We are coming from different places but you will see: Love we'll reach our destination

von JKlove
GeschichteFantasy / P12
Florian David Fitz
22.01.2017
28.01.2018
30
34.499
4
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27.06.2017 1.595
 
Am nächsten Morgen wurde ich von einem leichten Kitzeln im Gesicht geweckt. Als ich ein Auge öffnete, sah ich in Flos Antlitz, welcher mir scheinbar soeben einen Kuss auf die Wange gesetzt hatte. Augenblicklich schlich sich ein Grinsen auf mein Gesicht. Schnell kniff ich die Augen wieder zusammen. “Hey, nicht wieder einschlafen.”, wisperte er mir ins Ohr, bevor er weitere Küsse auf meinem Gesicht verteilte, dabei aber meine Mundpartie ausließ. “Nur, wenn ich einen Kuss bekomme.”, sagte ich noch immer mit geschlossenen Augen. Ich vernahm ein leises Schnauben, ehe seine Lippen sich sanft auf meine legten. Übermannt von Glücksgefühlen in Bezug auf die letzte Nacht, schmunzelte ich in den Kuss hinein, was auch Flo bemerkte. Überrascht zog er seinen Kopf nach hinten und sah mich lächelnd mit hochgezogenen Augenbrauen an. “Hab ich was verpasst?”
Lachend schüttelte ich den Kopf. “Nein, es ist nur so…schön gewesen die letzte Nacht.” Ich bemerkte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg und senkte schnell meinen Kopf. Florian legte einen Finger an mein Kinn und hob meinen Kopf an, sodass ich ihm in die Augen sehen musste. “Ich fand es auch sehr schön…wunderschön sogar.” Er lächelte mich schief an und senkte dann sein Haupt, um mir erneut einen Kuss auf die Lippen zu drücken.
Nachdem Florian eine Runde mit Elmo Gassi war und auf dem Weg sogar noch Brötchen geholt hatte, hatte ich den Frühstückstisch gedeckt, an welchem wir nun gemütlich zusammen saßen.
“Hättest du Lust heute mit mir wandern zu gehen? Ich kenne hier in der Nähe einen wirklich tollen Wanderpfad”, fragte mich der Mann mir gegenüber nun und sah mich mit großen Augen erwartungsvoll an. Ich schluckte den letzten Bissen meines Brötchens herunter, ehe ich aus seinem Küchenfenster sah und antwortete: “Klingt toll. Das Wetter ist ja auch prima, also warum nicht.” Flo schenkte mir ein breites Grinsen, welches ich sogleich erwiderte. Doch da fiel mir etwas ein. “Aber Flo, ich hab jetzt gar keine Wanderschuhe mit.” Unbeeindruckt zuckte dieser mit den Schultern. “Das ist kein Problem. Für den Pfad, den wir lang wandern benötigt man nicht zwangsläufig spezielles Schuhwerk. Da tun es auch deine Turnschuhe, also mach dir mal keinen Kopf.” Keck zwinkerte er mir zu, ehe er sich wieder seinem Müsli widmete.
Nach dem Frühstück hatten wir uns sogleich fertig angezogen und waren samt Elmo in Florians Wagen eingestiegen.
Auf der Fahrt hörten wir Musik aus dem Radio, welche wir lauthals mitsangen. Etwas erstaunt nahm ich zur Erkenntnis, dass mein Sitznachbar so ziemlich alle aktuellen Lieder inklusive Text zu kennen schien. Gerade erkannte ich die Melodie von einer meiner Lieblingssongs, woraufhin ich die Lautstärke umgehend erhöhte und begann, die erste Strophe mitzusingen. ~Please, won’t you wait? Won’t you stay? At least until the sun goes down. When you’re gone, I lose faith. I lose everything I have found.~
Zwischenzeitig hatte ich meine Augen geschlossen und wippte leicht mit dem Kopf.
