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Blut & Liebe

von Xhexania
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Agron OC (Own Character) Spartacus
25.01.2017
12.10.2021
19
23.975
4
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18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.12.2018 1.586
 
"Sei vorsichtig mit den Sachen, sie sind schwer und-", "Samos. Bitte! ich schaffe das schon." unterbricht sie die fürsorglichen Worte ihres alten Freundes und stibitzt mit flinken Fingern einige Kleinigkeiten von den Ständen der Händler, in ihren unaufmerksamen Momenten und steckt sie in den Korb unter ihrem Umhang. Beide haben zur Sicherheit die Kapuzen tief in ihr Gesicht gezogen und versuchen sich versteckt zu halten, auf ihrem Rundgang über den Marktplatz und beim Erledigen ihrer Aufgaben. Die Wahrscheinlichkeit das jemand sie erkennt ist sehr gering, aber sie wollen es nicht darauf ankommen lassen und außerdem treiben sich genug Spitzel und Soldaten hier herum, die Augen und Ohren offen halten. Es ist gefährlich, aber die beiden können nicht ewig versteckt bleiben und untätig sein. Sie brauchen Informationen und Neuigkeiten und die bekommt man nur wenn man sich unter das Volk mischt und aufmerksam ist. Es sind Monate vergangen als sie das letzte Mal auf dem Markt war und den Gesprächen der oberen Schichten gelauscht hat, doch nun hört sie kaum anderes als Klatsch und Tratsch und den Namen "Spartacus".  Ihre Wunde schmerzt und beginnt zu stechen, sobald sie etwas über ihn und seine Armee aus Sklaven erfährt. Was ist mit Agron? Wie geht es ihm und ist er wohl auf? So viele Fragen drehen sich in ihrem Kopf um ihn allein und sie würde am liebsten wieder in Tränen ausbrechen bei den Gedanken. Aber sie reißt sich zusammen und denkt daran was alles geschehen ist. Ihm geht es gut und er hat sie sicher schon vergessen... für ihn ist sie tot und das ist auch gut so.

Langsam stößt sie sich von der Wand ab und nimmt einen Apfel aus dem Korb voll geklauter Dinge und beißt hungrig rein, bevor sie ihren Weg fortsetzt und sich auf die Suche nach Samos macht. Dieser hat sich in eine der Gassen verzogen, wo sich die Leute rumtreiben deren düstere Seelen eher Tod als lebendig sind. Hier kommt man an alles was das Herz aus tiefen Abgründen begehrt und noch viel mehr. Die gierigen Blicke liegen auf der Haut der jungen Frau, während sie sich ihren Weg durch die Massen sucht und dabei auf die gaunerischen Hände der Monster gefasst ist. Sogar die Kinder würden einen ohne mit der Wimper zu zucken ermorden, wenn es um ein Stück trockenes Brot geht oder etwas Geld. deshalb sollte man die Augen von allem nehmen und sich auf das eigene Wohl fixieren. Ihren Freund findet sie fast am Ende der Gasse, wo er gerade mit einem Mann in einer Wandspalte plaudert und die beiden wie geisterhafte Gestalten wirken. "Samos..." flüstert sie und berührt ihn zaghaft an der Schulter. Für einen Moment unterbricht er sein Gespräch und sein Gegenüber dreht sich etwas weg und schaut sich verstohlen um, dann geht er einige Schritte weg und lässt die zwei für sich allein. "Hast du alles?" fragt er und Naya nickt nur:"Wer ist das?" wechselt sie sofort das Thema und der ehemalige Sklave beginnt zu grinsen:"Das wirst du bald erfahren." er kichert und fährt sich durch die langen grauen Haare, dann aber fällt ihm etwas ein und er streicht mit seinem Daumen über ihre Wange:"Ich habe etwas interessantes erfahren. Du musst jemanden besuchen und nach schauen ob er noch lebt.", "Was meinst du? Von wem sprichst du?" fragt sie überrascht und versucht kaum lauter als ein Hauch zu reden.

"Ich habe einen alten Freund entdeckt... er befindet sich in den Höhlen. Du solltest dort einmal vorbeischauen und ihn grüßen." meint der alte Mann und betrachtet dann ein kleines Stück Gold zwischen seinen Fingern, dann grinst er und zwinkert bevor er sie wegschickt und seinen Gesprächspartner verfolgt. Dieser dreht sich noch einmal um und erhascht den Blick der jungen Frau. Für einen Moment bleibt alles um sie herum stehen und ihre kehle schnürt sich komplett zu. Da ist er! Spartacus höchst persönlich hat sich in die Massen geschlagen und das obwohl jeder sein Gesicht kennen sollte. Der bestialische Mann aber zeigt keine Reaktion und richtet seine Worte dann wieder an Samos, der ihm einige Vorschläge zuflüstert und ihm über seinen Wohnsitz informiert. Die germanische Kämpferin streckt die Schultern durch und befasst sich nicht weiter damit, nein sie will wissen wen sie in den mörderischen Höhlen antreffen soll.  Dort wo es heißt: nur einer überlebt!  

