Holiday on Ice

GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
A.D.A Alexandra Cabot A.D.A Casey Novak Detective Olivia Benson OC (Own Character)
26.01.2017
07.05.2017
25
57.330
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26.01.2017 3.596
 
Anmerkung des Autors: Inmitten einer absoluten Schreibblockade und belastenden zwei Jahren brauche ich mal wieder etwas Lustiges. Als ich mit meiner noch offenen Story nicht wirklich weiterkam, las ich meine alten FFs und da fiel mir doch tatsächlich etwas ein. Das Ergebnis könnt ihr in den folgenden Kapiteln lesen und gerne auch beurteilen. Bin für Ideen und Kritik immer dankbar. :-) Viel Spass guesswho3107

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Samstag 04.55 Uhr, eine Tankstelle am Rande von New York

Bundesstaatsanwältin Abigail Carmichael betankte den Mietwagen. Neben ihr lehnte an der Beifahrertür ihre Freundin Casey Novak. Diese war eingemummelt in eine dicke Winterjacke und hielt die Augen halb geschlossen.

„Kannst du mir nochmals erklären, warum wir uns ausgerechnet um diese Uhrzeit an diesem gottverlassenen Ort treffen? Wer hat das eigentlich bestimmt?“ fragte Casey brummelig.

Abbie grinste. „War es nicht deine grandiose Idee gemeinsam Silvester zu feiern und das in einer gottverlassenen Gegend irgendwo in Connecticut, bloß weil dein Bruder dort ein Ferienhaus besitzt?“

Casey stöhnte leise auf und bereute ihren Vorschlag und ihre Frage: „Okay. Vergiss es. Ich setze mich schon mal ins Auto und hau mich auf’s Ohr. Weckt mich, wenn wir da sind.“

Abbie schüttelte grinsend den Kopf. Sie zog den Zapfhahn aus dem Wagen und hing ihn wieder an der Säule ein. Danach ging sie zum Bezahlen in die Tankstelle. Von weitem konnte sie schon den Rest ihrer Reisetruppe hören, die eindeutig zu wach für diese Uhrzeit waren.

„Wenn du jetzt einen Kaffee trinkst, dann werden wir in einer Stunde wieder anhalten müssen.“ Staatsanwältin Alexandra Cabot stand vor ihrer Freundin und versuchte sie daran zu hindern sich einen Kaffee to –go einzuschenken.

Olivia Bensons Augen wurden zu kleinen Schlitzen. „Alex… geh mir aus dem Weg.“

„Nein, Liv. Wir hatten das erst kürzlich, als wir zu meinem Cousin gefahren sind. Du hast dir einen Kaffee nach dem anderen reingeschüttet und der lief dann genauso wieder durch dich hindurch. Wir mussten drei Mal anhalten. Drei Mal! Auf zweihundert Meilen!“

Abbie grinste und versuchte ein Lachen zu unterdrücken. Olivias Gesichtsfarbe wechselte von hellrot zu einem dunklen Rot.

„Warum redest du nicht noch lauter? Ich glaube in Manhattan haben sie dich noch nicht gehört!“ Olivia versuchte erneut an den Kaffee zu kommen. Doch Alex hielt sie fest.

Abbie wurde vom Streit der beiden abgelenkt, als sie ihre Freundin Serena Southerlyn zusammen mit Samantha Tiery von der Toilette kommen sah.

„Boah, ich dachte, ich hätte schon alles gesehen… aber dieses Klo.“ Serena schüttelte sich angeekelt und Samantha lachte darüber herzlich.

„Komm, übertreib nicht so. Es gibt doch wirklich Schlimmeres.“ Die Rothaarige grinste dabei.

„Oh bitte, keine Geschichte jetzt aus deinem Krankenhausalltag, das halte ich zu dieser Uhrzeit nicht aus oder besser gesagt, das hält mein Magen nicht aus... oh, super, Kaffee!“

Serena ging zielstrebig an dem immer noch diskutierenden Pärchen vorbei zu der Kaffee-Station der Tankstelle. Sie füllte zwei Becher ab und in einen davon gab sie noch etwas Zucker und Milch. Den anderen ließ sie schwarz. Abbie ging zu ihr und flüsterte ihr von hinten ins Ohr.

