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Blut & Liebe

von Xhexania
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Agron OC (Own Character) Spartacus
25.01.2017
12.10.2021
19
23.975
4
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18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.06.2017 1.306
 
"Huff!" mit einem Keuchen hebt sie einen der Wassereimer auf ihre Schulter und den anderen nimmt sie in die freien Hand, bevor sie sich aufmacht, diese aus dem Ludus zu tragen. Die Arbeit die ihr ununterbrochen aufgetragen wird zerrt etwas an ihr, doch sie wird besser. Nun ist sie schon fünf Tage hier und außer sich darum zu kümmern das den Gladiatoren nichts fehlt und sich selbst durchzuschlagen tut sie nichts anderes. Ein gleicher Ablauf jeden Tag und jedes Mal kreisen ihre Gedanken um ihre Heimat, die Sehnsucht und die Schmerzen die sie verspürt wenn sie Abends ins Bett fällt und alles wieder hochkommt, wenn ihre Familie vor ihren Augen plötzlich auftaucht.  Naya denkt an ihre Mutter wenn sie die Eimer schleppt und beim Essen für die Gladiatoren hilft sieht sie ihre kleine Schwester vor sich, ihre Brüder machen ihr Mut mit den Worten das sie nicht aufgeben soll, wenn sie mit den Kräften am Ende ist und ihr Vater hat ein strenges Auge im Geist auf sie wenn sie sich Nacht um Nacht nach draußen schleicht um zu üben. Sie sind da, doch sind sie nur Erinnerungen und schöne Einbildungen die sie nicht verrückt werden lassen. Mit flinken Schritten macht sie sich am Rande des Trainingsplatzes an den Kämpfenden vorbei und zuckt plötzlich bei einem lauten Aufruf zusammen, doch findet schnell wieder die Balance. Langsam hat sie sich an die Kämpfe gewöhnt und soll den trainierenden Wasser zur Abkühlung bringen, dabei aufpassen das man ihr den Kopf aber nicht abschlägt.

"Was starrst du so rüber Bruder!? Ist sie so hübsch das du dich nicht mal auf deinen Kampf konzentrieren kannst?! Was soll das erst in der Arena werden?" schreit der jüngere der beiden Brüder die sie öfter beobachtet, er lacht dann seinen Bruder aus  und streckt ihm lächerlich die Zunge entgegen, um ihn zu necken. Naya schluckt etwas und stellt die Eimer mit dem Wasser für die Gladiatoren an den Rand, dabei achtet sie darauf nicht von dem Rest auch noch entdeckt zu werden, die Aufmerksamkeit kann sie sich sparen.
"Naya!" die Stimme des älteren, schon etwas abgenutzten Mannes dringt durch das Gebrüll zu ihr durch und sie dreht den Kopf. Er winkt sie zu sich. Stimmt, dass Essen muss noch gemacht werden, fällt ihr ein. Sie ist zu sehr neben sich und kann noch immer nicht wirklich realisieren was sie hier tut und warum ausgerechnet ihr das alles passiert ist, doch sie will nicht bestraft werden und verletzt werden. Letztens hat sie gesehen was einem passiert ist, der den großen Spartacus umbringen wollte. Dieses Schauspiel hat sich in ihr Gedächtnis gebrannt und sie verdrängt alles an diese Erinnerung. Der Tod eines Mannes, nein eines Gladiatoren bedeutet nichts an diesem Ort. Langsam setzt sie sich in Bewegung und versucht möglichst aus der Reichweite der Schwerter und Kämpfer zu kommen, doch anscheinend hat man sie doch schon bemerkt. Ein Grinsen bildet sich auf dem Gesicht eines der Gladiatoren und er tritt etwas zurück, um näher an ihr zu sein.

