Always stay with you

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Commander Shepard Garrus "Archangel" Vakarian Liara T'Soni OC (Own Character)
29.01.2017
25.01.2020
39
148.594
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29.01.2017 4.702
 
Hey Leute. Mass Effect gehört Bioware und EA. Ich verdiene kein Geld daran. Ich hatte einfach Bock diese Geschichte zu schreiben.
Diese Geschichte ist auf P18 slash. Es gibt Gewaltszenen, die nicht Jedermanns Sache sind. Wer damit ein Problem hat, sollte die Geschichte nicht lesen. Wer kein Problem damit hat, dem wünsche ich viel Spaß beim lesen. Es wird ein größeres Projekt, darum kann es zu Wartezeiten führen, aber ich werde mich bemühen zeitnah upzuloaden. :-)


Kapitel 1



Seit Tagen befand ich mich jetzt auf Eden Prime, einem Planeten, in etwa vergleichbar mit der Erde. Die Menschen hatten hier viele Kolonien gegründet, um Landwirtschaft zu betreiben. Große Felder breiteten sich bis zum Horizont aus und wurden bei Sonnenuntergang in ein schönes orange getaucht.

Unsere Einheit aus Wissenschaftlern und Militärs hatte den Auftrag den Protheanischen Sender frei zu legen. Diese Aufgabe war schon fast beendet und er fesselt mich immer wieder aufs Neue. Er sah atemberaubend aus, groß und schmal und aus seinen Ritzen trat grünes Licht hervor. Ich hatte bei seinem Anblick oft das Gefühl etwas magischem gegenüberzustehen. Doch nach einiger Zeit begann mich die Mission zu langweilen, denn ich war kein Archäologe sondern Soldatin. Es blieb uns nicht viel mehr zu tun als die Grabungen zu überwachen. Meine Auszeichnungen an der Akademie waren nicht umsonst die besten und ich wünschte mir schon bald einen ereignisreicheren Einsatz.

Am Ende eines jeden Tages war ich immer froh meine Rüstung abzulegen und den Staub und Dreck von meinem Körper waschen zu können. War meine Rüstung stark verschmutzt kam es schon mal vor das ich sie direkt mit abduschte. Nach dem Abendessen traf ich mich für gewöhnlich noch mit meinen Teamkameraden zum Pokerspiel mit einer oder mehreren Flaschen Bier. Ja, so lief es immer ab, jeden verdammten Tag.

Eines Tages ging ich dann mal wieder spazieren um die Kolonie weiter zu erkunden. Ich lief durch unser Lager, vorbei am Sanitätszelt auf der rechten Seite und den Unterkunftsbaracken der Soldaten und Archäologen links von mir. Ich verließ die Zeltstadt und folgte einem kleinen Trampelpfad aus dem Lager hinaus. In der Nähe unseres Stützpunktes befand sich ein kleines Dorf. Die meisten Farmer hier waren auch Schmuggler. Sie vertreiben hauptsächlich Waffen und Schnaps, aber auch Frauen waren zu haben. Einmal hatte ich gesehen, dass ein Allianzsoldat eine junge Frau gekauft und sie in das Haus ihres Vaters begleitet hatte. Diese Vorgänge waren also ein offenes Geheimnis, wurden aber von der Allianz stillschweigend geduldet.

Auf einer kleinen Anhöhe ließ ich mich auf einen Stein nieder um den Sonnenuntergang zu genießen. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages wärmten mein Gesicht und ein seichter Wind durchwehte mein langes dunkles Haar. Ich entspannte mich, streckte die Beine aus und zog meine Kopfhörer aus der Hosentasche. Nach Aktivierung des Omnitools lauschte ich den Klängen der Musik.
Ich konnte dem modernen Musikgeschmack nichts abgewinnen, der ohne Gesang mehr einem sinnlosen Getrommel glich. Ja die Oldies hatten es mir da mehr angetan und ein Lächeln huschte mir übers Gesicht als ein Lied anklang, dass mich an meine Großeltern erinnerte.
Erst summte ich leise mit aber dann packte mich der Rhythmus und ich stand auf und fing an zu tanzen. Meine Hüften schwangen sich im Beat und meine Füße wirbelten kleine Staubwölkchen am Boden auf.
„I’m waking up, I feel it in my bones“, sang ich die Textpassage mit. Meine Haare flogen mir ins Gesicht und ich wirbelte im Kreis herum.