Der Gestank von Blut, Schweiß und Pisse dreht einem fast den Magen um sobald man die Höhlen auch nur betritt. Man hört schon die lauten Rufe und Siegesschreie, das Geheul der Zuschauer und kann das Blut schon in den Adern pulsieren spüren. Zaghaft steigt sie die Treppenstufen in die Hölle hinab und die Hitze schlägt ihr kräftig entgegen und bringt ihren Körper in Wallung. Hier herrscht der Tod, die Ekstase des Kampfes und der Dominanz mit der man den Sieg auf seiner Seite hat. Staub und Sand wirbelt auf, während sie sich durch die brüllende Masse drückt und nur den einen Namen hört. Einen sehr bekannten und angsteinflößenden Namen.
Dann sieht sie den Krieger vor sich im Ring. Seine dunkle Haut spannt sich bei jeder Bewegung an und er gibt nicht einen Laut von sich, während er seinem Gegner den Schädel spaltet und ihn wie ein Nichts am Boden liegen lässt. Der ehemalige peitschenschwingende Ausbilder des Ludus ist nun zu einem ausdruckslosen und leeren Kämpfer geworden, der sich nach einem Sinn oder dem Tod sehnt. Sie erkennt diesen Ausdruck sofort und muss schlucken, doch sie huscht an allen vorbei und schafft es in die Zelle des stolzen Mannes. Er fährt mit den Händen über die Kratzer und betrachtet das Blut an seinen Fingern, aber er kann kaum zum Wasser greifen so abwesend ist er und lehnt sich seufzend zurück. Wie lange ist er schon an diesem Ort? Wann hat er sich so aufgegeben? Für einen Moment betrachtet sie ihn, wie ein stummer Schatten und kann kaum fassen was sie mit ihm getan haben. Leider kann sie nicht lange so weiter machen, denn ihre Anwesenheit hat er längst bemerkt, doch er sagt nichts und lauert lieber darauf wer sie sein könnte oder was ihre Absicht ist.

"Sei gegrüßt, Drago." lächelt sie und tritt aus dem Schatten der Ecke in das warme Licht der Feuerschale, während sie mit beiden Händen ihre Kapuze abstreift:"Lass mich dir helfen." mit ihren schmalen Fingern greift sie nach einem Lumpen und tränkt ihn in Wasser, damit sie die Überreste des Blutes und der Farbe von seinem Körper waschen kann.
"Was für ein wunderschöner Anblick... ich freue mich dich lebend zu sehen." sagt er ausdruckslos, mit einem Funken Neugier in den Augen und spürt den leichten Schmerz der Wunden als sie diese vorsichtig berührt. Es gab keine Pause zwischen den letzten Kämpfen und er wirkt ausgelaugt, müde und vom Leben das er nun führt nicht erfüllt. Sie wischt über seine Schultern und betrachtet die Wunde genauer: "Ich kann sie für dich versorgen... die Wunde sollte sich nicht entzünden." Er aber schaut sie nur ausdruckslos an: "Tu was du willst. Ich werde dich nicht aufhalten, doch wenn ich dadurch sterben kann... tu es bitte nicht." Seine Worte ignoriert sie einfach und greift zu einer Nadel und etwas dreckigen Faden, was nicht das Beste ist, aber damit kann sie ihn vor schlimmeren bewahren."Ich wurde hierher geschickt um mit dir zu sprechen, doch was ich vor finde ist nicht der Drago den ich einst im Ludus traf. Du bist nicht mehr der stolze und Weise Mann der mir geholfen hat..." Ihre Stimme lässt ihn aufhorchen und ihre Worte lassen ihn nicht kalt, doch er hat keine Kraft mehr und sein Wille sowie sein Stolz sind gebrochen.

"Würdest du mir den Gefallen tun und mich von den Fesseln dieses Lebens befreien? Du wärest besser als jeder dieser Dummköpfe hier dafür geeignet. Ich will gegen jemanden ebenbürtigen antreten und von dieser Person zu den Göttern geführt werden." Seine Worte sind von Trauer und Schmerz durchzogen. Er will loslassen und gehen, doch er will ehrenhaft sterben und nicht wie ein wehrloser Hund im Sand verrecken. Sie bemerkt das er diesen Ort wohl gut kennen muss und hat ihn wohl wie einen alten Bekannten begrüßt. Sie aber kann ihm einfach nicht diesen Gefallen tun... es schmerzt zu sehr ihn leiden zu sehen, aber sein Leben kann sie und darf sie nicht beenden.
"Dein nächster Kampf könnte dein Tod sein." flüstert sie und tränkt ihre Finger mit frischer Farbe, die sie auf sein Gesicht aufträgt und verteilt, dabei schmiegt er seinen Kopf in ihre Hände und schließt für einen Moment die Augen:"Dann werde ich ihn mit Freuden in meine Arme schließen und du... du wirst leben und zurück zu deinem Geliebten gehen. Ihr seid für einander geschaffen, so wie einst ich und meine Frau..." sie wischt die Farbe an einem Lumpen ab und schüttelt nur den Kopf:"Er hat mich sicher schon vergessen. Ich werde nicht mehr Teil seines Lebens sein..." sie will gehen, doch da umgreift er ihr Handgelenk und hält sie zurück:"Das bist nicht du. Du gibst nicht auf und du kämpfst immer weiter... sonst hätten die Götter dir nicht dein Leben geschenkt."

Sie entreißt sich seinem Griff und schaut ihn traurig lächelnd an:"Dann gib auch deines nicht auf. Wir werden dich noch brauchen, also reiß dich zusammen und LEBE!"
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