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Auserwählte der Greifen

von KellyG
GeschichteFantasy / P16 / MaleSlash
Elben & Elfen Vampire Werwölfe Zwerge
29.01.2017
10.06.2021
7
34.034
1
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10.06.2021 2.255
 
Nach Ewigkeiten ist dieses Kapitel aus den Untiefen meiner Festplatte aufgetaucht, sodass Shiro82 und ich beschlossen haben, uns die Story nochmal näher anzusehen und weiter zu schreiben. Wer also noch dabei ist: Willkommen zurück. Wer neu rein schaut: Hallöchen und auf hoffentlich nicht zu große Wartezeiten ;) Wir geben unser Bestes.
~*~

Die Gruppe war aufgebrochen, kaum dass aller Proviant richtig verstaut war. Devon ging neben den beiden Nixen her, die drei schienen sich bestens zu unterhalten, Niveth führte sein Pferd, womit er direkt neben dem von Maon lief und unterhielt sich mit Ava, wobei das kleine Mädchen meistens fröhlich plapperte, während er ihr zuhörte, die drei Mädchen aus dem Dorf, die sich zu Wächterinnen ausbilden lassen wollten, verstanden sich erstaunlich gut mit den Nymphen, hielten sich jedoch von Xad'ra fern, seit diese eine von ihnen ganze zehn Minuten angefaucht hatte, nachdem sie einen unbedachten Kommentar über die dunkelelfische Kükenpflegerin von sich gegeben hatte. Bei einigen Wörtern, die ihr dabei über die Lippen kamen, war Liria so rot geworden, dass sie es bevorzugt hatte, sich weiter mit den Küken zu beschäftigen, bevor ihr Kopf drohen würde, zu explodieren wie eine überreife Tomate.
Der Wächter dagegen wurde nervös. Es machte ihn paranoid, dass bis auf kleinere Scharmützel noch nichts geschehen war. Die Reste der Schwarzen Hand versuchte bei jeder Reise die Küken zu bekommen. Es ließ ihn vermuten, dass sie eine Falle nach dem anstrengendsten Abschnitt der Reise planten.
Ein sehr guter Plan.
Er hätte kaum Kraft die Küken zu verteidigen, genau wie alle anderen.
Er ließ die Truppe erst gegen Abend rasten und rationierte die Lebensmittel streng. Erst als alle außer der Wache schliefen, entfernte er sich mit einem Blick zum Greif und seiner Reiterin vom Lager. Er musste dringend ohne neugierige Ohren mit ihr reden.
Enara folgte ihrem Freund ruhig, während Keran beim Lager zurück blieb, um die eingeteilte Wache zu unterstützen und seine Partnerin schneller informieren zu können, sollte es zu Zwischenfällen kommen.
Maon setzte sich außerhalb der Hörweite des Lagers auf einen umgestürzten Baumstamm und wartete. Er wollte die weitere Reise erst mit ihr besprechen, Kerans Meinung zu dieser Sache konnte sie ihm auch sagen. Er sah zu ihr und kam gleich zu Punkt.
„Mir behagt die Höhle nicht. Sie haben mit jedem Angriff etwas mehr von unserer Route herausgefunden und wir wären einem Angriff nach dieser Etappe völlig ausgeliefert. Ich möchte, dass du und Keran euch vor der Höhle von der Gruppe trennt und über die Bergkette fliegt. Ihr würdet ganze zwei Tage vor uns dort ankommen und könntet uns warnen, wenn dort ein Hinterhalt geplant wird. Auch werden wir uns eine neue Route planen müssen, ehe die nächste Reise beginnt.“
Enara sah ihn einen Moment lang schweigend an, ihr Gesichtsausdruck verriet nichts, außer, dass sie gründlich über seine Worte nachdachte.
„Mir gefällt das nicht. Was, wenn in der Höhle irgendwas passiert? Wir könnten nie im Leben rechtzeitig bei euch sein. Ich weiß nicht, ob es sonderlich klug ist, sich gerade dort zu trennen. Andererseits ist Keran froh, wenn er nicht durch muss und das Wissen um einen etwaigen Hinterhalt wäre natürlich unendlich wertvoll“, kurz schloss die Reiterin die Augen, beriet sich mit ihrem Gefährten, bevor sie sich wieder Maon zuwandte, „Keran meint, er würde zur Not auch allein voraus fliegen, aber ich will ihn im Zweifelsfall nicht denen direkt in die gierigen Finger fliegen lassen.“
Maon sah sie ernst an.