„Heiß, blond und süß… so liebe ich meinen Kaffee… und dich natürlich.“

Serena grinste und gab Abbie den entsprechenden Kaffee in die Hand.

„Ich schwöre dir, wenn du mich nicht augenblicklich an diesen Kaffee lässt, dann kannst du in dieser Hütte auf der Couch schlafen.“ Olivias Laune war mittlerweile auf dem absoluten Tiefpunkt angekommen. Erst diese unmögliche Uhrzeit und dann keinen Kaffee um wach zu bleiben. Was dachte sich ihre Freundin eigentlich dabei? Sie hatte die letzten Tage eine Schicht nach der anderen übernommen, damit sie die kommenden Tage frei bekommt. Und das war der Dank dafür?

Samanthas Stimme ließ sie alle aufhorchen. „Wo ist eigentlich unser Auto? Und wo ist Casey?“

„Waaaaas?“ rief Abbie und rannte aus dem Laden nach draußen.

Alex, Serena und Sam folgten ihr auf dem Fuß. Olivia zögerte und ging stattdessen zum Kaffee. Sie nahm sich den größten Becher und füllte ihn bis an den Rand. Danach ging sie zur Kasse und legte ein paar Dollarscheine hin.

„Ich zahle die anderen beiden mit.“ deutete sie mit einer Kopfbewegung zur Tür an.

„Das wird aber nicht reichen, Miss. Da fehlen noch so circa achtzig Dollar für das Benzin.“

Olivia blickte nach draußen, seufzte, nahm erstmal einen Schluck Kaffee und fing dann an zu lächeln.

„Für welches Auto denn? Ich sehe da draußen keines.“ Sie grinste den älteren Mann an der Kasse frech an. Dieser schüttelte nur leicht den Kopf. Er griff unter die Ladentheke und holte ein Jagdgewehr hervor. Als die Mündung auf Olivia zielte verging ihr das Lächeln.

„Ich glaube, Sie sollten besser bezahlen, Lady, sonst war das ihr letzter Kaffee.“ sagte er in einem ruhigen und fast gelangweilten Ton.

Olivia hob beschwichtigend die Hände. „Wow... vorsichtig damit… war nur Spaß… natürlich zahle ich.“

Sie zückte ihren Geldbeutel und holte ihre Kreditkarte heraus. „Sie werden wohl öfters überfallen oder?“ fragte sie den Mann.

„In letzter Zeit nicht mehr. Seit ich dieses Schätzchen hier habe.“ Er hatte die Waffe wieder sorgfältig an seinen Platz gelegt und nahm Olivias Kreditkarte entgegen.

Von der Tür kam eine genervte Stimme. „Die einzige Polizistin in unseren Reihen und die hält es nicht für notwendig sich um den Diebstahl unseres Mietwagens zu kümmern. Was ist nur los mit dir?“

Alex stand mit ihren Händen an der Hüfte in der Tür. Ihr Blick durchbohrte ihre bessere Hälfte  Doch diese hatte ihr den Rücken zugewandt und wartete auf die Quittung und ihre Kreditkarte. Der Mann sah sie fragend an.

„Sie sind Polizistin? Und finden es witzig die Zeche zu prellen?“

Olivia verdrehte die Augen. Warum hackten heute eigentlich alle auf ihr herum?

„Haben Sie überhaupt einen Waffenschein für Ihr Gewehr? Oder soll ich meine Kollegen von der ATF mal vorbeischicken?“ Olivia funkelte ihn sauer an. Sie hielt dabei ihre Hand auf.

„Haben Sie einen Waffenschein für die da?“ Sein Kopf zeigte zur Tür in der Alex immer noch stand und auf eine Reaktion von Olivia wartete.