„ Hey Kate.“, wie aus dem Nichts stand auf einmal mein bester Freund Maik vor mir.
„ Mein Gott Maik, bist du denn des Wahnsinns!“, mit der einen Hand streifte ich die Kopfhörer ab, die andere schlug ich mir flach aufs Herz, um ihm zu signalisieren, dass er mich fast zu Tode erschreckt hatte.
„ Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken. Aber ich hab dich im Lager nicht gefunden, da hab ich mir Sorgen gemacht und dich gesucht. Dann habe ich dich singen gehört und gefunden. Aber was machst du hier?“
„ Ach, ich habe es satt Tag für Tag nur der Aufpasser für diese Archäologenfuzzis zu sein. Ich möchte was erleben.“
„Ach Kate, du bist noch so jung. Deine Zeit wird sicher kommen. Aber jetzt lass uns wieder zurückgehen bevor‘s Ärger gibt.“

Ja, Maik war immer etwas zu genau, hatte immer Angst was falsch zu machen oder mal Ärger zu bekommen.
Also lief ich neben ihm her, zurück zu unserer Ausgrabungsstätte. Mein Blick erfasste schon bevor ich sie hören konnte die aufgebrachte Gunnery Chief Williams. Mit weit ausschreitenden Schritten lief sie auf und ab und fuchtelte dabei hektisch mit den Armen.
>> Was ist hier los?? <<

„ Was soll das heißen, ein großes, unbekanntes Schiff nähert sich unsere Position?“, herrschte Chief Willams in diesem Moment einen unbehaglich dreinblickenden Fernmelder Rekruten an.

Als ich realisierte, was da gerade gesprochen wurde, richtete ich meine Augen gen Himmel. Es war nichts zu sehen. Dann auf einmal fing der ganze Untergrund an zu vibrieren. Kleinere Steine drifteten über den Boden und einige Soldaten mussten sich an ihren Kameraden festhalten um nicht umzufallen. Mittlerweile glich das Vibrieren schon mehr einem Erdbeben. Die Zelte fielen in sich zusammen und die Wasserpumpe der Toiletten und Duschen platzten auf und eine riesige Wassermenge fing an sich in unserem Lager zu verteilen.

„ Was ist das?“, rief Maik neben mir, ich sah ihn an, doch seine Augen waren in den Himmel gerichtet.
Fünf lange Arme aus Metall traten durch die Wolkendecke und stützten sich auf der Erde ab. Es war ein Schiff und es sah aus wie ein große Krake, mit nur fünf Tentakeln. Im ersten Moment war ich so gefesselt, dass ich erst gar nicht mitbekam das wir angegriffen wurden.

Dann war der Bann gebrochen, ich zückte meine Waffe, eine Pistole, die Carnifex, alle anderen machen es mir nach und keine Sekunde später brüllte Maik neben mir: „In Deckung!!!“

Ich sprang sofort hinter einen Felsen und eine Salve von Kugel und Leuchtgeschossen splitterte an dem Stein ab, vor dem ich eben noch gestanden hatte. Ich zog den Kopf ein, denn die Steinsplitter regneten auf mich nieder. Die ganze Scheiße fiel in meinen Nacken und sammelte sich in meiner Uniform.
„ GETH!!“, schrie jemand.

Ich hatte von den Dingern gehört, aber ich dachte, dass sie den Perseus-Nebel seit 200 Jahren nicht mehr verlassen hätten. Mit einem Schlag hatte ich die Action, nach der ich mich kurz zuvor noch gesehnt hatte. Aber wollte ich das jetzt wirklich? Angst durchflutete mein Inneres. Das Adrenalin pumpte durch meine Venen und mit zitternden Händen versuchte ich meine Waffe zu entsichern.
Neben mir prallten zwei Archäologen auf, aus ihrer Brust floss Blut heraus. Meine Atmung beschleunigte sich schnell und meine Angst fraß sich immer mehr durch meinen Körper
Unter Schüssen lugte ich über die Kante des Steins und nahm ein Geth ins Visier und drückte ab. Aber es nahm kaum Schaden, also drückte ich mehrmals ab und endlich sackte diese Kreatur in sich zusammen.