Plötzlich vernahm ich den Klang von Florians Stimme neben mir. ~Heart strings, violins. That’s what ich hear when you’re by my side.~ Während er diese Zeilen sang, hatte er den Blick kurzzeitig von der Fahrbahn  genommen und blickte mich stattdessen zärtlich von der Seite an. Etwas erstaunt sah ich ihn an, bevor ich lächelnd die nächste Zeile sang. ~Yeah, that’s what I hear when you’re by my side.~
Dieser Mann verblüffte mich immer wieder aufs Neue.
Nach einer 20-minütigen Fahrt bog Florian schließlich von der Hauptstraße ab und befuhr einen schmalen Waldweg, welcher uns zu einer Seilbahnstation führte.
“Ich hab mir gedacht, dass wir mit der Bahn nach oben fahren und den Weg nach unten zu Fuß erklimmen. Ist glaube ich, die angenehmere Variante und beschert uns weniger Muskelkater, als wenn wir den ganzen Pfad nach oben latschen.”, klärte er mich auf, nachdem er den Motor ausgeschalten hatte.
“Klingt prima.” Wir blickten uns kurz lächelnd an, ehe Florian seine Sonnenbrille aufsetzte, aus dem Auto stieg und seinen Hund auf den Arm lud. Zu dritt steuerten wir die Seilbahnstation an, bei welcher an diesem Tag  glücklicherweise  kein allzu großer Betrieb herrschte.
Auf dem Weg nach oben hatten wir eine Kabine für uns alleine, sodass Flo sich augenblicklich neben mir platziert und seinen Arm um mich gelegt hatte. Ich schmiegte mich an ihn, während ich den Ausblick nach draußen genoss. Plötzlich bemerkte ich Florians Hand an meiner Wange, die meinen Kopf seinem zudrehte und ehe ich mich versah, lagen seine weichen Lippen auch schon auf meinen. Ein helles Aufblitzen vor unseren Köpfen führte jedoch sofort dazu, dass ich mich erschrocken dem Kuss entzog. Als ich feststellte, dass es nur Florians Handy war, welcher im Selfiemodus scheinbar ein Bild von uns gemacht hatte, atmete ich erleichtert aus. Gespielt empört haute ich ihm gegen seinen Arm. “Du kannst mich doch nicht so erschrecken! Ich dachte kurzzeitig wirklich, dass jemand ein Foto uns beiden gemacht hat!”
Folglich brach der Mann zu meiner Linken in schallendes Gelächter aus, was dazu führte, dass ich mir von Sekunde zu Sekunde alberner vorkam.
“Du musst mich ja nicht gleich auslachen, nur, weil ich mir Gedanken um deine Privatsphäre mache.”, gab ich mit gesenktem Blick grummelnd von mir, nachdem Florian sich wieder halbwegs beruhigt hatte. Sein Lachen verstummte und als er meinen Kopf dieses Mal zu seinem drehte, hatte sein Gesicht wieder sanftere Züge angenommen. “Hey.” Kurz streichelte er mir über die Wange. “Ich wollte dich nicht auslachen, ehrlich. Aber es war einfach so niedlich, wie du dich auf einmal erschrocken hast, als der Blitz angegangen ist. Und danke, dass du dich um meine Privatsphäre kümmerst, aber das lass mal lieber meine Sorge sein, okay?” Aufmunternd lächelte er mich an. Nach ein paar Sekunden nickte ich schließlich und schenkte ihm ebenfalls ein zaghaftes Lächeln. “Na also.” Er beugte sich erneut zu mir herunter und verwickelte mich in einen langen Kuss, ehe die Kabine ins Ruckeln kam, was uns verdeutlichte, dass wir die obere Seilbahnstation erreicht hatten. Ich blickte nach draußen und war erstaunt bei dem Anblick, der sich mir bot. Eine riesige Aussichtsplattform in Mitten von Bergen, die ringsum umgeben war von Wolken, durch welche sich jedoch immer wieder Sonnenstrahlen stachen und, die dennoch einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und die nahegelegenen Berge bot.