„Okay wir sind quitt. Schönen Tag noch, Sir.“ Olivia nahm grinsend ihre Karte, die Quittung und ihren Kaffee und wandte sich zu Alex um.

Sie gingen zu den anderen drei Frauen, die sich immer noch ratlos umsahen.

„Wer klaut denn um diese Uhrzeit ein Auto?“ fragte Abbie fassungslos.

„Scheiß doch auf das Auto. Darin war noch meine Freundin!“ bemerkte Samantha aufgebracht.

Olivia schüttelte den Kopf und ging an die Stelle, wo der Wagen stand. Sie sah die Straße auf und ab. Danach ging sie zur Ecke der Tankstelle. Sie lief weiter, bis sie hinter die Tankstelle kam und dort auf einem kleinen Parkplatz den Mietwagen entdeckte.

„Hey, ihr studierten Juristen! Ich hab das Auto. Es steht auf dem PARKPLATZ.“ rief Olivia zu den anderen Dreien und lief danach in Seelenruhe auf das Auto zu. Sie hörte schnelle Schritte hinter sich. Als sie zur Fahrertür kam sah sie durch die Scheibe Casey schlafend auf dem Fahrersitz. Die anderen versuchten die Türen zu öffnen, die jedoch automatisch verriegelt waren und nur von innen geöffnet werden konnten

Olivia klopfte an die Scheibe. Casey schrak hoch und stieß sich ihr Knie am Lenkrad an. Sie fluchte, was man gottseidank nur sehr gedämpft außen hören konnte.

„Novak, mach auf, deine Freundin dachte schon du bist entführt worden.“ rief Olivia gegen die Scheibe.

Casey entriegelte die Tür und stieg aus. „Wer wurde entführt?“ fragte sie verschlafen und rieb sich dabei immer noch ihr Knie.

Samantha kam zu ihr und nahm sie stürmisch in den Arm. „Gottseidank, dir ist nichts passiert.“ murmelte sie in Caseys Nacken.

Casey stutzte. „Naja das Knie tut mir schon noch weh. Aber das geht bestimmt gleich wieder.“

Abbie kam zur Fahrertür. „Warum bist du denn mit dem Auto hierher gefahren? Wir dachten, das Auto sei geklaut worden, mit dir schlafend hinten drin!“

Jetzt begriff Casey erst was los ist. „Vorne war es mir zu laut, also bin ich etwas von der Straße weggefahren.“

Abbie rollte die Augen und grinste trotzdem erleichtert. „Wie kann man nur so verpennt sein. Aber nun steigt ein, damit wir endlich unseren Urlaub beginnen können.“

Serena stieg neben Abbie ein und schnallte sich an. Casey und Samantha setzten sich auf die letzte Sitzreihe des Vans, was Olivia und Alex die mittlere Reihe übrig ließ. Alex blieb vor dem Wagen stehen. Olivia stieg auf der Fahrerseite ein und schnallte sich an, den Kaffee hielt sie dabei glücklich in ihrer Hand fest.

Abbie drehte sich zu Alex um. „Was ist, Prinzessin? Ist die Kutsche nicht chic genug für dich?“

Olivia kicherte leise und nahm einen langen Schluck aus ihrem Kaffee.

„Ich setze mich nicht neben Olivia.“ Alex hatte ihre Arme verschränkt und blieb weiter vor der offenen Tür stehen.

Olivia verschluckte sich und Abbie fiel die Kinnlade nach unten. „Du… Du.. was??? Sind wir hier mit einer Kindergartengruppe unterwegs? Bist du übergeschnappt oder so?“

Alex blieb trotzig stehen und schüttelte den Kopf.

Abbie funkelte sie finster an: „Alexandra Elizabeth Margaret Cabot! Du schwingst jetzt deinen Hintern in diesen Van!“

Nach einer totenstillen Sekunde fing Casey an schallend zu lachen. Alex schnappte hörbar nach Luft und blickte die brünette Anwältin schockiert an. Serena biss sich auf die Lippen und neigte den Kopf nach unten.