Etwas weiter weg sah ich, wie mehrere Kameraden von diesen Dingern weggeschleift wurden, darunter auch Maik.
„ Lasst mich los!!“, schrie er, aber keines dieser Biester achtete auch nur darauf.
„ Maik!!“, ich verließ meine Deckung
Meine Pistole auf Anschlag versuchte ich mir einen Weg durch die Menge zu schießen um Maik zu erreichen. Aber plötzlich wurde ich am Fuß gepackt und stürzte zu Boden. Ich spuckte den Dreck aus, den ich beim Aufprallen in den Mund bekommen hatte. Schlanke Finger schlangen sich um meinen Hals und drückten zu, Schmerz durchzuckte mich. Mit festem Griff um den Hals wurde ich wieder in eine aufrechte Position gehoben. Ich bekam keine Luft und vor meinen Augen begannen schwarze Punkte zu tanzen. Die Kreaturen begutachteten mich abschätzig, dann wurde ich von zwei dieser Typen weggeschleift. Fluchend und tretend wollte ich mich befreien, aber keine Chance.
Im Augenwinkel konnte ich Chief Williams erkennen, wie sie fluchtartig das Lager verließ. Sie wurde von fliegenden Dingern verfolgt, die sie beschossen. Es gab mir einen Stich ins Herz, von unserem Kommandanten im Stich gelassen zu werden.
„ Chief Williaaaaammmsss!!“, doch sie hörte mich nicht.
Tränen der Verzweiflung liefen aus meinen Augenwinkeln und mein Kampfgeist brach.

Die beiden Geth schleiften mich weiter aber ich nahm nichts mehr um mich herum war. Als ich wieder zur Besinnung kam war ich an einem Ort, der mich bei seinem Anblick den Atem stocken ließ. Dort waren viele Menschen, doch sie alle waren auf mechanische Dornen aufgespießt worden. Ich sah Maik wie er gerade auf so eine Apparatur drauf gelegt wurde.
„ Nein!!“ flüsterte ich.
Man hörte nur noch das schmatzende Geräusch, als sein Körper aufgespießt wurde.
„ Maik!!!“ schluchzte ich.

Ich wurde weiter gezerrt, geradewegs auf eine dieser schrecklichen Apparaturen zu. Angst befiehl mich, so wollte ich nicht sterben. Vielleicht in hohem Alter mit einer hübschen Asari im Arm, aber doch nicht so. Wäre dies jetzt etwa meine erste und letzte Mission die ich für die Allianz gemacht hätte? Tränen liefen wieder über meine Wangen.
>> Mein Gott denk nach, was hast du alles gelernt? <<
Ich war gut... Gut in der Akademie, gerade im Nahkampf.

Die Angst, mit dem bevorstehenden Tod vor Augen, mobilisierte meine Kraftreserven. Meine Füße stemmten sich in den Boden und ich versuchte mich verzweifelt zu befreien.
Ich packte mir den Arm, der sich in meine Schulter krallte und zog meinen Widersacher nach vorne, um ihm anschließend meinen Ellenbogen ins... naja was ist das eigentlich? Gesicht? Eher nicht. Sagen wir mal an den Kopf zu schlagen. Ein höllischer Schmerz durchzuckte meinen Arm, aber ich hatte es geschafft ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Seine Waffe fiel zu Boden, aber meine Reflexe waren so gut, dass ich sie vorher zu packen bekam. Ich drückte ab, erst dem Geth neben mir in den Bauch, dann dem, der meinen Schlag abbekommen hatte in den Kopf und sie sackten beide in sich zusammen.

Ich lief schnell zu den Dornen, wo Maik aufgespießt war, aber ich kam zu spät. Maik war bereits tot.
Plötzlich hörte ich wieder, wie geschossen wurde und eine ganze Armee von den Geth kam auf mich zu. Schnell wandte ich mich ab und rannte so gut ich konnte. Dann durchblitzte mich ein Schmerz im Rücken und ich fiel zu Boden.
>> Ich darf nicht aufgeben. <<

Ich rappelte mich wieder hoch und versuchte weiter zu kommen, aber immer wieder wurde mir schwarz vor Augen, meine Beine knickten ein und ich kam ins Straucheln. Ich wandte mich um und sah die Geth schnell näher kommen und begann schon mit meinem Leben abzuschließen.
Und da sah ich sie. Chief Williams mit drei weiteren Personen.
>> Soll ich das Glück nennen oder Schicksal? <<
Ich taumelte weiter und schrie ihren Namen: „ Chief Williams!!“

Ich stürzte wieder zu Boden und konnte nicht mehr aufstehen. Ich sah wie die Geth immer näher kamen und instinktiv hielt ich mir meine Arme um den Kopf, doch die Kreaturen ließen sich nicht beirren und packten mich an der Schulter, aber sofort wurde der derjenige, der mich anfasste, von mir weg geschleudert. Ich hörte wie geschossen wurde und lunzte zwischen meinen Armen hindurch, alle Geth hinter mir gingen zu Boden oder wurden in die Lüfte katapultiert.

