Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm

GeschichteDrama, Romanze / P18
Florian David Fitz OC (Own Character)
01.02.2017
06.02.2020
25
66063
5
Alle Kapitel
53 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Huhu ihr Lieben,

wow, ich bin echt überwältigt, Danke für die drei tollen Reviews und die drei Favoriteninträge, ich bekomm das Grinsen nicht mehr weg :)

Wie versprochen nun Kapitel 1 bzw. Tag 1, weil der Prolog ja für meine Verhältnisse sehr kurz war. Das nächste Kapitel kommt dann in fünf bis sieben Tagen.

Und nun ganz viel Spaß

Liebste Grüße V




Tag 1



München: Spätsommer 2015:

Elisa:

„Ist hier noch frei?“ Ich sehe kurz auf und nicke einfach. Ich sitze in einem Café in der Innenstadt. Jeder Tisch ist besetzt, wer noch einen Platz bekommen möchte, muss kontaktfreudig sein und das ist der Typ offenbar. Stört mich nicht weiter, ich tippe konzentriert auf meinem Tablet herum und mache Brainstorming für mein neues Buch. Mein Erstes liegt vor mir auf dem Tisch.

Platz drei der Bestsellerliste in Deutschland und das mit meinem ersten Roman. Eigentlich kann ich es noch gar nicht so recht fassen, es ist surreal.

Er räuspert sich und bestellt bei der Kellnerin einen Kaffee. Ich sehe auf. Wer bestellt heut zu Tage schon noch eine normale Tasse Kaffee? Ich lächele ihn an. Hübsch, braune Haare, leicht ergrauender Dreitagebart. Dabei sieht er nicht mal alt aus, eigentlich ziemlich sexy. Ich senke wieder meinen Blick auf mein Tablet.

„Ist es gut?“ Nun sehe ich ihn erneut einen Augenblick an und ziehe fragend die Augenbrauen in die Höhe. Er deutet auf meinen Roman.

„Ist der Roman gut? Ich habe ihn gestern meiner Schwester geschenkt, dachte mit einem Bestsellerroman kann man nicht so viel verkehrt machen.“ Er lächelt und ich muss grinsen.
„Naja jedenfalls nicht wenn ihre Schwester gerne Fantasy liest.“
„Haben sie es schon durch?“ Mein Grinsen wir breiter, ich kann nichts dafür, es passiert einfach.
„Mehrfach…ich finde es super, aber ich bin sicher voreingenommen.“
„Soo? Schon mehrfach gelesen, in der kurzen Zeit? Ist es nicht vor einigen Wochen erst erschienen?“ Ich nicke.
„Ja ich...“
„Sie sind die Lektorin, mmh? Oh entschuldigung, ich habe sie unterbrochen“ Er lächelt mich verlegen an und ich schüttele den Kopf, zum einen weil es mich nicht stört unterbrochen worden zu sein und zum anderen, weil ich ja nun mal nicht die Lektorin bin, aber ich bin mir nicht so sicher, ob ich ihm das auf die Nase binden sollte. Ich habe gerade erst ein Gespräch mit meiner Agentin gehabt, wie man mit der Presse umgeht und was man preisgibt und was nicht. Ich habe mir nicht mal überlegt, wie ich das halten möchte, zum Beispiel mit Fragen zu meinem Privatleben. Mir ist das alles noch völlig fremd.
„Ich habe es geschrieben“ Ja verdammt, ich bin stolz auf meinen Roman und auf mich auch. Er sieht mich mit großen Augen an.

„Elisa Martelok, Künstlername oder Richtiger?“
„Der steht so im Pass“ Ich zwinkere ihm zu „Entschuldigen sie mich kurz?“ er nickt und ich stopfe schnell mein Tablet in meine Handtasche, auch wenn ich nicht glaube, dass er Interesse daran hat und gehe Richtung Toiletten.

Ich sehe in den Spiegel, wie sehe ich eigentlich aus? Lange, braune leicht gelockte Haare, dunkelgrüne Augen. Hallo Elisa, schön dich zu sehen.
Notiz an mich: Mini Haarbürste für die Handtasche kaufen.
Ich bin heute mal klein, immer eigentlich ohne meine obligatorischen Absätze. Ich bin in meiner Familie irgendwie der Zwerg, alle sind mindestens 1,80 nur ich bin bei 1,68 stehen geblieben. Aber heute morgen hatte ich einfach keine Lust auf hohe Schuhe.