„Du hattest es geschworen, Carmichael, du hattest es geschworen, niemals meinen vollen Namen zu nennen!!“ Alex stiegen die Tränen in die Augen. Ihr Blick traf auf Olivia, die sich ein Schmunzeln nur schwer verkneifen konnte.

„Ich hoffe, ihr habt euch jetzt genug über mich amüsiert!“ Alex wandte sich um und lief zurück zur Straße.

„Ich mach das.“ sagte Olivia ruhig und stieg wieder aus. „Und du, Novak, kriegst dich wieder ein, bis wir zurück sind!“

Olivia joggte ihrer Freundin hinterher. „Alex, warte.“

„Lass mich in Ruhe!“ rief die Blonde über ihre Schulter.

Olivia überholte Alex und stellte sich ihr in den Weg. „Hey, warte doch mal eine Sekunde.“

„Was willst du?“ herrschte Alex die Polizistin an.

„Lexi, komm bitte wieder mit zurück.“ Olivia streichelte eine blonde Strähne aus Alex‘ geröteter Stirn.

„Warum? Damit alle weiter über mich lachen  können?“ Alex schob ihre Unterlippe leicht schmollend nach vorne. Was Olivia zu einem Schmunzeln brachte.

„Mein Gott bist du süß, wenn du schmollst.“ Olivia gab ihrer Freundin einen sanften Kuss, doch diese wandte ihren Kopf weg.

Langsam machte sich Olivia Sorgen. „Kannst du mir mal sagen, was eigentlich mit dir los ist? Seit ein paar Tagen bist du schon so komisch. Dünnhäutig und gereizt. Das kenne ich gar nicht von dir.“

Alex wich Olivias Blick aus. „Was soll schon los sein? Ich hatte einfach viel Stress und wollte diesen Urlaub eigentlich mit dir genießen. Und jetzt streiten wir hier rum und sind noch nicht mal losgefahren!“

Olivia sah Tränen in Alex‘ Augen. Vorsichtig nahm sie ihre Freundin in den Arm. „Wir werden diesen Urlaub genießen, mein Engel, das verspreche ich dir. Ich werde die Bande schon im Zaum halten, damit sie nicht wieder über alle Stränge schlagen.“

Sie hörte ein leises Schniefen. „Versprochen?“ fragte Alex gedämpft?

Olivia gab ihr einen Kuss auf das blonde Haar. „Versprochen.“

„Na komm, lass uns zurückgehen. Den anderen tut es bestimmt leid, dass sie gelacht haben.“

Alex löste sich langsam aus Olivias Umarmung. Sie nickte leicht. Olivia legte ihren Arm um die Schultern ihrer Freundin und gemeinsam liefen sie zum dunklen Van auf dem Parkplatz. Olivia schmunzelte.

„Ist das echt wahr? Elizabeth Margaret?“ fragte sie grinsend. Die Antwort war ein Ellbogen in ihrem Rippenbogen gefolgt von Alex‘ Todesblick.


Samstag, 6.23 Uhr, irgendwo auf der Interstate 95

Abbie fuhr auf den Seitenstreifen und Olivia schnallte sich ab. Ihr Blick ging zu Alex.

„Wehe du sagst jetzt deinen Lieblingssatz!“

Die Blonde rollte mit den Augen und schaute immer noch schmollend von Olivia weg aus dem Fenster. Diese verließ eilig das Auto und verschwand hinter einem der Büsche, die neben der Interstate wuchsen.

Von der Rückbank konnte man ein gleichmäßiges leichtes Schnarchen hören. Abbie sah in den Rückspiegel. Ganz hinten saß Casey neben Sam und hatte den Kopf auf deren Schulter liegen. Sie schlief tief und fest. Weder Alex‘ Streit mit Olivia, noch Serenas Heavy Metal Musik hatten sie aufwecken können. Sam hielt ein Buch in ihren Händen und las vertieft darin.