Ich biss noch einmal die Zähne zusammen, rappelte mich erneut auf und lief weiter in Richtung der vier Leute. Ich war emotional total am Ende und den Tod von Maik mit angesehen zu haben, ließ mich fast den Verstand verlieren. Wut überkam meinen Körper und ich konnte nur noch rot sehen.
>> Sie hat uns im Stich gelassen! Chief Williams ist geflohen während Maik, ich und unsere anderen Kameraden verschleppt wurden! <<

Ich lief auf sie zu und im letzten Moment bündelte ich meine ganze letzte Kraft noch einmal und schlug Chief Williams mit meiner Faust voll ins Gesicht.

Wir gingen beide zu Boden. Sie, weil ich sie voll getroffen hatte und ich, weil ich einfach nicht mehr konnte.

Die anderen drei Anwesenden richteten sofort die Waffen auf mich.
„ Sie Feigling. Sie haben uns im Stich gelassen.“ spie ich Chief Williams entgegen.
„ Das ist nicht wahr, Soldat Logan, ich wurde verfolgt und Gott sei Dank, haben mich Commander Shepard und ihr Team gerettet.“
„ Ach Scheiße!! Alle sind tot und ich wäre auch fast gestorben.“
Ein plötzliches Schwindelgefühl machte sich in mir breit und alles fing an sich um mich herum zu drehen. Ich sah in die Läufe der drei Waffen, die immer noch auf mich gerichtet waren. Meine Sicht verzerrte sich und die Umgebung wurde immer dunkler. Eine Rothaarige wedelte vor meinen Augen, doch in dem Moment wurde alles endgültig schwarz.


„ Los, los, los! Legen sie sie auf das Bett!“, schrie jemand.

Ich wachte auf und mein Rücken schmerzte höllisch. Der Versuch mich aufzurichten brachte keinen Erfolg. Ein Stöhnen entwich meinem Mund und plötzlich wurde ich angefasst. Die schrecklichen Ereignisse, die ich erlebt hatte, blitzten wieder vor meinen Augen auf, wie ich von Gath gepackt und verschleppt werde. Und meine Reflexe reagierten sofort. Ich schlug die Augen auf, nahm die Hand von meinen Oberarm und drehte das Handgelenk zu 180 Grad. Das Geschrei war in meinen Ohren wie Musik.
„ Logan, lassen sie los, er will ihnen nur helfen.“, hörte ich eine Frauenstimme in sehr bestimmtem Ton.

Erst jetzt erkannte ich, wo ich war. Ich war in einem länglichen Raum, indem mehrere Betten aufgestellt waren und viele Schränke, die medizinische Instrumente enthielten, von denen auch schon auf einem kleinen Beistelltisch neben mir welche parat lagen. Ich blickte zu der Person, es war ein Mann, dessen Hand ich immer noch gepackt hielt. Er trug eine Allianzuniform mit Sanitäterzeichen und krümmte sich vor Schmerzen. Abrupt ließ ich seine Hand los.

„ Bitte entschuldigen sie, aber ich habe mich erschrocken.“ sagte ich.
„ Kein Problem. Bahns, sie Idiot, Sie können doch nicht einfach eine Patientin anfassen, die traumatisches erlebt hat!“, fuhr die Frau mit dem herrischen Ton ihren Kollegen an.
„ Tut mir leid Dr. Chakwas. Kommt nicht wieder vor.“, dabei rieb er sich sein Handgelenk.
„ Was ist passiert? Wo bin ich hier?“, wollte ich wissen.
„ Schätzchen, du bist auf der Normandy. Corporal Jenkins hat sie zu uns gebracht, weil sie angeschossen wurden, aber alles Weitere erkläre ich später, denn wir haben einen weiteren Notfall.“, dabei deutete sie auf das letzte Bett.

