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Blut & Liebe

von Xhexania
Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Agron OC (Own Character) Spartacus
25.01.2017
12.10.2021
19
23.975
4
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18 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
07.11.2018 1.255
 
"Naya... was passiert wenn du erwachsen bist? Was wird geschehen mit uns?" fragt das kleine Mädchen, während ihre große Schwester ihr langes Haar flechtet und es mit Blumen verziert. "Wer weiß? Vielleicht wirst du Mutter von sieben Kindern... oder wirst die Frau eines großen Mannes." meint Naya und kann sich ein grinsen nicht verkneifen. Es ist ein großer Tag für ihre kleine Schwester und sie kann es kaum erwarten das es los geht und alle feiern. Die Feste ihres Dorfes sind immer unglaublich schön und alle Stämmen versammeln sich dieses Jahr zur Wechselzeit. "Aber du wirst doch die Frau unseres nächsten Oberhauptes!" protestiert die Kleine und ihre jüngeren Brüder brüllen begeistert aus einem Hinterzimmer auf:"Unsere Schwester heiratet den stärksten Krieger!" die vier lachen auf und Naya zuckt nur mit den Schultern: "Ob wir heiraten werden wir sehen."

Auf einmal geht der Vorhang zurück und zwei große breitschultrige Männer kommen herein. Ihre langen Haare sind zusammen gemacht oder zum Teil abgeschoren und ihre Körper sind von vielen Tattoos übersehen. Sie betrachten die beiden vor sich bevor sie ihre Waffen und Kleider ablegen:"Du wirst ihn  heiraten! der Typ ist dir völlig verfallen und das nächste Oberhaupt, was willst du mehr!? Außerdem ist er gar nicht so ein großer Krieger!" Sie waschen sich und machen sich für das Fest fertig, doch ihre Schwestern lachen nur auf und sein älterer Bruder meint:"Berengar? Dir ist bewusst das er dich fast umgebracht hat bei eurem letzten Kampf." Sein jüngerer Zwillingsbruder verdreht die Augen und wirft ihm ein Tuch entgegen. Die Geschwister lachen alle und die kleinen Jungs aus dem Hinterzimmer stürmen zu ihren Brüdern um sie zu bekämpfen und zu toben, doch dann hören sie laute Rufe und schauen verwundert auf. "Was ist los?" fragt Naya verwundert und begleitet ihre großen Brüdern  nach draußen, doch was sie dann sehen ist unglaublich erschreckend und sie wissen genau das es heißt zu Fliehen! Die Soldaten sind da und die ersten Häuser beginnen zu brennen, während Freunde und Bekannte des Dorfes zu Boden gehen und sterben. Naya packt ihre Schwester an der Hand, wirft ihren jüngsten Bruder über ihre Schulter und stürmt los. Berengar schnappt sich den anderen Kleinen und brüllt mit der Axt in der Hand:"Los! Wir müssen weg!"

Die beiden jungen Männer sind bewaffnet und gehen voran um den Weg frei zu machen, während alle um sie herum sterben. Was für ein grausames Massaker und das weswegen? Niemand weiß das. "Verschwinde endlich! Geht weiter!" brüllt der Älteste und winkt sie fort, dabei fließt Blut von seiner Schläfe und ein pfeil hat sich in seine Brust gebohrt.

Ohne auf ihre Brüder zu achten stürmt sie weiter und entdeckt eine kleine Höhle versteckt zwischen Büschen und unter Schutt begraben. "Versteckt euch hier. Es wird alles gut... ich..." wieder hört sie Stimmen und schaut die beiden verzweifelt an, bevor sie das Tuch über sie zieht und weinend weiter läuft. Nun ist sie wieder da wo alles geendet hat und ein neues Leben für sie als Sklavin begann. Sie hat alles zurückgelassen und wusste nicht was aus ihrer Familie geworden ist.... alles war ihre Schuld...

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Mit einem mal öffnet sie ihre Augen und hört den lauten Aufschrei des Kriegers. Wie ein Gott fliegt er durch die Luft, die Waffe im Anschlag und brennende Wut in seinen Augen. Crixus hat es begriffen und entschieden sich dem Aufstand anzuschließen und Spartacus auf den Balkon zu katapultieren. Das erste Blut spritzt, ein lebloser Körper fällt über das Geländer und die Schreie der Leute dröhnen in den Ohren, dann geht alles Schlag auf Schlag und die ersten Sklaven stürzen sich auf die Wachen. Sie zieht er Schwert und ein grinsen legt sich auf ihre Lippen, gleichzeitig folgt sie den Männern und geht in den Kampf gegen die Leute die ihr das angetan haben.