Serenas Hand legte sich auf Abbies Oberschenkel. Dies brachte Abbies Blick zu ihrer Freundin. Sie lächelten sich liebevoll an. Sie hatten sich schon seit  Wochen auf diesen Urlaub  gefreut.  Nicht nur dass sie gemeinsam mit ihren engsten Freunden verreisen, nein, die drei Paare verbrachten das erste Silvester ihrer jeweiligen Beziehung miteinander. Abbie und Serena hatten dafür schon eine Extra-Überraschung für alle organisiert. Abbies Hand legte sich auf Serenas. Als sie sich zur Kleineren beugen wollte, um sie zu küssen, wurde die Tür geöffnet und eine erleichterte Olivia setzte sich wieder auf ihren Platz.

„Man Abbie, kannst du es denn nicht mal eine Minute aushalten ohne deine Freundin zu küssen.“

„Halt die Klappe, Benson, und schnall dich an!“ schnaubte Abbie genervt. „Und jetzt kneifst du die Beine zusammen. Es gibt keinen Halt mehr bis wir da sind. Verstanden?“

Abbie sah im Rückspiegel wie Olivia die Augen verdrehte und dann nach draußen blickte. Serena neben ihr kicherte leise.

„Kommt es dir auch so vor, als wären wir mit einem Schulbus unterwegs?“

Abbie startete den Motor. „Das wäre schön, da könnte man sie unterwegs alle rauslassen und hat dann seine Ruhe.“ murmelte sie mehr zu sich als zu Serena.

Durch den Sitz bekam sie einen leichten Tritt zu spüren. Als sie in den Spiegel blickte, sah ihr Olivia grinsend entgegen.

„Das habe ich gehört, Carmichael!“

Nun war es an Abbie die Augen zu verdrehen. Mit mehr Gas als sie wollte fuhr sie wieder los und außer Caseys Schnarchen und Radiomusik war dann bis zum Ende der Fahrt nichts mehr zu hören.



Samstag 08.01 Uhr, Gay City State Park


„Ist das wirklich euer Ernst? Gay City State Park…“ Samantha las ungläubig von dem Schild vor dem sie stehen blieben. Sie schloss ihre Jacke bis unter ihre Nase.

„Hey, schau nicht uns an, deine Freundin hat das organisiert, dass wir hier absteigen.“ Serena stellte sich neben Sam. „Aber es passt doch auch irgendwie.“

Alex trat zu ihnen, las das Schild ebenfalls und schüttelte dann ungläubig den Kopf. Sie ging danach ein paar Schritte Richtung Wald. Im Gegensatz zu New York lag hier eine feste Schneedecke, die neben den geräumten Wegen teilweise bis zu  einem Meter hoch war. Sie kickte lustlos in einen Haufen Schnee, der neben dem Parkplatz lag.

Olivia und Abbie vertraten sich vor dem Eingang zum Park die Beine. Der Schnee knirschte unter ihren Füßen. Sie waren kaum außer Hörweite als Abbie sich besorgt an die Polizistin wandte.

„Liv, ist mit Alex alles okay? Sie hat heute noch keine fünf Sätze gesprochen. Zumindest mit uns anderen. Eure Streits mal ausgenommen.“

Olivia sah hinüber zu ihrer Freundin. Diese besah sich die Gegend und hatte ihre Arme um sich selbst gelegt. Sie wirkte irgendwie traurig und nachdenklich.

„Ich habe keine Ahnung was mit ihr los ist. Das geht schon ein paar Tage so. Normalerweise redet sie mit mir über alles. Doch zurzeit…“ Olivia zuckte geknickt mit den Schultern.

„Soll ich mal mit ihr reden?“ bot Abbie an.

