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Blut & Liebe

von Xhexania
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Agron OC (Own Character) Spartacus
25.01.2017
12.10.2021
19
23.975
4
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18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.11.2018 1.110
 
Das Haus des Batiatus ist gefallen und alle Sklaven konnten fliehen. Das Massaker das sie hinterließen war grausam und blutig. Sie ließen alle ihrer Wut und dem Zorn freien Lauf Wochenlang haben Spartacus und seine Leute, die Gladiatoren Capua terrorisiert. Viele Adelige schickten Söldner und Soldaten gegen sie in den Kampf und um sie zu jagen, doch das konnte sie nicht aufhalten, nur voran treiben und sie bestärken mit ihrem Tun weiter zu machen. Immer mehr Römer werden sie töten und doch ist es schwer für ein Dutzend Sklaven zu sorgen und sie versteckt zu halten, doch bald wird es besser für sie und sie werden mehr Siege davon tragen.

Weiter entfernt, außerhalb der Städte und etwas versteckt von allen liegt ein alter Tempel. Das Dach fast völlig zerstört, dass ist stark Gebäude verwüstet und verlassen. Hier war schon lange niemand mehr, doch nun scheint etwas Leben in ihm aufgekommen zu sein. Auf dem Boden liegen Blutverschmierte Tücher und der metallene Geruch vermischt mit dem Ruß ist beißend in der Nase. Ein alter Mann kniet am Boden und versucht mit den verschmutzten Tüchern einen Großteil des Blutes am Boden wegzuwischen. Am anderen Ende des Raumes liegt auf einer kaputten Liege eine junge Frau und kämpft im Schlaf mit dem leichten Fieberwahn.

"HUAH!" wieder reißt sie aus dem Schlaf auf und übergibt sich neben ihrem Bett in einen Krug. Wieder eine Nacht  voller Albträume und Schmerzen die die junge Frau plagen und an den Abgrund des Wahnsinns treiben.  "Naya... atme... es ist alles gut." beruhigt sie der alte Mann und stürzt sofort zu ihr, um sie zu stützen und ihre Wunden zu versorgen. "ich bin da. Reiß dich zusammen es ist nicht echt! Du bist frei und nicht mehr in Gefangenschaft!" Weinend krallt sie sich an ihm fest und murmelt die Namen ihrer Familie, ihrer Freunde und ihres Geliebten:"Samos... bist du das? Wo sind wir?" Er zischt und wiegt sie in seinen Armen hin und her, dabei darauf bedacht ihre Wunde nicht zu berühren, die sich in leichten roten Flecken auf ihrem Rücken abzeichnet. Bald ist es zeit den Verband wieder zu wechseln und die Wunde zu säubern. Sie haben Unterschlupf bei einem alten Freunde des Mannes gefunden und sind in dem alten tempel zur Ruhe gekommen. Langsam kommen ihre Erinnerungen zurück und Naya erkundigt sich nach ihrem Gastgeber:"Wo ist Lucius?! Ist der Säufer wieder Wein holen? Warum hören diese Schmerzen nicht auf.... warum lebe ich noch?!" fragt sie keuchend und lehnt sich zurück auf die Liege, den Geschmack des  Erbrochenen im Mund und erschöpft von ihren Kämpfen gegen die Heilung.

Er schaut sie an und seufzt nur:"Ich habe dich gerettet. Du müsstest tot sein und doch konnte ich dich dort nicht liegen lassen, dein Wille zu leben war viel zu stark." Sie schaut ihn an und nickt langsam:"Ja.... ich wollte leben, aber ich wollte auch zu meiner Familie." Der Alte lacht nur und schenkt ihr einen Becher mit Wein ein, dann nimmt er sich selbst einen und stößt mit ihr an:"Die Götter sehen dich als ihr Spielzeug und finden es witzig dich am seidenen Faden hängen zu lassen." Er selbst kann kaum glauben das er nun frei ist und doch wird er auf ewig von den Grausamkeiten die er erlitten hat heimgesucht. Eigentlich hatte er nur seine wertvollsten Gegenstände geholt und wollte dann gehen, doch die junge Kämpferin viel in sein Auge und als er ihren schwachen Herzschlag spürte konnte er nicht anders. Beide trinken einen kräftigen Schluck und tanken Kraft, dann erhebt sich die junge Frau vorsichtig und versucht sich auf den Beinen zu halten. Sofort flackern die Lichter um sie herum und sie findet sich für einen kurzen Moment in den Gängen der Kerker wieder. "Das ist nicht echt..." murmelt sie und geht einige Schritte bis die Taubheit und der Schwindel fort sind. Samos betrachtet den Verband an ihrem Rücken und denkt zurück an die Nächte des Fiebers, des Kampfes und der Stunden in denen er sie mehrmals fast verloren hätte. In ihr sieht er seine eigene Tochter... die die er verloren hat durch den Ludus, doch er konnte Naya nicht gehen lassen und hat sie mit allen Mitteln am Leben gehalten. Als sie alles überstanden hat konnte er nur aufatmen und stolz sein. Der Alte hat alles erlebt und weiß das seine zeit sich nun dem Ende neigt, doch ihre hat gerade erst begonnen und nun machen die ersten Narben ihren Willen und Körper stark.  

Mit zittrigen Beinen steigt sie die Stufen hinauf und geht durch die schlecht beleuchteten alten Gänge des Hauses. Die warme Sonne scheint auf ihre kalte Haut und haucht ihr etwas Leben wieder ein, während sie sich über die frische Luft und den Duft der Natur erfreut. "Wie schön..." flüstert sie und streckt ihre Hand nach dem Himmel aus, dabei fällt das Licht der Sonne zwischen ihre Finger durch und ein Lächeln bildet sich auf ihren Lippen. Wann hat sie das letzte Mal einen Sonnenuntergang betrachtet? So wunderschön und hoffnungsvoll...

Vorsichtig betritt sie mit ihren nackten Füßen den sandigen Boden, der an den Kampfplatz ihres Ludus erinnert und ihre Erinnerungen kommen hoch. Sie sieht die Sklaven und Kämpfer um sich herum, verblasst und stumm wie Geistergestalten, und denkt an die Dinge die geschehen sind. Die Nächte in denen sie sich raus geschlichen hat um ihren Liebsten zu sehen oder dem  Training nach zu gehen. Nach vorn! Verteidigen! Ausweichen! Töten!! Immer wieder geht sie einen Schritt nach dem anderen durch und findet sich im letzten Kampf wieder. Blut spritzt und sie versenkt ihre Klinge in den Leibern der Soldaten. Ihre Wut flammt erneut auf und sie brüllt laut über den Platz, während ihre Muskeln sich anspannen und ihre Augen alles um sie herum beobachten. Schweißperlen fliegen durch die Luft und sie verpasst einem Soldaten einen kräftigen Schritt, dann dreht sie sich um und sieht Agron lächelnd vor ihr. Er will sie in die Arme nehmen, doch dann spürt sie den Schmerz durch ihre zugefügte Wunde und wacht aus ihrem Tagtraum auf.

Keuchend und zitternd steht sie da. Tränen, Schweiß und Blut aus ihrer Wunde fallen zu Boden und verfärben den hellen Sand. Sie betrachtet ihre Hände und ballt sie zu Fäusten. "Wieso durfte ich nicht gehen? Ist es noch nicht vorbei? Ich kann nicht mehr..." flüstert sie und warme Tränen rollen über ihre Wangen, die Unwissenheit über den Verbelib ihres geliebten und ihrer wenigen Freunde macht sie völlig wahnsinnig. Sie hatte sich gewünscht zu sterben und was soll sie nun tun?
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