das wollte er also hinaus.
Schwer darauf zu antworten; mit Erklärungen tue ich mich ziemlich schwer. Also entscheide ich mich es auf meine typische Weise zu klären:
Ich lege das Buch auf den Boden, packe Jayden am Handgelenk, drücke ihn an die Wand und beuge mich gefährlich nahe an sein Gesicht. Unsere Nasen berühren sich fast, meine Lippen sind nur noch wenige Zentimeter von den seinen entfernt.
"K-kyran..."
Die Stimme des Braunhaarigen ist nur ein Flüstern. Seine Augen verlieren sich in den meinen, seine Wangen erröten erneut und ich merke wie seine Atmung sich beschleunigt.
"Sag' nichts. Sonst versaust du den Moment."
Hauche ich auf seine Lippen, packe sein Kinn mit meiner freien Hand und hebe es leicht an. Unsere Lippen berühren sich fast. Ich kann mich in Jaydens Augen spiegeln;
Ein ziemlich hübsches Gesicht, weder zu markante noch zu weiche Gesichtszüge. Eine gerade Nase, für einen Jungen etwas zu volle Lippen. Schwarze, halblange Haare die in Strähnen in die Stirn fallen und das Gesicht umrahmen. Dünne, dunkle Augenbrauen betonen die Augen.
...Diese verdammten Augen.
Als ich an diese Augen denke, blecke ich leicht die Zähne und entferne mich abrupt von meinem Mitschüler der mich verwirrt anstarrt.
"Was...?"
"Wir müssen los."
Meine Antwort ist knapp, schneidend, verärgert.
Nachdem ich das Buch vom Boden aufgehoben habe verschwinde ich aus dem Klassenzimmer ohne auf Jayden zu warten. In solchen Momenten ist es besser wenn ich alleine bin.
Ohne auf meine Umgebung zu achten rase ich durch das Schulgebäude, zum nächsten Klassenzimmer in dem die nächste Unterrichtsstunde stattfinden würde.
Kaum angekommen setze ich mich an meinen Platz, raufe mir die Haare und versuche mich zu beruhigen.
Mein Herz rast, Adrenalin pumpt durch meine Adern und ein beklemmendes Gefühl übernimmt die Kontrolle über meinen Magen.
Wieso muss ich nur solche Augen haben? Was habe ich getan um sie zu verdienen? So ein Mist!

Die Stunde geht irgendwann vorbei, sowie der Rest des Vormittags. Ich konnte mich kaum auf etwas anderes Konzentrieren als auf meine Augen.
Dann fragt sich einer warum er so schlecht in der Schule ist, wenn man über anderes grübelt.
Jedenfalls; de letzte Vormittagsstunde ist vorbei, die meisten Schüler drängen sich durch die Gänge in Richtung der Cafeteria - ich für meinen Teil entscheide mich dazu etwas zu entspannen. Dafür habe ich einen geeigneten Platz: draussen, hinter dem Studentenwohnheim. Da gibt es eine riesige Wiese auf der man bequem liegen kann.

Als ich an besagtem Ort angelangt bin lege ich mich auf die Wiese, starre in den Himmel hinauf und lasse meine Gedanken schweifen.
Zuerst überlege ich mir an was mich die Wolkenformen erinnern, doch dann kehren meine Gedanken wieder zurück zu meinen Augen.
Ich habe keine Ahnung warum ich keine normalen haben konnte, wie jeder andere auch. Es ist nur natürlich das mich die meisten Leute entweder anstarren oder fast schon vor mir davonlaufen. Wenn doch auch die Mädchen, welche mir fast schon nachstellen, vor mir davon rennen würde-

Moment.

Ein Zischen reisst mich aus den Gedanken, wie vom Donner gerührt setze ich mich aufrecht hin und starre runter zu meinen Füssen.
Im ersten Augenblick würde ich gerne laut los lachen, weil es einfach nur eine witzige Vorstellung ist.
Doch irgendetwas sagt mir das es auf Fakten basiert:
Zwischen meinen Füssen lugt ein Schlangenkopf zu mir auf. Die grünen Augen fixieren mich, während die Schlangenzunge immer wieder aus dem Mund kriecht.
Als wäre das nicht schon wahnsinnig genug erhebt sich die Schlange und bringt so ihren geschmeidigen, grazilen Körper zum Vorschein. Nur haben ihre Schuppen eine Farbe die ich mir nie hätte vorstellen können.
Die obere Hälfte des Körpers ist in einem Feuerrot gehalten, die untere in ein strahlendes Gelb.
Okay. Das kann nicht sein. So eine Schlangenart gibt es nicht.

"Hast du dich verirrt?"
Frage ich wie der letzte Vollhorst an die Schlange gewandt, doch so schnell wie sie aufgetaucht ist, so schnell verschwindet sie wieder.
Und genau aus diesem Grund sitze ich jetzt da, fixiere den Punkt zwischen meinen Füssen und fange an zu lachen.
Laut. Verwirrt. Und etwas hysterisch.
Was zum Teufel war das bloss?
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