We are coming from different places but you will see: Love we'll reach our destination

von JKlove
GeschichteFantasy / P12
Florian David Fitz
22.01.2017
28.01.2018
30
34.499
4
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23.04.2017 1.747
 
Als wir später im Hotelbett lagen, wälzte ich mich, im Gegensatz zu Hanna, die schon seit einer Stunde friedlich neben mir schlummerte, sekündlich von einer auf die andere Seite.
Mit Elmo verhielt es sich nicht anders. Diesen hatte ich nach unserem Spaziergang zunächst mit dem Futter, welches sich unter anderem in der Tasche, die Florian für ihn gepackt hatte, befand, versorgt.
Während Hanna und ich unser mitgebrachtes Essen vom Bäcker zu uns genommen hatten, hatten wir Elmo noch ewig dabei beobachtet, wie seine Augen sich immer weiter schlossen und er schließlich in einen friedlichen Schlaf sank. Der Niedlichkeitsfaktor dieses Hundes war einfach zu hoch. Schon jetzt hatte ich ihn fest in mein Herz geschlossen und war unglaublich dankbar, dass Florian ihn mir anvertraut hatte.
Florian. Da war er wieder.
Nachdem meine beste Freundin mich vor wenigen Stunden auf die altbekannte Problematik, wie das denn nun alles mit uns weitergehen sollte, angesprochen hatte, war meine Laune auf den Tiefpunkt gesunken.
Dies lag wohl hauptsächlich daran, dass ich ihr keine richtige Antwort auf ihre Frage liefern konnte und eigentlich war ich mir sicher, dass es Florian genauso ging.
Zwar schien für uns beide klar zu sein, dass es nach unserem Abschied, der in wenigen Tagen bevorstand, nicht enden konnte und durfte, hatte es doch eben erst angefangen. Doch wie genau die Sache zwischen uns, für die ich noch immer keinen Namen hatte, funktionieren sollte, stand in den Sternen.
Ich starrte an die weiße Decke. Innerlich verfluchte ich mich für meine negativen Gedanken, hatte ich mir doch fest vorgenommen, Florians Wunsch, eben diese weit von mir zu schieben, nachzukommen. Und ja, ich wollte die Zeit mit diesem Mann zu gerne einfach nur genießen und nicht weiter nachdenken. Doch leider war ich nun mal ein Mensch, der sehr gern sehr viel nachdachte. Dabei konnte er mir auch so oft er wollte, versichern, dass alles klappen würde und wir schon einen Weg finden würden, uns regelmäßig zu sehen. Gegen meine aufkommenden Gedanken konnte weder Florian, noch sonst irgendjemand, etwas ausrichten. Vor allem in stillen Momenten, wie diesen, in denen mich kein Gespräch oder Ähnliches ablenkte, war es am schlimmsten. Denn gerade dann kamen die negativen Gedanken, die ich tagsüber noch immer erfolgreich von mir schieben konnte.
In den meisten Fällen führten meine Überlegungen jedoch zu keiner Lösung. So war es auch dieses Mal. Ich überlegte, ob es vielleicht möglich wäre, dass Florian und ich uns hin und wieder am Wochenende besuchen könnten.
Doch bereits dies erwies sich als schwierig. So fuhr ich über das Wochenende meist zu meiner Familie oder traf mich mit Freunden, die für mich stets an erster Stelle standen. Er wiederum musste Termine wahrnehmen, die nun mal zu seinem Beruf gehörten und diesen sollte er meinetwegen keinesfalls vernachlässigen.
Irgendwann fiel mir auf, wie absurd es doch von mir war, dass ich schon anfing, Pläne über die Zukunft zu schmieden, ohne zu wissen, was der Mann, der letztlich für mein Gedankenwirrwarr verantwortlich war, eigentlich darüber dachte. Ich stöhnte leise.
Schließlich kam ich nur zu dem einen Entschluss. Ich musste noch einmal mit Flo sprechen.
Bevor mein Gehirn wieder neue Fragen produzieren konnte, auf die ich eh keine Antwort wusste, schloss ich meine Kopfhörer an mein Handy und stöpselte sie anschließend in meine Ohren.
Ehe ich meine Augen schloss, öffnete ich das Album, welches mir regelmäßig beim Einschlafen half und drehte mich auf die Seite.
Zu den sanften Klängen von Joris’ “Hoffnungslos Hoffnungsvoll” schlief ich schließlich ein.
~ Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Du machst mich hoffnungslos hoffnungsvoll. Ich hab selten so viel gewollt. Du machst mich hoffnungslos hoffnungsvoll.~
Am nächsten Morgen wurde ich von einem Kitzeln am Fuß geweckt. Erschrocken riss ich die Augen auf, musste mir jedoch im selben Moment ein Lachen verkneifen.
Mein rechter Fuß ragte über die Bettkante hinaus und wurde soeben von Florians Hund abgeschleckt. “Ihh, Elmo!”, quietschte ich.
Schnell hielt ich mir eine Hand vor den Mund und sah zu Hanna herüber. Diese unterbrach jedoch nur kurzzeitig ihr leises Schnarchen, rollte sich folglich auf die andere Seite und setzte nur wenige Sekunden später ihren Schlaf fort.
Erleichtert atmete ich aus und sah zu Elmo herunter, der Schwanz wedelnd vor mir stand. “Du darfst mich doch nicht so erschrecken, Kleiner.”, sagte ich lächelnd und streichelte ihm ein paar Mal durch sein weiches Fell.  
Mit einem Blick auf mein Handy stellte ich fest, dass es gerade mal 5.23 Uhr war. Der Wecker würde demnach erst in knapp zwei Stunden klingeln. Ich rieb mir ein paar Mal über die Augen. “Du willst wohl mal raus, oder?” Der Vierbeiner zu meinen   Füßen sah hechelnd zu mir auf und begann fröhlich von links nach rechts zu hüpfen.
Ich lachte.
Wenig später hatte ich mir etwas übergezogen und Elmo seine Leine angelegt.
Leise und ohne, dass Hanna etwas davon mitbekam, öffnete ich die Hotelzimmertür und schloss sie ebenso leise wieder hinter mir. Elmo war inzwischen schon losgesprintet und wurde nun von seiner Leine zurückgehalten. Seine Ungeduldigkeit ließ mich erneut grinsen.
Glücklicherweise waren Hunde in unserem Hotel erlaubt, sodass ich nicht dazu gezwungen war, den Vierbeiner möglichst unauffällig an der Rezeption vorbeizuschmuggeln.
Nachdem Elmo viermal seinen Darm entleert hatte, kehrten wir nach über einer Stunde wieder ins Hotelzimmer zurück.
Hanna schlief natürlich noch immer und hatte von unserer Abwesenheit scheinbar gar nichts mitbekommen.
Ich füllte Elmo etwas Wasser in seinen Napf und stellte ihm sein Futter daneben.
Anschließend beschloss ich, mich schon mal im Bad fertig zu machen und mir etwas Ordentlicheres anzuziehen.
Als ich wieder aus dem Badezimmer trat, stellte ich mit Erstaunen fest, dass meine Freundin sich neben Florians Weggefährten, der brav auf seiner Decke saß, gehockt hatte und diesen ausgiebig mit Streicheleinheiten versorgte.
“Entwickelst du dich etwa doch noch zur Tierfreundin?”
Nun fuhr meine beste Freundin erschrocken zusammen. Gespielt böse sah sie mich an und griff nach einem Kissen, welches sie mir umgehend ins Gesicht pfefferte.
Lachend fing ich dieses auf. “Hey, ich sag nur die Wahrheit.”
“Jaja.”, erwiderte sie  Augen rollend. “Ich geh mich auch mal fertig machen. Wie kommt es eigentlich, dass du schon so früh auf den Socken bist?”
“Tja, meine Liebe. Falls du es schon wieder vergessen hast, wir haben jetzt einen tierischen Mitbewohner, den es zu versorgen gilt. Und dieser hat halt, genau wie wir Menschen, gewisse Bedürfnisse.”
“Aber morgen wird er ja schon wieder abgeholt.”, entgegnete Hanna gedämpft, bevor sie ins Bad verschwand und ich war mir sicher, in ihrer Stimme einen Hauch von Wehmut zu erkennen.
Als wir am Frühstückstisch saßen und meine Freundin gerade dabei war, sich ihren Teller am Buffet zu befüllen, erwischte ich mich immer wieder dabei, wie ich einen Blick auf mein Handy warf, in der Hoffnung, dass mir ein gewisser Jemand eine Nachricht geschickt hatte. Doch diese wurde jedes Mal aufs Neue getrübt.
Nach meiner Antwort auf Flos SMS vom gestrigen Tag hatte zwischen uns keinerlei Konversation mehr stattgefunden. Seufzend schob ich das Handy zurück in meine Jackentasche.