"Die krieg ich! Wird gleich aufschreien!" hört sie plötzlich und sieht das Ende des Schwertes auf sich zu sausen und im gleichen Atemzug reagiert sie, dreht sich elegant zur Seite und weicht somit dem Angriff haarscharf aus, dabei verzieht sie keine Miene, sagt nichts und lässt den Proll einfach stehen. Die Männer halten kurz inne und schauen ihr verdutzt hinter her, bis sie dann verschwunden ist und die Tiere wieder zum Kämpfen angetrieben werden. "Hochmut kommt vor dem Fall." zischt sie leise und tritt in die kleine Küche ein. Der alte Sklave nickt ihr zu und weist sie an die Schalen zusammen zu räumen und das Brot zu teilen, dass ist einer der wenigen Orte die sie mag und für einen Moment aufatmen kann. Der alte Kerl redet nicht viel und auch nur wenn es wirklich nötig ist, dass heißt keine Sprüche oder Fragen und auch keinen Ärger.
"Du solltest langsam daran denke dich zu Baden. Das dreckige Wasser hilft auch nicht mehr.." meint er nur murmelnd und sie seufzt auf:"Ja, dass weiß ich.."
Heute sollte sie wenn alle schlafen ein Bad nehmen, der Dreck auf ihrer Haut ist ihr zuwider und sie sehnt sich nach der Wärme vom Wasser. Es hat gedauert bis sie den Mut dazu gefunden hat, weil ganz sicher will sie nicht zu diesen blutrünstigen Monstern, so wie die Wachen die ganze Zeit schon spotten. Sie warten nur bis einer von den Gladiatoren über sie herfällt und werden einfach nur lachen, denn wer interessiert sich schon für eine so niedere Sklavin wie sie? Genau niemand würde sich darum scheeren. Trotzdem hat sie den Vorteil, dass sie sich frei bewegen kann im Ludus und den Zellenräumen und somit zwar später und nach den Kämpfern aber überhaupt baden kann.

"Bring es raus. Sie sollten fertig sein!" weist er an und sie bringt die Schüsseln und das Brot nach draußen. Dort haben sie gerade ihre Waffen abgelegt und necken sich mit Sprüchen und harten Worten, weisen sich gegenseitig zurecht und zeigen wie sie sich bei gewissen Technicken verbessern können. Es ist schon etwas faszinierend, aber jetzt haben sie hunger und sind auch rüpelhaft zueinander, vor allem zu den Neuen. Naya reicht jedem eine Schüssel und Brot, während ein anderer Sklave diese dann füllt. Sie ist stumm und vermeidet jeden Augenkontakt. Das hat ihr der Alte geraten, um nicht in Schwierigkeiten zu kommen, es sind auch ein paar sehr ungemütliche Genossen dabei. Diese Krieger machen ihr Angst, die meisten von ihnen haben mehrere Male dem Tod ins Auge geblickt und sind ihm entkommen und genau davor hat sie viel Respekt und vorallem kann sie die Kerle nicht wirklich einschätzen, zmindest nicht alle, denn sie scheinen zu vielem fähig zu sein, wenn sie das wollen. Naya durfte schon ein Mal mit ansehen wie einer der Kämpfer einfach im Trainingskampf schwer verletzt oder getötet wurde. Das Blut klebt immer noch an der Wand und soll als Symbol dienen. Sie wiedert das eher an.

Nun steht der Kerl von vorhin vor ihr, der der versucht hat sie mit seinem Schwert zu treffen. Zwar weiß sie nicht wieso, aber sie hat die Aktion vereitelt und er scheint nicht besonders erfreut darüber zu sein. "Du hast mich blamiert. Das solltest du nicht noch einmal tun." zischt er und spuckt dabei vor ihr auf den Boden, was sie mit einem verzogenen Gesicht hinnimmt und es einfach abtut. Am liebsten würde sie ihm den Löffel in sein Auge rammen, doch atmet sie durch und sammelt ihre Nerven. Sie tötet ihn einfach später wenn er schläft, dass ist am Besten. Jetzt darf sie nichts überstürzen und wenn er auch noch ein paar Kameraden hier hat wird es sowieso böse für sie enden.
"Lass dich nicht unterkriegen." sie schaut verwirrt nach oben und blickt in das frech lächelnde Gesicht von dem germanischen Gladiator, der sie mal wieder mit seinen Worten antreibt. Seine dunklen Haare sind in Zöpfen zurück gemacht und seine helleren Augen strahlen sie noch etwas mehr an. Er hat eine ganz andere Ausstrahlung als sein bruder und sie lächelt zaghaft zurück, als sie ihm sein Essen in die Hände drückt.  

Als alle durch sind gleitet ihr Blick umher, für einen Augenblick bleibt er auf die am Boden liegenden Waffen hängen und sie atmet etwas stark aus. jeden Abend trainiert sie und stärkt ihren Körper seit sie hier ist. Naya presst die Lippen aufeinander und schaut dann wieder zu den Gladiatoren, ihre Augen treffen den eisernen Blick von dem Kerl mit dem berüchtigten Namen Spartacus und ihr läuft ein leichter Schauer über den Rücken. Schnell nimmt sie ihre Sachen und verschwindet wieder rein. Etwas ist komisch und sie kann nicht klar denken in der Nähe dieser Leute, dass ist nicht ihre Welt.
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