Pectus Pectoris Infractus

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Charlie Bucket Oompa-Loompa Willy Wonka
01.02.2017
01.02.2017
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Die Story wird zwei Kapitel enthalten, hier schonmal das erste.
Viel Spaß beim Lesen liebe Fans! :-)

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Er hätte wissen müssen, dass er es sein würde. Er hätte damit rechnen sollen. Es würde so oder so eine Unvermeidbarkeit werden & trotzdem überraschte es Charlie über alle Maßen hinaus. Vielleicht war es Charlies erbittertes Beharren darauf, dass an diesem besonderen Tag alles perfekt verlaufen würde, welches ihn daran hinderte, das offensichtliche zu erahnen. Oder vielleicht lag es auch daran, dass er es sich die letzten zehn Jahre selbst verboten hatte, an seinen unerwünschten Besucher zu denken. Was auch immer der Grund war - Charlie Bucket wurde über alle Maßen hinaus überrascht & auch schockiert, als die letzte Person im Universum, die er an seinem Hochzeitstag vor seiner Tür sehen wollte plötzlich genau dort stand - kein anderer als Willy Wonka.

Als Charlie den anfänglichen Schock überwunden hatte, wäre es Charlies erste Reaktion gewesen die Tür (oder vielleicht auch seine Faust) vor Willys Nase zu schlagen. Jedoch entschied er sich dafür einen Blick aufzulegen, welcher aus der Hölle persönlich zu stammen schien & knurrte zwischen zusammengebissenen Zähnen: ,,Was zur Hölle willst du hier?"

Willys gewöhnliche Blässe verlor ab diesem Punkt jegliches bisschen Farbe, welches noch übrig war, bevor seine Haut einen beschämten rötlichen Touch annahm. Willy wandte seinen Blick von Charlie & dafür hinunter zur Türschwelle seines Appartements. Sein Kiefer bewegte sich beim Versuch zu sprechen. Nach etlichen verfehlten Versuchen brachte er letztendlich ein kleines, jedoch sehr gespieltes Lächeln hervor.

Mit seinen Augen auf den Boden gerichtet versuchte Willy etwas zu stottern, was einem zusammenhängenden Satz gleichen sollte. ,,Nun ... ich wollte dir e- einfach nur ... ah- meinen Glückwunsch zur Hochzeit aussprechen ... ist doch nichts schlimmes dabei, oder?"

Charlie war sich nicht sicher, was er am meisten an dieser ganzen Sache hasste. Willys künstliches Lächeln oder seine erbärmliche Lüge. Charlie rieb seine Zähne nur noch mehr aneinander, seine Verärgerung übertrumpfte ihn.

,,Schluss mit dem Scheiß! Ich habe weder Zeit für dich, noch für all das. Also hau jetzt ab, damit ich vergessen kann, dass ich dich heute überhaupt gesehen habe! Das wäre einfach großartig ..."

Charlie machte dann einen Versuch die Tür zu schließen aber wurde gleichzeitig von Willys Gehstock & seinem überstürzten Gestammel daran gehindert.

,,W- Warte! Charlie! Bitte! Warte! Es ... es ist sehr wichtig. Bitte, Charlie ... es ist wirklich wichtig. Bitte, bitte! Lass es mich wenigstens erklären."

Schließlich hinderte sich Charlie daran die Tür endgültig zu schließen & kam Willys Bitte sehr zu seinem Ärgernis nach. Das plötzliche Geräusch eines neugierigen Nachbarn, welcher seine Tür öffnete, um die Ursache des herrschenden Krawalls herauszufinden, beschleunigte Charlies Entscheidung & er griff recht unsanft nach Willys Arm, um ihn in seine Wohnung zu zerren, bevor irgendjemand mitbekam, wer sein mysteriöser Besucher war.

Willy strauchelte in die Wohnung hinein & schaffte es mit großer Mühe sich doch noch auf den Beinen zu halten, bevor er fallen würde. Er richtete sich letztendlich & stützte sich schwerfällig auf seinem Gehstock ab, als er sich dann zu Charlie drehte & ihm das erste Mal seit seiner Ankunft wirklich in die Augen sah.

