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Die wilden Kerle - Wild Love

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
Leon Vanessa
30.01.2017
23.06.2022
44
103.814
20
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Dieses Kapitel
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23.06.2022 2.077
 
Kapitel 44


„Ihr habt euch ja richtig gut verstanden, oder?“ fragte Leon seine Freundin. Sie setzten sich gerade auf Ihre Plätze im Zug. Es war schon spät, draußen war es bereits dunkel. „Ja, Lena ist wirklich nett.“ lächelte die Unerschrockene, als sie sich ihre Strickjacke um die Schultern legte. Leon streckte seinen Nacken und gähnte. Diese ganzen Interviews hatten ziemlich viel von ihm abverlangt. „Das freut mich.“ grinste er mit kleinen Augen.

„Los! Raus mit uns!“ Leon schreckte hoch. Er musste doch tatsächlich eingeschlafen sein. „Oh shit!“ stöhnte er und eilte mit seiner Freundin an der Hand durch die offenen Zug Türen. „Puh, das war knapp.“ lachte er. Leon war noch ganz verschlafen und war noch gar nicht wirklich bei sich. „Du Schlafmütze, auf geht’s nach Hause.“
Sie gingen gerade die Straße zum Hause Wessel entlang. Man hörte eine Eule heulen, ein paar Grillen zirpen, ansonsten war alles leise und ruhig. Es hatte etwas Beruhigendes auf Leon nach diesem turbulenten Tag. Die kühle Nachtluft umspielte die beiden. „Willst du bei mir schlafen?“ flüsterte Leon schon fast, um die Ruhe nicht zu stören. Vanessa gähnte und nickte nur. Sie hatte nun schon ein paar Mal bei Leon übernachtet und Joachim wurde dahingehend auch immer entspannter, zudem würde dieser mit Sicherheit schon schlafen. Doch da irrte sich Leon. Als sie das Haus betraten, hörten sie eine Frau lachen. Die beiden wilden Kerle sahen sich verdutzt an. „Papa?“ fragte Leon mit lauter Stimme. Er wollte schließlich nicht in eine unangenehme Situation platzen. Das Frauenlachen erstickte augenblicklich und man hörte nur ein leises Grummeln. „Bin im Wohnzimmer.“ rief Joachim ihnen entgegen. Leon und Vanessa zogen Ihre Schuhe aus und hingen die Jacken an die Garderobe. Leon griff nach der Hand seiner Freundin. Er war etwas nervös, was würde ihn jetzt wohl erwarten.
„Ich dachte, du schläfst bei Vanessa.“ grinste Joachim fast schon etwas verlegen in die Richtung seines Sohnes, als er vom Sofa aufstand. Auf diesem saß eine Frau in Joachims Alter mit einem Glas Wein in der Hand und lächelte die beiden unschuldig an. „Guten Abend.“ sagte sie förmlich. Leon nickte. „Hallo.“ entgegnete ihr Vanessa. „Ja, ähm, das ist Klara. Sie ist die Polizistin, die so nett war und den Fall mit meinem Café übernommen hat.“ Leon nickte erneut ganz langsam und sah Klara musternd an. „Na dann, schön, Sie kennenzulernen Klara. Wir gehen dann mal ins Bett, wir sind hundemüde!“ erklärte sich die Unerschrockene, nachdem Leon keinen Ton sagte und nur starrte. „Schönen Abend euch noch!“ grinste Nessa, als sie Leon an der Hand mit sich nach oben zog.
„Du kannst doch nicht einfach dastehen und sie so anstarren.“ flüsterte Vanessa, als sie die Treppen nach oben gingen. Leon zuckte mit den Schultern. Es war ihm gar nicht aufgefallen, dass er gestarrt hatte. Aber selbst wenn, was wäre denn sonst die richtige Reaktion gewesen? Joachim hatte nicht erwähnt, dass er sich mit Klara traf. Leon wollte sich aber heute keine Gedanken mehr darüber machen, dafür war er schon viiiel zu müde!