„Wenn er alleine fliegt, soll er sich auf jeden Fall außer Sicht halten. Eine fliegende Überraschung von oben bringt uns deutlich mehr als ein gefangener Greif. Und wir haben dieses Jahr eine gute Truppe. ein Großteil kann sich im Notfall verteidigen bis ihr bei uns seid, zumal Keran da drin nur wenig helfen kann.“
Die Reiterin zögerte noch immer, neigte letztlich aber ergeben den Kopf. Sie wusste, dass der Fey recht hatte, auch wenn ihr der Gedanke nicht behagte.
„Nun gut. Wenn du eine Möglichkeit hast, wie wir durchgehend in Kontakt bleiben können?“, lenkte sie langsam ein.
„Es gibt ein Ritual, das ich durchführen kann. Ich bräuchte dabei aber Kerans Hilfe und die Unterstützung unseres Runenbeschwörers. Er würde die Verbindung, die ich schaffen kann wirksamer und dauerhafter machen. Da die Runen dabei nur aufgezeichnet werden, wird es auch nur für diese drei Tage halten“, meinte der Fey. Er hatte sich darüber schon einige Gedanken gemacht.
„Einverstanden“, diesmal hatte Enara nicht gezögert, ein unsicheres Lächeln schlich sich in ihr Gesicht, „Keran auch. Wir sollten nur noch mit dem Jungen reden. Wenn er bereit ist zu helfen, werden Keran und ich fliegen. Bevor wir uns trennen, würde ich aber gern von den Rekruten hören, womit sie bereits umgehen können und sehen, wie weit sie sind. Damit ich beruhigt bin, wenn du so willst.“
Maon nickte.
„Das werden wir dann gleich morgen früh erledigen.“
„Gut“, Enara schmunzelte, „sag mal, findest du, ich bin ne Glucke? Keran meinte gerade sowas.“
Sie warf einen gespielt bösen Blick in Richtung des Lagers. Kabbeleien zwischen ihr und dem sonst so stolzen Greifen waren schon lang keine Seltenheit mehr.
Maon lachte vergnügt.
„Nicht unbedingt eine Glucke, aber sehr beschützend den Schülern gegenüber“, meinte er dazu, ehe er ins Lager zurückkehrte.
Keran warf ihm einen anerkennenden Blick zu, als die beiden ankamen, womit er auch Enara ein leises Lachen entlockte, bevor sie sich rechtfertigte: „Die Meisten sind zum ersten Mal von Zuhause weg, ich finde, da sollten eben nicht nur die Eier und die Küken beschützt werden.“
„Verhätschelt werden wollen wir aber auch nicht“, meinte Darion, der mit dem Rücken zum Feuer Wache hielt und nur den letzten Teil der Unterhaltung mitbekommen hatte. Der junge Nöck war während der Reise schon selbstsicherer geworden, auch wenn er immer noch nicht viel oder gerne sprach. Auch schien er langsam eine Freundschaft zu den zwei so unterschiedlichen Elfen aufzubauen.
„Hab ich auch nicht vor, das wäre kontraproduktiv“, antwortete die Reiterin ruhig, während sie ein Gähnen unterdrückte, „und es ist immer noch ein Unterschied, ob ich wissen will, dass ihr zurecht kommt und euch im Zweifelsfall verteidigen könnt oder ob ich euch nicht mal zutraue, ein Messer zu halten und euch das Essen in mundgerechte Häppchen schneide.“
Das Grinsen, das sich in ihr Gesicht geschlichen hatte, zeigte auch dem Jungen, der ihren Humor nicht kannte, dass sie ihn nicht tadelte oder im Begriff war, zu einer Moralpredigt anzusetzen.
Darion grinste deswegen auch nur und sah wieder in die Dunkelheit. Das Feuer in seinem Rücken wärmte seine empfindliche Haut, würde ihn jedoch jeglicher Nachtsicht berauben, würde er andersherum sitzen. Das war eine Sache, die viele Rekruten oft falsch machten, wenn sie Wache hielten, oder sie schwatzten pausenlos mit ihren Schichtkollegen. dieses Mal hatten sie sich jedoch an zwei unterschiedlichen Enden platziert, wobei Estryn Darion den Platz mit dem Feuer überlassen hatte.