Ich hoffte inständig, dass sich Florians Aufenthalt in Berlin nicht noch verlängerte und wir uns erst am übermorgigen Tag oder gar später wiedersehen würden.
Dabei fiel mein Blick auf Elmo, der zu meinen Füßen lag und derweil seinen Kopf auf seine Pfoten gebettet hatte. Ich schmunzelte und nahm mir auch für die Zukunft vor, Florians Hund an mich zu nehmen, insofern dies eine Erleichterung für ihn darstellen würde.
Beim gemeinsam Essen berichtete mir meine beste Freundin von verschiedenen Geschäften, welche ihr gestern beim Spazierengehen aufgefallen wären und bat mich inständig, diese erneut mit ihr aufzusuchen. Ich willigte ohne zu Zögern ein, da mir momentan jede Ablenkung von meinem persönlichen Gedankenchaos Recht war. Bei unserer Shoppingtour war ich des Öfteren dazu gezwungen, gemeinsam mit Elmo vor den Ladentüren zu warten, so waren Hunden in diesen häufig untersagt. Dies störte mich jedoch nicht, da ich sowieso nichts benötigte und mich der kleine Vierbeiner somit davor bewahrte, sinnlos mit meinem Geld um mich zu schmeißen.
Am Abend befanden wir uns wieder zurück auf unserem Hotelzimmer, wo Hanna der Meinung war, all ihre Sachen, welche sie sich am heutigen Tag zugelegt hatte, nochmals anzuziehen und mir präsentieren zu müssen.
Da sie dies aber auf so witzige Art und Weise tat, konnte ich nicht anders, als durchgehend über ihre Vorführungen zu lachen.
“Oh, hab ich dir schon dieses schöne Exemplar gezeigt?”, fragte Hanna in einer Art französischen Akzent und legte übertrieben Popo wackelnd einen Catwalk hin, wobei sie ihre neue dunkelblaue Skinny Jeans betonte, indem sie mit beiden Daumen auf diese deutete und ein Duck Face zog. Bevor sie mit ihrer Modenschau angefangen hatte, hatte ich die Musik von meinem Handy angeschaltet, aus dem gerade passend “Shape of you” von Ed Sheeran lief.
“Hör…auf…Ich…kann nicht mehr!”, japste ich lachend und kugelte mich im Bett von einer auf die andere Seite.
Nun begann meine beste Freundin auch noch damit, das Lied lauthals mitzusingen, was dazu führte, dass ich endgültig die Fassung verlor und mir Tränen vor Lachen über die Wangen liefen.
“I’m in love with the shape of you! We push and pull like a magnet do!”
Immer noch kichernd erhob ich mich vom Bett und stieg ich ihren Gesang mit ein. “Although my heart is falling too! I’m in love with your bodyyy!”
Wir unterstrichen unsere musikalische Darbietung, indem wir verschiedene Posen einnahmen und uns gegenseitig wild mit den Händen vor der Nase umherfuchtelten.
Elmo saß währenddessen auf dem Fußboden und blickte abwechselnd zwischen Hanna und mir hin und her. “Oh Nein, nicht, dass er jetzt einen Schaden fürs Leben bekommen hat, so entgeistert wie er uns anschaut!”, rief ich Hanna lachend zu.
“Ach was! Wer weiß, was Florian in seiner Wohnung so aufs Parkett legt, wenn Musik, wie diese, läuft.” Bei der Vorstellung musste ich erneut laut losprusten.
Wie sehr liebte ich meine beste Freundin doch für Ablenkungen wie diese.
Nachdem das Lied geendet hatte, verschwand Hanna wieder ins Bad, wo sie sich für ihren nächsten “Walk” umziehen wollte.
Währenddessen warf ich wieder mal einen Blick auf mein Handy. Nichts. Ich zwang mich, nicht allzu enttäuscht zu sein und suchte in meiner Playlist stattdessen nach einem neuen Song, als es plötzlich an der Tür klopfte.
“Wer kann das denn jetzt sein?” Verwundert zog ich meine Stirn in Falten und ging zur Tür. “Jetzt bekommen wir Ärger, weil wir zu laut waren.”, kicherte Hanna aus dem Bad. “Na ja, wäre zumindest die einzig logische Erklärung.”, überlegte ich laut. Neugierig drückte ich die Türklinge herunter…und blickte in zwei strahlend grüne Augen.
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