Dr. Chakwas blickte wieder mich an und nachdem ich ihre Frage, ob ich für den Moment alleine klar käme, bejahte, drehte sie sich erneut um und eilte mit schnellen Schritten zu dem besagten Bett. Die Rothaarige lag dort. Sie war unglaublich blass und schien bewusstlos zu sein.
>> Ist das Commander Shepard? <<

„ Geben sie ihr eine Dosis Medigel.“ gab die Ärztin ihren Kollegen Anweisung.
„ Ihr Puls ist schwach, aber sie wird es schaffen. Jetzt können wir nur noch warten bis sie wieder aufwacht.“ konstatierte Bahns, der immer noch in regelmäßigen Abständen sein Handgelenk rieb.

„ So Logan, haben sie noch Fragen?“, wollte Dr. Chakwas von mir wissen, als sie wieder zu meinem Bett zurückgekehrt war.
„ Ja. Was ist das, die Normandy?“
„ Die Normandy ist ein Schiff der Allianz und wird geführt von Captain Anderson.“
„ Was ist passiert?“
„ Meine Liebe, wir haben gehofft, dass sie es uns erzählen können. Corporal Jenkins hat uns informiert, dass sie von Geth angegriffen wurden, aber die genauen Details waren auch ihm nicht bekannt.“
Mein Blick ruhte auf meiner Bettdecke und die Erinnerungen kamen wieder.
„ Unsere Einheit 212 geriet in einen Hinterhalt von Geth. Wir gingen in Deckung. Ich musste mit ansehen, wie meine Kameraden verschleppt wurden, darunter war auch mein bester Freund aus Kindheitstagen...“, ich schloss meine Augen und atmete tief durch, als Maik´s Gesicht vor meinem inneren Auge auftauchte.
„... er wurde auf so eine komische Apparatur gelegt. Da kamen gigantische Dornen raus und haben ihn aufgespießt.“, eine Träne bahnte sich ihren Weg meine Wange hinunter.
Dr. Chakwas sah mich besorgt an und streichelte meinen Oberarm. Ich zuckte erschrocken zurück und die Ärztin nahm ihre Hand wieder fort.
„ Tut mir leid.“
„ Sie wollten das gleiche mit mir machen, aber ich konnte mich befreien. Ich rannte so schnell ich konnte, aber etwas traf mich in den Rücken und dann hab ich Commander Shepard gesehen...“, mein Blick schweifte zu der Person auf dem anderen Bett, „... dann wurde alles schwarz.“
„ Ja sie wurden angeschossen, aber wir konnten die Kugel entfernen. Haben sie noch Schmerzen?“, Dr. Chakwas deutete auf meinen Rücken.
„ Nur noch leicht, aber es geht.“, antwortete ich wahrheitsgemäß.
„ Gut mein Kind, ruhen sie sich noch ein wenig aus. Ich glaube Captain Anderson möchte dann noch mit ihnen sprechen.“, als Dr. Chakwas das letzte Wort aussprach kam auch schon der Captain durch die Tür. Sofort versuchte ich stramme Haltung anzunehmen, aber der Schmerz in meinen Rücken brachte mich zum Stöhnen.
„ Rühren Soldat!“, rief er mir entgegen und ich war froh darüber.
„ Ich bin Captain Anderson, wie geht es ihnen?“, fragte er mich.
„ Mir geht es einigermaßen Sir, nur noch leichte Schmerzen am Rücken.“
„ Gut, könnte ich sie befragen wegen ihrer Mission auf Eden Prime?“
„ Was für eine Mission denn? Stundenlang den Archäologen dabei zuschauen, den Sender zu bergen, oder wie mich die Geth fast umgebracht hätten?“, erst jetzt bemerkte ich, dass ich gerade einen Captain barsch angefahren hatte. Ich nahm betreten die Hand vor den Mund und verstummte.

„ Entschuldigen sie bitte, Sir.“
„ Ist schon gut Soldat, ich habe schon viel von Gunnery Chief Williams gehört, aber das was sie erlebt haben nicht.“, erklärte er.
>> Das ist ja auch klar, sie ist ja feige weggerannt. <<

Mein Blick wurde wütend.
„ Chief Williams hat uns im Stich gelassen!“, spuckte ich aus.
„ Ich bin der Annahme, dass Williams es nicht beabsichtigt hatte, euch im Stich zu lassen. Sie wurde verfolgt. Was ist passiert da unten?“