Am nächsten Morgen stand Leon relativ früh auf. „Ich frag Markus dann mal wegen der Maschine.“ erwähnte der Slalomdribbler, als er zum Flur ging und seine Schuhe anzog. Er wollte seinen Vater gerade gar nicht groß sehen, er wollte unangenehmen Gesprächen aus dem Weg gehen und stahl sich schnell davon. Vanessa war schon vor einer Stunde aufgebrochen, weil sie für Oma Butz noch einkaufen gehen musste.
Leon schlenderte zur Villa von Maxis Vater, schließlich wohnte auch Markus dort. Er würde das mit der Maschine gleich in Angriff nehmen, wer weiß, ob er sonst nicht doch noch einen Rückzieher machen würde. Durch den Unfall hatte er mittlerweile wirklich einen heiden Respekt vor Motorrädern. Anfangs konnte er sich absolut nicht vorstellen, jemals wieder auf eine Maschine zu steigen. Doch Angst war immerhin kein Monster, Angst war dein Freund. Kurz vorm Ziel traf er auf Maxi. „Hey Tippkick, ist Markus zuhause?“ Leon und er versuchten wieder normal miteinander umzugehen. „Hey, nein, Markus ist in der Werkstatt.“ antwortete er ihm. „Oh, okay, dann schau ich da vorbei. Wo willst du denn hin?“ erkundigte sich der Slalomdribbler. „Bin mit Raban und Joschka verabredet. Sie wollen mir ihre neuesten Erfindungen präsentieren.“ erklärte ihm Maxi und ging weiter. Leon nickte zustimmend und machte sich auf den Weg zur Werkstatt.

„HEY! Was soll das?!“ schrie Markus. Ein Mädchen mit schwarzen Haaren rannte an Leon vorbei. Er hatte noch nie jemanden so schnell laufen sehen. „Alles ok?“ erkundigte sich der Slalomdribbler bei seinem Kumpel, als er ihn zur Begrüßung abklatschte. „Nein! Die Kleine hat mir eine Zündkerze gestohlen und das am helllichten Tag!“ schimpfte Markus, als er sich das Motoröl mit einem Tuch von den Händen schruppte. „Ernsthaft?“ fragte Leon verdutzt und schaute in die Richtung, in die das Mädchen gerannt war.
„Egal, wenn ich sie nochmal erwische, dann gibt’s Ärger!“ Markus war einfach zu gut für diese Welt. Er lief ihr nicht nach und er wollte offenbar auch keine Anzeige bei der Polizei erstatten. Polizei, da kam Leon sofort wieder gestern Abend in den Sinn.
„Also, wie kann ich dir helfen?“ riss Markus die Nummer 13 aus seinen Gedanken. „Ich wollte fragen, ob du mir eine neue Maschine bauen kannst. Ich hab das ständige Zuggefahre satt und will mal wieder ein Tänzchen auf dem Motorrad wagen.“ Markus grinste über das ganze Gesicht, da war der Diebstahl schnell vergessen. „JA! Auf jeden Fall bau ich dir ne neue Maschine. Was für eine darfs denn sein?“ der Torhüter war ganz aufgeregt und wuselte in seiner Werkstatt hin und her. Er holte einen Katalog mit verschiedenen Motorrädern hervor und zeigte Leon die verschiedensten Modelle. Dieser war schon fast ein wenig erschlagen vom großen Angebot. Er wollte doch einfach nur ein Motorrad.


