Time on my side

von Zinae
KurzgeschichteAngst, Tragödie / P16
Eridan Ampora Rose Lalonde
27.01.2017
27.01.2017
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Tme on my side...

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Irgendwann hört es auf, wehzutun.
Ihre Kameraden liegen am Boden, verteilt auf Planeten, Skaia, Prospit, Derse...
Um sie herum, in verschieden Stadien der Zerstörung.
Eine Hand schaut aus den Steinen hervor, blass, das Blut abgestanden dunkel, abartig verformt und vermutlich vom Körper abstehend, wenn man denn noch etwas davon erkennen könnte.
Es ist ihr dritter Tod und sie weiß nicht mehr, welche Augenfarbe ihre Mutter hatte.
Das Schlachtfeld ist unfertig, sie verlässt es in einem Anflug der Übelkeit, der Verzweiflung, die zwei, drei Leichen ihrer Freunde, die sie gefunden hat, noch im Arm.
Sie verliert sie auf halbem Weg, weil ihr Körper nicht sonderlich lange durchhält und sie ihr immer wieder aus der Hand rutschen.
Sie zwingt sich, sie zu suchen, aber sie braucht eine Pause.
Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis sie alle begraben hat, noch länger, bis sie aufhört, zu weinen, wann immer sie daran denkt, dass sie alle verdammt noch mal versagt haben.
Eine ganze Ewigkeit, bis sie dem Friedhof den Rücken kehrt und nicht mehr zurückblickt.

Die erste Stimme hört sie um ihren achten Tod herum. Die Schlinge hat diese widerlichen Seilspuren hinterlassen, die Narben häufen sich.
Es ist nur ein Flüstern, ein Rufen, ein sanftes „Komm zu mir. Zu uns.“
Ein Versprechen, aber sie kommt dort nicht hin.
Sie stirbt, aber sie kommt auch wieder.
Und jedes Mal weiß sie mehr und weniger zugleich.
Einmal stirbt sie vor Erschöpfung, weil sie vor lauter Albträumen nicht mehr schlafen kann und sich zwingt, immer weiter nach einem Ausweg zu suchen.
Es gibt keine heroischen Tode mehr. Es gibt nichts mehr, was sie beschützen kann.
Und sie kann nichts falsch machen, also fällt der Gerechte Tod auch aus.
Aber sie sucht weiter.
Die Bewohner der Planeten sind nicht die hellsten, sie kommt beim Befragen auch nicht weit, weil sie sie nicht versteht und manchmal verzweifelt sie an ihnen, an sich selbst, der ganzen Situation.
Sie versucht, einen Weg zu finden, um die Zeit zurückzudrehen.
Es geht schief, weil das nicht ihr Element ist.
Sburb hat grausame Regeln und es setzt sie, wenn es sein muss, mit Gewalt durch.

Sie antwortet nicht einer einzigen Stimme.


Jeder Tod lässt sie stumpfer werden.

Das Gesicht ihrer Mutter verschwindet, sie vergisst die Namen ihrer Freunde, wann sie selbst Geburtstag hat.

Sie findet einen Meteoriten, der ihr alles erklärt, wenn es schon viel zu lange viel zu spät ist.
Es ist zu spät für den Scratch.
Es ist zu spät für einen Neuanfang.
Jeder Traum ist voller Geschrei und Schuld und Himmel, sie will nur noch schlafen und allein sein.

Schmerz verschwindet, gemeinsam mit der Erinnerung an die Gräber ihrer Freunde.

Einer der Planeten verliert sich im Massaker, ein paar flüchtige Momente der Gefühle, dumpfe Schläge ihrem Hinterkopf, als würde etwas sich nach vorne Kämpfen wollen, eine Erinnerung oder eine Regel vielleicht.
Es ist ihr inzwischen egal.
Jede neue Stimme ist eindringlicher als die letzte, bald schon, Tod Nummer siebzehn, sind sie ein Chor verlorener Seelen, die nach ihr rufen, greifen.
Manchmal flattern ihre Sachen, alt, zerrissen, wie von Fingern gezerrt, und halten sie zurück, oder da ist dieser Schubser, der sie weiter treibt.
Es passiert immer mehr in ihrem Kopf und immer mehr mit ihrem Körper.

Tod einhundertelf: Sie kann ihre Kleidung nicht mehr von sich lösen.
Vielleicht ist sie so Blutverkrustet, dass sie sich nicht lösen lässt.
Tod einhundertvierunddreißig: Ihre Stimmbänder sind so ungenutzt und verkümmert, dass selbst Flüstern sonderbar ist. Inzwischen ist alles fort und sie treibt unbestimmt durch alle Ringe Skaias.

Tod vierhundertzwölf.
Sie steht am äußersten Ring und schaut sich um, Augen stumpf, leer, tot, Haut fahl, geisterhaft.
Die Stimmen schreien, flehen sie an und fordern sie auf, Nur noch dieser eine Schritt.
Sie gehorcht.


Tod vierhundertdreizehn.

Sie flüstert dem blonden Mädchen Macht ins Ohr und führt den Jungen seinem Tod entgegen.
Die Hoffnung seiner Magie entfacht für einen viel zu flüchtigen Moment die Seele einer lange Todgeweihten und die Schwärze des Mädchens verschluckt jeden Rest ihrer Menschlichkeit.
Sie bleibt zurück, ein Schatten ihrer selbst und vielleicht trauern sie um die Kinder, die ihre Fehler begehen und sich auf das Spiel des Teufels einlassen.
Vielleicht legen sie ihnen einen Weg zum Sieg oder doch einen ins Verderben.
Sie wissen es selbst nicht.
Aber sie werden den nächsten verlorenen Gott in ihre Reihen rufen und mit offenen Armen empfangen, wenn es denn soweit ist.
Es gibt nicht immer einen Tod der Helden oder den der Gerechten.
Manchmal ist der Mittelweg nicht unbedingt der Beste.
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