Seit Wochen habe ich nichts von all den Städten in denen ich gelesen habe, zu Gesicht bekommen. Jeden Tag eine andere Stadt, eine andere Buchhandlung, ein anderes Kleid, Highheels. Heute wollte ich München erkunden und trage nur Ballerinas. Irgendwo habe ich gelesen, dass manche Männer das total unsexy finden. Aber sollte es mich interessieren ob Florian David Fitz mich sexy findet? Ich seufze. Im Zweifel nicht. Auf der anderen Seite, was ist dagegen einzuwenden etwas Bestätigung zu erhalten, egal wofür.

Ich bin seit 3 Jahren Single. In dieser Zeit existierten für mich nur mein Job und dieser Roman. Ich gehe zurück zu meinem Tisch. Er sieht mich an, lächelt und steht auf, um mir meinen Stuhl zurecht zu rücken. Ein echter Gentleman, ich seufze innerlich, davon gibt einfach zu wenig heutzutage. Dann reicht er mir seine Hand.
Sie ist warm, gut, eigentlich auch zu erwarten, bei dem warmen Wetter, sein Händedruck ist fest, aber nicht zu fest. Er hat lange Finger und seine Hände sehen gepflegt aus. Ich möchte die Augen verdrehen, aber ich verkneife es mir, was mir in Bruchteilen einer Sekunde wieder alles auffällt.

„Florian Fitz“ …ach was, ich lächele. Das hatte ich ja bereits festgestellt.

„Was sollte man in München denn gesehen haben?“ Ich sehe ihn interessiert an und er überlegt kurz.

„Den Viktualienmarkt auf jeden Fall, den Olympiaturm, oder das Olympiadorf, wenn du es sehen möchtest. Hofbräuhaus, aber natürlich nur, wenn du Bier magst und dann dort Weißwürscht essen. Die Frauenkirche, sollte man denke ich auch gesehen haben.“

Ich sehe auf meine Uhr.
„Ja dann zahle ich jetzt, es ist halb fünf, um fünf spielt doch das Glockenspiel am Marienmarkt. Danke für deine Tips“ Ich lächele ihn an und reiche ihm die Hand.

„Ich könnte dir München zeigen, wenn du möchtest, wenn es dunkel ist wird im Englischen Garten eine riesige Leinwand aufgebaut und dann läuft jeden Abend ein Film, hättest du Lust dazu?“ Das überrumpelt mich jetzt etwas, damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet.
„Was läuft denn da so?“
„Es wird nie angekündigt, man muss sich überraschen lassen“ Ich nicke und lächele.

Ich winke die Kellnerin heran und ehe ich etwas machen kann, hat er meinen Kaffee gleich mit bezahlt. Ich sehe ihn überrascht an. Ich bin nicht gut im Danke sagen, wenn ich nicht darauf vorbereitet bin. Irgendwie fühlt es sich komisch an. Ich lächele leicht gequält und bedanke mich artig. Ich habe das Gefühl meine Mama säße auf meiner Schulter und nicke eifrig.

Wir stehen auf und schlendern los. Es ist ein toller Tag. 28 Grad leicht windig.
Wir stehen vor dem Rathaus und ich recke staunend den Hals, Glockenspiele wecken irgendwie die Kinderaugen tief in mir drin. Ich habe Fotos im Reiseführer gesehen, die Figuren sind einfach so liebevoll gestaltet.

„Das war toll“ Ich grinse ihn an und er lacht.
„Soviel Begeisterung habe ich schon lange nicht mehr erlebt.“
„Man sollte sich für die Welt begeistern können, wenn man neue Welten erschaffen will“ Ich zwinkere ihm zu. Ich weiß dass er Drehbücher schreibt, ihm sollte dieses Gefühl also nicht unbekannt sein.

Wir sehen uns zusammen noch die Frauenkirche an und essen im Hofbräuhaus. Ich werde definitiv kein Weißwürste Fan mehr in diesem Leben, aber sei´s drum, jetzt kann ich jedenfalls mitreden.