„Nein, tut mir leid Oma, Paprika hatten sie leider nicht mehr.“ Vanessa war gerade vom Einkaufen zurück und räumte den Kühlschrank ihrer Oma ein. Jedes Mal das Gleiche. Gab es da ein oder andere nicht, musste sie sich wieder anhören, wie viel besser es früher war und wie schlecht die Welt doch heutzutage ist. „Hast du auch wirklich überall geschaut?“ erkundigte sich Oma Butz bei Ihrer Enkelin. „Ja doch Oma!“ entgegnete sie ihr genervt. Die ältere Dame verzog das Gesicht. So ein Mist. Wollte sie doch heute Abend gefüllte Paprika essen und jetzt musste sie sich etwas anderes überlegen. „Wieso bist du gestern Abend eigentlich nicht mehr nach Hause gekommen?“ Im Thema wechseln war sie große Spitze. Vanessa rollte genervt mit den Augen, als sie die Einkaufskörbe in den Schrank zurückstellte. „Es war schon sehr spät und Leon und ich waren beiden hundemüde. Außerdem lag sein Haus sowieso auf dem Weg. Dann habe ich eben gleich dort geschlafen. Ist doch kein Problem, habe ich doch schon öfter gemacht.“ Oma Butz grinste nur. „Jaja, die junge Liebe. Ach, als ich jung war, da habe ich auch nichts anbrennen lassen.“ Sie schwelgte in Erinnerungen und sah verträumt an die Decke. „Ähm ja Oma, ich muss dann auch leider wieder weiter, ich bin zum Training verabredet.“ Die Unerschrockene ließ ihre Oma denken, was immer sie wollte, sie hatte jetzt keine Nerven dafür.

