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Blut & Liebe

von Xhexania
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Agron OC (Own Character) Spartacus
25.01.2017
12.10.2021
19
23.975
4
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18 Reviews
Dieses Kapitel
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12.02.2019 1.360
 
"Wahrhaftig, die Götter schenken uns endlich mal ihre Gunst!" staunt Agron und betrachtet den herunter gekommenen Tempel, der für die Gruppe von ausgelaugten Sklaven wie eine Oase erscheint.  Langsam tasten sie sich an das fremde Gebiet heran und eine Vortruppe erkundet den Tempel genauer. Agron betrachtet das kaputte Dach und zuckt mit den Schultern:"Naja, eine Art von Dach über unseren Köpfe ist besser als keins." Da stimmt ihm sein Arenabruder zu und Spartacus entscheidet, dass sie hier ausruhen werden und ein Lager aufschlagen, doch plötzlich werden sie aufgescheucht als ein Mann bewaffnet aus dem Dunkeln tritt und sie bedroht. "Ihr bekommt hier keine Zuflucht! Ihr Soldaten könnt euch fortscheren!" brüllt er laut und Wut lodert in seinen Augen auf.
"Vergebung! Er sah verlassen aus!" versucht Spartacus den alten Mann zu beruhigen und seine Männer zurückzuziehen, damit sie ihn nicht gleich töten und unschuldiges Blut vergießen. Sobald der Name des größten Gladiatoren aber fällt erweichen die Gesichtszüge des Mannes und er freut sich keine dreckigen Römer vor sich zu haben. Dann breitet er die Arme aus und heißt sie in seinem Heim herzlich Willkommen!

"Wo steckt nur dieser alte Nichtsnutz?!" meckert Lucius und greift zu den guten Weinkrügen, die er sonst immer allein trinkt und schenkt den beiden Anführern jeweils einen Becher voll ein. "Ein guter Freund und seine Kleine beherberge ich hier ebenfalls, doch gerade sind sie wohl wieder auf der Jagd. Die Kleine ist eine Bestie!" lacht der Mann und schüttelt nur den Kopf, während sie anstoßen und über den Tempel reden in dem sie sich gerade aufhalten. "Sind die beiden sehr gefährlich oder misstrauisch?" fragt Agron und werden dabei von ihrem Gastgeber durch die paar Tunnel unter dem Gebäude geführt. "Nein... also doch. Sie sind sehr misstrauisch und Fremden gegenüber distanziert, aber kein Wunder bei dem was sie durchgemacht haben. Das die Kleine noch lebt ist mir ein Rätsel, die Götter waren sehr gnädig mit ihr." erklärt er und zeigt ihnen die wenigen Vorräte  die noch vorhanden sind, aber da haben sie genug Lösungen parat und kümmern sich erstmal nicht weiter darum. "Wenn sie gute Kämpfer sind brauchen wir sie auf unserer Seite. Darum werde ich mich schon kümmern können..." versichert Spartacus und sieht endlich einen Ort zum ausruhen für sich und seine Kameraden. Nur für eine Weile endlich mal versteckt sein und etwas Ruhe zu genießen, dass brauchen sie jetzt ganz dringend. Lucius erzählt ihnen seine Geschichte und warum er den Mann so sehr verehrt, der sich gegen die Römer erhoben hat und gegen sie kämpft. Nun können sie neue Pläne schmieden und ihre Kameraden aus der Arena befreien, noch sind sie zu wenige aber bald wird es nicht mehr so leicht sein sie aufzuhalten.

Langsam neigt sich die Sonne dem Untergang und wärmt nochmal den Rücken der jungen Frau. Sie sitzt auf einem hohen Vorsprung und lässt die Beine über dem Abgrund baumeln. leise summt sie eine alte Melodie und flechtet ihr dunkles Haar zu zwei/ drei kleinen Zöpfen, bevor sie ihre Stimme erhebt und einen kurzen Blick zurück zu ihrem Freund wirft, der gerade einige tote Tiere zusammenbindet. "Ich habe sie alle gesehen... Ihre gruppe ist gewachsen, aber sie sind erschöpft und am Ende ihrer Kräfte. Agron war dabei, er hat seine Haare abgeschnitten... wie schade." flüstert sie und hat die Hand fest um die Kette an ihrem Hals gekrallt. Alles in ihr sehnt sich nach ihm, doch sie hat sich zwei Mal vorsichtig an den Tempel geschlichen und ihn mit einem anderen Mann gesehen. Einen jungen, hübschen Kerl und dann die Blicken die sie einander zu geworfen haben... er hat sie vergessen, aber warum  trägt er dann noch ihre Kette? Einst haben sie sich geschworen wenn einer von ihnen stirbt und der andere ihn los gelassen hat, dann müssten sie ihre Ketten vergraben und sich verabschieden. Hat er sie also doch nicht gehen lassen? Was kann sie jetzt nur tun? Ist etwas zwischen den beiden?
"Bist du bereit sie zu treffen? Oder willst du gehen und für immer als Tote gelten?" fragt Samos und bindet seine grauen Haare zurück, bevor er die Beute schultert und sich allmählich auf den Weg machen will. "Lange werden wir uns hier nicht mehr verstecken können. Stell dich ihnen oder geh!" Er hat Recht! Noch einen Tag und sie wird auch dazu stoßen. "Geh vor, mein Alter! Ich werde mich Morgen dazu entschließen dir zu folgen." meint sie lächelnd und kann eine leichte Aufregung nicht unterdrücken. Es ist viel zeit vergangen seit dem letzten Treffen und vieles hat sich verändert....
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Am nächsten Tag:

"Samos! Da bist du ja endlich wieder!" erfreut sich Lucius und schließt in seine Arme, dann stellt er ihm den Anführer der neuen Mitbewohner vor und Samos schmunzelt nur:"Diesen Mann kenne ich gut. Lange nicht gesehen, großer Kämpfer!" die Männer geben sich die Hände und klopfen sich fest auf die Schultern. Gerade sind die Krieger von einem Kampf wieder gekommen, den selbst Rom bemerkt haben muss und nun müssen sie die Verletzten umsorgen. "Du kommst genau richtig! Wir brauchen deine Fähigkeiten!" das lässt er sich nicht zweimal sagen und folgt sofort einigen Frauen zu den Befreiten. "Wo ist die Kleine?" fragt Lucius und sein freund zuckt nur grinsend mit den Schultern:"Sie ist auf dem Weg."

Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist ertönt lauter Aufruhr und einige Männer werden über den Platz geschleudert und können sich selbst zu viert nicht gegen die Jägerin auflehnen. Die Anführer kommen aus dem Tempel gerannt und versuchen den Tumult zu kontrollieren. "Was soll das?" fragt Crixus laut und stützt sich auf seine Geliebte, doch da steht sie schon vor ihnen und ist bereit sie zu töten. In ihrem Kopf kann sie nicht ganz verstehen was sie tun soll. Sind sie Freunde oder doch nun Feinde? Viele bekannte Gesichter tauchen auf und sie weiß nicht wie sie sich verhalten soll.

Ihr Atem geht kräftig und der Körper der Jägerin ist zum zerreißen gespannt. Sie hat eine Angriffsposition eingenommen und ihr Gesicht unter einen dunklen Kapuze versteckt, während sie versucht ihren starken Herzschlag unter Kontrolle zu halten.  Als plötzlich Schritte ertönen und die beiden ehemaligen Gladiatoren aus dem Tempel geschritten kommen, spannt sie die Sehne ihres Bogens und man kann die ausgeprägten Muskeln ihrer zierlichen Statur erkennen. Als der berüchtigte Krieger in ihre Augen blickt, kann er kaum glauben das sie vor ihm steht und das sie auch noch lebt. Aus der tödlichen Kämpferin ist eine Bestie geworden, die ebenfalls nach Blut lechzt und doch endlich Frieden finden will. Langsam steigt er die Stufen hinab und auf sie zu:"Das ist doch unmöglich! Du lebst..." sagt er etwas ungläubig und vermutet einen Streich der Götter, doch als er die Pfeilspitze direkt auf seine Brust bemerkt und nun in das Gesicht der ehemaligen Sklavin sehen kann, ist er sich sicher. Samos kommt hinzu und bittet sie mit einer Kopfbewegung den Bogen zu senken, dann hebt Spartacus langsam die Arme, scheucht seine Kameraden zurück und zieht ihr vorsichtig die Kapuze vom Kopf. Die Schönheit der jungen Frau kommt zum Vorschein und sie wendet den Blick für einen Moment ab, dann schaut sie ihm stark in die hellen Augen er kann sich ein Lächeln nicht verkneifen:"Das ist wahrhaftig ein Geschenk, du bist es N-"

"NAYA!?" eine laute Stimme ertönt und Spartacus tritt zur Seite, als Agron Nasir´s Hand loslässt und verwirrt auf sie zustürmt. Zaghaft betastet er ihr Gesicht und eine Träne rollt seine Wange hinunter und er bricht vor ihr auf die Knie und kann es nicht glauben, dass er sie nochmal berühren darf. Seine Gedanken überschlagen sich und auch sie kann sich gerade so zusammenreißen ihn nicht zu erdrücken vor Freude, denn sie weiß er hat längst jemand anderen gefunden und sie darf sich ihm nicht mehr nähern. Naya muss ihn gehen lassen und ihn von sich verstoßen. Kann sie das?

"Du hast mich nicht vergessen?"
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