Nachdem wir ausgestiegen und die Station hinter uns gelassen hatten, ließ Florian Elmo von seinen Armen herunter und nahm meine Hand. Ich lächelte versonnen, auch, wenn diese Geste wohl eher der Tatsache geschuldet war, dass an diesem Tag ausschließlich eine Gruppe älterer Menschen den Weg auf die Plattform erklomm.
Wir beschlossen, ebenfalls die Aussichtsplattform aufzusuchen, ehe wir uns auf den Weg nach unten begaben.
Auf besagter angekommen, kam mir lediglich ein “Wow” über die Lippen, war ich zu perplex von dem Anblick, der sich mir bot. Florian, der meine Hand noch immer umschlossen hatte, sog tief die Luft ein. Anschließend stellte er sich hinter meinen Rücken und schlang seine Arme um mich. Genüsslich schloss ich meine Augen und bettete meinen Kopf an seine Brust. Nachdem wir einige Minuten so dagestanden hatte, kam mir ein Gedanke. Flo hatte nun ein Bild auf seinem Handy, welches er sich immer anschauen und ihn an mich erinnern würde, falls wir uns mal über eine längere Zeitspanne nicht sehen würden. Ich im Gegenzug besaß jedoch kein solches Foto, was ich umgehend beschloss, zu ändern. So zückte ich mein Handy aus meiner Hosentasche und hielt es vor unsere Köpfe. “Du Nachmacherin.”, gab Flo mit einem spitzbübischem Grinsen von sich, ehe er freudig in die Kamera strahlte. Ich zuckte mit den Schultern und stellte mich auf Zehenspitzen, um ihn einen Kuss auf die Wange zu hauchen, ehe ich den Auslöser der Kamera betätigte.
“Mag sein. Aber es wäre doch blöd, wenn ich kein Bild von dir und somit später keine Erinnerung an diesen wunderschönen Tag hätte, oder?” Er lachte und gab mir ebenfalls einen kleinen Kuss auf die Stirn. “Da hast du Recht. Aber dann möchte ich auch noch ein Foto von dir.”
Nachdem Florian ein Bild von mir mit Bergpanorama als Hintergrund gemacht hatte, verließen wir die Aussichtsplattform und begaben uns auf den Weg ins Tal. Zwischendurch hielten wir immer wieder an Weiden und Wiesen an, um Fotos von Kühen, Blumen oder der einzigartigen Landschaft zu schießen, die sich uns bot.
Schließlich tat sich eine Art Tunnel vor uns auf, dessen Boden mit Steinen bedeckt war und welcher es demnach erschwerte, sich einen Weg durch diesen zu bannen.
“Keine Angst, ist nicht halb so schlimm wie es aussieht. Ich bin hier auch schon öfter durch.”, versuchte Florian mir Mut zu machen. “Und du bist sicher, das klappt mit den Schuhen?” Ich deutete auf mein Schuhwerk, doch Florian tat meine Bedenken mit einer Handbewegung ab. “Klar. Das geht schon. Halt dich nur gut an den Wänden fest, damit du nicht abrutschst.” Ich schluckte schwer, ehe ich nickte und ihm bedeutete vorzugehen.
Nachdem Florian den Tunnel bereits durchquert hatte, hatte ich im Gegenzug erst die Hälfte hinter mir gelassen und trat soeben auf einen Stein, um zu testen wie fest dieser im Boden verankert war. “Mach keine allzu großen Schritte! Und halt dich gut an den Seitenwänden fest, so wie ich gesagt hatte!”, ertönte es von draußen.
Ich nickte leicht, betrat den Stein zu meinen Füßen, nachdem ich ihn für rutschfrei erklärt hatte und wollte soeben auf den nächsten steigen, als ich bemerkte, wie der Stein unter mir zu ruckeln begann und ich nur noch ein lautes “Ahh!” von mir gab, bevor ich mit meinem Fuß in einen tiefen Schlitz rutschte.
Im nächsten Moment hörte ich Flos erschrockene Stimme von draußen brüllen.
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