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Neue Reise

von Yerena
GeschichteAllgemein / P12
Nyx OC (Own Character)
28.01.2017
03.07.2017
11
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28.01.2017 1.101
 
Die Ampel wechselte auf rot, kurz bevor ich die Straße erreichte. Ich überlegte kurz, ob ich noch schnell rüber rennen sollte, ließ es dann aber lieber bleiben.
Ich seufzte, zog meine Jacke enger um meinen Körper und verstärkte meinen Griff um den Regenschirm. Das prasseln des Regens hatte sonst immer eine beruhigende Wirkung auf mich, doch heute bewirkte er eher das Gegenteil.

Die Ampel schaltete  auf grün und ich lief los. Nach zehn Minuten Fußweg, war ich auch schon zuhause. Ich stieg die fünf Treppenstufen bis zur Tür, schloss diese auf, betrat das Haus und schloss sie hinter mir wieder.
"Mom! Dad! Ich bin wieder da!" rief ich und zog hastig Jacke und Schuhe aus. Ich spannte noch schnell meinen Regenschirm auf und stellte ihn an die Seite, neben dem Schuhregal.
Ich nahm meine Schultasche und schaute in die Küche am Ende des Flures. Meine Mutter stand am Herd und war gerade dabei das Abendessen zu machen. Es roch einfach himmlisch, wenn sie kochte und ihr Essen war einfach das Beste. Sie war von Beruf Köchin in einem noblen fünf Sterne Restaurant. Nur ein einziges Mal waren wir in diesem Restaurant und es würde wohl immer in meiner kleinen Sammlung der schönsten Momente bleiben.
Wenn ich jetzt so zurückdachte, kommt es mir wie ein Traum vor. Die glänzenden, gläsernen Kronenleuchter, die von der Decke hingen, die schneeweißen Tischdecken auf den Tischen mit makellosen Gedecken. Ich würde nicht sagen, dass wir arm sind, aber so etwas konnte man sich halt nicht alltäglich leisten.

Ich ging weiter und stieg die Treppe in den ersten Stock nach oben. Auch wenn unser  Haus drei Stockwerke besaß, war es nicht wirklich groß. Von außen sah es aus wie zusammengequetscht zwischen den Nachbarhäusern. Ich fand es von außen nicht so schön, wie von innen, doch so wurden die Häuser in dieser Stadt nun einmal gebaut.
Im vorbeigehen sah ich meinen Vater im Wohnzimmer sitzen. Überall lagen seine Texte und Papiere verstreut und er saß mittendrin und schrieb sein neustes Werk am Laptop. Er war Schriftsteller und arbeitete gerade an einem Buch über Vampyre, die als halbmenschliche Wesen unter uns leben. Er hatte vor zwei Wochen das House of Night in Chicago besucht. Er hatte dafür eine Erlaubnis gebraucht, um die er lange gekämpft hatte, aber es hatte sich gelohnt. Er hatte so ziemlich alles aufgeschrieben und natürlich hatte er uns alles erzählt.

Ich ging weiter und stieg die leiterartige Treppe in mein Dachbodenzimmer nach oben. Es war schwül und stickig, aber ich war froh wenn es hier überhaupt mal warm war. Dennoch öffnete ich ein Fenster. Leider gab es hier oben nur einen Heizkörper und der war nicht ausreichend, gerade jetzt im Winter wenn es so kalt war. Ich liebte den Winter eigentlich, die kühle Brise, die meine Haut streift, der reine, weiße Schnee überall und die verstummenden Geräusche. Es ist eine Jahreszeit zum entspannen von Körper und Seele.

