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Tree of Time

KurzgeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
Handy Hefti Papa Schlumpf Schlumpfine
28.01.2017
28.01.2017
5
6.015
 
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28.01.2017 1.139
 
Währenddessen lief Papa Schlumpf heimlich mit einer Tasche bewaffnet aus seinem Haus. Natürlich konnte er jetzt nicht mehr schlafen. Er musste mit jemanden reden und das konnte er nur mit einem.

Opa Schlumpf machte gerade ein Nickerchen auf seinem Sessel, während Nanny in ihrem saß und neue Schals und Handschuhe für die Schlümpfe strickte, damit sie im kommenden Winter auch nicht froren. Für die kleinen Schlumpflinge machte sie sie besonders bunt, das gefällt ihnen immer am besten. Sie stellte sich gerade ihre freudestrahlenden Gesichter vor und lächelte, als es an der Tür klopfte sah sie überrascht auf. Wer konnte das sein?
Schnell legte sie ihre Sachen bei Seite und ging zur Tür um ihrem Besucher aufzumachen.
„Papa! Was führt dich zu uns? Komm doch rein!“ strahlte sie ihn an, doch als er ohne ein Lächeln an ihr vorbei ging, verblasste auch ihres. Er ging zu Opa Schlumpf an den Sessel und weckte ihn, dann setzte er sich auf das Sofa hinter ihren Sesseln, in der Mitte stand ein Tisch, worauf Nanny ihr Strickzeug abgelegt hatte. Opa Schlumpf kam langsam zu sich und war überrascht Papa Schlumpf vor ihm sitzen zu sehen. Er bemerkte den ernsten und besorgten Blick von ihm, auch Nanny setzte sich dazu.
„Was ist passiert?“ fragte er an Papa gewandt.
Er atmete tief durch und nahm das Fotoalbum aus seiner Umhängetasche und legte es auf den Tisch.
Mehr als „Hefty hat es gesehen.“ musste er nicht sagen, dann wussten sie Bescheid.
Opa und Nanny schauten sich nachdenklich an, während Papa die beiden abwartend ansah.
„Ich wusste, dass der Tag irgendwann kommen würde. Du kannst die Vergangenheit nicht einfach in eine Kiste packen, sie abschließen und den Schlüssel wegwerfen.“ meinte Opa besorgt.
„Deswegen bin ich ja hier, ich brauche euren Rat.“
„Klär die ganze Sache auf, Papa. Du hast es schon viel zu lange hinaus gezögert. Du weißt, die Wahrheit findet immer einen Weg und besser du sagst es als das es jemand anderes tut.“ erklärte Nanny ihm. Er schämte sich dafür, dass er seine kleinen Schlümpfe all die Jahre belogen hatte.
Bedrückt schaute er auf das Fotoalbum und strich liebevoll darüber. Opa und Nanny sahen ihm dabei zu wie er es langsam öffnete und durch die bunten Bilder blätterte. In der Zeit war noch alles friedlich und ruhig. Er hing an einem Bild von ihr fest, sie lächelte ihm daraus zu. Nun musste er auch lächeln. Er erinnerte sich an diesen Tag und auch Opa und Nanny lächelten auf seine Reaktion. Auch sie erinnerten sich. Es war damals Frühling gewesen und es war Tradition ein Fest zu feiern. Sie war die schönste Schlumpfine an diesem Tag und bekam als Krönung eine Blumenkrone, die sie mit stolz präsentierte. Papa Schlumpf hatte ein Foto von ihr gemacht, weil er diesen Moment festhalten wollte. Er war so verliebt.
Er blätterte verträumt weiter und dann stockte sein Atem. Wieder in der Realität, schaute er schockiert auf die Seite und dann zu Opa und Nanny, die ihn fragend ansahen.
„Es fehlt ein Foto!“