Es ist Abend geworden, ich war noch kurz im Hotel, um mein Kleid doch noch um eine leichte Hose zu tauschen und um mir wenigstens eine dünne Jacke zu schnappen. Kurz noch mal durch die Haare gekämmt und die Wimperntusche erneuert. So, nun kann es losgehen. Wir treffen uns im englischen Garten. Vor der Leinwand sitzen schon einige Leute auf Decken. Haben Picknickkörbe dabei. Soweit habe ich natürlich wieder nicht gedacht. Meine Handtasche beherbergt eine Flasche stilles Wasser und eine Tüte gelbe M&Ms, naja, das muss dann eben reichen.

Florian hat sich eine Decke unter den Arm geklemmt. Was wohl in seiner Umhängetasche ist?
Ich hebe kurz die Hand zum Gruß und lächele ihm entgegen.
„Hi“
„Na du, hast es gut gefunden?“ Ich nicke. Er breitet die Decke aus, setzt sich und sieht zu mir auf. Ich stehe etwas unschlüssig neben der Decke. Er klopft auf den Platz neben sich.
Ich mache es mir bequem und stelle mein Wasser und meine gelbe Tüte vor uns ab.
Er reicht mir einen Becher mit Gingerale.
„Ich mag total gerne Gingerale, Danke“ Ich schenke ihm ein zufriedenes Grinsen. Er hebt seinen Becher.
„Auf deinen ersten Tag in München, Elisa“ Ich nicke
„Und auf einen sehr fähigen Fremdenführer“ Ich zwinkere ihm zu. „Übrigens, meine Freunde nennen mich Liz. Bei Elisa, denke ich immer, ich hätte etwas angestellt“ Ich lache.
„Elisa ist wunderschön, wenn ich das sage, hast du nichts angestellt“ Er zwinkert mir zu und lächelt, seine Augen strahlen mich an.
„Also auf einen wunderschönen Abend Elisa“ Ich lache, dann trinke ich und dann stocke ich kurz. Er liebkost meinen Namen quasi, ich habe noch nie gehört, dass mein Name so liebevoll ausgesprochen wird. Mir läuft eine Gänsehaut den Rücken hinunter.

Die läuft mir eine halbe Stunde später erneut über den gesamten Körper, denn ausgerechnet, ich Hasenfuß, habe natürlich den Abend erwischt, an dem so ein Psycho- Horrorfilm gezeigt wird. Florian ist offenbar abgehärteter als ich, denn er sitzt seelenruhig neben mir und schaut auf die Leinwand.

Ich habe schon vor sicher 10 Minuten meine Finger in die Decke rechts und links neben mir gekrallt. Sicher sind die Knöchel schon ganz weiß. Ich zucke heftig zusammen und sauge geräuschvoll Luft ein. Jetzt habe ich seine Aufmerksamkeit. Er grinst mich an.
„Kleiner Angsthase“ Ich grinse ihn ertappt an und zucke mit den Schultern. Ich würde mir so einen Streifen, sonst nicht mal unter Androhung von Folter ansehen, aber ich will auch nicht gehen. Ich rücke ein Mini Stück näher an ihn heran. In der nächsten Schocksekunde hüpfe ich ihm quasi ein Stück entgegen, entweder merkt er es nicht, oder er ist genug Gentleman um mich nicht auszulachen.

Ich habe mich seit sicher 20 Minuten nicht erschrocken, Ha!! Ich bin abgehärtet.
In der nächsten Sekunde kralle ich eine Hand in seinen Oberschenkel, wann ist er so nah zu mir gekommen? Oder war ich das vielleicht ganz allein. Er sieht mich erschrocken an.
„Sorry“ murmele ich in seine Richtung. Und was macht er? Er lacht. Aus vollem Hals.

