We are coming from different places but you will see: Love we'll reach our destination

von JKlove
GeschichteFantasy / P12
Florian David Fitz
22.01.2017
28.01.2018
30
34.499
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26.02.2017 1.520
 
Plötzlich nahm ich das Vibrieren meines Handys in meiner Jackentasche wahr.
Noch immer in Panik und Sorge um Elmo, der nach wie vor, nirgendwo zu sehen war, holte ich es heraus, um zu sehen, wer mich in einem derart ungünstigen Moment anrief.
Als ich Florians Namen auf meinem Display las, bekam ich augenblicklich einen dicken Kloß im Hals. Sollte ich rangehen oder lieber erst weiter nach Elmo suchen?
Vielleicht war er ja doch noch irgendwo ausfindig zu machen und ich würde Florian nur Angst und Sorgen bereiten, wenn ich ihm nun von seinem Verschwinden in Kenntnis setzte…
Nach kurzem Zögern drang ich mich schließlich dazu durch, ans Handy zu gehen, da es meinerseits nicht fair wäre, Florian diese bedeutsame Tatsache vorzuenthalten. Früher oder später würde ich so oder so dazu gezwungen sein, es ihm zu erzählen. Die Vermutung, dass er aufgrund meiner Unachtsamkeit mehr als wütend sein würde, versuchte ich für den Moment auszublenden.
Mit einem zögerlichen “Jaa” ging ich an mein Handy.
“Malia? Drehst du gerade eine Runde mit Elmo?“, fragte mich Florian unwissend.
“Ich bin gerade aufgewacht und hab mich etwas erschrocken, als ich bemerkt habe, dass ihr beide nicht mehr hier seid.”
Es entstand eine unangenehme Schweigepause, in der ich überlegte, wie ich ihn nun am besten über den aktuellen Stand der Dinge informieren sollte.
“Malia?”, horchte er jetzt schon etwas besorgter nach, da ich ihm noch immer keine Antwort auf seine Frage geliefert hatte.
“Irgendetwas stimmt doch nicht. Was ist los? Bitte sprich mit mir.”
Inzwischen klang Florian ziemlich unruhig und ich konnte förmlich vor mir sehen, wie er sich gerade aufgebracht mit der Hand durch seine Haare fuhr.
Ich atmete noch einmal tief ein und aus, bevor ich die Worte unsicher aussprach:
“Elmo ist weg.”
“WAS??? Wie konnte das passieren??? Hast du nicht richtig aufgepasst??? Wo bist du überhaupt?!”, warf er mir alle Fragen gleichzeitig an den Kopf.
“Im Pa-ark ganz in der Nähe de-deiner Wohnung”, stotterte ich etwas verängstigt vom plötzlich so lautem Klang seiner Stimme.
Ich hörte, wie er am anderen Ende der Leitung einmal tief ein- und ausatmete, ehe er sagte: “Bleib wo du bist, ich komm zu dir.” Dies sagte er schon in einem etwas ruhigerem Ton und ich brachte noch ein leises “Ok.” hervor, bevor er auch schon wieder auflegte.
Nach weniger als 10 Minuten, in denen ich unruhig von einem Fuß auf den anderen trat, sah ich Florian auch schon auf mich zugelaufen kommen.
Bereits von Weitem konnte ich sehen, wie angespannt er war. Eine Mischung aus Angst, Sorge und Wut lag in seinem Gesicht und ich verfluchte mich erneut, dass ich nicht besser aufgepasst hatte.
“Hast du ihn hier von der Leine gelassen?”, fragte er mich, bevor er aufgelöst vor mir zum Stehen kann.
Ich nickte bloß stumm.
“Und was ist dann passiert?” Er sah mich mit gerunzelter Stirn an und sein Blick wurde von Sekunde zu Sekunde ungeduldiger.
“I-Ich hab mitbekommen, wie eine alte Dame ihr Portemonnaie verloren hat und bin ihr hinterher gerannt, um es ihr wiederzugeben. Dabei hab ich ein paar Sekunden nicht nach Elmo gesehen…Und als ich mich dann wieder umgeschaut habe, um zu gucken, wo er ist…war er auf einmal verschwunden.” Der Kloß in meinem Hals wurde jetzt immer dicker. “Ich bin so schusselig und blöd. Ich hätte einfach besser aufpassen sollen. Ich…” Ich schluchzte. In meinen Augen hatte sich derweil ein Tränenüberschuss gebildet und ich hielt mir die Hände vors Gesicht, als mir die ersten Tränen über meine Wangen liefen.
Nach einigen Sekunden vernahm ich, wie Florian laut aufseufzte und mich anschließend stumm in seine Arme zog. Immer wieder streichelte er zärtlich über meinen Rücken, um mich zu beruhigen. “Schtscht.”
Als mein Schluchzen schließlich weniger wurde, umfasste er meine Hände, die immer noch mein Gesicht verdeckten, mit seinen und zog sie sanft weg, um mir tief in die Augen blicken zu können. “Es tut mir Leid, Malia. Ich hätte dich nicht so anfahren dürfen.” Er legte seine Hand an meine Wange und sah mich wehmütig an.
Ich schniefte. “Nein, ich kann dicht gut verstehen. Es ist alles meine Schuld.”, sagte ich aufgebracht und zwang mich dazu, nicht gleich wieder in Tränen auszubrechen.
“Bestimmt hasst du mich jetzt, weil ich so unvorsichtig war und Elmo nicht gut genug im Auge behalten hab.”
Nun entfuhr ihm ein leichtes Schnauben und er musste plötzlich sogar ein wenig lachen.