„Raus mit der Sprache, Hefty.“ drängte Handy ihn nun erneut.
Sie hatten sicher gestellt, dass auch kein Schlumpf zuhören konnte und hatten alle Türen und Fenster geschlossen. Nun saßen die beiden ungeduldig an seinem Tisch, während Hefty nachdenklich auf und ab lief.
„Handy, sei nicht so grob!“ meldete sich Schlumpfine.
Handy lächelte ihr zu. „Stimmt, das ist Heftys Job.“ scherzte er, was die Stimmung ein wenig lockerte, denn auch Hefty musste lachen. Endlich setzte er sich auch an den Tisch und kramte etwas aus seiner Tasche.
„Ich habe beim Aufräumen ein Fotoalbum gefunden, was ich an Papa Schlumpfs Stelle nicht hätte finden sollen, er war wirklich aufgebracht. So habe ich ihn noch nie erlebt. Und ich weiß, dass ich auch das nicht hätte tun sollen, aber ich hatte so ein komisches Gefühl und habe es einfach eingesteckt.“ erklärte Hefty nun endlich und legte ein Foto auf den Tisch.
Handy und Schlumpfine beugten sich darüber um es besser erkennen zu können.
Es zeigte einen jungen Papa Schlumpf mit braunem Bart und neben ihm stand eine brünette Schlumpfine, die ein Baby auf dem Arm trug. Sie lachten und schienen sehr glücklich zu sein.
„Ist das Papa Schlumpf? Und wer ist diese Frau neben ihm?“ fragte Schlumpfine neugierig,
„Sie ist wunderschön und das Baby ist total süß!“
Handy sah sich das Baby bis ins kleinste Detail an und entdeckte etwas, aber er war sich nicht sicher und wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen.
Sein bester Freund sah das natürlich.
„Weißt du irgendwas, Handy? Hast du eine Idee?“ fragte Hefty ihn aus, doch dieser verneinte bloß.
„Nein, keine Ahnung.“ antwortete er knapp. Hefty ließ das so stehen, wenn Handy eine Idee hatte, dann teilte er diese nicht vorher bis nicht ein Plan steht, so war das zumindest bei seinen Erfindungen.
„Ob Papa Schlumpf mal verheiratet war? Aber was ist dann mit ihr passiert?“ wunderte sich Schlumpfine.
„Ich weiß es nicht, generell habe ich das Gefühl, dass uns Papa Schlumpf einiges verheimlicht, ich dachte wir würden ihn kennen.“ sagte Hefty leicht betrübt und starrte in die Leere.
„Ja, das ist alles ziemlich merkwürdig. Und wenn das wirklich seine Frau ist, dann muss das auch ihr Baby sein.“ stellte Schlumpfine eine Theorie auf. Nun meldete sich Handy zu Wort.
„Das wäre möglich, aber von uns kann es niemand sein, denn er hat uns immer versichert, dass wir Waisen sind. Unsere Eltern sind tot. Mutter Natur hat uns von der ganzen Welt eingesammelt und der Storch hat uns zu Papa Schlumpf gebracht, der sich dann bis heute um uns gekümmert hat. Aber wie gesagt, da er uns so einiges zu verschweigen scheint, muss nicht alles stimmen.“
Schlumpfine und Hefty sahen sich nachdenklich an, dann nahm Schlumpfine nochmal das Bild in die Hand und schaute die beiden Jungs eindringlich an.
„Es gibt nur einen Weg, dass heraus zu finden.“ sagte sie ohne eine Miene zu verziehen.
Handy sah sie ein wenig ängstlich an. „Wie meinst du das?“ sagte er vorsichtig.
Dann fing sie an zu lächeln. „Wir steigen heute Nacht bei Papa Schlumpf ein und lüften sein Geheimnis.“
Sofort starrten die beiden sie ungläubig an.
„Was? Das können wir doch nicht machen!“ hielt Handy dagegen.
„Hast du etwas Angst?“ grinste sie ihn frech an. Er sah sie nur misstrauisch an und blickte hoffnungsvoll zu Hefty. Er war sich sicher, dass sein bester Freund zu ihm stand und nicht auf so eine blöde Idee einging.
Hefty sah nun von Handy zu Schlumpfine und wieder zurück, dann blieb er an Schlumpfine haften und grinste sie zustimmend an. Handy sah nun auch Hefty ungläubig an und konnte es nicht fassen. Geschlagen ließ Handy seinen Kopf stöhnend auf den Tisch fallen.
„Wieso immer ich?“ nuschelte er und die beiden neben ihm lachten bis auch Handy mitlachen musste. Nach der kleinen Pause machten sie sich einen Plan für die heutige Nacht.
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