„Du kennst sie am längsten von uns allen. Das wäre vielleicht keine schlechte Idee. Aber bitte sei behutsam. Sie ist unheimlich dünnhäutig zurzeit.“

Abbie grinste. „Normalerweise beschweren sich die Leute über ihren Dickkopf. Jetzt ist es ihre Dünnhäutigkeit.“

Olivia konnte ein Lächeln nicht vermeiden. „Ich liebe beides an ihr, weil ich sie liebe. Ich wünschte nur sie würde mir sagen, was sie belastet.“

Abbie klopfte ihrer Freundin verständig auf den Rücken. „Das wird schon wieder. Wir haben jetzt sieben Tage Zeit herauszufinden, was deine bessere Hälfte beschäftigt.“

Sie gingen gemeinsam zurück zum Wagen und Casey traf zeitgleich mit ihnen ein. Sie hatte sich das Zufahrtsticket für den Park und den Schlüssel für die Hütte beim Verwalter abgeholt und hielt nun die Hand auf.

„Ab hier fahre ich.“

Abbie sah sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an. „Nun, nachdem du ausgeschlafen hast, sollte es kein Risiko für uns anderen mehr sein. Aber du hältst dich zurück was das Gas angeht. Verstanden? Das ist kein Mustang!“

Casey rollte die Augen. “Wer bist du? Meine Mutter?“

„Das nicht, aber ich hänge an meinem Leben und die letzte Autofahrt mit dir steckt mir immer noch in den Knochen.“

Abbie zückte den Schlüssel und gab ihn nur widerwillig weiter.

„Das ist mittlerweile drei Jahre her.  Bist du eine Maus oder eine Anwältin?“ Casey schnappte sich den Schlüssel ehe Abbie es sich doch noch anders überlegen konnte.

Sie stiegen alle wieder ein und man begab sich auf den Waldweg, der tiefer in den Park führte. Sie kamen an ein paar vereinzelten Hütten vorbei. Aus zweien stieg Rauch aus dem Kamin auf. Casey fuhr langsamer und bog dann vom Hauptweg ab. Sie befuhren einen kleineren Weg. Man sah nur Bäume vor sich. Der Weg schien immer schmaler zu werden. Abbie sah Casey skeptisch an.

„Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?“

Casey rollte mit den Augen.

„Nun warte doch mal ab, Carmichel. Es ist nicht mehr weit.“

Als Casey um eine Kurve fuhr tat sich vor ihnen der Wald auf und ein kleiner See kam zum Vorschein. Etwas zurückgesetzt vom See fuhren sie direkt auf ein großes Holzhaus zu. Casey parkte im daneben stehenden Carport.

„Habe ich euch zu viel versprochen?“ fragte sie voll Stolz die anderen.

Diese starrten mit großen Augen auf das Haus vor ihnen.

Serena fand als erste ihre Sprache wieder: „Scheiße, Novak, du hast den Mund diesmal nicht zu voll genommen.“

Sie stiegen nach und nach aus und standen erneut sprachlos vor dem Haus und blickten auf den See. Er schien gefroren zu sein und lag friedlich von Bäumen eingerahmt vor ihnen. Sam legte ihre Arme von der Seite um Casey. Sie genossen gemeinsam für ein paar Sekunden die Stille und Ruhe dieses Anblicks.

„Es ist wundervoll hier.“ flüsterte Sam.

Casey grinste vor sich hin. „Ich hatte gehofft, dass es dir gefällt.“ Sie drückte einen sanften Kuss an Samanthas Schläfe.

„Okay, dann zeig uns diese so genannte Hütte mal von innen, Novak.“ Abbie stieß die Rotblonde leicht mit der Schulter an, als sie zum Wagen ging, um das Gepäck aus dem Kofferraum zu holen.

Jeder nahm seinen Koffer und folgte Casey zur Veranda des Hauses. Diese öffnete die Tür mit dem Schlüssel und trat ein. Das ganze erste Stockwerk war offen geschnitten. Die Küche war in einer Art Nische eingebaut.  Das Wohnzimmer war möbliert mit mehreren Sofas, die in einem großen Bogen um den Kamin herum gestellt waren. Dieser war gemauert an der Rückwand des Hauses angebracht.

