We are coming from different places but you will see: Love we'll reach our destination

von JKlove
GeschichteFantasy / P12
Florian David Fitz
22.01.2017
28.01.2018
30
34.499
4
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02.03.2017 1.244
 
Nachdem ich das Telefonat mit Florian beendet hatte, holte ich seinen Schlüssel, welcher sich noch immer in meiner Jackentasche befand, heraus und erklomm zusammen mit Elmo, die Treppenstufen hinauf zu seiner Wohnung.
Dort angelangt, sprintete dieser, nach Öffnen der Tür, einmal quer durch die Wohnung und sprang, nachdem er damit fertig war, an meinen Beinen hoch, als wolle er wissen, was wir denn nun als nächstes für spannende Unternehmungen tätigen würden.
“Ich glaube, du hattest für heute schon genug Abenteuer, mein Freund.”, sagte ich zu Florians Hund und beugte mich hinunter, um ihn den Kopf zu tätscheln.
Scheinbar schien er meine Worte zu verstehen, denn er lief bereits wieder an mir vorbei, um sich  seinen Spielball vom Boden zu schnappen und sich mit diesem auf seinem Hundekörbchen, das am Ende des Flurs stand, zu platzieren.
Lachend schüttelte ich den Kopf. Immer wieder erstaunlich, wie diese kleinen Terrier scheinbar nie genug vom Spielen haben konnten.
Plötzlich vernahm ich ein schrilles Klingeln von der Tür, was mich schreckhaft zusammenfahren ließ. Ich warf einen Blick auf meine Armbanduhr und stellte mit Staunen fest, dass Florian, im Gegensatz zu mir, gerade mal 15 Minuten für den Rückweg gebraucht hatte. Ich war und blieb eben ein Orientierungslegastheniker.
Auch die Treppen hatte er in einer gefühlten halben Minute erklommen, während der ich an der Tür stand und auf ihn wartete.
Als er angelangt und mich dort stehen sah, bildete sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht und auch seine Anspannung schien glücklicherweise wie wegfegt zu sein. Mit den Worten “Du glaubst gar nicht, wie erleichtert ich bin.” schob er sich an mir vorbei und betrat seine Wohnung. Mit einem etwas verwirrten Blick aufgrund seiner seltsamen Begrüßung an mich folgte ich ihm und schloss die Tür hinter mir. Natürlich konnte ich aber gut nachvollziehen, dass Elmo für ihn nun erstmal obere Priorität hatte.  
Dieser war inzwischen aufgesprungen und zu Florian gerannt, welcher sich augenblicklich zu ihm gekniet hatte und gerade anfing, ihn über seinen Kopf und Rücken zu streicheln.
“Da bist du ja! Na, was machst du denn für Sachen, hm?”, sprach er zu seinem Parson Russell Terrier, welcher sich inzwischen auf seinen Rücken gelegt und im Folgenden an seinem Bauch gekrault werden wollte.
Ich beobachte die glückliche Wiedervereinigung von Hund und Herrchen und musste unwillkürlich beginnen, zu lächeln.
Auf einmal bemerkte ich das kurze Vibrieren meines Handys in meiner Hosentasche. Ich holte es heraus und stellte mit einem kurzen Blick auf dieses fest, dass Hanna mir eine Whatsapp- Nachricht mit dem Inhalt der Frage, ob ich denn heute noch mal zurück kommen würde, geschrieben hatte.
Als ich in die obere Ecke meines Handys blickte, sah ich, dass es bereits nach 13 Uhr war und auch Florian sich demnach mal langsam auf den Weg nach Berlin zu seinem besagten Pressetermin machen sollte.
Ich schickte Hanna noch eine kurze Antwort, in der ich ihr mitteilte, dass etwas vorgefallen sei und wir uns nun aber umgehend auf den Weg machen würde.
Nachdem ich mein Handy wieder in meiner Tasche verstaut hatte, räusperte ich mich kurz, um für einen Moment Florians Aufmerksamkeit zu erhaschen, die sich nach wie vor auf Elmo fokussierte.
Da er aber dennoch nicht zu mir aufblickte, begann ich zu sprechen:
“Ähm, Flo. Ich will ja keinen Stress verbreiten oder so, aber es ist schon 13 Uhr und ursprünglich wolltest du dich vor mehr als 3 Stunden auf den Weg machen.”
Erst jetzt schien Florian zu realisieren, wie spät er mittlerweile dran war, denn sein bis eben noch erfreuter Gesichtsausdruck wandelte sich in Entsetzen und leichte Panik um.
“Fuck.”, zischte er und fuhr sich folglich mit beiden Händen durch seine Haare, so dass diese danach nach allen Seiten abstanden.