Das weiße Gewand beginnt sich rot zu färben und die anmutige Göttin wird zur Schlachterin. Einen nach dem anderen bringt sie zur Strecke und kann  die Freude darüber nicht verbergen und um sie herum findet das unglaublichste Spektakel statt. Die Adeligen verschanzen sich drinnen und die ersten Krieger stürmen das Haus, was sie den Männern gleichtut und einen kurzen Blick zurück wirft. Agron lacht sie erfreut an und ruft:"Warte auf mich! Wir werden zusammen diesen Ort verlassen!" Die junge Frau kann nur lachen: "Dann stirb nicht!" und kann nicht anders als Spartacus zu folgen und an die Freiheit zu denken. Vielleicht findet sie einen Teil ihrer Familie wieder? So viele Ideen und Fragen kommen ihr in den Sinn, während sie kaum an sich halten kann.

Blut fließt Massenweise und tränkt den ganzen Boden. Das ist ein Fest, ein blutiges Fest und die Toten nehmen kein Ende. Man hat alle eingesperrt und zusammengetrieben. Die Sklaven sind befreit und die Grausamkeit hat ein Ende. Noch einmal geht sie kurz alle Räume ab und sieht die Erinnerungen vor ihren Augen. Wie kam es nur so weit? Ist es wirklich vorbei oder erst der Anfang von allem Übel? Sie hört wie jemand ihren Namen ruft und muss unwillkürlich lächeln. Sie haben sich ihre Freiheit erkämpft und nun werden sie diese genießen!

Wie in Trance setzt sie einen Fuß vor den anderen und rennt auf ihren Geliebten zu, will in seine Arme fallen und ihn nicht mehr loslassen. Leider wird das nicht geschehen, denn sie haben etwas übersehen. Plötzlich bleibt sie wie angewurzelt stehen und spürt den stechenden Schmerz in ihrem Rücken, dann bricht sie auf die Knie und Tränen rollen über ihre Wangen:"Was die Götter sich doch für Späße erlauben..." Agron brüllt auf und nimmt einen Speer der im nächsten Moment in der Brust des Soldaten landet. Der Soldat der seine Liebste hinterrücks verletzt hat und nun seinen letzten Atemhauch ausatmet.  Naya betrachtet ihre Hände und sieht das Blut daran, während ihre Sicht immer weiter verschwimmt und sie den Kämpfer nur an seiner Stimme erkennt.

"Es wird alles gut.... Du musst am Leben bleiben..." schlurzt er und seine Hände krallen sich fester in ihren Körper, während er sie an sich drückt und versucht das Leben in ihr zu behalten, doch sie lächelt nur:"Wir wissen beide das es enden wird.... uhh.." sie bäumt sich auf und spuckt Blut. Sie berührt mit ihren Fingerspitzen zaghaft sein Gesicht, aber er schüttelt nur den Kopf und umgreift ihre Hand:"Nein...nein, dass darf es nicht. Ich kann nicht noch jemanden verlieren, nicht noch mehr leiden und noch mehr Tränen vergießen." Die Tore wurden geöffnet und es wären nur ein paar Schritte gewesen und sie wäre frei, doch nun wird sie hier sterben in den Armen des Mannes den sie liebt.
Sie hat die Leiche seines Bruders gesehen und schmiegt sich an ihn:"Ich sage ihm das du für ihn weiterlebst und kämpfst... sein Tod ist nicht umsonst." Er drückt seine Lippen auf ihre und ist völlig am Ende. Erst sein Bruder und nun die Liebe seines Lebens und er konnte beides nicht verhindern. "Verzeih mir.." haucht sie, lächelt noch einen Moment und schließt dann die Augen. "Ich bin bei dir. Du bist meine Hoffnung... ich liebe dich...." immer wieder flüstert er diese Worte und spürt wie ihr Körper erschlafft und sie ihr Bewusstsein verliert, alles wird schwarz um sie herum und es ist endlich zu Ende.

"Und ich liebe dich."
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