Ich erzählte die ganze Geschichte noch einmal, die ich eben der Ärztin geschildert hatte. Er hörte aufmerksam zu und sah danach lange nachdenklich drein, wobei er sich beständig am Kinn rieb.
Dann sagte er: „ Gut. Soldat Logan, ich rekrutiere sie jetzt auf mein Schiff und sie sind Commander...“, er schaute auf das Bett in dem die Rothaarige lag, „...Commander Shepard unterstellt, wenn sie bald wieder fit ist. Sie haben viele zusätzliche Informationen, die wir dem Rat vortragen können.“

Ich machte große Augen, denn ich wusste was das hieß. Es bedeutete, dass ich zum ersten Mal die Citadel zu sehen bekommen würde. Ein Lächeln umspielte meine Lippen. Ich verstand nicht ganz warum das so wichtig war, dass man den Rat wegen eines Geth Angriffs benachrichtigen musste. Aber das war mir gerade auch egal, denn ich freute mich endlich mal die Citadel zu sehen.

„ Danke Sir, für die große Chance.“, ich versuchte erneut stramme Haltung anzunehmen, was mich wiederum zusammen zucken ließ. Er lächelte milde, verabschiedete sich und verließ die Krankenstation.
Mir wurde auf einmal wieder so komisch. Alles drehte sich und in wenigen Sekunden, war ich wieder in Morpheus Armen.


„ Dr.... Dr. Chakwas ich glaube sie wacht auf.“, durchdrang die Stimme von Bahns die Ruhe im Krankensaal. Schnell schaute ich auf das Bett von Shepard. Ihre Lieder flatterten und ganz langsam öffnete sie ihre Augen. Ein leises Wimmern kam ihr über die Lippen und die Ärztin trat an ihr Bett. Die Tür sprang auf und ein Mann und Chief Williams kamen herein. Mein Blick traf auf Williams und verdüsterte sich, als sich unsere Blicke kreuzten. Sie schaute sofort weg.
>> Jaja, wenn unser Commander die Augen öffnet springt sie sofort, aber nach mir zu schauen kommt nicht in Frage. <<

„ Commander, können sie mich hören?“, fragte Dr. Chakwas.
„ J.... Ja. Was ist passiert?“
„ Commander es tut mir leid. Ich war so fasziniert von dem Anblick des Senders, das ich nicht aufgepasst habe.“, gestand der Mann neben Chief Williams der, wie ich erkannte, auch auf Eden Prime war.
„ Ja ich erinnere mich. Ich habe sie weg geschubst, dann wurde ich heran gezogen. Ich hatte dann eine Vision. Mein Kopf war kurz vorm explodieren. Und dann bin ich bewusstlos geworden.“
„ Eine Vision?“, kam es im Chor.
„ Ja. Es war grauenhaft. Zerstörung.“, sagte Shepard.
„ OK, das sollte Anderson erfahren. Und ihr alle...“, sie zeigte auf Williams und den Mann, „... geht jetzt. Sie braucht jetzt Ruhe.“, bestimmte die Ärztin.
Die zwei verschwanden aus der Krankenstation und Dr. Chakwas kam auf mich zu.
„ Wie geht es ihnen, Kleines?“, fragte sie mich.
„ Mir geht es gut.“
„ Das freut mich, denn sie sind entlassen. Ich habe ihnen einen Platz im Mannschaftsquartier eingerichtet. Da können sie sich einleben. Ihre Sachen habe ich rauf gebracht.“
„ Meine Sachen?“, ich war total verwirrt, denn ich hatte all meine Sachen auf Eden Prime zurückgelassen, ich hatte nur dabei was ich am Körper getragen hatte.
„ Ja ich habe mir ihre Größe angesehen und habe alle Kleidungsstücke neu bestellen lassen.“
„ Danke Frau Doktor.“

Ich nahm meine wenigen persönlichen Gegenstände, die ich bei dem Angriff auf Eden Prime bei mir getragen hatte, darunter meine Kette, ein Geschenk meiner Eltern, vom Nachttischchen.
Ich wollte gerade den Krankensaal verlassen, als Shepard mich aufhielt.
„ Logan?“
Ich wandte mich um.
„ Ja Commander.“
„ Es freut mich, dass es ihnen besser geht. Was machen sie jetzt?“
„ Captain Anderson hat mich rekrutiert und mich ihnen unterstellt.“, gab ich freimütig bekannt. Ihre Augen wurden ein wenig größer, als sie das gesagte aufnahm.
„ Das freut mich zu hören. Ich kann jeden gebrauchen, denn irgendetwas ist faul an der Geschichte die da auf Eden Prim passiert ist. Und bei ihrem Bums im Arm kann ich es nur begrüßen, sie in meinem Team zu haben.“, ein leichtes Lächeln zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab und ich lächelte zurück.
„ Danke Commander. Ich hoffe, dass ich sie nicht enttäusche.“


Ich saß im Mannschaftsquartier, begutachtete meine neuen Kleidungsstücke und probierte sie gleich an. Alles passt perfekt.