Wenn es nur nicht so kalt wäre, dass man auf dem Weg von der Schule nach Hause halb erfror. Ich lief die wenigen Schritte zu meinem Nachttisch und schaute auf meinen grauen, digitalen Wecker, wobei ich meine Tasche neben meinen Schreibtisch unter dem Fenster stellte. Mein Wecker zeigte bereits 17:47, was hieß, dass es in etwa einer Viertelstunde Abendessen gab. Ich ging ins Badezimmer und stellte mich anschließend unter die Dusche. Es war angenehm, wenn das Wasser über meinen Körper lief und diesen nach und nach auftaute und von allem Sorgen befreite. Ich duschte nicht lange und als ich wieder angezogen in meinem Zimmer stand, waren gerade einmal elf Minuten vergangen. Der Wecker zeigte nun 17:58.

Ich sah mich noch einmal in meinem großen Wandspiegel an, als ich plötzlich eine Person hinter mir im Zimmer sah. Die Person hatte einen schwarzen Mantel an und die Kapuze so tief runter gezogen, dass man das Gesicht nicht sehen konnte.
Ruckartig drehte ich mich zum Fenster um und starrte ihn an.
"Wer bist du und warum bist du in meinem Zimmer?" fragte ich ihn hektisch, bekam aber keine Antwort. Langsam, fast behutsam, hob die Person den rechten Arm. Unter dem langen, dunklen Ärmel erschien eine starke Hand. Ich wich zurück und stieß mit dem Rücken gegen meinen Spiegel, doch er zeigte lediglich mit dem Zeigefinger auf mich.
'Was wollte der nur von mir?'
Ein kühler Luftzug streift mein Gesicht und ich nahm einen leichten Rosenduft wahr. Der Unbekannte machte einen Schritt auf mich zu und ich schloss reflexartig meine Augen. meine Knie gaben nach und ich sank vor dem Spiegel zu Boden.

Nichts geschah und als ich meine Augen wieder öffnete, war der Unbekannte verschwunden. Und mit ihm, war auch der wundervolle Rosenduft verschwunden.
Langsam kam ich wieder auf die Beine. Hastig ging ich zum Fenster, wobei ich fast gestolpert wäre, und schloss es. Tief atmete ich die kalt gewordene Luft ein, nur um sie im nächsten Moment wieder auszuatmen.
"Was war das denn?" murmelte ich, während ich versuchte meinen Atem unter Kontrolle zu bekommen. Ich sah in den Spiegel und etwas störte mich. Meine langen, blonden Haare hingen mir am Rücken herunter und ich hätte sie schon längst mal wieder schneiden lassen sollen. Meine Kleider, bestehend aus einem schwarzen Wollpulli, einem schwarz-rot karierten Rock, einer dicken, schwarzen Wollstrumpfhose und schwarzen Stulpen, hielten mich, trotz der Kälte im Zimmer, einigermaßen warm. Doch mich störte etwas anderes. Plötzlich fiel mir der kleine Halbmond auf meiner Stirn auf, der vorher nicht da gewesen war. Eine dünne, fast schwarze Mondsichel prangte auf meiner Stirn. Vorsichtig berührte ich sie mit meinen Fingern und fuhr die dünne Linie nach.
'Wie konnte das sein? Wie konnte es sein, dass ich ausgewählt wurde, um zu sterben? Warum?'
Es war kein Mal, dass alle Vampyre zum Tode verurteilte, aber es waren weit mehr als die Hälfte, die bei der Wandlung starben.

Schnell griff ich nach meinem Make-Up und begann es so gut es ging abzudecken. Als meine Mutter mich zum Essen rief, konnte man es nicht mehr sehen, wenn man nicht wusste, dass es da war.
'Vielleicht würde es ja wieder weggehen. Vielleicht würde ich meine Familie gar nicht verlassen müssen.' Mit diesen Gedanken ging ich zum Essen und schließlich schlief ich am späten Abend auch mit diesen Gedanken ein.
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Hallo an alle Leser und Leserinnen,
ich habe lange überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, diese Geschichte nun auch noch hochzuladen. Ich werde mir Mühe geben, einigermaßen schnell die nächsten Kapitel hochzuladen.
Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen, wie es euch gefallen hat.

Danke fürs lesen!

LG Yerena
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