Karins Vergangenheit

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P12
Dr. Karin Thaler Dr. Michael Lüdwitz
26.01.2017
17.10.2020
46
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17.10.2020 1.484
 


Kapitel 46:
Vorbereitungen auf den Einzug



Gegen Abend kam auch endlich der erfahrene Notarzt Michael mit seiner Kollegin und Lebensgefährtin Karin nach Hause.
„Guten Abend, Michael. Wie geht es denn der kleinen Lilly? Hat sich ihr Zustand endlich wieder gebessert, dass die Ärzte die Maus operieren können?“, erkundigte sich Thomas bei seinem Kollegen und Michael erwiderte: „Die Ärzte werden Lilly eventuell übermorgen operieren. Jetzt hat sie erst einmal eine Beruhigungsspritze von ihrem behandelnden Arzt bekommen; sie schläft jetzt tief und fest und erholt sich von ihrem Fieber. Mal sehen, ob sich der Zustand der kleinen Maus bis morgen vielleicht schon bessert; dann könnte sie eventuell auch morgen Abend schon unters Messer. … Und was hast Du hier schönes gemacht? Du willst jetzt schon ein Kinderbett kaufen? Was willst Du denn damit? Wir haben doch noch nicht einmal mit dem Jugendamt geklärt, ob Lilly Marie zu uns ziehen kann.“
„Ich habe mich auch nicht wegen Lilly darüber informiert, dass wir ein Kinderbett kaufen sollten. … Ich muss meine Tochter aus Hannover abholen.“, erzählte Thomas seinem Freund Michael und gab ihm einen Katalog in die Hand.

„Was ist denn plötzlich passiert? Nach so vielen Jahren?“, wollte Michael erschrocken wissen. „Wieso musst Du denn Deine Kleine plötzlich aus Hannover abholen? Will die Mutter der Kleinen eure Tochter nicht mehr haben?“
„Nein… Nein, es gab einen Unfall; meine Ex-Freundin hatte einen schweren Autounfall und liegt jetzt wohl im Koma. Meine Tochter will nicht bei ihrer Großmutter blieben, weil… Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hat mir das Jugendamt erzählt, dass ich meine Tochter abholen muss. Es gab bisher auch schon Probleme. … Aber ich habe auch schon mit dem Chef gesprochen; wenn ich meinen ehemaligen Kollegen Jens Köster als meinen Vertreter anheuern kann, dann kann ich meine Tochter schon bald holen. Im Moment ist die Kleine völlig… völlig durcheinander. Aber ich hoffe, dass ich schon übermorgen mit meiner Kleinen hierher kommen kann. Auf jeden Fall vor dem Wochenende. Sie leidet.“, wusste Thomas und seufzte noch einmal kurz. „Ich wünschte… Ich wünschte, ich könnte die Kleine jetzt schon zu uns nach Hause holen. Dann wohnt die Maus bei uns und vielleicht geht es ihr dann besser.“

„Hast du denn schon mit deinem ehemaligen Kollegen gesprochen?“, erkundigte sich der erfahrene Notarzt bei seinem Kollegen und Thomas antwortete: „Ich habe… Ich habe den Kollegen schon angerufen; aber er muss vorher noch etwas klären. Seine Tochter wohnt im Moment bei ihm und… und für sie braucht er eine Betreuung, wenn er hier arbeitet. … Aber spätestens morgen Abend will er sich noch einmal bei mir melden. Und dann… Und dann werden wir eine Lösung haben, damit ich zu meiner Kleinen nach Hannover fahren und sie abholen kann. … Oh, das Jugendamt meldet sich noch einmal.“, seufzte Thomas, als die Telefonnummer des Hannoveraner Jugendamtes in seinem Handydisplay auftauchte.

„Wächter… Ja, das ist richtig… Wieso wollen Sie jetzt noch einmal mit mir reden? … Ja, das ist in Ordnung. Aber… WAS?!“ Erschrocken musste Thomas erst einmal tief durchatmen und er blickte zu Michael, während dessen Kollegin für den Besuch bei ihrer kleinen Tochter am nächsten Tag schon einmal alles vorbereitete.
„Ich habe natürlich schon etwas vorbereitet… Aber ich weiß nicht, wie ich der Kleinen helfen soll. Ich werde hier noch in Traunstein gebraucht. … Ich kann die Kleine nicht jetzt schon holen. Das geht nicht. … Ja, natürlich. Ich tue alles dafür, dass ich meine Tochter so schnell, wie möglich aus dem Heim abholen kann. … Ja, klar. Ich melde mich dann noch einmal bei Ihnen. Aber ich muss noch etwas klären.“

Michael, der bei dem Gespräch, ohne es zu wollen, zuhörte, fragte seinen Freund und Kollegen, was los wäre. „Ist irgendwas nicht in Ordnung, Thomas? Was hast du denn für ein Problem?“
„Ich habe… Das war jetzt noch einmal das Jugendamt in Hannover. Es gibt… Es gibt wohl plötzlich ein großes Problem. … Jasmin müsste jetzt schon geholt werden. Die Großmutter, wo meine Tochter bisher gewohnt hat… ist an einem Herzinfarkt gestorben; Jasmin ist im Moment im Kinderheim untergebracht. Aber sie ist jetzt völlig durcheinander… Und dann… Dann gab es wohl auch noch ein zweites Problem bei der Kleinen. Die Mutter… Die leibliche Mutter meiner Kleinen… Meine Ex-Freundin ist gestorben. Sie hatte einen Lungenkollaps und… und ist an den Folgen gestorben. Ich will zwar auch nicht wissen, was genau passiert ist. Aber auf jeden Fall muss ich meine kleine Tochter jetzt zu uns nach Hause holen. Sie wird im Kinderheim zugrunde gehen.“

„Willst du die Kleine denn… Willst du denn deine Kleine jetzt schon holen?“, erkundigte sich Karin, die zu dem Gespräch zwischen Michael und Thomas hinzukam, bei dem Piloten, der sogleich antwortete: „Ich MUSS die Kleine jetzt schon holen. Die Mutter und die Großmutter meiner Kleinen sind beide plötzlich gestorben. Jetzt wohnt Jasmin im Kinderheim. Und sie… Und sie fühlt sich dort nicht wohl. Ich will nicht, dass meine Tochter leidet.“, wusste Thomas und zuckte zusammen, als er sein Handy erneut hörte und erkannte, dass sein ehemaliger Kollege und Freund Jens Köster noch einmal anrief.

