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Tree of Time

KurzgeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
Handy Hefti Papa Schlumpf Schlumpfine
28.01.2017
28.01.2017
5
6.015
 
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28.01.2017 1.317
 
Am nächsten Morgen waren Handy und Schlumpfine natürlich die ersten, die wach wurden, aber nicht weil sie ausgeschlafen hatten, nein, sondern weil Harmony einfach keine Trompete spielen kann!
„Hat denn dieses Gejaule nie ein Ende?“ schrie Handy genervt auf und hielt sich seine Ohren zu.
Schlumpfine tat es ihm gleich. Aber nur wenige Sekunden später hörte er auch schon auf.
„Dem Himmel sei Dank!“ meinte Schlumpfine und stand auf.
Sie erinnerte sich an den gestrigen Tag und schaute sofort ob Hefty in seinem Bett lag.
Handy sah ihr nur verwirrt hinter her.
Als Schlumpfine in sein Schlafzimmer kam, musste sie lachen.
„Handy, komm mal schnell!“ rief sie in den Vorraum. Natürlich kam er innerhalb zwei Sekunden ins Zimmer und musste lächeln.
Hefty lag auf dem Bauch, alle viere von sich gestreckt und mit offenen Mund schnarchte er vor sich hin. „Soll ich ein Foto machen? Das können wir ihm gleich zeigen.“ machte Handy den Vorschlag und holte auch sofort seine Kamera. Schlumpfine schaute ihm belustigt hinterher.
Sie sah Hefty lächelnd an und konnte seinen Kuss auf der Stirn noch fühlen. Sie konnte gar nicht aufhören zu grinsen bis Handy kam und ein paar Fotos machte. Bei dem ganzen Lärm und Gelächter neben seinem Bett wachte Hefty langsam auf und sah seine Freunde, wie sie sich über ihn lustig machten.
„Hey, was macht ihr da?“ ertappte er die beiden. Sie schreckten leicht zurück und wünschten ihm einen guten Morgen ehe sie ihm die Fotos zeigten. Selbst er musste darüber lachen.
„Ach Hefty, erzähl doch mal, was gestern so ab ging.“ erinnerte sich Handy.
Hefty verlor sein Lächeln und wurde wieder ernst. Er setzte sich auf und erzählte jedes kleinste Detail. Die beiden hörten gespannt zu. Schlumpfine musste auch an einigen Stellen schluchzen, aber sie beruhigte sich schnell wieder. Sie konnten es immer noch nicht glauben, genauso wenig wie Hefty, der sich gerade daran erinnerte, dass er nach dem Frühstück noch verabredet war.
Apropos Frühstück, bei dem Gedanke fing sein Magen an zu grummeln und die anderen beiden waren sich auch einig, dass Essen immer eine gute Lösung war. So gingen sie natürlich geputzt und gestriegelt in Richtung Gemeinschaftshaus um sich den Magen mit Brot und leckerer Schlumpfbeermarmelade voll zu hauen. Viele Schlümpfe waren schon fertig und die leeren Teller standen noch auf dem Tisch. Nach einer Weile gehörten sie dann auch zu den fertigen Schlümpfen und Hefty verabschiedete sich erst einmal von seinen Freunden und ging Richtung Großelternhaus.
‚Großeltern‘ wiederholte Hefty dieses Wort in seinem Kopf. Er musste lächeln, ‚meine Großeltern‘.
Gut gelaunt und aufgeregt Opa und Nanny nochmal neu kennenzulernen klopfte er nun an die Tür.
„Komm rein!“ kam es von innen und das ließ er sich nicht zweimal sagen.
Kaum war er eingetreten wurde er auch schon stürmisch von Nanny geknuddelt. Leicht überfordet und doch überglücklich umarmte er sie zurück. Opa kam zur Rettung.
„Mensch Nanny, lass den armen Jungen doch mal atmen!“ meinte er zu ihr. Sie gab ihm einen giftigen Blick, ließ aber trotzdem von ihm los.
„Schön dich endlich offiziell in der Familie begrüßen zu dürfen, Hefty!“ kam es nun von Opa.
Hefty lächelte. „Ganz meiner seits.“
„Komm mein Lieber, setz dich doch, ich habe mit Torti ein paar Kekse gebacken, also zumindest das, was er übrig gelassen hat, möchtest du ein paar?“ fragte Nanny liebevoll. Die Männer lachten.
Hefty lehnte höflich ab und setzte sich auf die Couch neben Papa Schlumpf.
„Du bist so erwachsen geworden, Hefty. Sieh nur wie groß und stark du geworden bist. Als ich dich damals zum ersten mal nach der Zeit gesehen hatte, habe ich dich sofort erkannt. Und als ich deinen Papa dann mal alleine sprechen konnte, habe ich ihm erst mal eine geohrfeigt.“
Hefty musste schnauben vor lachen. Papa Schlumpf sah ihn böse an.