“Ist das dein Ernst, Malia? Du denkst wirklich, dass ich dich hasse? Du bist eine der liebevollsten, fürsorglichsten und gefühlvollsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte. Ich bin so froh darüber, dass irgendeine höhere Macht dafür gesorgt hat, dass wir uns beide über den Weg gelaufen sind.“ Nun legte Florian auch seine andere Hand an meine Wange und sandte mir einen intensiven Blick zu.
“Ich könnte dich niemals hassen, Malia.” Er beugte sich langsam zu mir hinunter und setzte mir einen Kuss auf meine Stirn, was unverzüglich dazu führte, dass sich eine Gänsehaut auf meinem Körper bildete.
Etwas sprachlos, aber gleichzeitig auch erleichtert über seine Worte, entfuhr mir ein kleiner Seufzer. Das ganze Szenario hatte sich in weniger als 10 Minuten abgespielt.
“Geht’s dir jetzt wieder gut?”, horchte Florian nach. Ich nickte und zwang mich dabei sogar zu einem kleinen Lächeln.
“Gut. Nur, weißt du, ich mach mir langsam ziemlich große Sorgen um Elmo. Eigentlich kann er nicht weit sein. Es sieht ihm gar nicht ähnlich, einfach so Reißaus zu nehmen.”
“Er ist bestimmt ganz in der Nähe.”, versuchte ich nun Optimismus zu verbreiten.
“Ich hoffe es.”
Inzwischen hatten wir uns in Bewegung gesetzt und liefen in Richtung Ausgang des Parks, da ich Florian mittlerweile versichert hatte, diesen bereits mehrere Male genauestens unter die Lupe genommen zu haben.
Wir liefen durch verschiedene Straßen in der Nähe der Parkanlage und hielten zwischendurch immer wieder an, um Elmos Namen zu rufen, wobei Florian meist durch seine Finger pfiff, um ihn auf diese Weise zu sich zu beordern.
Zwischendurch fragten wir sogar Passanten, ob sie zufällig einen kleinen weißen Hund gesehen hätten, doch wir wurden jedes Mal aufs neue enttäuscht.
Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich zwischenzeitig fest, dass es bereits 11.30 Uhr war und Florian sich demnach vor einer Stunde auf den Weg nach Berlin hätte begeben wollen. Aber im Moment spielte diese Tatsache wohl keine Rolle für ihn, wichtige Termine hin oder her, hier ging es um seinen treuherzigen vierbeinigen Freund, von dem ich wusste, wie viel er Florian bedeutete.
Nachdem wir noch weitere Kreuzungen überquert und rote Ampeln ignoriert hatten, kam mir mit einem Mal ein Gedanke.
“Flo, denkst du nicht, es ist besser, wenn einer von uns zurück zu deiner Wohnung geht? Schließlich kann es ja sein, dass Elmo dorthin kommt und dann ist niemand da, der ihn abfängt.”, ließ ich ihn an meinem Gedankengang teilhaben.
Nach scheinbar kurzem Grübeln nickte er kaum merklich.
“Da hast du vielleicht gar nicht so Unrecht. Obwohl ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass Elmo einfach so wieder nach Hause gelaufen kommt. Aber sicher ist sicher. Wärst du dann bitte so lieb und gehst zurück? Den Weg hast du dir doch gemerkt oder?”
“Ich denke ja. Verlaufen werd ich mich schon nicht.”, zwinkerte ich ihm kurz zu.
“Ok. Ich such lieber noch weiter. Ich kann jetzt nicht tatenlos zuhause herumsitzen. Da dreh ich noch durch.” Ich nickte verständnisvoll und gab ihm, nachdem ich mich vergewissert hatte, dass niemand uns beobachtete, noch einen kurzen Kuss auf die Lippen, ehe ich umdrehte und den Rückweg zu seiner Wohnung antrat.
Natürlich hätte auch ich viel lieber weiter nach Elmo gesucht, aber vielleicht lag ich ja richtig mit meiner Vermutung.
Nachdem ich mich nur sagenhafte zweimal verlaufen hatte und in eine falsche Straße angebogen war, erreichte ich schließlich die Straße, in der Florian wohnte, was mich dann doch einmal erleichtert ausatmen ließ.
Als ich seiner Wohnung immer näher kam, vernahm ich bereits aus der Ferne eine kleine weiße Gestalt, die sich vor seiner Haustür hin- und herbewegte. Von Weitem konnte ich diese jedoch noch nicht identifizieren. Erst als ich ihr immer nähe kam, stellte ich zu meiner großen Freude und Erleichterung, die sich in diesem Moment gar nicht in Worte fassen ließ, fest, dass es sich bei besagter Gestalt um Elmo handelte. Ein mehr als breites Grinsen bildete sich in meinem Gesicht und alle Anspannung der letzten paar Stunden fiel nun endlich von mir ab.
“Elmo! Du kleiner Ausreißer!”, rief ich ihm schon auf den letzten paar Metern entgegen. Meine Worte klangen dabei aber eher erfreut als tadelnd.
Sofort kam er auf mich zugelaufen und wedelte folglich fröhlich mit seinem Schwanz.
Ich lachte und versorgte ihn ausgiebig mit Streicheleinheiten.
“Jetzt müssen wir aber mal dein Herrchen anrufen. Der macht sich nämlich schon ganz große Sorgen um dich.”, sagte ich zu dem Vierbeiner und holte mein Handy aus der Tasche, um Florians Nummer auf meinem Handy zu wählen.
Bereits nach dem ersten Tuten ging er ran.
“Hey, gibt’s was Neues?”
“Kann man wohl so sagen. Elmo ist hier bei mir. Hat vor deiner Wohnung gewartet, wie ich auch vermutet hatte.” Ich grinste.
Im Folgenden vernahm ich ein lautes, durchaus erleichtertes, Ausatmen an meinem Ohr.
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