„Jens? Hast du eine Lösung für deine Tochter? … Ja, das ist sehr gut. Ich kann also meinem Chef sagen, dass… Dass ich die Kleine schon morgen holen fahren kann. Das trifft sich wunderbar. … Ich habe vor ein paar Minuten einen Anruf vom Jugendamt bekommen, dass meine Tochter plötzlich im Kinderheim sitzt. Die Großmutter und die leibliche Mutter sind beide gestorben.“, erzählte Thomas und nickte. „Ja… Ja, natürlich kann ich das vorbereiten. Aber wichtig ist, dass du erst einmal meinen Dienst übernimmst. Schließlich geht es Jasmin schlecht. Und jetzt muss ich alles vorbereiten. … Melde dich am besten bei meinem Chef persönlich und kläre mit ihm alles ab. Ich schicke dir die Nummer.“



Am nächsten Tag hatte Thomas die Reise zu seiner Tochter angetreten und wollte das kleine Mädchen eigentlich nur kurz ins Auto packen und mit der Kleinen zusammen nach Traunstein zurückfahren. Doch schon bei der Anfahrt auf das Kinderheim machte ihm die Zeit einen Strich durch die Rechnung.

„Wir haben bereits etwas… Wir haben bereits seit einer halben Stunde Besuchsschluss. Im Moment können Sie nicht zu Ihrer kleinen Tochter.“, wandte sich die Erzieherin an den Piloten, als sie ihn vor dem Eingang des Kinderheimes traf.

„Wie soll meine Kleine das denn noch eine ganze Nacht überstehen, hier zu bleiben? Ich will doch Jasmin nur einpacken und dann… und dann nach Hause zurückfahren. Es geht dem Mäuschen… Es geht dem Mäuschen doch hier nicht gut. Ich will nicht, dass sie noch eine Nacht hier im Kinderheim bleiben muss.“, flüsterte Thomas und warf einen schnellen Blick auf den Innenhof des Kinderheimes.

Mehrere Kinder spielten ausgelassen Fangen; einige turnten am Klettergerüst oder schaukelten auf der großen, roten Schaukel direkt vor dem Zaungitter.

„Wo ist denn meine kleine Maus? Wo ist das Mädchen denn?“, wollte Thomas wissen und die Erzieherin seufzte: „Die Kleine ist da vorne… mit dem Puppenwagen unterwegs. Ihrer kleinen Jasmin geht es zwar wirklich in den Stunden, seit sie hier im Heim ist, nicht besonders gut. Aber ich weiß nicht… Ich weiß nicht, ob ich sie jetzt noch zu der Kleinen lassen soll. Es geht ihr nicht besonders gut. … Die arme, kleine Maus. Wir haben schon seit einigen Stunden Probleme mit ihr. Sie leidet natürlich unter dem Hiersein. Aber ich will nicht, dass sie jetzt noch die Kleine besuchen.“
„Ich will meine kleine Jasmin doch auch gar nicht besuchen; ich will die Kleine abholen.“, erklärte Thomas noch einmal der Erzieherin und fuhr die junge Frau entschieden an: „Ich will nicht… Ich will meine kleine Tochter nicht mehr leiden sehen müssen. Bitte… Bitte lassen sie mich mein kleines Mädchen mit nach Hause nehmen. … Ich weiß nicht, was so schwer ist, die Kleine hierher zu holen, damit ich die Maus ins Auto packen kann. Ich habe mich ausgewiesen; Sie haben ein Fax vom Jugendamt vorliegen, dass ich die Kleine aus dem Heim abholen kann. Dass ich der leibliche Vater der Maus bin.“

„Und Sie denken, dass ich Ihnen das Kind so zwischen Tür und Angel überreichen kann und Sie dann mit der Kleinen auf auf und davon jagen kann? Ihre Tochter kennt Sie doch noch überhaupt nicht. Sie haben noch nicht eine einzige Minute mit Ihrer Kleinen Zeit verbracht. Und außerdem haben wir noch einiges zu klären, bevor Ihre Tochter mit Ihnen nach Bayern zurückfahren kann.“, erklärte die Erzieherin und schloss hinter sich die Tür, während Thomas sah, wie ein Mädchen auf seine Tochter zulief.

„Meine kleine Maus… Sie können mich gerne von oben bis unten durchsuchen; ich werde die Kleine nicht ohne Erlaubnis hier wegbringen. Aber meine Tochter… meine Tochter leidet doch! Sie müssen das doch sehen!“, fuhr Thomas die junge Frau an. „Ich weiß nicht, wie ich Ihnen das noch erklären soll, dass ich mein Kind nur retten will. Sehen Sie da vorne?! Meine Tochter wird von einem anderen Mädchen geärgert… Dieses Mädchen nimmt meiner Kleinen sogar… nimmt meiner kleinen Maus sogar die Spielsachen weg. Lassen Sie mich doch bitte zu der Kleinen…“
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