Machtgier

von Wildcat
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Duncan MacLeod Joseph "Joe" Dawson Methos Richie Ryan
03.02.2017
03.02.2017
9
11.297
3
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Dieses Kapitel
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03.02.2017 724
 
Hi, Hi,

hier nun also die Fortsetung zu "Der Preis der Unsterblichkeit".

Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich für die Reviews bedanken, für die Favoriteneinträge und Empfehlungen.

Ein ganz besonderes Dankeschön an die liebe Phoenix, die den ersten Teil der Geschichte Fandom-Fremd gelesen hat. Vielen Dank für deine tollen Reviews, ich habe mich über jede einzelne wie ein kleines Kind gefreut.


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Disclaimer: Alle Charaktere aus "Highlander" gehören Rysher Entertainment, bzw. P.S. Davis und W.N. Panzer. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.
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R
ichie schob die letzte Schublade in die schwere Kommode. Das altmodische Ding mit den schweren Metallbeschlägen war mehr wert, als er im ganzen letzten Monat verdient hatte.

Duncan hatte das wertvolle Stück Eichenholz bei einem Antiquitätenhändler erstanden. Er fand schnell, was ihm gefiel; es schien das teuerste Stück im ganzen Laden zu sein. Ein wenig neidisch hatte Richie ihn dabei beobachtet, wie er den fulminanten Geldbetrag über die Theke des Händlers reichte. Ganz lässig. Cool. Nichteinmal mit der Wimper hatte er gezuckt. Mit 400 Jahren wollte Richie ebenso viel Klasse haben.

Mindestens aber so viel Geld!

Vermutlich bedingte sich das gegenseitig.

Komplett zerlegt erreichte das wuchtige Möbel die Wohnung über dem Dojo. Alles zusammen nahm den Raum eines 7½ Tonners ein. Jedes einzelne Teil war fein säuberlich in Schaumstoff gepackt, in Folie verschweißt und zusätzlich in einen dicken Karton gesteckt. Duncan überließ Richie den Zusammenbau. In der Zwischenzeit wollte er zusammen mit Methos ein üppiges Abendessen für alle besorgen.

Richie hatte alle Teile ausgewickelt, überprüft und wieder eine Kommode daraus gebaut. Der Haufen Verpackungsmaterial nahm nun den gesamten freien Platz des frisch renovierten Schlafzimmers ein. Es schien auf seltsame Weise mehr geworden zu sein als vorher.

„Joe, die Kommode fertig“, rief er. „Wie sieht es aus mit dem...?“ Kaffee, wollte er sagen, spürte in diesem Augenblick jedoch die Anwesenheit eines anderen Unsterblichen. Kurz darauf endete das Gefühl wieder. Als wäre er nur kurz weit entfernt vorbeigegangen.

Zur Sicherheit griff Richie nach seinem neuen Schwert. Naja, so richtig neu war es nicht mehr, er hatte das Schwert des Graham Ashe schon vor Wochen von Duncan erhalten, sogar schon einen Kampf damit überstanden, aber es fühlte sich noch immer ungewohnt an. Zu leicht im Griff, zu schwer an der Klinge. Irgendwie fremd. Eine mächtige, starke Waffe, die viel Kraft und Kontrolle erforderte. Anders als der schnelle, präzise Rapier.

„Joe..?“, rief er ins Leere. Er spähte durch die halb offene Tür. Joe war nicht zu sehen. Richie schien allein in der Wohnung zu sein.

Seltsam. Eben war Joe noch in der Küche mit dem Kaffee beschäftigt gewesen. Richie schob die Tür langsam in den Raum. Dabei spähte er schnell um die Ecken. Es blieb still. Vorsichtig durchschritt er das Wohnzimmer. Die Kabine des Fahrstuhls stand unten im Dojo. Also blieb der Fußweg. Kaum hatte er die Tür zum kleinen Treppenhaus geöffnet, spürte er wieder einen Unsterblichen. Zum zweiten Mal hörte das Gefühl ebenso abrupt wieder auf.

Mit vorgehaltenem Schwert stieg Richie die Treppen hinab. Das Dojo lag hell erleuchtet vor ihm und das mitten am Tage.

„Joe?“, rief Richie erneut. Hier stimmte etwas eindeutig nicht. Ein gedämpftes Geräusch drang an sein Ohr. Wie ein unterdrückter Schrei, dann plumpste etwas auf den Boden.

„Joe, bist du hier?“

Richie erschrak, als er den leblosen Mann vor der Sprossenwad liegen sah. Es war ohne jeden Zweifel Joe Dawson. Der Impuls, ihm zu helfen war stärker, als in der Situation einen kühlen Kopf zu bewahren. Er  hastete los.

Kaum betrat Richie den hell erleuchteten Trainingsraum, peitschte schon ein lauter Schuss durch die Halle. Sein linkes Bein wurde nach hinten gerissen. Er schlug der Länge nach hin. Nur mit Mühre schaffte er es, das Schwert umklammert zu halten. In der Richtung des Schusses stand ein dünner Mann. In seinen Händen hielt er eine Pistole. Das Gesicht war eine wutverzerrte Fratze. Für einen Augenblick blitzte wieder das Gefühl eines andern Unsterblichen in Richies Kopf auf. Dann knallte der zweite Schuss. Es ruckte in der Schulter. Seine Hand öffnete sich wie von allein. Hilflos beobachtete er, wie das Schwert fort rollte. Der dünne Mann trat ein wenig näher. Nur einen halben Schritt. Richie sah noch das Mündungsfeuer der Glock17, dann wurde es schwarz. Alles ging so schnell, dass er nicht einmal den Schmerz der ersten Schussverletzung im Bein registriert hatte.

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