„Was fällt ihm auch ein meinen Enkel mit auf meine Rettungsmission zu nehmen!“
Opa und Papa wollten gerade widersprechen als Hefty ihnen zuvor kam.
„Mach dir keine Sorgen Nanny, ich gehe oft auf gefährliche Missionen, aber weil ich es so möchte und nicht, weil Papa mich mitschleppt. Glaub mir, ich kann auf mich aufpassen.“ versuchte er sie zu  beruhigen. Nannys Blick wurde weicher.
„Wie deine Mutter, nur hatte sie sich verschätzt. Bitte Hefty, versprich mir, dass du immer vorher nachdenkst, was du tust.“ sagte sie mit leiser Stimme. Hefty wich ihren Blicken aus und rieb sich den Nacken. „Najaaa, also weißt du, dass ist nicht gerade meine Stärke.“ grinste er entschuldigend.
„Dachte ich mir.“ grinste sie zurück. Opa und Papa lächelten daraufhin auch und dann fiel Opa wieder etwas ein. „Kinder! Wir wollten doch zur großen Eiche. Lasst uns gehen.“ sprang er dabei auf und lief hastig zur Tür. Papa rollte die Augen. „Wir haben doch alle Zeit der Welt, wieso so eilig?“
Hefty schaute sich das ganze nur an, da er keinen blassen Schimmer hatte, wieso und warum.
„Weißt du denn nicht, dass die Glockenblumen um diese Tageszeit am schönsten blühen?“ rief Opa von draußen und winkte den dreien, dass sie sich beeilen sollten. Und sofort gingen sie zügigen Schrittes zur großen Eiche. „Papa, was wollen wir hier?“ fragte Hefty seinen Vater, der halb außer Atem hinter ihm lief.
„Das hast du ihm auch nicht erzählt, schäm dich Peyo!“ meckerte sie ihn an.
Hefty schaute verdutzt zu seiner Nanny. Was hatte sie gesagt?
„Peyo?“ fragte er verwirrt. Papa hatte es jetzt auch endlich an die Eiche geschafft und lachte.
„Ja Hefty, bevor ich Papa Schlumpf geworden bin, hatte ich genau wie ihr einen ganz normalen Namen. Na gut den habe ich immer noch, aber niemand nennt mich mehr so. Und wir sind hier, weil hier deine Mutter gestorben ist, dort wo jetzt die große Eiche steht.“
Hefty staunte. „So weit ging das Dorf?“
„Ja mein Junge es war riesig, aber genau das machte es auch so angreifbar.“ sagte Opa, der am Baum stand und sich die Glockenblumen anschaute.
Hefty wurde stutzig, er hatte so eine Ahnung.
„Die Glockenblumen waren vorher auch nicht da, habe ich Recht?“
Papa schüttelte den Kopf. „Nein, sie kamen als der Baum wurzeln schlug und seit dem wusste ich, dass sie uns nie verlassen hatte. Sie liebte blaue Glockenblumen über alles, schon seitdem sie klein war.“ lächelte Papa den Baum an. Hefty war überwältigt und bückte sich um eine Glockenblume aufzunehmen. In dem Moment als er eine in der Hand hatte, zog ein frischer Wind durch die Blätter der Eiche und ließ seine Mütze leicht wehen. Er spürte ihre Präsenz und musste lächeln. „Bluebell.“ flüsterte er und sah in die Krone der Eiche.
„Wie bitte?“ fragte Opa, der neben ihm stand. Hefty sah nach links und lächelte ihn an.
„Meine Mutter hieß Bluebell.“ sagte er amüsiert. Opa war geschockt, woher wusste er das?
„Aber wie?“ fragte er verwirrt. Hefty schaute auf die Glockenblume in seiner Hand, sie war ihr so vertraut.
„Keine Ahnung, ich wusste es einfach.“ lächelte er, aber er wusste es genau. Sie hatte es ihm verraten. Papa wusste es auch, er kannte sich mit Magie aus, besonders mit dieser Art von Magie.
Er schaute glücklich zu Hefty und grinste in sich hinein. Wie sich ein Leben innerhalb von einem Tag um 360° drehen konnte, war ihm aber immer noch ein Rätsel. Der Gedanke an Bluebell machte  ihn nicht mehr traurig, nein, er lächelte, denn die schönen Erinnerungen und Hefty überwiegen als die schwere Last, die er all die Jahre mit sich geschleppt hat. Es ist wie weggeblasen, als ob der Wind gerade alles mit sich genommen hatte. Niemand wusste wie es weiter gehen würde, aber er war gespannt auf die Zukunft und hoffte auch irgendwann Opa sein zu können, um seinen Enkeln von seinem Leben und von all den schönen und gefährlichen Abenteuern zu erzählen.
„Apropos Namen, Opa, Nanny, wie heißt ihr eigentlich wirklich?“ fragte Hefty und riss Papa damit aus seinen Gedanken. Opa und Nanny lachten. Daraufhin meinte Opa nur:
„Ich denke, dass erzählen wir in einer anderen Geschichte.“
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