“Ich muss noch packen.”, sagte er aufgebracht und blickte mir dabei das erste Mal richtig in die Augen. “Ich kann dir doch schnell helfen.” Sind ja nur zwei Tage, dachte ich. So viel wird er da wohl nicht brauchen.
In Florian Gesicht bildete sich ein kleines erleichtertes Lächeln. “Danke.”, stieß er hervor, ehe er sich erhob und mir einen sanften Kuss auf die Lippen setzte.
Mein Herz begann augenblicklich schneller zu schlagen, doch ehe ich mich noch weiter darauf konzentrieren konnte, hatte Florian den Kuss auch schon beendet und zog mich mit sich zu seinem Kleiderschrank, vor dem schon ein kleine Reisetasche bereit stand.
Nachdem wir gemeinsam alle Sachen, die er für die nächsten zwei Tage benötigte,  verstaut hatten, wurde Florian noch ein weiteres Problem bewusst.
“Ich weiß gar nicht, was ich jetzt mit Elmo machen soll. Eigentlich wollte ich ihn bei meiner Schwester absetzen, aber ich bin ja eh schon so spät dran und das wäre noch mal ein Umweg.” Verzweifelt bedeckte er sein Gesicht mit seinen Hände und seufzte laut.
Ich überlegte kurz und sagte schließlich: “Hanna und ich können doch auf Elmo aufpassen. In unserem Hotel gibt es kein Tierverbot und die zwei Tage wird er es wohl mal mit uns aushalten.”
Florian nahm die Hände von seinem Gesicht und schaute mich überrascht an.
“Das würdet ihr wirklich tun? Ich mein die Frage dabei ist eher, ob ihr es die zwei Tage mit ihm aushaltet. Ich mein, Elmo ist nicht gerade pflegeleicht. Der wird eure komplette Aufmerksamkeit für sich beanspruchen.”
Ich winkte ab. “Das wird schon. Im Namen von Hanna kann ich noch nicht sprechen, aber ich kümmere mich auf jeden Fall gerne um ihn.”
Nun lächelte er mich liebevoll und dankbar an.
Nachdem er mein Gesicht mit beiden Händen umfasst und mich in einen intensiven Kuss verwickelt hatte, bei dem ich meine Hände in seinen Haaren vergrub, löste er sich und hauchte mir folglich ein “Danke, Malia, nochmal. Das hab ich gar nicht verdient, so wie ich dich vorhin angefahren habe.” Er sah mich sorgenvoll an.
Doch ich schüttelte nur abwehrend den Kopf.
“Es ist alles in Ordnung, Flo. Wirklich. Glaub mir, ich hätte in einer solchen Situation auch nicht anders reagiert als du.”
Anhand seines Gesichtsaudruckes schien er seine Worte zwar noch immer zu bereuen, aber er beließ es bei meiner Aussage.
Florian stopfte im Folgenden alle Dinge, die Elmo so benötigte, in eine weitere Reisetasche von ihm und drückte sie mir in die Hand.
Danach machten wir uns dann endlich, samt Elmo, auf den Weg zum Hotel.
Als wir vor diesem zum Stehen kamen, warf Florian zur Sicherheit einen Blick aus den Fensterscheiben seines Autos, ehe er sich noch einmal zu mir herüberbeugte, und mich in einen zärtlichen Kuss verwickelte, den er aber bereits nach den ersten paar Sekunden abrupt beendete. Mit einem Schmollmund auf den Lippen und fragendem Blick sah ich ihn an.
Florian lachte kurz über mein Gesicht, bevor sein Gesicht wieder sanfte Züge annahm und er mir zart über die Wange strich.
“Lass uns den kurzen Abschied doch nicht noch schwerer machen als er ohnehin schon ist.”
Ich seufzte kurz und stimmte ihm dann aber nickend zu. “Du hast Recht. Lass und besser kein Drama draus machen.” Er lächelte schief.
Wir sahen uns ein letztes Mal tief in die Augen, ehe er noch einmal meine Hand ergriff, sie leicht drückte und mir ein leises “Bis dann.” zuflüsterte.
Ich erwiderte die Geste und stieg anschließend, mit Elmo auf meinen Armen, aus seinem Wagen. Hinter mir hörte ich, wie sein Motor aufheulte und ohne mich noch einmal zu ihm umzusehen, ging ich in Richtung Hoteleingang.
~Denn ich bleibe steh’n. Nur mein Herz bewegt sich. Ich steh, doch es schlägt vergeblich. Ich seh’ sie geh’n, voller Zweifel, sich umzudrehen. Doch ich bleibe stehen.~
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