Willy Wonka hatte sich verändert, seit dem Tag als sie sich das letzte Mal gesehen habe - genauer gesagt zehn Jahre zuvor. Der Gehstock, welcher früher rein zur Deko diente, erfüllte jetzt anscheinend einen wirklichen Zweck. Sein sonst so makelloses Aussehen schien auch etwas aus dem Ruder geraten zu sein. Seine sonst so extravagante Bekleidung erschien fahl & farblos & hing lose über einer Gestalt, welche einst jedes einzelne Stück mit Perfektion an sich trug. Sein Haar war immer noch lang - eigentlich, wie früher aber es hatte seinen Glanz verloren & dessen Aschbraune Farbe war nun einzeln mit dem Grau durchzogen, welches Willy doch so sehr abgeschreckt hatte. Aber all das zusammen war noch lange nicht so erschreckend, wie die Veränderung in Willys Gesicht. Es lag nicht unbedingt an den kleinen Falten, die insbesondere an seinen Augen erschienen waren. Nein - Willys Haut & dessen Struktur waren immer noch so wunderschön denn je.

Es waren seine Augen.

Willy Wonkas unglaublich schöne violetten Augen, wie Scherben des reinsten Amethysts. Einst funkelten sie mit verspielter Heiterkeit & eine jenseitige Intensität entflammte sie damals & ließ sie so aussehen, als würden sie aus eigener Kraft leuchten, als würde ein imaginäres Licht in ihnen erleuchten. Aber das war alles, bis Charlie die Fabrik verlassen hatte. Bevor Charlie ihn verlassen hatte. Die Augen, die jetzt zu Charlie hinaufblickten, waren nun nichts weiter als leere Schalen ihrer einstigen Brillanz. Sie waren tot. Ihr Leuchten war schon lange erloschen & sie reflektiert nichts weiter, außer eine unergründliche Trauer & innerliche Verwüstung, von der Charlie wusste, dass er selbst der Grund dafür gewesen war.

Charlie jedoch ließ sein Herz gegen die Schulgefühle versteinern, die versuchten sich in ihm aufzubauen. Er würde keinerlei Mitleid für diesen Mann empfinden. Nicht nach dem, was er getan hatte. Nicht nachdem er ...

Charlie verschränkte seine Arme eng vor sich & schaute Willy kurz mit einem verächtlichen Blick an. ,,Los, was ist jetzt so wichtig?"

Willy hielt kurz inne, als ob er in seinen Gedanken verschiedene Gänge von Aktionen abspielen würde, bevor er schließlich mit einem traurigen Lächeln antwortete: ,,Charlie, bitte ... es ist schon so lange her, seit ich dich das letzte Mal gesehen habe. Wäre ... wäre es in Ordnung zu fragen, wie es dir geht?"

Charlie spürte, wie sein Entschluss eiskalt vor Willy aufzutreten etwas niederschmolz aber dennoch blieb er auf Distanz. Er nickte. ,,Mir ging es bis jetzt recht gut."

Willy schien zu erhellen. ,,Das ist großartig, Charlie ... einfach großartig." Willy wusste natürlich, dass Charlie ihn damit anlog. Charlie war heute genauso arm, wie damals, als er noch zwölf war - bevor er das goldene Ticker gefunden hatte. Bevor er mit Willy Wonka in seiner zauberhaften Schokoladenfabrik gehaust hatte.

Willy wandte dann seinen Blick von Charlie ab & begab sich langsam zum Küchentisch, um sich zusätzlich daran abzustützen. Er nutzte die Gelegenheit etwas, um noch mehr Einblick von der baufälligen Wohnung zu bekommen. Charlie, wie auch immer, wusste über Willys indiskrete Neugier bescheid & blockierte augenblicklich seine Sicht.

Willy sah daraufhin etwas entrüstet aus aber fuhr dennoch mit seiner falschen Fröhlichkeit fort. ,,Du heiratest, Charlie. Das ist ...", sein Blick wanderte erneut zu Boden. ,,Das ist wundervoll."

,,Ja, das ist es wirklich."

Willy nickte einfach nur zustimmend zu Charlies abrupten Antwort, bevor er fortfuhr. ,,Kein Zweifel, dass du auch viele Kinder haben wirst."

Willy hatte seinen Fehler zu spät bemerkt & zuckte erschrocken zurück, als Charlies Gesicht mit einem unglaublich verärgertem Ausdruck verdüsterte, den er so nur einmal an ihm wahrgenommen hatte ...