„Ich für meinen Teil werd mich aber hinlegen. Ihr kennt eure Schichten und wenn was ist, weckt einfach einen von uns. Sollte Keran einschlafen, weckt ihn nicht selbst“, verabschiedete Enara sich in ihr Zelt. Sicherheitshalber sprach sie die Warnung schon seit sie Rekruten einsammelte, jeden Abend aus. Sie wusste immerhin ganz genau, dass der Greif gereizt reagieren konnte, wenn Fremde ihn weckten.
Darion nickte dazu nur und gähnte hinter vorgehaltener Hand. Er war müde, musste jedoch noch eine Stunde aushalten, ehe er schlafen konnte. Er war nur froh, dass Goran ihn nicht mehr ablösen würde, der hatte es schon fertig gebracht einfach durch schlafen zu wollen.
Estryn auf der gegenüber liegenden Seite des Lagers erging es ähnlich. Aufmerksam, aber nicht minder erschöpft, blickte er in die Dunkelheit. Er würde Xad'ra wecken, sobald Darions Ablösung Position bezogen hatte. Die Dunkelelfe hasste es, geweckt zu werden, hatte ihm beim ersten Mal aus einem Reflex heraus beinahe den Arm gebrochen. Inzwischen schien sie sich aber daran gewöhnt zu haben, dass es nun einmal sein musste, weshalb sie zwar murrte, wenn sie an der Reihe war, aber dennoch ohne zu zögern ihren Platz einnahm.
Darion wurde pünktlich durch seine Schwester abgelöst und wartete noch so lange bis auch Xad'ra auf ihrem Posten war. Er war unendlich erleichtert, endlich schlafen zu können. Seinem Wachkollegen erging es dabei nicht anders.
„Gute Nacht“, gähnte der Elf noch, bevor er in einem der Zelte verschwand und schlief, noch bevor er sich richtig hingelegt hatte.

Den Morgen erlebten alle viel zu schnell. Es begann mit einem Pfeil, der die aktuelle Wache nur knapp verfehlte und im Feuer landete. Das müde Mädchen schreckte auf und schlug Alarm, als sie auch schon vom anderen Ende des Lagers einen Schmerzensschrei hörte.
Sofort kam Leben in die Truppe, die Zelte waren innerhalb eines Augenblickes verlassen. So als wäre es lang abgesprochen, hetzten Xad'ra und Liriel zu den Küken und bezogen Rücken an Rücken, das Nest zwischen sich, Aufstellung. Die Dunkelelfe hatte fies aussehende, etwa unterarmlange Klingen in den Händen, während Liriel sich mit einem Messer begnügte, mit dem sie am Abend noch gekocht hatten.
Die Nixengeschwister griffen sich Mylas und Ava und verschanzten sich Abseits des Geschehens mit den beiden, während der Rest der Rekruten sich an Waffen griff, was nur möglich war.
Der verletzte Wächterrekrut wurde schnell in Sicherheit gebracht. Maon tauchte urplötzlich vor einem der Angreifer auf, die Magie wirbelte sichtbar um ihn, während sich in seinen Händen schon ein Zauber bündelte. Der Angreifer, der es auf die scheinbar schwächste Gruppe abgesehen hatte, konnte dem Feuerkegel nicht mehr ausweichen und verbrannte qualvoll. Von seiner erhöhten Position aus konnte er die Schüler durch Schilde schützen und gleichzeitig sehr gut zielen. Er selbst war allerdings ein eben so gutes Ziel für Pfeile.
