Marshmallow Heaven

von Rosalie18
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
30.01.2017
26.07.2020
55
86.400
11
Alle Kapitel
58 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
28.10.2018 1.432
 
Mein Ersatzbeitrag zum Wichteln Halloween 2018 von Mozambique.  


Liebe Sesamina,
ich habe als dein Ersatzwichtel fungiert und mich sehr über deine Vorgaben gefreut, vor allem da sie in Bezug auf ein mögliches Pairing sehr offen waren und du auch keine  Einschränkungen beim Lesen hattest, konnte ich mal wieder über Narzissa & James schreiben. Ich mag die Beiden total gerne zusammen.

Ich hoffe der OS gefällt dir.

Viel Spaß beim Lesen.



Streben nach Vollkommenheit

Narzissa bürstete sich sorgfältig durch ihre langen blonden Haare, auf die sie sehr stolz war. Jeden Morgen und jeden Abend kämmte sie ihre Haarpracht mit hundert Bürstenstrichen. Ohnehin legte die Hexe sehr großen Wert auf ihr Äußeres, es war schließlich ihr Kapital. Nach ihrem Abschluss würde sie nicht einen Beruf erlernen können, sondern so schnell wie möglich standesgemäß – reinblütig – heiraten müssen. So war es ihr und ihren Schwestern von frühster Kindheit eingetrichtert worden. Nach ihrer Meinung wurde gar nicht erst gefragt, sie zählte schlichtweg nicht.

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Narzissa legte ihre mit Narzissen verzierte Bürste – ein Geschenk von James – beiseite, griff nach einem Pergamentstück, rollte es auseinander und begann zu lesen:



Liebste Narzissa,

ich vermisse dich und freue mich dich heute Nachmittag zusehen.

In Liebe

James



Auf ihren blassen Wangen zeichnete sich ein Hauch von Rot ab und der Blick aus ihren klaren blauen bisweilen kalten Augen wurde weicher. Ein verträumter Ausdruck erschien auf ihrem Gesicht und ihre Augen strahlten.

„Eure Liebe ist aussichtslos. In den Augen unserer Eltern ist er nicht standesgemäß“, kam es von ihrer Schwester Andromeda. Ein trauriger Klang schwang in ihrer Stimme mit. Leider hatte sie recht.

„Ich weiß, dennoch liebe ich James und genieße jede noch so kostbare Minute, die uns miteinander vergönnt ist“, lächelte Narzissa.

„Ich wünschte es wäre anders …, aber wir können die Ansichten unserer Eltern nun einmal nicht ändern.“ Ein dunkler Schatten huschte über ihr Gesicht. Es herrschte eine Art Beklemmung im Raum. Keine der beiden Schwestern sagte ein Wort. Jede hing ihren Gedanken und Wünschen nach.

„Was herrscht denn hier für eine Todesstimmung? Habe ich etwas verpasst? Ist irgendwer gestorben?“, fragte Bellatrix in ihrem üblichen Tonfall und musterte ihre Schwestern. Sofort war ihr klar, was der Grund für die seltsame Stimmung war, in der sich Narzissa und Andromeda befanden. Ihre nicht standesgemäßen Liebschaften. Natürlich wusste Bella von James und auch von dem Muggel, in den sich Andromeda verliebt hatte. Da Bella ihre Schwestern liebte, lag es ihr fern sie bei ihren Eltern anzuschwärzen, auch wenn sie die Wahl ihrer Partner missbilligte. Ihr war ebenfalls bewusst, dass ihre stolzen Eltern niemals erlauben würden, dass ihre Töchter einen Blutsverräter und einen Muggel ehelichten. Wenn sie wollte, könnte sie ihre Schwestern verraten, aber das wollte sie nicht. Sollten Zissy und Andromeda die kurze Zeit, die ihnen verblieb, ihretwegen genießen. Das Ende war sowieso abzusehen und sie würden so wie sie auch standesgemäß – reinblütig – heiraten oder von der Familie verstoßen werden.

Sie durchsuchte ihre Nachttischchen, nachdem sie gefunden hatte, was sie suchte, verließ sie den Schlafsaal, aber nicht ohne einen weiteren Blick auf ihre Schwestern zu werfen.



+++




Seit gefühlt einer halben Ewigkeit stand Narzissa vor dem Spiegel und betrachtete sich kritisch. Andromeda schüttelte langsam genervt den Kopf. „Zissy, du siehst umwerfend aus.“ Ihre jüngere Schwester war die eitelste Person, die sie kannte. Bisweilen war ihr Streben nach Vollkommenheit unerträglich, dennoch liebte Andromeda sie und sah deshalb über diese Macke hinweg.

„Ich weiß nicht, vielleicht sollte ich doch etwas anderes anziehen.“ Sie zupfte an ihrem bordeauxfarbenen Strickkleid herum.

Ihre ältere Schwester verdrehte ihre Augen. „Das Kleid ist perfekt und dein James wird es gefallen.“ Narzissas Hang zum Perfektionismus und Vollkommenheit war ab und an anstrengend und nervenaufreibend. Dabei hatte sie es gar nicht nötig, denn sie war von Natur aus mit einer Schönheit gesegnet, obwohl sie keine Veela-Gene hatte. Doch die jüngste Black sah diese nicht so. Als ob Schönheit das Einzige war, worauf es ankam. Bei Narzissa war es leider so, aber dafür waren ihre Eltern verantwortlich. Diese hatten es ihren Töchtern von klein auf eingetrichtert, besonders bei Zissy war es hängen geblieben.

„Vielleicht sollte ich …“ Weiter kam sie nicht.