,,Wie ... was fällt dir denn ein?! Wag's dir  NICHT nochmal ... über meine Kinder zu reden ... du ... du ..." Charlie war in diesem Moment so wütend, dass er kaum Worte finden konnte um dies auszudrücken. Wie konnte dieser Mistkerl es wagen über seine Kinder zu sprechen?! Er hatte keinerlei Recht dazu!

Willys Augen weiteten sich vor Schock. Er war sich nicht mehr sicher, ob Charlie ihn jetzt noch ermorden würde, bevor er seinen Satz aussprechen konnte. ,,Ch- Charlie! Bitte! Es ... es tut mir Leid! Ich habe damit nichts böses gemeint! Wirklich ... niemals."

Charlies rasender Ärger wurde (glücklicherweise) rasch mit Müdigkeit ersetzt. ,,WAS willst du denn dann?! Erzähl's mir einfach und dann verzieh' dich schleunigst, damit ich den Tag genießen kann, der eigentlich mein glücklichster werden sollte!"

Willy presste seinen Kiefer zusammen, obwohl er sich gerade von dem Schock einer ernstzunehmenden Drohung erholt hatte. Die ganze Sache schien sich schwieriger zu gestalten, als er anfangs angenommen hatte. ,,Okay ... okay ..."

Willy begab sich zu einem gebrechlichen Stuhl an dem genauso gebrechlichen Küchentisch & setzte sich mit einem kaum hörbaren Winseln nieder. Charlie näherte sich etwas, sodass er näher an seinem ehemaligen Mentor war aber weigerte sich jedoch die selbe Haltung einzunehmen. Es fühlte sich im Gegensatz zu Willy besser an zu stehen - das dachte er zumindest, bis die nächsten Worte, die Willy sprach seine Knie um Stützhilfe schreien ließen.

Willy starrte mit leerem Blick etwas an Charlie & auch etwas an dieser Welt vorbei als er sprach & Charlie wusste, dass etwas aussichtsloses auf ihn zukommen würde ...

,,Charlie ..." Willys Augen, durchtränkt von einer Emotion, die Charlie so noch nie gesehen hatte, welche ihn bis in seinen tiefsten Kern schockfrosteten, trafen seinen eigenen Blick. ,,Ich werde sterben."

Wenn Charlie in diesem Moment vor der Kraft der sieben Weltmeere überrannt werden würde, hätte er wohl kaum einen Unterschied verspürt. Er taumelte durch den Schock - Willy Wonka sollte ... sterben? Das ... das konnte einfach nicht wahr sein! Eine Flut von Emotionen durchfuhr Charlies Gedanken, bevor eine ganz bestimmte ihren Weg an Charlies Oberfläche fand - Wut.

,,Und ... Und was ist der Sinn dahinter mir sowas zu erzählen?! Glaubst du jetzt wirklich ich würde dich dafür bemitleiden?! Nein, das ist es nicht oder? Du willst, dass ich dir vergebe, richtig? Du kommst hier mit irgendeiner rührseligen Story über deinen bevorstehenden Tod an und denkst auch noch, dass du mich dazu beschämen kannst dir zu vergeben-"

Willy hob eine Hand, um Ruhe einzuführen. Seine Augen waren plötzlich von einer seltsamen Dunkelheit beschattet. ,,Charlie, bitte. Ich bin nicht wegen Vergebung hergekommen." Die violetten Pupillen verdunkelten sich noch mehr. ,,Du hast es mir vor langer Zeit schon mehr als verdeutlicht, dass du mir nicht mehr vergeben wirst."

Charlie nahm weiterhin langsam tiefe Atemzüge ein, machte jedoch keinerlei Anfänge zu kommentieren also redete Willy weiter. ,,Weshalb ich hergekommen bin, Charlie; ich möchte dir die Fabrik überschreiben."

Charlie konnte nicht glauben, was er gerade gehört hatte oder nicht gehört hatte. Hatte er genau das gerade gehört? Sogar nach allem, was in der Vergangenheit passiert war, wollte Willy immer noch, dass ihm die Fabrik gehört?