„Wow…“ Olivia sah sich um. „Das ist ja Wahnsinn.“ Die anderen stimmten ihr nickend zu.

„Ist dein Bruder Millionär oder so?“ fragte Abbie.

Casey grinste. „Das nicht, aber er hatte  ein paar gute Aktiengewinne und diese hier investiert.“

Samantha grinste. „Dann sag ihm, ‚gut gemacht‘ von mir, wenn du ihn mal wieder sprichst. Es ist wirklich traumhaft hier.“

Alex war ebenfalls beeindruckt von diesem liebevoll eingerichteten Haus. Sie bemerkte eine Treppe, die nach oben führte.

„Geht es hier zu den  Schlafzimmern?“ fragte sie Casey. Diese nickte.

„Kommt, wir bringen unsere Sachen nach oben, dann kann ich euch noch den Rest vom Haus zeigen.“

Die fünf Damen folgten der Anwältin die große Holztreppe ins nächste Stockwerk. Auch hier blieb ihnen teilweise der Mund offen stehen, als sie die Einrichtungen dort sahen. Casey öffnete die erste Tür.

„Okay, wer möchte hier schlafen? Liv, Alex? Wäre das Zimmer okay für euch?“ fragte sie lächelnd.

Die beiden traten in das Zimmer und erneut konnte keine von beiden ein Wort sagen. Vor ihnen stand ein großes Bett, mit einem wahrscheinlich handgeschnitztem Kopfteil, welches Naturmotive darstellte. Eine kleine Tür zur linken Seite führte in ein eigenes Duschbad mit Toilette. Ein großer Einbauschrank zur rechten, passend zum Bett geschreinert, versprach mehr Platz als Olivias eigenes kleines Schlafzimmer zuhause.

„Ihr könnt euch natürlich erst noch die anderen Zimmer anschauen, wenn ihr wollt. Vielleicht gefällt euch da eins besser.“ Casey lief erneut in den Flur und zur nächsten Tür.

Dahinter lag ein ähnlich großes Schlafzimmer, auch mit einem eigenen Bad, doch die Einrichtung war etwas anders. Darin stand ein Kingsize-Bett, was den größten Teil des Raumes einnahm. Ein Schrank war nicht zu sehen, doch eine zweite Tür führte in eine eigenes Ankleidezimmer mit viel Stauraum.

„Ich nenne es, das Luxus-Zimmer, da es als einziges Zimmer im Haus einen kleinen Balkon hat.“ erklärte Casey.

„Das ganze verdammte Haus ist Luxus, um das mal gesagt zu haben.“ frotzelte Abbie grinsend.

Casey schüttelte grinsend den Kopf und führte die kleine Prozession ins nächste Zimmer.

„Das hier ist eigentlich das Zimmer meiner  Nichten und Neffen, aber falls Alex und Olivia getrennt schlafen wollen, dann müsste eine von euch hier hinein.“

Die Tür ging auf und darin waren vier Doppel-Hochbetten, ähnlich wie in einer Jugendherberge, zu sehen. Sie waren aus massivem Holz und der Rest vom Zimmer war teils kindlich, teils jugendlich eingerichtet.

Serena fing an zu grinsen. „Ich bin dafür, dass dies das Strafzimmer wird. Wenn eine von uns mal etwas verbockt oder ein Pärchen streitet, dann muss die Schuldige hier schlafen.“

Alex und Olivia tauschten einen kurzen Blick. In diesem Moment waren sie sich einig, nicht mehr zu streiten.

„Dann hätten wir noch das nächste Zimmer im Angebot.“ Casey führte sie weiter und öffnete erneut eine Tür.

Hier stand ein großes Himmelbett, welches in dunklem Holz gefertigt war. Der Stoff des Himmels über dem Bett leuchtete cremefarben im Kontrast dazu. Auch dieses Zimmer hatte ein eigenes Bad und einen großen Einbauschrank.

„Nun meine Damen. Wer möchte wohin?“ fragte Casey neugierig.


Fortsetzung folgt.... wenn Interesse besteht
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