„Ich finde den Apparat wirklich gut. Damit können wir super für den Slalom trainieren.“ sagte Maxi, als er mit einem Klemmbrett in den Händen, seiner Trainingstasche um die Schultern und Joschka und Raban neben sich den Teufelstopf betrat. Marlon und Vanessa saßen bereits auf dem Boden des Teufelstopfs und unterhielten sich. „Wo bleibt denn der Rest?“ erkundigte sich Maxi verwundert. Marlon zuckte mit den Schultern, stand auf und schnappte sich den Ball. „Da kommen sie doch schon.“ Vanessa deutete hinter Maxi. Juli, Markus und der Rest kamen gerade den Hügel hinunter.
„Perfekt. So, folgendes, Raban und Joschka haben einen Weg gefunden, wie wir den Slalom effektiver üben können. Ihr wisst ja bereits alle, dass Leon nicht mehr im Team ist und er hatte den Slalom leider am besten drauf.“ begann Maxi mit seiner Ansprache. Für die Kerle war es noch immer ein komisches Gefühl, dass Leon nicht mehr ihr Anführer war. Maxi machte seine Sache gut, doch ab und an ging er den anderen auf den Keks. Er wollte alles perfekt machen, sich keinen Fehler erlauben und das merkte man. Leon war im Gesamten strenger, aber er konnte die Jungs besser motivieren. Er war einfach der geborene Anführer. Dennoch waren sie sich sicher, dass Maxi in die Rolle finden würde. Er brauchte eben noch ein wenig Zeit. „Klingt gut.“ antwortete ihm Nerv. „Die Apparatur sollte nächste Woche fertig sein, dann können wir sofort loslegen.“ berichtete Raban stolz. „Gut, dann würde ich sagen, üben wir heute Pässe und spielen anschließend ein 5 gegen 5.“ Maxi klatschte in die Hände und nahm den Ball an sich. „Wir sind aber nur 9!“ rief Vanessa ihrem neuen Anführer zu. „Mist, das hab‘ ich vergessen!“ grummelte Maxi mehr für sich, als für die anderen. „Hey, was geht ab?“ Leon kam grinsend den Hügel hinunter und winkte seinen Freunden zu. „Was willst du hier, wir trainieren!“ moserte Maxi ein wenig. Man konnte Tippkick schnell aus der Ruhe bringen. „Ich will euch zuschauen, ich hab‘ heute schließlich frei.“ grinste er und schaute in lauter lächelnde Gesichter, die sich über Leons Anwesenheit freuten. Naja, alle, bis auf Maxi.
„Also, nicht ablenken lassen. Wir üben jetzt Pässe!“ der Anführer klatschte in die Hände und die glücklichen Mienen verzogen sich.
Nach wenigen Minuten waren die Kerle voll im Training. Jeder hatte einen Partner zugeteilt bekommen und übte das Passen. Maxi schaute sich das Ganze an und leistete Hilfestelle. Mehr oder weniger zumindest. „Nein Joschka, du musst den anderen Fuß belasten!“ „Nerv, du musst fester schießen!“ „Vanessa, du musst mehr mit dem Außenrist üben!“ „Marlon! Wir sind hier nicht zum Vergnügen!“
Leon schaute sich das Ganze von der Bank aus an und hätte ihnen allen am liebsten sofort geholfen. Er versuchte ja wirklich sich nicht einzumischen, aber er war eben Leon. „Maxi, kann ich dich mal kurz sprechen?“ fragte er dann schließlich doch nach 20 Minuten. Tippkick nickte etwas genervt und ging mit Leon ein Stück zur Seite. „Du machst das gut, aber wie wäre es, wenn du ihnen auch Lösungen anbietest. Du sagst ihnen nur, was sie falsch machen, aber nicht, wie sie es besser machen können.“ „Ich weiß schon, was ich tue.“ antwortete Maxi ihm kurz und ging wieder zu den anderen. Leon zog genervt den Kopf nach hinten und schaute in den Himmel, während er genervt ausatmete. Wenn er sich nicht helfen lassen wollte, dann konnte er es auch nicht ändern. Zwischen den beiden war es nach dem Streit immer noch nicht, wie früher. Auch das brauchte leider noch ein wenig Zeit. Nach 45 Minuten hatten die Kerle es dann auch endlich geschafft. Sie schnappten sich ihre Wasserflaschen und erfrischten sich. „Wie schauts aus? Ein klassisches 5 gegen 5, wie in alten Zeiten?“ fragte Marlon in die Runde. „Spielst du mit, Brüderchen?“ Die Nummer 10 grinste seinen Bruder an. Er kannte ihn schon sein ganzes Leben lang und wusste, dass er da draußen am Spielfeldrand wahnsinnig werden würde. „Ich bin dabei! Ist das ok, Maxi?“ erkundigte er sich zuvor. Dieser nickte nur. „Perfekt! Dann würde ich sagen Nerv, Raban, Markus, Vanessa und ich gegen.“ Maxi unterbrach ihn sofort. „Nein, Leon! Du würdest nichts sagen. Ich mache die Einteilung.“ Leon war augenblicklich still und hob seine Hände entschuldigend vor seine Brust. Alte Gewohnheit! Vanessa schenkte ihm ein Lächeln, das Leon erwiderte. „Nerv, Raban, Marlon, Vanessa und ich gegen Klette, Joschka, Juli, Markus und Leon!“ rief Maxi in die Runde. Leon konnte sich sein Schmunzeln nicht verkneifen. Vanessa musste ebenfalls schmunzeln. Wenn Maxi die beiden irgendwie trennen konnte oder ihnen eins auswischen konnte, dann tat er es. Leon schnappte sich den Ball, den Vanessa geradeeben noch in der Hand hatte und stellte seinen Fuß darauf. „Ich mach dich fertig, Nessie!“ grinste er seine Freundin an. „Davon kannst du nur träumen!“ lachte diese laut in seine Richtung. „Da träume ich lieber von was anderem.“ Leon grinste seine Freundin frech an und streckte ihr die Zunge raus. Vanessas Wangen wurden leicht rot. Sie schüttelte den Kopf, während sie schmunzelte. „Also los!“ Maxi stellte sich zwischen die beiden und forderte von Leon den Ball. Dieser legte ihm den Ball mit einem provozierenden Grinsen in seine Hände. Der Slalomdribbler hasste es, wenn ihm jemand etwas befahl. Das konnte ja noch lustig werden!


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Vielen Dank, für eure lieben Reviews und Nachrichten.
Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß beim neuen Kapitel und hinterlasst mir Feedback :)

Ganz liebe Grüße,
eure Princessnessa <3
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