,,Wa- ... warum ich?" Und dann kehrte seine Gehässigkeit wieder. ,,Du hast doch mittlerweile sicherlich einen anderen Erben gefunden, den du belästigen kannst?"

Charlie beobachtete mit einer düsteren Zufriedenheit, wie seine Worte das letzte bisschen Farbe aus Willy Wonkas Gesicht zogen & seine Hände anfingen etwas zu zittern. Mit seinem Satz hatte Charlie den Kern ihrer Feindseligkeit freigelegt; ab jetzt würde keine falsche Ignoranz das Thema mehr überschatten.

Charlie wartete mit Geduld, als Willy sich genug erholt hatte, um auf diesen schmerzhaften Vorwurf zu antworten. ,,Ch- Charlie ... ich ... ich habe das verdient ... wirklich. Aber ich ..." Willys Stimme zerbrach mittendrin, als seine Augen begannen mit unvergossenen Tränen zu schimmern. Er konnte die Zügel, die seine Emotionen bis jetzt festhielten nicht mehr halten. ,,Ich ... Ich wollte dich niemals verletzen, Charlie. Ich liebte-"

Der plötzliche Schlag von Charlies Faust auf den zerbrechlichen Tisch verfehlte Willy nur knapp aber löste einen furchtbaren Schreck in ihm aus.

,,Fang bloß nicht an zu weinen! Du hast überhaupt keinen Grund dazu! Wenn irgendjemand einen Grund dazu hat, dann bin ichdas! Verdammt, Willy ... ich war doch nur ein Jugendlicher. Ich war siebzehn. Ich hatte keine Ahnung ..." Es war eine Lüge aber in diesem Moment verspürte Charlie keine Scham dabei, dem Mann, den er einst so liebte in's Gesicht zu lügen.

Letztendlich hatte Willy genug davon. Er wusste, dass er so niemals mit Charlie auf einen Punkt kommen würde. Er hatte in der Zeit schon einige Male darüber nachgedacht einfach aufzustehen & zu gehen aber er wusste, dass er nicht konnte. Es war erforderlich, dass Charlie zustimmen würde die Schokoladenfabrik zu übernehmen.

Willy fühlte sich recht wacklig als er sich wieder erhob, trotz der Hilfe seines Stocks. Er wollte wieder in einem Level mit Charlies Blick stehen. Und es war der Moment als Willy plötzlich realisierte, dass Charlie ein ganzes Stück größer geworden war, als er selbst. Ein bitteres Gefühl von Trauer machte sich in ihm breit als er erneut realisierte, wie viel er in Charlies Leben verpasst hatte. Wie sehr er Charlie selbst vermisst hatte ... Aber dann kehrte das eigentliche Problem in seinen Gedanken zurück & er zwang sich sehr seine Gefühle erneut in Zaum zu halten.

,,Charlie ... ich weiß- ... ich weiß, dass du wütend auf mich bist und gottverdammt - du hast jeden Grund dazu!"

Charlie wollte ihn gerade unterbrechen aber Willy fuhr mit großer Ernsthaftigkeit fort.

,,Wenn du mich anschreien willst, dann mache es! Aber bitteCharlie, bitte, sag mir zuerst, ob du die Fabrik übernehmen wirst."

Charlie war sich gar nicht mehr sicher, was er aus der Situation machen sollte. Sein Kopf schmerzte wie wild & sein Herz fühlte sich an, als würde es durch seinen Brustkorb brechen wollen. Was sollte er sagen? Was sollte er tun?

,,Ich weiß nicht, warum ich das tun sollte. Warum sollte ich dir noch irgendeinen Gefallen tun?"

Ab da an wurde Willy verzweifelt. ,,Aber es wäre ein Gefallen, den du dir selbst tun würdest, Charlie! Du willst eine Familie gründen, nicht wahr? Wo wirst du leben? Hier? Du verdienst etwas viel besseres als das, Charlie! Und wo willst du das Geld herbekommen, um deine Familie zu ernähren? Du hast kaum genug Geld, um dich selber zu-"

,,Ich brauche keine Hilfe von dir! Du lernst es einfach nicht oder?! Geld ist nicht alles, Mr. Willy Wonka! Glaub's oder nicht aber meine Familie war glücklicher denn je, bevor du kamst! Und ich war es auch! Aber du verstehst das einfach nicht oder?! Das konntest du nie ..."

