White poison

von Rena x
GeschichteAllgemein / P18
Jesse Pinkman OC (Own Character) Skyler White Walter White
22.01.2017
06.05.2018
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22.01.2017 776
 
Ich schleppte mich über den aufgerissenen Asphalt. Vorbei an Bäumen, deren Kronen in der Dunkelheit wippten, vorbei an Häusern, in denen zu dieser Uhrzeit noch kein Licht brannte.
Es war mitten in der Nacht – oder früh am Morgen, ganz wie man es nahm - und ich taumelte bereits seit Stunden durch die Gegend. Nur mit einem kurzärmligen, weißen Shirt und löchrigen Jeans bekleidet. Meine Kleidung war dreckig, stank bis zum Himmel, genau wie ich. Dieses recht unvorteilhafte Outfit wurde nur noch unvorteilhafter, wenn man bedachte, dass ich keine Schuhe mehr trug. Wieso sie weg waren? Das wusste ich selbst nicht. Ich hatte mir irgendwann am Nachmittag ein bisschen Schnee durch die Nase gezogen. Später, als es langsam dunkel wurde, war ich dann auf die Idee gekommen, mir noch ein bisschen Nachschub zu besorgen. Ich war also los gegangen, hatte mir neuen Stoff besorgt und alles war wirklich super gelaufen. Doch dann, als ich gerade den Rückweg angetreten hatte, hörte ich jemanden hinter mir. Ich hatte mein Tempo beschleunigt, nicht nach hinten geblickt, das kleine Tütchen in meiner Hosentasche fest umklammert, den Schatten hinter mir, der meinen eigenen schon fast verschluckte ignoriert. ,,Geh doch einfach an mir vorbei, Arschloch. Rück mir bloß nicht auf die Pelle.“, hatte ich noch gedacht. Und dann ein dumpfer Schlag an meinem Hinterkopf.
Hätte ich es nicht kommen sehen müssen? Hätte ich nicht vorsichtiger sein sollen? Ich hatte diese Gegend doch gekannt. Meine Welt versank in bodenloser Schwärze.
Das nächste, an das ich mich erinnerte, war, wie ich in der kleinen Seitengasse aufwachte, in der man mich niedergeschlagen hatte. Ohne Schuhe, ohne mein Tütchen, nur mit einem blutverkrusteten Hinterkopf.
Der Stoff, dass war ja klar. Aber meine Schuhe stehlen, dass erlebte ich zum ersten Mal. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was jemand mit diesen abgewetzten Tretern wollte. Doch sei es drum, man hatte mich in eine ziemlich unangenehme Lage gebracht.
Seit geschätzten zwei Stunden irrte ich nun ziellos umher. Meine Socken waren inzwischen durchgeweicht. Ich schlang zitternd die Arme um meinen abgemagerten Körper. Ich fühlte mich hundeelend und komplett ausgelaugt. Die Wirkung meines Wundermittels schien endgültig verflogen zu sein. Mein Körper begann noch stärker zu zittern, mein Mund fühlte sich trocken an.
Stoff, ich brauchte ganz dringend neuen Stoff. Verdammt, wie konnte ich nur so dumm sein?
Es war vielleicht vier Uhr morgens. Um diese Uhrzeit hätte ich nur an bestimmten Plätzen was bekommen. Bei bestimmten Leuten, denen ich nicht mal im Traum begegnen wollte. Eigentlich wäre es mir egal gewesen. Ich hätte jetzt in diesem Moment alles getan, um mir was zu besorgen. Doch mein Problem war, dass ich nicht hier weg kam. Ich hatte das letzte bisschen Geld für den Stoff ausgegeben, den man mir geklaut hatte. Meine Taschen waren vollkommen leer. Nie im Leben hätte ich mir eine Busfahrt ans andere Ende der Stadt leisten können. Laufen konnte ich auch nicht, ich würde schon auf  halber Strecke vor Erschöpfung umfallen. Und noch ein ungewolltes Nickerchen, damit man mir vielleicht auch noch die Sachen klaute, die ich am Leibe trug, konnte ich nun wirklich nicht riskieren.
Ich dachte gerade darüber nach, einfach per Anhalter zu fahren, da sah ich es.
Ein braunes, recht großes Gebäude, welches von einer Steinmauer umrahmt wurde. Selbst aus  dieser Entfernung erkannte ich den aufgemotzten, rot-schwarzen Chevi, welcher hinter dem schwarzen Eisentor in der Einfahrt stand. Gleich daneben sah ich ein altes Wohnmobil.
,,Mann, muss der Typ Kohle haben.“, flüsterte ich gedankenverloren. Das Wohnmobil sah zwar echt heruntergekommen aus, aber immerhin. Er besaß eines.
Doch so was konnte ich mir eigentlich denken. Er verdiente ja nicht schlecht, schließlich war sein Meth schon ein Stückchen bekannt. Irgendeine geheime Zutat sollte da wohl drin stecken. Zu gern hätte ich es mal ausprobiert, also hatte ich ab und zu Ausschau nach dem für meinen Geschmack etwas zu auffälligen Auto gehalten, welches dem Koch gehören sollte. Leider vergebens.
Entweder mein Timing passte nicht oder mir kam was dazwischen oder ein besseres Angebot lockte mich. Ich glaubte, dass es wohl nicht hatte sein sollen.
Doch jetzt bot sich mir eine verlockende Möglichkeit. Mein Herz begann  wild zu schlagen und ich spürte, wie meine Handflächen einen dünnen Schweißfilm entwickelten. Langsam näherte ich mich dem Haus, während ich mich umsichtig nach rechts und links drehte. Lässig, als wäre es das normalste der Welt, als wäre ich eine Freundin der Familie, als besuchte ich nur jemanden zu früher Stunde, schlenderte ich den schmalen, kurzen Weg bis zum Tor entlang. Meine Hände umklammerten die Eisenstangen, während ich mich mit zusammengekniffenen Augen dagegen lehnte. Zweifellos gehörte dieses Auto dem Typen. Der Cäpt'n, wie man ihn in unseren Kreisen nannte.
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