Ein paar Tage später machte ich mich auf in Richtung Kantine, denn ich hatte unglaublichen Hunger. Auf dem Weg dahin kam mir dieser Mann entgegen, der auch schon auf Eden Prime dabei war und bei Shepard auf der Krankenstation. Er hatte seinen Blick in irgendwelche Papiere gerichtet und schien es ganz schön eilig zu haben. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren und da war es schon passiert. Er prallte voll in mich hinein. Sämtliche Papiere verteilten sich auf dem Boden. Unfreiwillig gab er mir dabei auch noch eine Kopfnuss, aber seine schnellen Reflexe fingen mich auf und verhinderten dass ich zu Boden stürzte.
„ Oh entschuldigen sie, ich habe sie gar nicht gesehen.“
„ Das habe ich gemerkt.“, und packte mir dabei an den Kopf.
„ Ich bin Kaidan. Kaidan Alenko.“, er streckte mir seine Hand entgegen und ich ergriff sie.
„ Ich bin Kate Logan.“
„ Freut mich Kate. Aber ich muss jetzt schnell weiter. Wir sehen uns.“, sein ganzer Körper glühte plötzlich blau auf und die Papiere auf dem Boden kamen ohne Fremdeinwirkung in seine Hände zurück.
„ WOW. Ja man sieht sich ganz bestimmt.“, ich war total verblüfft, denn ich hatte so etwas noch nie in der Realität gesehen. Nur auf Videos oder Bildern. Er musste ein Wächter der Allianz sein, denn was ich eben zu sehen bekommen hatte waren Tech- und biotische Fähigkeiten. Das ist auch der Grund für mein Faible für Asari. Sie haben mich schon immer fasziniert, denn sie beherrschen Biotik von Natur aus.
So wie ich gelesen hatte sind viele nicht Naturbiotiker mit Implantaten ausgestattet. Diese Implantate verursachten bei einigen schwerwiegende Komplikationen und Hirnschädigungen. Dieser Kaidan hatte da offenbar Glück gehabt.

In der Kantine angekommen holte ich mir erst mal was zu essen. Das Essen war nicht gerade der Burner, aber das war mir egal, denn mein Magen hing mir schon in den Kniekehlen. Als ich so esse kam Ashley Williams in die Kantine, holte sich ebenfalls ihre Ration an der Essensausgabe und setzte sich neben mich.
„ Können wir bitte reden?“, fragte sie mich und schob sich einen Löffel Suppe in den Mund.
Sie verzog angewidert das Gesicht.
„ Mein Gott, was ist das denn? Da kann ja ein Batarianer besser kochen.“
Ein Lächeln zierte mein Gesicht. Aber ich war immer noch verletzt und wütend.
„ OK, sagen sie was sie sagen wollen.“
„ Kate, Ich habe euch nicht in Stich gelassen. Ich wurde verfolgt von diesen scheiß Drohnen. Als wir sie erledigt hatten nahmen wir die Verfolgung auf und da kamst du uns dann auch schon entgegen.“
Ich machte nur ein pfeifendes Geräusch, so als solle sie sich zum Teufel scheren.
„ Wir haben, als du bewusstlos wurdest weiter gesucht und haben es gesehen Kate, was mit ihnen gemacht wurde.“, redete sie weiter.
Die ganzen Erinnerungen kamen wieder hoch.
„ Hören sie bitte auf! Ich will es nicht hören.“
Ich wollte es nicht noch einmal erleben. Mein ganzer Körper fing plötzlich an zu zittern. Ich schloss die Lider, aber vor meinem inneren Auge spielte sich das ganze Szenario erneut ab. Die ganze angestaute Trauer kam erneut hoch und aus meinem Augenwinkel traten Tränen hervor.
„ Kate, es tut mir leid, was passiert ist. Ich war, als der Commander noch bewusstlos war, bei ihnen und habe mich entschuldigt, aber anscheinend haben sie es nicht mitbekommen.“, stellte sie fest.
Ich hob den Blick und meine Augen schauten in ihre um irgendeinen Indiz zu finden, dass sie log, aber ihre Augen zeigen mir, dass sie die Wahrheit sagte.
„ Sie waren bei mir?“
„ Aber natürlich, Kleines. Sie waren bei mir in der Einheit und soweit ich gehört habe, sind wir immer noch ein Team.“, sie klopfte mir auf die Schulter.