„Nein. Du siehst umwerfend aus. Jetzt mach dir nicht so viele Gedanken, sondern habe viel Spaß und genieße deine Verabredung mit James“, lächelte Andromeda und schob sich vor den Spiegel.

„Danke Schwesterchen.“ Die blonde Hexe umarmte ihre Schwester, zog ihren Umhang über und verließ den Schlafsaal. Der Gemeinschaftsraum war verlassen, die meisten ihrer Mitschüler waren bereits auf den Weg nach Hogsmeade.

Vorfreude strömte durch ihren Körper, als sie Richtung große Halle lief, wo sie mit James verabredet war. Sie sah ihn schon von weiten. Lässig lehnte er an der Wand und sah, wie nicht anders erwartet, unverschämt gut aus. Ihr Herzschlag erhöhte sich und Narzissa beschleunigte ihre Schritte. Sie wollte nur noch zu ihrem Liebsten.

„Hallo James“, lächelte die Hexe zur Begrüßung.

„Hallo Prinzessin. Du siehst wunderschön aus“, sagte er mit zärtlicher Stimme und hauchte ihr einen kurzen, keuchen Begrüßungskuss auf die Lippen.

„Danke.“ James reichte ihr die Hand und Zissy ergriff diese. Ihre Finger verwoben sich miteinander.

„Bereit?“ Sie nickte und gemeinsam verließen sie das Schloss. Die gemeinsamen Besuche in Hogsmeade und ihre geheimen Treffen auf dem Schlossgelände waren selten und daher für Beide besonders kostbar.

„Du hast mir gefehlt“, flüsterte Narzissa. James streichelte ihr über die Wange.

„Du mir auch, Prinzessin. Ich habe mir Gedanken gemacht. Über die Zeit nach unserem Abschluss.“ Sein Gesicht war ernst. Narzissa wusste, wie James darüber dachte und eigentlich war es genau das, was sie sich auch wünschte, aber sie fürchtete auch diesen Schritt. Er würde das Zerwürfnis mit ihrer Familie und ihre Verbannung bedeuten. War sie dazu bereit? Es war keine leichte Entscheidung und musste wohl wissentlich überlegt sein. Wenn sie erst einmal mit ihrer Familie gebrochen hatte, war das nicht mehr rückgängig zu machen.

„James …“

„Ich will mit dir zusammen sein.“ Sein Blick war eindringlich geworden und seine braunen Augen bohrten sich in ihre Blauen.

„Ich doch auch mit dir.“

„Dann lass uns nach unserem Abschluss abhauen und weit weg von deiner Familie ein neues Leben anfangen.“

Das klang so wunderschön und nichts wünschte sich die Hexe mehr, doch im Moment überwog noch ihre Verbundenheit zu ihrer Familie. Konnte sie es wirklich mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn sie mit ihrer großen Liebe fortging und mit ihrer Familie brach? Sie hätte diese dann für immer verloren. Ein großer Preis, aber sie wäre frei und könnte mit James zusammen sein. Eigentlich sollte ihr die Wahl leichtfallen, doch das fiel es ihr nicht.

„Ich kann das noch nicht entscheiden …  Gib mir noch etwas Bedenkzeit? Es wäre schlagartig alles anders …“  Die Verzweiflung sprach aus ihr. James bemerkte, wie sehr dieses Thema seine Liebste mitnahm und beschloss daher das Thema fürs Erste ruhen zu lassen. Vorerst, aber er würde seine große Liebe und eine gemeinsame Zukunft nicht so einfach aufgeben.

Mittlerweile hatten sie das kleine Dorf erreicht. Es war bereits für das bevorstehende Halloween geschmückt. Überall wo man hinsah, erblickte man Kürbisse mit geschnitzten Gesichtern und Kerzen und mit der einsetzenden Dunkelheit würden diese eine schaurig schöne Stimmung erzeugen. Wie gerne würde Narzissa mal ein Halloween in der Muggelwelt erleben.

„Irgendwann werden wir zusammen Halloween in der Muggelwelt feiern“, sagte er, als hätte er ihre Gedanken erraten.

„Das wäre schön.“ Ein trauriger Zug legte sich um ihren Mund. Sie glaubte nicht, dass es wahr werden würde. Im Moment war es nur ein schöner Traum. Nein, es würde wahr werden …

James zog seine Liebste an sich, legte eine Hand an ihre Wange, die andere wanderte in ihren Nacken. „James, du ruinierst meine Frisur.“ Ein genervtes Schnauben entwischte dem Zauberer und er verdrehte seine Augen.

„Prinzessin, mach dir nicht so viel Gedanken, du siehst immer wunderschön aus, egal ob deine Frisur zerstört ist oder nicht“, lächelte James zärtlich und sah sie verliebt an. Narzissa versank in seinen braunen Augen, die sie an flüssige Schokolade erinnerten. Ihre Lippen trafen aufeinander und ein Schauer lief ihre Wirbelsäule hinab. Die Hexe vergaß die Welt um sich herum. Jetzt zählten nur noch James und sie.



***




Ich habe mir für den OS die Freiheit herausgenommen, dass alle drei Schwestern zur gleichen Zeit in Hogwarts sind. Im Internet habe ich dazu nichts gefunden. Für den OS war das aber notwendig.




Name: Sesamina
Wunsch-Charaktere: Narzissa, Andromeda und Bellatrix und wer auch immer sonst dazu passt
Wunsch-Pairing: wäre cool wenn Narzissa gerade in irgendwen der nicht Lucius ist verliebt ist, muss aber nicht sein, die Geschichte kann gerne auch komplett ohne Pairing auskommen
Wunsch-Prompt: Das Streben nach Vollkommenheit macht manchen Menschen vollkommen unerträglich.
No-Gos: ich lese so ziemlich alles, also tob dich aus :D
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