„Estryn zu Maon, Galahan und Devon zu den Küken! Niveth, pass auf, dass Lyssa und Darion nicht zu sehr bedrängt werden, Mylas und Ava können sich nicht verteidigen! Eine Nymphe pro Himmelsrichtung, der Rest zu mir!“, koordinierte Enara mit lauter aber kontrollierter Stimme das ausbrechende Chaos und zu ihrer Erleichterung gehorchte jeder auf der Stelle. Der junge Elf umfasste seinen Bogen fester und sprang in geduckter Haltung, durch die Gegend fliegenden Pfeilen ausweichend, an die Seite des Wächters, dem er Feuerschutz gab, ohne auch nur einen Augenblick verstreichen zu lassen. Maons Neffe und der Runenmagier bezogen Stellung bei den ungleichen Elfenmädchen, beide wurden von Magie umpeitscht, mit der sie Angriffe abhielten und jeden, der es auf die Küken oder das verbliebene Ei abgesehen hatte, zwang, näher zu kommen, wo die Klingen der Mädchen schon warteten. Kalaels Sohn erweckte den Anschein, den Dickkopf seines Vaters geerbt zu haben und sich allein durchsetzen zu wollen. Wusste man jedoch, wo die verborgenen vier warteten und dass Lyssa mit einem Pfeil an der Sehne bereit war, zeigte sich, dass er genau die Anweisungen der Reiterin ausführte und ein gut gesichertes, scheinbar leichtes Ziel abgab. Selbst die Nymphen hatten den Ernst der Lage erkannt und postierten sich, wobei auf der Stelle ihre Umgebung lebendig zu werden schien und um sich griff, während die restlichen Rekruten sich von Enara einweisen ließen.
Die Feinde drängten gekonnt auf die einzelnen Gruppen ein, man merkte, dass es nicht der erste Überfall dieser Art war, den sie ausführten. Die vermummten Gestalten versuchten die Gruppe auseinander zu treiben. Sowohl Wächter als auch Reiterin hatten alle Hände voll zu tun, damit das nicht geschehen konnte. Dementsprechend überrumpelt war der Fey auch, als sich eine dicke Wurzel durch sein Bein bohrte und ihn zu Fall brachte. Estryn entwich ein erschrockener Aufschrei, während er selbst auf Maon zustürzte, um ihm zumindest besser Deckung geben zu können. Dass er dabei selbst einer weiteren Wurzel entging, bemerkte er nicht. Auch Keran und Enara entgingen ihrem Schicksal knapp, da sie sich gerade noch rechtzeitig in die Lüfte erhoben.
Maon selbst kämpfte gegen die Ranken und Wurzeln an. Nur mit mühe brannte er sich immer wieder frei und verletzte sich dabei immer mehr. Sein eigenes Feuer verbrannte seine Haut, da er keine Zeit für Schutzzauber hatte. Er hoffte nur, dass seine Freundin herausfand, wer das tat und denjenigen schnell ausschaltete. Estryn schickte er allerdings wieder auf Abstand, bevor er auch noch in das Rankenfeld geriet. Dass die Feine so an ihn heran kamen, ignorierte er. Es war seine Aufgabe, die Schüler zu schützen und nicht anders herum.
Der junge Elf gehorchte nur widerwillig, blieb aber zurück und gab sein Bestes, Feinde aus der Distanz von dem Fey fern zu halten und ihm nicht noch mehr aufzuhalsen. Gleichzeitig warf er immer wieder flehende Blicke in Richtung der Reiterin, die sich aufmerksam umsah, dabei trotz Kerans nicht gerade begünstigenden Flugs Pfeile in ihren Angreifern versenkte. Plötzlich jedoch wurde sie kreidebleich, deutete an das nördliche Ende des Lagers und sofort stürzte sich der Greif mit einem zornigen Schrei in die Tiefe. Kurz vor dem Boden schien Enara noch etwas Weiteres gesehen zu haben, sprang sie doch nach einem knappen Gedankenaustausch vom Rücken ihres Partners, in Richtung Osten. Verrat! war alles, was Maon gleichzeitig von ihr und Keran in Gedanken zu hören bekam.
Die darauf folgende Wut ließ die neue Feuersbrunst noch höher und gefährlicher lodern und er schickte die Schüler, die in Hörweite waren direkt zu den Küken. Er selbst versuchte noch verzweifelter, sich zu befreien, wobei es offensichtlich war, dass man ihn nur fangen und nicht töten wollte. Denn das hätten die Ranken schon längst tun können. Umso erstaunter war er jedoch, als weitere Ranken von hinten an ihm vorbei schossen, sich um die angreifenden schlangen und mit ihnen zu ringen begannen. Der Fey hatte jedoch keine Zeit, sich umzudrehen oder gar dem grotesken, an Armdrücken erinnerndes Schauspiel, zuzusehen. Frei war er schließlich noch lange nicht und sowohl Rekruten als auch Küken brauchten seine Hilfe.
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