„Komm her du Schisser“ Er setzt sich hinter mich seine Beine rechts und links von mir und umarmt mich kurz von hinten.
„Besser? Ich beschütze dich“ Er lacht immer noch. Ich sitze die nächsten paar Minuten steif in seiner Umarmung. Dann schiebt er mich an meiner Schulter zurück an seine Brust und flüstert in mein Ohr.
„Entspann dich Elisa, die springen nicht aus der Leinwand heraus“ ein Lachen bahnt sich seinen Weg aus meiner Kehle nach draußen.
„Wer weiß“ Er legt sein Kinn auf meinem Kopf ab. Jeder Zentimeter seines Körpers, der meinen berührt hält mich leider davon ab, diesen Film aufmerksam zu verfolgen.
Irgendwie finde ich uns Beide doch sehr zutraulich, ich bin eigentlich nicht so der Typ, der sich Hals über Kopf in solche Situationen bringt aber irgendwo habe ich letztens gelesen ~Wenn es sich gut anfühlt- Kopf aus~ und scheinbar hat mein Körper beschlossen sich daran zu halten.
Einige Mal zucke ich noch leicht zusammen, aber diese ruckartigen Bewegungen werden durch seinen Körper gedämpft. Ich genieße die laue Sommernacht im englischen Garten, seinen Geruch und seine Körperwärme und döse sogar ein bisschen weg. Die letzten Wochen waren einfach sehr anstrengend.

Ich wache auf, als er mir eine Strähne meiner Haare hinters Ohr streicht.
Ich drehe meinen Kopf und sehe im schwachen Licht der Parkbeleuchtung in zwei wunderschöne Graugrüne Augen, mit hellen Sprenkeln, vielleicht sind das auch nur Reflexionen, egal. Bevor ich das erörtern kann, spüre ich seine Lippen warm und weich auf meinen und seine Augen verschließen sich vor meinem Blick.
Er knabbert leicht an meiner Unterlippe.

Wir schlendern zurück zu meinem Hotel, gehen so nah einander dass wir die Körperwärme des Anderen spüren können, ständig sehen wir uns kurz an und lächeln.

Ich betrete das Hotel und bin mir kurz unsicher, wie ich mich jetzt von ihm verabschieden soll. Er nimmt mir diese Entscheidung ab und folgt mir mit einer Selbstverständlichkeit, die mich schon etwas wundert. Auch im Aufzug steht er noch hinter mir, läuft mir wortlos bis zu meiner Zimmertür hinterher, immer so nah an mir dran, dass ich seinen Atem hören kann, der zugegebenermaßen so schnell geht, wie meiner. Verdammt ein One Night Stand stand definitiv nicht auf meiner Liste für München, aber sowas steht nie auf meiner Liste, einfach nicht mein Ding, aber dieser Typ wirft alle Prinzipien in mir über Bord.

Ich schiebe die Tür auf und ziehe ihn an seinem Shirt an mich heran. Hungrig presse ich meine Lippen auf seine, meinen Körper an seinen, er drückt mich gegen die Wand neben der Tür und diese fällt mit einem Knall ins Schloss. Wir sehen uns kurz in die Augen.

„Flo?“ Er sieht mich fragend an und ich schüttele nur leicht den Kopf und lächele. Keine Ahnung, warum ich überhaupt etwas sage, vielleicht wollte ich kurz ausprobieren, wie es sich anfühlt seinen Namen mal auszusprechen.

Seine Hände wandern unter mein Top und fahren genüsslich meine Wirbelsäule hinauf, ich schiebe meine Hände unter sein Shirt, seine Haut ist so weich und warm, ich seufze in unseren Kuss, er lässt sich davon aber nicht beeindrucken, ich fühle an seinem Brustkorb seinen stoßweisen Atem, als er mich aufs Bett schiebt. Dann zerre ich ihm sein Shirt über den Kopf. Wir sehen uns gegenseitig kurz in die Augen und so sehr ich gerne darin versinken möchte, so istGeduld jetzt gerade nicht meine Stärke. Er küsst sich seinen Weg von meinem Bauchnabel nach oben, fährt an meinen Flanken nach oben entlang, schiebt meine Hände so nach oben über meinen Kopf und hält sie dort fest. Dann sieht er mir nocheinmal kurz in die Augen, hält mich mit seinem Blick fest und lächelt.

Ok, gewonnen, ich ergebe mich. Ich lächele zurück und genieße.


***tbc***
Review schreiben