Die Verletztheit und die Wut fielen ab und ich freute mich, dass Ashley Williams, sich anscheinend doch Sorgen um mich gemacht hatte. Innerlich verfluchte ich mich, dass ich so leicht impulsiv und schnell aggressiv wurde und ich mir somit ein falsches Bild von Ashley gemacht hatte. Ich war ganz abgelenkt von meinen Gedankengängen und hörte schon gar nicht mehr richtig zu bis ich aus Ashleys Ausführungen so was wie 'Gott war es grausam' und 'verwandeln' aufschnappte. Schlagartig war ich wieder voll bei ihr.

„ Was haben sie gerade gesagt?“
„ Husks, dass sie widerlich sind.“, meinte sie trocken. Ich schaute sie total verwirrt an, denn ich wusste gar nicht was diese Husks sein sollten.
„ Was sind Husks?“, fragte ich zögerlich und hatte schon das Gefühl, als wollte ich das gar nicht wissen.
Ashleys Gesicht verhieß nichts Gutes. Irgendetwas musste da unten geschehen sein, was ich noch nicht wusste. Mein Blick durchbohrte den von Ashley und sie wirkte mit einem mal verunsichert.
„ Ich glaube, das ...sollte dir...lieber Commander Shepard erklären!“, stotterte sie plötzlich und nun hatte ich die Bestätigung, dass irgendetwas hier gewaltig nicht stimmte.
„ Was soll ich Logan erklären?“, ertönte die Stimme von Shepard hinter uns, was uns beide erschrocken herumfahren ließ. Der Commander schaute Williams herausfordernd an und Ashley schaute beschämt weg.
„ Ähm, nun ja, ich wusste nicht, das Kate nichts von den Husks weiß.“
„ Logan, mitkommen und wir...“ sie zeigte auf Ashley „...sprechen uns später.“
„ Jawohl Ma'am.“ kam es kleinlaut von Williams.

Ich stand auf und folgte dem Commander. Sie zog mich in eine kleine Nische, um uns schnell ein bisschen Privatsphäre zu schaffen. Ich blickte in ihre Augen und meine Angst, vor dem was ich gleich zu hören bekommen würde, wuchs.
„ Logan, so wie es aussieht, hat Chief Williams ja bereits die sogenannten Husks erwähnt.“
Ich nickte vorsichtig.
„ Nun die Menschen, die auf den Dornen aufgespießt wurden, ich weiß nicht was mit ihnen passiert, aber sie werden zu hirnlosen, gefährlichen Kreaturen.“, raunte sie.
Ich taumelte einige Schritte zurück und prallte mit dem Rücken gegen die Nischenwand.
>> Nein, das kann nicht wahr sein! Maik, war einer von ihnen?! <<

Es konnte passieren, dass man im Einsatz verletzt wird oder vielleicht sogar tödlich verletzt wird, aber das was mir gerade erzählt wurde, was mit meinem Sandkastenfreund passiert sein soll, konnte ich unmöglich in meinen Kopf aufnehmen. Ich war völlig erstarrt und gelähmt.

„ Hey, ich weiß wie sie sich fühlen wir haben alle gute Kameraden und Freunde bei diesem Angriff verloren und ich schwöre ihnen, dass es Rache geben wird. Wir müssen nur den Rat überzeugen und Saren überführen, obwohl ich ihm lieber eine Kugel in den Kopf jagen würde.“
„ Saren der Spectre?“, fragte ich und versuchte immer noch einen klaren Gedanken zu fassen.
Shepard schien verdutzt: „ Sie kennen ihn?“
„ Nicht persönlich aber wir haben viel von Spectre´s gelesen.“, erklärte ich.
Kurz darauf wurden wir vom Piloten unterbrochen.
„ Captain Anderson, in kürze erreichen wir die Citadel.“, kam aus den Lautsprechern.
„ Logan, wir müssen uns fertig machen und in 15 Minuten treffen wir uns alle im Cockpit. Verstanden?“
„ Jawohl Commander.“
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