,,Charlie, bitte, bleib vernünftig. Ich wollte niemals dein Leben oder das deiner Familie verschlechtern. Aber willst du denn nicht einfach nur das beste für deine zukünftige Familie? Du kannst nicht verleugnen, dass du deiner Familie eigentlich etwas besseres als das hier bieten möchtest ..."

Charlie knurrte mit dem Wissen, dass Willy völlig richtig mit dem lag, was er sagte. Er wollte, dass seine Familie ein besseres Leben als das hier hat. Was für ein Ehemann wäre er, wenn er es anders wollte?

Er blickte Willy an & verabscheute es gestehen zu müssen, dass Willy völlig recht hatte. ,,Trotzdem, warum ich?!"

Diesmal hatte Willy schnell eine Antwort parat. ,,Weil du der einzige bist, der es kann, Charlie! Ich habe dir alles gezeigt und gelehrt, was ich kann. Alles! Es gibt so gut wie keinen anderen Menschen auf dieser Welt, der in der Lage wäre die Fabrik aufrecht zu erhalten! Es gibt sonst keinen, dem ich trauen könnte ..."

,,Ja aber-"

,,-Und die Oompa Loompas, Charlie! Bitte. Wenn du es nicht wegen mir machst, dann wenigstens wegen ihnen. Irgendeiner muss die Fabrik führen, wenn es auch nur wegen ihnen ist. Sie können sonst nirgendwo anders hin. Und du weißt, dass ich die Fabrik nicht einfach an irgendwen verkaufen kann. Und weiß Gott, wo sie dann hingeschickt werden würden um sonst was mit ihnen anzustellen!"

Charlies Abwehr schien allmählich zu bröckeln aber es gab immer noch ein riesiges Problem bei der ganzen Sache.

,,Aber die Fabrik ist dein Eigen! Jeder Fleck darin spiegelt dich wieder! So werde ich dich niemals loswerden-"

Willy war komplett verzweifelt. ,,Dann ändere es! Zerreiße die Fabrik in Stücke, wenn es das ist, was du tun musst! Aber bitte ... bitte sag mir einfach, dass du sie nimmst."

Willy hatte sich gut darauf vorbereitet, das musste Charlie ihm lassen. Der Candyman hatte all seine Gegenargumente gekontert & obwohl Charlie es nur schwer glauben konnte, dachte er ernsthaft über Willys Bitte nach.

,,Ich ... ich brauche Zeit, um darüber nachzudenken. Ich muss mit Sara darüber sprechen."

Willys nickte begeistert. ,,Ja, sicher, natürlich. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst. Aber bitte ... vergiss nicht, dass meine Zeit nur noch begrenzt ist. Und ich muss es so schnell, wie möglich erfahren, Charlie. Hast du denn noch meine Nummer?"

Charlie wollte diese Frage nicht direkt beantworten. ,,Ich werde es dir noch in dieser Woche sagen. Wenn du bis dahin nicht von mir hörst, ist meine Antwort ,,nein"."

Willy gab nur ein zittriges Nicken von sich. ,,D- danke, Charlie." Und für einen langen Moment schauten sie sich beide nur an. Tausende unausgesprochene Worte lagen zu diesem Zeitpunkt zwischen ihnen, bevor Willy letztendlich seinen Blick von Charlie wandte.

,,Ich ... denke ich gehe jetzt besser, damit du dich auf deine Hochzeit vorbereiten kannst. Ich- ah ... vergiss es."

Mithilfe seines Gehstocks begab Willy sich dann schließlich zur Tür, um zu gehen. ,,Nun, dann ... viel Glück, Charlie." Dann öffnete er die Tür, um endgültig zu verschwinden, bis-

,,Willy?"

Willy drehte sich abrupt in Charlies Richtung & seine dunklen Augenbrauen erhoben sich. ,,Ja?"

,,Ich hasse dich immer noch."

Willys Augen wurden von einer unbeschreiblichen Emotion getrübt, bevor er nur ein letztes Mal nickte & dann leise die Tür hinter sich schloss. Seinen ehemaligen Liebhaber ließ er in völliger mentaler Erschöpfung auf dem Boden zurück.

,,Ich hasse dich ..."
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